News Terroristische Inhalte: EU-Parlament stimmt für 1-Stunden-Löschfrist

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Falc410 schrieb:
Das ist nun wirklich extrem weit gefasst - soll wohl auch jegliche Kritik an der Regierung in irgendwelchen Formen gleich ersticken.
musst den Absatz nochmal lesen. Der Satz gehört zu den Ausnahmen, die nicht gelöscht werden müssen (wenn ich das richtig verstanden hab)

Soll nicht heißen, dass ich das alles gut finde. Für mich ist das schlicht und ergreifend Zensur und wird über kurz oder lang dafür genutzt, unliebsame meinungen zu tilgen.

Wie weiter oben schon erwähnt, das neue Ministerium für Liebe und Wahrheit.
 
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Alles reichlich heikel - alleine die Definition von "terroristischer Inhalt" ist ein Gummiband. Ebenso unklar: "...binnen einer Stunde auf Anordnung..." oder "Sollten die Betreiber jedoch von entsprechenden Aktivitäten Kenntnis erhalten...". Ja was denn nun? Letzteres wird vorauseilenden gehorsam zur Folge habe und massiv in Meinungs- und Pressefreiheit eingreifen. Und wer ordnet an? Mir fällt dazu (und zu vielen anderen aktuellen Themen auch) immer wieder Bejamin Franklin ein: Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren. Oder auch Rosa Luxemburg: Freiheit ist immer Freiheit des anders Denkenden. Das ist eine Abwärtsspirale an deren unterem Ende jeder der den Mund auf macht weil etwas falsch läuft je nach gusto in die rechte, linke oder sonstige terroristische Ecke gestellt wird.
DKK007 schrieb:
einfach mal in den §129a und §129b StGB
Deutsche Gesetze als Leitlinie für EU-Recht? Wohl kaum. Damit haben wir schon das nächste Problem - die Definition dürfte in jedem EU-Land anders aussehen.
 
owned139 schrieb:
Wie viele der Beiträge sind das denn? So viele können es ja nicht sein, sonst würden viele von uns regelmäßig über sowas stolpern, was ja irgendwie nicht der Fall ist.
Wenn von 10000 Posts nun einer in diese Kategorie fällt, dann finde ich das schon stark übertrieben.

Antwort per PN.
 
der Unzensierte schrieb:
Deutsche Gesetze als Leitlinie für EU-Recht? Wohl kaum. Damit haben wir schon das nächste Problem - die Definition dürfte in jedem EU-Land anders aussehen.

Da muss man dann in die rechtlichen Grundlagen für Europol bzw. des ECTC schauen. Die werden dann wahrscheinlich eh auch die Löschung koordinieren.

https://www.bmi.bund.de/DE/themen/s...nale-terrorismusbekaempfung-textbaustein.html

Das ECTC gibt es bereits seit 2016.
https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/das-europalexikon/177301/terrorismusbekaempfung-der-eu
 
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DKK007 schrieb:
Die zwei jungen Attentäter aus El Paso und Halle bewunderten außerdem beide den Massenmörder aus Christchurch, der nur wenige Monate zuvor, im März 2019, 51 Menschen in einer Moschee ermordete. Dieser Attentäter wiederum wurde unmittelbar inspiriert durch das Attentat in Norwegen, bei dem der Neonazi Anders Breivik im Jahr 2011 77 Menschen tötete.
DKK007 schrieb:
Genau das ist der Fall. Eine Verbreitung dieser terroristischen Inhalte inspiriert Nachahmer.
Dann sollten Medien die Berichterstattung darüber einstellen / abändern?
Fallen die jetzt dann auch unter entsprechende Klausel?
Die Idee ist ja "nett" wird aber einfach nicht funktionieren solange man so darüber berichtet und im Falle von Halle das Video eines Beobachters des Täters sogar in Nachrichten zeigt.

Warum kann man nicht einfach mal die Ursache bekämpfen? Ungleichheit der Gesellschaft, Chancenlosigkeit bestimmter Gruppen / Jungend beheben, versuchen die Leute abzuholen und zu verstehen / auszubilden.

So Schwachsinnig Bsp. Querdenker sind, so ist es auch ein Indiz dafür das einige Menschen nicht mehr mitkommen oder aber instrumentalisiert werden / sich im Stich gelassen fühlen. Diese Gefühle sind Real, auch wenn es thematisch Unsinn ist der da rauskommt.
Parallelen sehe ich hier daher auch zum Terror. Das kommt ja nicht aus dem Nirgendwo.
Was passiert den wenn diese sich "ignoriert" fühlen und sich radikalisieren (gab schon erste Warnungen dazu)? Auch löschen?

