Studium Bundeswehr

fat2defender

Lt. Junior Grade
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hi,
ich wollt mich mal informieren,ob von euch jemand schon ein Studium/Ausbildung bei der Bundeswehr gemacht hat. Da ich in einem Jahr Abitur mache und mich schon allmählich mit dem Thema Beruf auseinander setzen wollte, bin ich nach ein bisschen Surfen auf der Hompage der Bundeswehr gelandet. Die Jobs und Karrieremöglichkeiten sehen auf den ersten Blick sehr vielversprechend aus, aber bevor ich dort eine Bewerbung hinschicke, wollte ich mich erstmal umhören, ob jemand schon Erfahrungen bei der Bundeswehr gemacht hat.
Ich würde mich über jede Info/Erfahrung freuen.

MfG Ilja
 
Hallo,

ich sag es mal so, wenn Du bereit bist, Dich für ein paar Jahre zu verpflichten und flexibel in Sachen Standort (wirst ein paar mal umziehen müssen) bist, dann ist eine Ausbildung bei der BW nicht die schlechteste Wahl.
 
Eins Vorweg

Ich bin aktiv in dem Laden und es ist mein Traumberuf weshalb ich manches vielleicht nicht so eng oder wichtig sehe wie andere!

Also:
Die Bundeswehr ist als Arbeitgeber sehr gut bedenke aber ein paar Punkte:
Auslandseinsätze: KFOR, ISAF, EUFOR um nur ein paar zu nennen
Lehrgänge: Du wirst des öfteren auf Lehrgang sein und dann auch leicht 600km von Zuhause weg sein und das 4 Wochen am Stück.
Versetzung: Das Thema kenne ich nicht da ich bis jetzt nur nach meiner Grundausbildung in meine Stammeinheit versetzt wurde wo ich immer noch bin, jedoch kann es sein je nach Dienstgrad, Verwendung das du im Jahr 2 oder 3 mal (manchmal gar nicht vielleicht auch mehr) umziehen musst.)
Dienste: Du wirst auch Wache haben vllt. an Weihnachten oder Silvester usw. oder OvWa/UvD bei Studium wirst du eh Offizier daher später OvWa

Du bist WENN du genommen wirst je nach beruflicher Vorbildung entweder Mannschafter (OA) oder Uffz (OA)
Wenn du genauere fragen dazu hast am besten beim Kreiswehrersatzamt anrufen einen Termin mit dem Wehrdienstberater machen und da kannst du ihn mit Fragen löchern dazu sind die ja da.
 
BW Ausbildung síst recht hochwertig, einher gehen aber meist Verpflichtungen für 10 oder 12 Jahre und Standortwechsel. Außerdem nehmen sie auch nicht jeden und ein evtl. Auslandseinsatz ist auch drin.

Dazu meine ich, das die Trimester haben, also ist es eine sehr anstrengende und forderne Ausbildung
 
Vielleicht solltest du dich mal umgucken in deiner Umgebung, ob es dort Bataillone gibt bzw. Kreiswehrersatzämter. Ich weiß vom Fernmeldebataillon 4 in Cham, dass im Juni zum Beispiel für Zivilisten so ein "Schnüffeltag" stattfindet und man sich das zumindest mal angucken kann. Ich gehe fest davon aus, dass eine Art "Führung" mitstattfindet und Ansprechpartner in den entsprechenden Laufbahnen zur Verfügung stehen. Auch beim Kreiswehrersatzamt wirst du Gehör finden, dort solltest dann aber auch Wert darauflegen mit einer Person aus deiner Wunschlaufbahn zu sprechen, Jugendoffiziere sollte es dort ja geben. Bringt dir sicherlich nur bedingt etwas mit dem "Verkaufspersonal" zu sprechen, wenn es dann schon noch eine andere Laufbahn eingeschlagen hat. Ansonsten einfach mal mutig sein und ggf. in einem nächstgelegenen Standort durchrufen und rumfragen. Klingt vielleicht etwas merkwürdig, aber vielleicht kann ein Spieß dir ja zumindest helfen einen Ansprechpartner zu finden.


