Tagesgeld - Wieso so hohe Zinsen?

homer092

Lieutenant
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Hallo,

weiß jemand, warum man auf Tagesgeldkonten zum Teil 5% Zinsen bekommt? Und auf ein Sparbuch nur 0,5%? Dabei kommt man an das Tagesgeld doch viel schneller dran und kann das Geld viel leichter abziehen wieder. Man bekommt für Tagesgeld ja schon teilweise mehr wie für Festgeldkonten.

Weiß jemand wieso?

Gruß

Nico
 
5% in allen mir bekannten Fällen nur für das erste halbe Jahr garantiert. Danach fällt der Zinssatz dann meist auf das allgemeine Niveau von ~3-4%. Da sollte man aufpassen und das Kleingedruckte lesen. :)
Zudem kann sich der Zinssatz bei einem Tagesgeldkonto theoretisch jeden Tag ändern. Außerdem kommt man nicht direkt ans Geld, sondern muss erst einmal auf sein Girokonto überweisen, was ein paar Tage dauern kann, und von dort aus dann auf ein fremdes Konto. Das mit der täglichen Verfügbarkeit ist also so eine Sache.
Warum man auf ein Sparbuch momentan immernoch diesen Mini-Zinssatz bekommt kann ich dir allerdings auch nicht beantworten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin mir nicht 100%ig sicher. Sparbücher sind unbegrenzt mündelsicher, Tagesgeldkonten nur bis zur Höhe der vereinbarten Einlagensicherung (<100.000€).
 
Klassische Sparbücher sind auch uninteressant, sobald man mehr als 5.000-10.000 Euro auf dem Konto hat.

Dann gibts ein Vermögenssparbuch, wo der Zinssatz gestaffelt ansteigt, je mehr Geld du hast. Dort bekommst du z.B. ab 10.000 Euro derzeit auch bei Sparkassen 3%.

Bei Sparkassen variieren die Angebote aber ganz stark, da jede Sparkasse selbstständig ist und eigene Konditionen anbietet. Also am besten mal im Netz suchen, welches Angebot dir zusagt.

Bei der Postbank orientiert sich der Zins vom Sparbuch z.B. am DAX.

Viele von den derzeitigen 5% Konten sind beim durchlesen des Kleingedruckten plötzlich 3,75% Konten, sowie Angebote von ausländischen Banken, die erstmal einen gewissen Kundenkreis aufbauen wollen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei der Norisbank passt sich der Zinssatz im 3-Monatsrythmus an die 30 größten DAX-notierten Banken an .

Vor drei Monaten waren es noch echte 4,25% , jetzt sind es schon 4,5% .
 
Beschäftige mich auch grad ein bisschen damit, habe hier eine meiner meinung nach gute übersicht gefunden:
http://www.optimal-banking.de/info/tagesgeld-vergleich.php

Postbak und DAX.. dieses orientieren ist wirklich nur orientierung, der DAX ist im vergangengen Jahr um 22,3% gesteigen, ein gutes geschäft für die Postbank wenn ihr mich fragt, denn dort liegt der Zinssatz (richtige Begriff?) unter 5%
 
@Odium
Nein, dem ist nicht so. Steht übrigens recht gut beschrieben bei Wikipedia bzgl. der Absicherung. Man braucht bei deutschen Banken also i.d.R. keine Angst zu haben.
 
Hab seit zwei Wochen ein Tagesgeldkonto mit 5,6% bei Kaupthingedge aus Island/Holland.

Abwicklung problemlos. Für mind. sechs Monate bleib ich dort.
Die Kohle ist dort bis 20.000EUR versichert, was wohl das abs. Minimum darstellt.
 
Bei Cortal Consors kriegt man ein Jahr garantierte 6% auf maximal 25.000,-, wenn man Aktien im Wert von 6.000,- (als Neukunde) zu ihnen hinschafft.

Wenn man das Girokonto bei der gleichen Bank hat, geschieht die Überweisung vom Tagesgeldkonto übrigens idR sofort.

Und ja, Sparbücher sind seit Jahren wirklich völlig uninteressant, da die Verzinsung deutlich unter der Inflationsrate liegt, es sind also reine Geldvernichtungsbücher. Die Banken setzen wohl darauf, dass sich die Leute nicht informieren.

olle-wolle schrieb:
Postbak und DAX.. dieses orientieren ist wirklich nur orientierung, der DAX ist im vergangengen Jahr um 22,3% gesteigen, ein gutes geschäft für die Postbank wenn ihr mich fragt, denn dort liegt der Zinssatz (richtige Begriff?) unter 5%

Vll. hast du das anders gemeit, aber Zinssätze und Aktienkursentwicklungen (in diesem Jahr ist der DAX btw. ordentlich gefallen) haben nichts miteinander zu tun, sondern sind zwei völlig unterschiedliche paar Schuhe. Die Norisbank passt sich jedenfalls monatlich den Tagesgeld-Zinsen der 30 umsatzstärksten Banken (Nacho_Man: im Dax gibt es keine 30 Banken) an.
 