Auch ein großes Problem ist das in Talkshows 2 Gruppen als 2 Personen gleich groß gegenübergestellt werden es aber real gar nicht sind. Einen bsp. Flacherdler gleichberechtigt in einer Talkshow vs. einen Wissenschaftler antreten zu lassen ist Journalistischer Unsinn und auch dafür verantwortlich. Real passiert das aber. Eher müssten in der Talkshow 1 Flacherdler vs. 100 Wissenschaftler kommen.

Das der Staat nicht zwingend das selbe als Terror sieht wie die Bürger ist ebenfalls nicht auszuschließen.
Das Terror, bzw die Definition davon sich im laufe der Zeit ändert, je nach dem wessen Freund man ist, kommt da noch als berechtigter Hinweis anderer Forenteilnehmer hinzu.
 
owned139 schrieb:
Wie viele der Beiträge sind das denn? So viele können es ja nicht sein, sonst würden viele von uns regelmäßig über sowas stolpern, was ja irgendwie nicht der Fall ist.
Stichwort: Filterblase

Dir wird nur gezeigt, was dich interessieren könnte. Habe mal eine Diskussion über Corona o.ä., wo dein Gegenüber dir als Argumente Tweets von Coronaleugnern verlinkt und du diese dann anklickst. Schwupp denken Twitter und co, dass du an Coronaleugnern Interesse hast und du landest in einem Sumpf in dem offen Gewalt gegen Dritte gefordert wird.

Ein Beispiel: Das systematische Zerstören von 5G Antennen ist prinzipiell ein Akt des Terrors und schwappt seit Monaten freudig durch die sozialen Medien. Das müsste eigentlich jeder mitbekommen haben.

owned139 schrieb:
Wenn von 10000 Posts nun einer in diese Kategorie fällt, dann finde ich das schon stark übertrieben.
Selbst bei einem pro 10.000 sind das dann immer noch tausende an Beiträgen pro Tag. Twitter und Facebook haben Milliarden an Nutzern.

Das Problem ist eher, nach einem Vorfall gibt es tausende an Beiträgen, die Sympathien bekunden, dennoch gibt es keine tausenden an Trittbrettfahrern. Es wird immer in Retrospektive argumentiert, dass man ja schon im Vorfeld alles hätte wissen können, aber dennoch gibt es keine Möglichkeit in die Zukunft zu sehen und zu erkennen, welche der drölfzig Beiträge nun gefährlich sind und welche nicht.

Das ist auch die Gefahr, wenn man nicht genau definiert, was falsch ist und was nicht. Da wird dann sicherheitshalber mit dem großen Besen gekehrt statt gezielt auszusortieren.
 
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###Zaunpfahl### schrieb:
-Komplettzitat entfernt-
Wie es richtig geht, ist hier nachzulesen.

Als Ergänzung zum Beitrag von TechFunk:

"Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention garantiert die Meinungsfreiheit jedoch nicht unbegrenzt, sondern akzeptiert, dass die freie Rede auch mit Pflichten und Verantwortung verbunden und erlaubt ihre Einschränkung aufgrund eines Gesetzes"

weiter:

"Die Ausübung dieser Freiheiten ist mit Pflichten und Verantwortung verbunden; sie kann daher Formvorschriften, Bedingungen, Einschränkungen oder Strafdrohungen unterworfen werden, die gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft notwendig sind für die nationale Sicherheit, die territoriale Unversehrtheit oder die öffentliche Sicherheit, zur Aufrechterhaltung der Ordnung oder zur Verhütung von Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral, zum Schutz des guten Rufes oder der Rechte anderer, zur Verhinderung der Verbreitung vertraulicher Informationen oder zur Wahrung der Autorität und der Unparteilichkeit der Rechtsprechung."

also nochmal... EU Bürger - keine unbegrenzte Meinungsfreiheit !
 
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In dem Artikel fehlt leider die Information darüber, von wem diese Löschanordnungen ausgehen werden.
Von der Polizei? Einer staatlichen Behörde?

Das wäre mal sehr interessant.