Ansonsten gibt es zum einen Dinge zu bedenken wie die Mindestverpflichtungszeit von 13 Jahren (meine ich ist aktuell) in der Laufbahn der Offiziere und je nach gewünschter Studienrichtung eine Menge Arbeit. Ist leicht daher gesagt, aber mein voller Ernst. Ein Studium in Trimester in einer ansprechenden Fachrichtung zum Beispiel will auch gemeistert werden. Die Durchfallerquoten sind hoch bzw. machen nicht immer viele auf wirklich dann den Master.

Auslandseinsätze werden sich absolut nicht vermeiden lassen, erst recht nicht als Offizier.
Du wirst garantiert alle 2-3 Jahre von deinem Dienstposten versetzt werden, das ist so Gang und Gebe.
Du bist sehr viel auf Lehrgängen unterwegs (und 4 Wochen ist da eher eine sehr gutmütige Schätzung, je nach Lehrgang natürlich), vor allem vor dem Studium (15 Monate) und nach dem Studium dann.
Die Wahl dieses Berufes sollte im Allgemeinen wohl überlegt sein, wer weiß vorallem wo es mit der Bundeswehr in Zukunft hingeht.
Aber wer weiß schon vorher, ob es einem schmeckt? Ansonsten steht es dir ja frei nach 13 Jahren wieder der zivilen Wirtschaft zur Verfügung zu stehen.

Allein der Wegfall der Wehrpflicht hat verheerende Auswirkungen auf die Führungsfähigkeit der Bataillone und die Kürzungen der Mittel machen sich an jeder Ecke bemerkbar.

Hör dich gut um und glaube bitte auch nicht jedes Wort, was dir ein aktueller oder ehemaliger Grundwehrdienstleistender erzählt. Ohne jetzt jeden persönlich abzuwerten, kommt da doch manchmal ziemlicher Unsinn bei raus bzw. fehlt dort einfach oft die Weitsicht auch mal über die eigene kleine Teileinheit bzw. den Trupp hinauszudenken. Gerade für die Laufbahn Offizier des Truppendienstes brauchst du da schon einen anderen Ansprechpartner.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kann dir nur abraten davon.
Vielleicht kannst du dort "schnell" Karriere machen und klar hast du einen sicheren Job, jedoch ist das "System" Bundeswehr völlig kaputt.

Selbst wenn du dich "nur" auf zwölf Jahre verpflichtest um eine Ausbildung mitzunehmen, kann ich Dir sagen das spätestens nach acht Jahren deine Motivation verpufft ist, auch nur ein Jahr länger Dienst in Uniform zu verrichten.

Vielleicht gefällt es dir ja doch, du kannst mit den Missständen in dem Verein leben, Tod und Verwundung machen dir nichts aus ...

... ich würde heute jedoch wirklich ernsthaft Nachdenken, bevor ich mich für zwölf Jahre zu etwas verpflichte, das ich nicht kenne.
 
Nr23 schrieb:
Ich kann dir nur abraten davon.
Vielleicht kannst du dort "schnell" Karriere machen und klar hast du einen sicheren Job, jedoch ist das "System" Bundeswehr völlig kaputt.

Selbst wenn du dich "nur" auf zwölf Jahre verpflichtest um eine Ausbildung mitzunehmen, kann ich Dir sagen das spätestens nach acht Jahren deine Motivation verpufft ist, auch nur ein Jahr länger Dienst in Uniform zu verrichten.

Vielleicht gefällt es dir ja doch, du kannst mit den Missständen in dem Verein leben, Tod und Verwundung machen dir nichts aus ...

... ich würde heute jedoch wirklich ernsthaft Nachdenken, bevor ich mich für zwölf Jahre zu etwas verpflichte, das ich nicht kenne.