Angesichts der hohen Inflationsrate von 4% sind Festgeldangebote von Banken mit über 5% p.a. nicht verwunderlich. Man würde also nur eine Rendite von 1% p.a. erlangen und das ist jawohl richtig wenig.
 
Sag das den Banken! Aber die sind ja nicht primär dafür verantwortlich, unsere Inflation auszugleichen...
 
Green Mamba: Das heißt, das einzige Risiko, dass man heute mit einem Tagesgeldkonto hat, ist die Gefahr, dass der Zinssatz nach Ende der vertraglich zugesicherten Laufzeit rapide sinken könnte? Ich kann mir nicht vorstellen, dass das allein den Unterschied zwischen den 0,75% eines Sparbuchs und 4% eines Tagesgeldkonto (TGK) erklärt. Das würde ja bedeuten, dass jeder Sparbuch-Kunde wohlwissend Geld verschenkt.
Ich hatte aber mal im Hinterkopf, dass bei Insolvenz der Bank diejenigen mit Sparbuch eine höhere Priorität haben als die TGK-Inhaber, stand jedenfalls mal in einem Artikel bei Spiegel oder Stern.

Ist natürlich nur alles graue Theorie. Wenn die ersten Gerüchte rumgehen, dass eine Bank Insolvenz anmelden könnte, sind ein paar Tage später alle Konten leer und die Automaten geben kein Bargeld mehr aus.
 
Naja, dann heißt es wohl für viele, No Risk, No Fun..... Eigentlich ganz schön dreist.
 
Warum das jetzt? Wie gesagt, abgesehen von Multimillionären ist man mit einem Tagesgeldkonto auf der Sicheren Seite.
 
Naja, es gibt sicher nicht wenige Leute, die auch mal mehr als 20k Euronen auf solche Konten einzahlen. Und auch nem Multimillionär tut das ganz schön weh ;)

Denn soweit ich das sehe, sind Banken international nur verpflichtet, mind. 20k EUR zu versichern oder eben einen Prozentsatz vom Geld.
 
Den Artikel nicht gelesen?

Diese Beispiele zeigen, dass der europäische Mindestschutz für den Anleger nicht befriedigend sein kann. In der Bundesrepublik Deutschland existiert daher zusätzlich ein freiwilliger Einlagensicherungsfonds, denen die meisten in Deutschland ansässigen Banken angeschlossen sind:

„Durch den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken sind die Guthaben jedes einzelnen Kunden bei den privaten Banken bis zur Höhe von 30 % des maßgeblichen haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank zum Zeitpunkt des letzten veröffentlichten Jahresabschlusses voll gesichert.“ [...] „Für fast alle Einleger bedeutet dieses Einlagensicherungskonzept praktisch die volle Sicherung sämtlicher Guthaben bei den privaten Banken. Selbst bei kleinen Banken mit einem Eigenkapital von 5 Mio. EUR werden bereits Beträge bis zu 1,5 Mio. EUR pro Einleger voll geschützt. In der Regel ist der gesicherte Betrag jedoch erheblich höher. Auf Anfrage gibt der Bundesverband deutscher Banken allen Interessierten die jeweils aktuelle Sicherungsgrenze einer Mitgliedsbank bekannt.“ (Zitat aus der Broschüre Einlagensicherungsfond vom Bundesverband deutscher Banken (BdB)).
 
Hallo,

weiß jemand, warum man auf Tagesgeldkonten zum Teil 5% Zinsen bekommt? Und auf ein Sparbuch nur 0,5%? Dabei kommt man an das Tagesgeld doch viel schneller dran und kann das Geld viel leichter abziehen wieder. Man bekommt für Tagesgeld ja schon teilweise mehr wie für Festgeldkonten.

Weiß jemand wieso?

Gruß

Nico

Es gibt mehrere Gründe. Einer ist zum Bsp. auch die sogenannte Fristenkongruenz. D.h. langfristige Einlagen (z.B. Sparbücher) sollen auch langfristig wieder verliehen werden, z.B. als Baufinanzierung -> Laufzeit ca.. 20-30 Jahre. Kurzfristige Gelder werden kurzfristig verliehen, Tagesgeld als Dispokredit.

Desweiteren haben wir zur Zeit auch noch eine inverse Zinsstruktur. Das heißt, das man am Interbankenmarkt die kurzfristigen Gelder teuerer sind, als langfristige.

Hinzu kommt Marketing, Strategien, Marktentwicklungen...
 
Kann mir irgendwer ein Tagesgeldkonto empfehlen?
 
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