So oder so sehe ich das sehr kritisch.
Der positive Effekt in der Realität wird wieder sehr schwach ausfallen. Aber die Maßnahme ist ein weiterer Schritt weg von freier Demokratie hin zu 1984.
 
proko85 schrieb:
Hat die EU eine Verfassung und ein Verfassungsgericht?
Keine Verfassung (Deutschland übrigens auch nicht) aber einen Gerichtshof, der solche Beschlüsse / Verordnungen (die EU erlässt meines Wissens keine Gesetzte) in der Vergangenheit durchaus gekippt hat: https://europa.eu/european-union/about-eu/institutions-bodies/court-justice_de

proko85 schrieb:
Die EU wird immer mehr zu einem Gebilde, welches seinen eigenen Bürgern keine Rechenschaft ablegen muss und beliebige Entscheidungen ohne demokratischen Prozess und Diskurs anderen Mitgliedsstaaten aufzwingen kann.
Naja, ich weiß nicht, wie es in diesem speziellen Fall aussieht, aber das von uns gewählte EU Parlament hat inzwischen durchaus ein nicht unerhebliches Mitsprache/Vetorecht. Dass aber z.B. die Deutsche Regierung manchmal versucht Gesetzesvorhaben, die im Inland gescheitert sind, auf EU-Ebene durchzubringen und dann mit der Begründung "Wir müssen uns an die EU-Regeln halten" erneut versucht durch den Bundestag zu bringen ist IIRC in der Tat richtig.
 
Damien White schrieb:
Stichwort: Filterblase
Auch so ein Unding und Grund warum soziale Plattformen radikalisierend und polarisierend wirken, da immer entsprechend eigener Vorlieben immer stärker gefiltert wird.
Wissenschaftler / Psychologen wettern schon einige Zeit dagegen, kann das auf Anfrage auch nochmal raussuchen, würden aber Youtube Vorträge / Vorlesungen auf +1h werden.
 
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DKK007 schrieb:
Und für diese Einstufung sind die Behörden dann zuständig. Wenn diese darin einen terroristischen Inhalt sehen muss gelöscht werden.

Bin ich völlig dabei. Was bedeutet, daß diese Behörden dann mit in Stellen in den jeweiligen Betrieben sitzen müssen oder zumindest direkt Meldungen über eben gemeldete Inhalte von den Firmen bekommen müssen.
Wie das am Ende organisiert wird, ist ja relativ egal, solange diese Bedingungen eingehalten werden.
Nur wegsehen und "alles muss so bleiben wie es ist" ist sicherlich keine gute Taktik.
 
Puuh, sehr schwieriges Thema.
Einerseits würde ich nur Aufrufe zur Gewalt unter Strafe setzen. Dafür brauchts aber kein neues Gesetz, das gibt es schon.
Andererseits, ist es wirklich klug einer Terrororganisation Raum zur Meinungsmache und anwerben neuer Milizen zu geben?
Bei den klassischen Medien, gab es diese Möglichkeit quasi nicht.
Mit der vagen Definition wird das aber ein Desaster werden. Man sollte sich auf den Verfassungsschutz berufen oder ähnliches. Alles andere ist Auslegungssache.
 
Draco Nobilis schrieb:
Auch so ein Unding und Grund warum soziale Plattformen radikalisierend und polarisierend wirken, da immer entsprechend eigener Vorlieben immer stärker gefiltert wird.
Wissenschaftler / Psychologen wettern schon einige Zeit dagegen, kann das auf Anfrage auch nochmal raussuchen, würden aber Youtube Vorträge / Vorlesungen auf +1h werden.

Da würde wohl einfach schon ein paar Wochen abschalten helfen, so dass die Leute in den Filterblasen mal wieder auf normale Gedanken kommen.

Ernie75 schrieb:
Bin ich völlig dabei. Was bedeutet, daß diese Behörden dann mit in Stellen in den jeweiligen Betrieben sitzen müssen oder zumindest direkt Meldungen über eben gemeldete Inhalte von den Firmen bekommen müssen.

Wie die Behörden diese Info erfahren, darum geht es in der Verordnung nicht.
Aber oft verbreiten sich solche Inhalte viral, so dass da auch die früher oder später von alleine Behörden darauf aufmerksam werden.

In Deutschland zumindest wären unter anderem solche "terroristischen Inhalte" aber künftig auch von der Meldepflicht im NetzDG umfasst.

USB-Kabeljau schrieb:
In dem Artikel fehlt leider die Information darüber, von wem diese Löschanordnungen ausgehen werden.
Von der Polizei? Einer staatlichen Behörde?

Ja von der Polizei, wobei das sicher nicht jeder Dorfpolizist auslösen kann, sondern da wird es Spezialabteilungen in den LKAs und im BKA geben.
Der Dorfpolizist muss froh sein, wenn er überhaupt einen PC mit Win7 und Internet hat.
 