Vielleicht wäre es hier noch nett und ratsam den persönlichen Background miteinzubringen um den Aussagen mehr Gewicht zu verschaffen oder halt dementsprechend nicht. Wer das System selber nicht kennt oder nur kurzzeitig kennengelernt hat, wird vielleicht dazu neigen alles ein wenig "kontrastarm" darzustellen. Zwischen schwarz und weiß liegen ja bekanntlich Welten, sowie es einen Unterschied zwischen "Dienen" ("Ich habe ja schließlich nicht fürs Arbeiten unterschrieben, sondern treu zu dienen" und Zeit absitzen) oder Selbstverwirklichung bzw. einem positiverem Selbstverständnis gibt.
 
Ich hab mal jemanden erlebt, der sagte "ich studiere und bin danach Akademiker. Da werden die mich doch nicht ins Ausland schicken. Das ist eine gesicherte Grundlage, um daheim eingesetzt zu werden". Wie weit stimmt den diese Aussage oder ist, egal bei welchem Studium, ein Auslandseinsatz samt Kampfeinsatz vorgesehen? Im Ernstfall sind ja alle BWler Soldaten und müssten zum Kampf eingesetzt werden können.
 
Du bist in erster Linie Offizier in den Streitkräften - Punkt. Aus Gründen der Attraktivität etc. bekommst du aber auch ein Studium angeboten, genau wie der Feldwebel zum Beispiel seine ZAW. Natürlich hängt aber ein Auslandseinsatz auch von deiner Verwendung ab. Bist du Kompaniechef/Kompanieeinsatzoffizier wirst du wohl eher in den Einsatz gehen, wenn dein Verband (Brigadeebene) Truppen stellt für ein Kontigent, als jemand der zum Beispiel in einer Verwendung als Hörsaalleiter an einer der Schulen (Offizierschule, Führungsunterstützungsschule etc.) oder in einer Behörde steckt. Es gibt auch Offiziere, die in ihrer Dienstzeit keinen Auslandseinsatz erlebt haben. Alles ist möglich. Aber wenn jemand strikt gegen Auslandseinsätze ist, sollte er sich die Idee mit der Bundeswehr von vornherein noch einmal überlegen. Ausreden mit "Ich bin jetzt Akademiker und kein Soldat" lassen aber schon eine grundsätzlich falsche Berufseinstellung erkennen. Die Laufbahn nennt sich nicht umsonst Offizier (Truppendienst) mit Studium und nicht Student/Akademiker mit Offizierpatent. Zumal es mittlerweile fast ausschließlich nur noch Offz mit Studium gibt, folglich dürfte also niemand mehr in den Einsatz gehen, wenn er ein ach so wichtiger Akademiker ist (Man muss ja auch die ganzen Pädagogen und Sozialwissenschaftler beschäftigen ;)) Ansonsten wäre vielleicht auch die Reserveoffizierschiene etwas für dich um erstmal in die Laufbahn zu schnuppern?
 
Gleich zu Anfang: Ich habe "nur" 9 Monate gedient, allerdings ist würde ich meine Meinung daher nicht als kontrastarm bezeichnen.

Wer sich jetzt schon fragt, bzw informiert wegen Auslandseinsätzen, der hat eh die komplett falsche Motiviation. Wer heute als Offz kein Auslandseinsatz mitgemacht hat, naja. Kommt natürlich immer auf die Einheit drauf an. Leute die einfach nur mit einer Kosten/Nutzen Analyse an die Sache gehen, brechen i.d.R. sowieso sehr schnell ab. Der eigene psychische Druck und der, des sozialen Umfeldes ist einfach zu groß.

Man geht als Offz zum Bund weil man in kritischen Situationen eine Truppe anführen will. Dazu gehört auch die Entscheidungen über Leben und Tod trifft.

Dazu kommt noch die geringe Verwendung des Studiums im Dienst. Unser Stellv.Kompaniechef in der Ausbildungskompanie hat über die BW E-Technik studiert. Der hat uns selbst erzählt, dass er damit noch nie etwas zu tun gehabt hat. Trotzdem ein kompetenter und guter Offizier.

