Ich nehme mir jetzt mal etwas Zeit, da ich in exakt der gleichen Lage war wie du jetzt. Nur war das vor knappt zwei Jahren, aber die Situation ist seit dem praktisch unverändert.

Die Verschmutzung des Sensors wird allgemein überbewertet, ich kann Verstehen dass das für dich ein Thema ist, da man in Foren so viel darüber ließt. Im Normalfall passiert da allerdings gar nichts. Falls dann doch mal Schmutz sichtbar wird, bläst man da mit einem kleinen Blasebalg rein und gut ist. Eine Sache von 60 Sekunden
alle paar Monate. Es ist also keinesfalls so, dass du ständig irgendwelchen Dreck vom Sensor wischst.
Der schnelle Autofokus ist ein echter Vorteil, denn schnell wirst du merken dass dadurch wesentlich interessantere Schnappschüsse möglich sind. Das Photo dauert weniger als eine halbe Sekunde incl. Fokussieren im Gegensatz zu evtl. mehr als 2 Sekunden bei einer Bridge. Das kann
der entscheidende Vorteil sein.
Dann sollte man sich klar machen, dass manche Bilder eben nur mit speziellen Objektiven möglich werden, da gibts eben keine (oder eher schlechte) Möglichkeiten bei der Bridge (eben nur Aufsatzlinsen wodurch die Bildquali noch einmal schlechter wird). Ich denke da an Super Weitwinkel und Makro 1:1 mit einer Motivdistanz von vll. einem halben Meter (Fluchtdistanz von Insekten). Lichtriesen mit einer Blende von 1:1.4. das gibt dir die Freiheit auf Partys und bei sehr schlechtem Licht evtl. in Verbindung mit angehobener ISO-Zahl ohne Blitz zu fotografieren. Nur so fängt man die (Licht-) Stimmung der Party wirklich ein. Ein Blitz ist da immer die schlechteste Lösung. Das geht mit einer Bridge schlichtweg gar nicht oder nur mit erheblichem Rauschen.
Und ob das Auslösegeräusch als Störend empfunden wird... naja, das bleibt jedem selbst überlassen.
Dann sollte man bedenken dass der Einstieg in die DSLR-Welt noch das günstigste ist. Wenn du dich mal mit dem Gerät vertraut gemacht hast kommt evtl. der Wunsch nach weiteren Brennweiten, externer Blitz, Stativ usw. Bei mir hat alles vor etwa 1,5 Jahren mit ~800€ für die K10D mit Kit angefangen. Dann kamen noch etliche Zubehörteile dazu, so dass ich mittlerweile etwa 2500€ ausgegeben habe. Dafür bin ich nun für praktisch jede Situation semiprofessionell ausgerüstet und brauche praktisch nie Abstriche zu machen. Ob das ganze Zeug notwendig gewesen wäre weiß ich auch nicht.

Ich hatte aber die Kohle übrig (Ende des Studium, Juhuu) und habs einfach mal gemacht so nach und nach. Plötzlich weiß man auch wieder was man sich von seinen Eltern zu Weihnachten wünschen soll.
Es gibt da noch einen wichtigen Punkt: Das Preisgefälle im DSLR-Bereich verhält sich
nicht wie bei PC-Teilen wo die Teile kurz nach dem Kauf nur noch die Hälfte wert sind. Tatsächlich hält der Wert der meisten Teile (Objektive, Blitze) viele Jahre konstant an und ich könnte daher jederzeit locker 4/5 des Neupreises durch den Verkauf der Ausrüstung erziehlen. Das bezieht sich auf alle Teile ausschließlich des Bodys. Der verliert noch am meisten an Wert. Mein Body ist jetzt nach einem Jahr noch 2/3 des Neupreises wert. Videos drehen mit einem Photoapparat? Das ist vergleichbar mit dem Fotografieren mit einem Telefon. Da gibts für wenig Geld bessere Alternativen für bewegte Sequenzen.
Bei einer Bridge verhält es sich eher wie mit PC-Hardware. Das sollte man auch bedenken. Mein Tipp daher: Wenn du vorhast, etwas Zeit und Herzblut in dieses Hobby zu investieren, dann investiere in eine DSLR. Soll es nur ein gelegentliches Hobby werden/bleiben dann greif zu einer Bridge. Ich habe mir eine zu der Zeit sehr gute Bridge gekauft und bin dann recht schnell in die DSLR-Welt eingetaucht da ich mit der Bridge immer wieder an die Grenzen gestoßen bin. Das war im Endeffekt nicht die günstigste Entscheidung. Für mich hätte sich der direkte Einstieg in die DSLR-Welt eher gerechnet.
Falls du in die DSLR-Welt einsteigen willst, rate ich zu einer etwas älteren Cam ala
K100D Super mit vll. zwei Kit-Objektiven (18-55 + 50-200) für 570€. Damit wärst du fürs erste sehr sehr gut ausgerüstet. Damit hast du bereits zwei recht gute Objektive und einen sehr guten Body, der auch bei hohen ISO-Zahlen qualitativ hochwertige Bilder macht. Zudem hast du einen Stabi gleich im Gehäuse eingebaut der bei allen Objektiven funzt. Lichtriesen 50mm 1.4 bekommst du ab 60€ ohne Autofokus, alle anderen Brennweiten gibts von ~ bis ~.

Vorteil bei Pentax: Du kannst bis zu 20 Jahre alte, aber sehr gute Objektive sehr günstig kaufen und ohne Abstriche an deiner DSLR verwenden. Das geht imho bei keiner anderen Marke.
Falls du nach einem halben Jahr feststellst dass das doch ein Fehler war, dann verkaufst du den Kram und legst dir von dem Geld eine Bridge zu. So langes solltest du dir allerdings Zeit lassen mit dem erlernen der Technik und dem rumspielen mit den Gerätschaften. Denn eine DSLR macht nicht, wie eine Kompaktknipse, automatisch immer absolut korrekte Fotos. Hier sollte man durchaus bereit sein, sich intensiv mit der Materie auseinander zu setzen. Das braucht Zeit und vor allem Interesse.
In jedem Fall rate ich zu einem gute Buch zum Thema Fotografie und Bildgestaltung. Ich bin ja ganz begeistert von John Hedgecoes "Fotografieren". Darin werden von den Grundlagen bis zur Studioausrüstung alles behandelt. Ein großer Teil des Buches dreht sich um den Bildaufbau und Beleuchtung, was mitunter das wichtigste bei dem Thema ist. Das Technikverständnis ist zwar am Anfang das Haupt-Thema, gehört nach einer Weile aber sozusagen zum Werkzeugkasten. Egal ob bei einer Bridge oder DSLR. Das Prinzip ist immer das gleiche, nur die Leistung und damit die Leistungsgrenzen unterscheiden sich deutlich.