Woran das liegt ist eigentlich ganz einfach, die Bundeswehr betreibt Outsourcing im großen Stil. Aus wirtschaftlicher Sicht bestimmt sinnvoll, für das System BW aber in meinen Augen nicht förderlich. Lediglich der BauIng darf seine Tätigkeiten noch in Afgahnistan als Brückenbauer ausführen.

Außerdem bin ich der Meinung, dass die ganzen OA (Offiziersanwärter)viel zu sehr geschont werden. Bevor ich jetzt gleich wieder Links und Überlebensberichte vom Sauwaldhof höre, lasst es bitte bleiben.

Viele Leute sehen in dem Verdienst so einen großen Vorteil, das kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Lediglich das Gehalt in der Zeit des Studiums ist unverhältnismäßig hoch, dannach hört es dann aber schon auf. Der oben genannte Stellv.Kompchef hat uns selbst erzählt, dass seine Freunde die ebenfalls ETechnik studiert haben, heute wesentlich mehr Geld bekommen als er (Dienstgrad OL). Heutzutage auch kein Zufall.
Desweiteren sollte man sich die Frage stellen, was kommt nach der BW? Wenn man Pech hat ist nach 13 Jahren Ende. Führungsqualitäten sind das eine. Technisches KnowHow das Andere. Man ist fast 7 Jahre aus den Studieninhalten raus. Klar, Grundsätze bleiben erhalten, aber wenn ich wieder bei meinem ETechniker bin, dann glaube ich müssen wir hier keinem erzählen, wie schnell sich neue Technologien entwickeln.

Generell halte ich die Bundeswehr in Deutschland für ein Auslaufmodell. Schuld ist aber nicht nur der starke Sparkurs sondern auch Ansehen und Rückhalt in der Bevölkerung.
 
nur wegen beruflichen chancen würde ich nicht zur bundeswehr gehen. entweder man steht auf das system armee und ist dafür gemacht ode rman sollte es ganz schnell bleiben lassen, nur karriere wegen ist das aufjedenfall die falsche motivation
 
Maxolomeus schrieb:
... den persönlichen Background miteinzubringen ...

Ich durfte zwölf Jahre das System kennenlernen.

Grundsätzlich muss ich sagen, dass es auch wirklich schöne Augenblicke gab, jedoch überwiegen die negativen Erfahrungen. Meine Truppengattung ist bei jedem Einsatz der Bundeswehr vertreten und somit durfte ich viel Schlechtes von der Welt sehen. Die Unfähigkeit von Vorgesetzten, besonders im Einsatz, ist eine echte Herausforderung.

Vielleicht gehöre ich ja einer unzufriedenen Minderheit an, gibt es da eine Statistik für?
Seit 2007 hat sich das Stimmungsbild meiner Meinung nach nicht verändert, oder hat die Reform etwas gebracht?

PS: Ich möchte keinen persönlich angreifen für seine Entscheidung Berufssoldat zu werden, nur denke ich sollte man genau hinschauen, was man dort bekommt.
 
@EvilMoe

Zum Thema "nach der Bundeswehr" sei einfach mal gesagt welche Leistungen einem Offizier mit Studium nach 12, respektive 13 Jahren zustehen:

- Anspruch auf Förderung schulischer und beruflicher Bildung am Ende und nach der Wehrdienszeit: 24 Monate, Kostenhöchstgrenze hier 6.675€
- 24 Monate Zahlung von Übergangsgebührnissen (60/75/90% des letzten Brutto-Grundgehaltes je nachdem ob ein Zuverdienst vorliegt, eine schulische Maßnahmen wie Studium vorliegt etc.), normal versteuert
- eine Übergangsbeihilfe in 6-facher Höhe des letzten Brutto-Grundgehaltes, ebenso normal versteuert

dazu kommt der "Eingliederungsschein" und ähnliche Sachen.

Auch wenn man also aus seiner Thematik raus ist (was ja auch nicht zwangsläufig der Fall sein muss, gibt genug wissenschaftliche Mitarbeiter an den Uni bzw. Doktoranden), wäre finanziell ein völliger Neuanfang möglich.

Nächster Punkt ist, woher weißt du wie sich die Lehrgänge für aktuelle OAs darstellen? Selber einen OAL mitgemacht? Aber das soll hier kein Diskussionspunkt werden, ich wollte die Frage einfach mal nur gestellt haben. Auch die Frage nach dem Sinn des Outsourcings brauchen wir nicht zu stellen. Jeder kann sich mal informieren, was sich die Bundeswehr mit Fuhrparkservice und der BWI für Mist eingebrockt hat.


Zumindest sollten wir uns aber einig sein, dass niemand zur Bundeswehr geht um reich zu werden. Falscher Ansatz ansonsten. Die Besoldungstabellen und Erfahrungsstufen kann sich ja jeder im Internet einmal angucken (als Hilfe Fahnenjunker A5, Fähnrich A7, Oberfähnrich A8Z, Leutnant A9, Oberleutnant A10, Hauptmann A11/A12)


@Choka

Ich verstehe deine Aussage nicht, warum ist Karriere der falsche Ansatz? Will man etwa keine Karriere als Offizier in den Streitkräften machen? Nicht jeder will nach 12/13 Jahren gehen, oder auf dem Laufbahnziel Oberstleutnant A14 stehen bleiben.
 
Ich hatte eine höhere Förderungssumme im Kopf, aber beschwören will ich es nicht. Trotzdem finde ich 6675€ schon ein bisschen wenig.
Die Möglichkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Uni zu gehen halte ich für begrenzt möglich. Aber ich wil jetzt auch keine Beispiele auseinanderpflücken.

Thema Ausbildung: In meinen Augen sind die OAs viel zu sehr unter sich. Ein Einbezug in die Truppe wie z.B. in GB würde mir besser gefallen.

Solche Fälle wie FuhrparkService und BWI sind z.B. Fälle wie sie Nr23 anspricht. Ich habe das Gefühl den größten Kampf führt die BW gegen sich und Papier.

Das Gehalt als Fahnenjunker/Fähnrich ist mehr als ausreichend. Wenn man bedenkt, dass man die Zeit hauptsächlich an der Uni verbringt. Als Offz sieht es dann meiner Meinung nach ganz anders aus. Wenn man Verantwortung für Panzertransporte und ähnliches trägt, dann das Gehalt gemessen an der Verantwortung doch eher bescheiden.

Gut, dass alles kommt jetzt von der Fragestellung ab...

Ich denke wir sind uns aber alle mehr oder weniger einig, dass man sich mit dem Berufsbild Soldat identifizieren muss. Wer sich darauf beschränkt kann/muss auch mit den Fehlern der BW leben.
 
Offz ohne Studium, liegt bei 12.195€. Aber ich habe da sonst für interne Maßnahmen eigentlich auch eher noch einen höheren Wert im Kopf. Die BFD-Broschüre gibt da aber spontan gerade nichts her.

Zum Thema OA,

das Ausbildungsmodell war ja das alte, jetzt müsste man natürlich die übergeordnete Führung fragen, warum sich von dem 3 Jahre Truppe und dann ins Studium verabschiedet wurde und dafür 15 Monante Lehrgänge ohne Truppenprägung eingeführt wurden seit 2007. Man wird es nie erfahren.

Zum Outsourcing habe ich ja meine Meinung kund getan. Wenn die Division sagt, es gibt keine Kurzzeitmieten mehr, da das Geld fehlt bzw. du mit den Fuhrparkfahrzeugen wie mit rohen Eiern umgehen musst oder die BWI zugesichertes Material wiederzurückführt und der Meinung ist, dass für ein Bataillon 1 Beamer, 25 PCs sowie 5 Netzwerkdrucker reichen (bei allein 9 Gebäuden), weil denen auf einmal das Geld fehlt..
Oder die neuen Planstellenbesetzung für ein Bataillon auf einmal in einer AGA-Kompanie nur noch einen Mannschaftssoldaten vorsieht ab Juli 2011 und der EU-Zug damit nur aus den GrpFhr besteht und auch sonst die Kp arg geschrumpft ist ;)
Ay ay ay, da geht's rund!
Nunja. Aber man lernt ja mit soetwas umzugehen :) Das sind die realen Probleme.


Gehalt im Studium ist mehr als ausreichend (je nach gelebtem Lebensstil natürlich), sind wir uns auch einig. Später, wenn man allein als Zugführer/Chef/Kdr zum Beispiel mehere Millionen Euro Material hat bzw. Personal in Verantwortung...
 
Ich bin der Meinung Offz ohne Studium ist nichtmehr möglich oder?

Ich fand das eigentlich garnicht schlecht. Das Studium sagt nichts über die Qualitäten des Offiziers aus.
 
Offz ohne Studium ist möglich, allerdings ist die Menge der Plätze begrenzt. Normal ist die Einstellung mit Studium, auch wenn das Studium nicht immer auch in der eigenen Verwendung benötigt/angewandt wird.
 
Das Wichtigste ist wohl genannt: Ein Studium bei der Bundeswehr bedeutet nicht unbedingt, dass man sich nach dem Studium mit dem Fach weiter beschäftigt. Die Verwendung passt oft nicht zur beruflichen Ausbildung.
Weiter sollte man beachten, dass es schön bürokratisch wird, wenn man die Regelstudienzeit nicht einhält. Wenn es blöd läuft, ist man sehr schnell rausgeflogen.
Generell wär es gut, wenn der Threadersteller noch sagt, um welches Studienfach es geht, damit man hier nicht zuviel unnötiges erzählt. Für Mediziner gelten andere Sachen als für Ingenieure. ;-)
 
Offz ohne Studium ist noch möglich. Die Möglichkeiten Berufssoldat zu werden sind dann aber sehr beschränkt.

Es wird übrigens gemunkelt, dass die FA-Ausbildung auch umgestellt werden soll und dann ähnlich zum OAL ablaufen wird in den ersten 6 Monaten.
Grundsätzlich kann man sich natürlich streiten und sagen den Offizieren, die die Uni verlassen fehlt es an Truppenerfahrung, dafür müssen sich die Offz nach altem Ausbildungsstand erstmal wieder einarbeiten und das System war bei weitem nicht gerade flexibel. Ein Truppengattungswechsel ist jetzt (theoretisch) einfacher möglich, da noch keine Gelder in die Truppengattungsspezifische Ausbildung geflossen sind. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile, aber um die zu diskutieren, ist dieses Forum vielleicht der falsche Ort.


Um auf die Offz-Ausbildung an sich nocheinmal zu erwähnen, sei nur folgendes gesagt.

Es ist eine fordernde Ausbildung, die meisten erreichen ihre Grenzen, sowohl physisch als auch psychisch und nicht wenige werden diese auch weit überschreiten. Wer keine Lust hat sich nicht auch mal dreckig zumachen, sollte sich ganz schnell was anderes suchen.

Desweiteren sei gesagt, dass gerade die ersten 15 Monate der OA(Offizieranwärter)-Ausbildung sich in ganz Deutschland abspielen. Egal ob Hammelburg, Idar-Oberstein oder Munster, die meisten müssen weit fahren, um nach Hause zu kommen. Mal eben schnell Abends nach Hause fahren unter der Woche kann man vergessen, wenn man nicht gerade aus der Nähe kommt und auch dann, sollte man das eher lassen, da eigentlich keine Zeit ist für sowas. Sprachenlehrgang(Idar-Oberstein), Truppenpraktiktika(überall wo es AGA-Einheiten gibt) bzw. techn. Praktikum (Aachen) und dann die OSH sind über die ganze Republik verteilt. Gab nicht wenige Kameraden deren Beziehungen in die Brüche gegangen sind oder besser regelmäßig in die Brüche gehen. Man ist meist nur am Wochenende zu Hause, wenn überhaupt.

Das Studium ist einfach nur da, um die Verwendung attraktiv zu machen, es gibt ein paar wenige, die vielleicht später mit ihrem Studium was anfangen können, aber der Großteil ist Offizier und erst irgendwann später Ingenieur, Sozialwissenschaftler oder sonstwas. Auch mit techn. Studium und einer "technischen" Truppengattung läuft das ganze eher so ab, dass man organisiert und den Unteroffizieren die "Bastel"-Arbeit überlässt, während man selber mehr oder weniger am Schreibtisch sitzt und zusieht das der Unteroffizier alles hat, was er benötigt um seinen Auftrag zu erfüllen.

Man kann aber Karriere bei der Bundeswehr machen und nicht wenige auch in der zivilen Arbeitswelt, es gibt unheimlich viele Offiziere gerade in größeren Unternehmen, die gerne auf die Führungserfahrung zurückgreifen, die man in jungen Jahren gesammelt hat. Desweiteren lernt man mit vorsichtig mit dem Gerät umzugehen, welches man zur Verfügung hat. Es kann dann auch so sein, das man Veratnwortung über Gerät hat, welches mehrere Millionen Euro wert ist.


Allgemein zum Dienstbetrieb in der Truppe kann ich nicht soviel sagen, da ich noch in der Ausbildung bin und bisher nur in den spärlichen Truppenpraktika Erfahrung sammeln konnte.
Es gibt natürlich Dinge, die ziemlich nerven können. Grundsätzlich haben die meisten Truppenteile eher zu wenig Geld als zu viel, abgesehen von repräsentativen Einrichtungen, wie z.B die OA-Batallione, die dann auch wirklich alles haben, was man in der allgemein miltitärischen Grundausbildung gebrauchen könnte. Hat man dann das Glück und kann mal in andere Verbände reinschauen, fehlt oft schon Geld um genug Munition mit auf die Schießbahn zu nehmen, sodass jeder Rekrut dreimal schießen kann am Tag(Mit einer Waffe).
Dann der ewige Papierkrieg. Es gehen auch gerne mal Datenblätter verloren, wenn man versetzt wird, es gibt halt einige Baustellen. Die meisten Einheiten/Batallione/Verbände haben daher auch mehr oder weinger das Motto: "Wir machen aus Scheiße Erdbeeren"

Wichtig für das Offiziersein an sich ist halt, dass man gernde mit Menschen umgeht und auch eher ein "Leadertyp" ist, also auch mal Entscheidungen gegen Widerstände durchdrücken will und kann. Man sollte ein gesundes Verhältnis zum politischen System haben, also weder Rechts- noch Linksradikal. Den Rest kann man sich mehr oder weniger aneignen. Abgeneigt gegen Sport sollte man auch nicht sein.
Das wichtigste ist aber, dass man Spaß an der ganzen Sache hat. Ein Schlüsselerlebnis für mich war die Ausbildung von Rekruten. Man erklärt etwas theoretisch, macht es dann praktisch vor und die Rektruten machen es nach. Ausbildung beendet, zwei Wochen später im Biwak und die Rekruten wenden das Gelernte(zumindest meistens) an. Da kommt dann schonmal der Stolz hoch, dass man was vermitteln konnte, was die auch brauchten.
Auch die Kameradschaft ist was besonderes, es ist halt doch was anderes als das Kollege sein in einer Firma oder so. Man steht halt DInge gemeinsam durch, was schon ordentlich zusammenschweißt. Inzwischen möchte ich das Ganze nicht mehr missen, es macht Spaß, es ist fordernd und es wird anständig bezahlt. Hungern muss man nicht, wenn man zumindest halbwegs mit Geld umgehen kann.


EDIT:Ganz schön lang geworden, wollte mich eigentlich kürzer fassen.
 
@TE schreib mir eine PM mit deinen Fragen ich schreibe dir zurück.

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mfg
 
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