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Xes schrieb:
Verstehe ich das richtig? :
Wenn ich nun eine kleine private oder Vereins-Website mit einem Gästebuch oder Forum betreibe und mir da ein Troll anonym Nachts um 4 Uhr irgendeinen Mist postet und den dann gegebenfalls noch selbst anonym meldet bekomme ich Post vom Anwalt wenn ich das erst am Morgen lösche?
Genau genommen kann dir das auch schon jetzt jederzeit passieren und es gibt genügend Gerichtsurteile dazu. Wenn du ein Gästebuch betreibst bist du verpflichtet zu prüfen dass die Inhalte auch rechtskonform sind, ansonsten könntest Du Post vom Anwalt bekommen.

Im Zweifel dürftest du neue Kommentare halt erst nach Prüfung freigeben.
So wie hier im Thread, es gibt ja viele Gästebücher die genau das praktizieren eben weil sich nicht 24/7 da sind.
 
Xes schrieb:
Verstehe ich das richtig? :
Wenn ich nun eine kleine private oder Vereins-Website mit einem Gästebuch oder Forum betreibe und mir da ein Troll anonym Nachts um 4 Uhr irgendeinen Mist postet und den dann gegebenfalls noch selbst anonym meldet bekomme ich Post vom Anwalt wenn ich das erst am Morgen lösche?

Wenn es um terroristische Inhalte geht, wird es wohl kaum ein einfacher Abmahnanwalt sein. ;)

Da bekommst du die Post von einem Staatsanwalt, oder dem GBA mit dem Betreff "Durchsuchungsbeschluss".
Und er wird dir früh um 6 Uhr vom SEK/GSG9 persönlich vorbei gebracht.

Das kann selbst bei Kindern/Jugendlichen schneller gehen, als die sich das denken können. Das musste zu Weihnachten auch ein 15 Jähriger in Berlin feststellen.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/...auf-oeffentliche-verkehrsmittel/26741604.html
https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/pressemitteilung.1034011.php
 
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Ich glaube vielen Leuten ist überhaupt nicht klar, was da passiert, weil die hoffen, dass eine "großzügige und kreative" Auslegung dann endgültig die "Rechten" mundtot macht.

Aber ich helfe gern.

Anwendung auf Anbieter außerhalb der EU? Ist euch klar, dass mehr und mehr IT-Dienste nach China wandern? China, Big Player des 21. Jahrhunderts?

So, und jetzt stellen wir uns vor, CHINA macht ein entsprechendes Gesetz (das ist nämlich tatsächlich in Vorbereitung, die "Sozialpunkte" und die "Great Wall of Internet" waren nur der Anfang). Und die nehmen dann ebenfalls für sich Anspruch, dass deren Gesetze für "Anbieter außerhalb Chinas" gelten.

Und wisst ihr, was in China als Terrorismus gilt? Ich sags euch: Kritik an der KP.

Und da China so ein riesiger Markt ist: wieviele Firmen würden sich wohl beugen und in Zukunft proaktiv alle Beiträge löschen, in denen die KP kritisiert wird? Weil das nach deren Phantasien Terrorismus ist?

"Meinungsfreiheit" kommt grade unter die Räder.
 
@DKK007 Das ist durchaus richtig, meine Antwort zielte nur darauf ab, daß wenn solche Dinge dann zeitnah aus der Öffentlichkeit genommen werden (unsichtbar machen würde den Zweck ja auch erfüllen) sollen, muss ja die zuständige staatliche Stelle auch zeitnah darüber entscheiden können.
Dazu müssen die Informationswege (von der Kenntnis des Betreibers bis zur Entscheidung über die Löschung/Unsichtbarkeit des Inhaltes) im Sinne der Verordnung ja kurz sein. Denn die Kenntnis des Betreibers muss dann, wenn die Behörde darüber entscheiden soll, quasi gleich mit der Kenntnis der Behörde sein.
Oder die Firmen müssen sich selbst mit solch einer Sachkunde ausstatten, daß sie diese Beurteilung auch sehr rechtssicher selbst vornehmen könnten. Das findet im übrigen auch immer wieder in anderen Bereichen statt.
Zum Beispiel gibt es Vorschriften im Bereich der Elektrotechnik, wie bestimmte Sicherungsmassnahmen auszusehen haben, bzw. was sie leisten sollen. Ich als Elektrofachkraft muss Aber nicht zwingend die in der DGUV genannten Massnahmen verwenden, sondern darf auch welche benutzen, welche äquivalent sind.
Auf solch eine Äquivalenz wird es auch in dem Thema hinauslaufen.
Wie Du sagst, in Deutschland ist viel bereits über das NetzDG abgedeckt. Die Umsetzung ist halt nicht einfach.

Was das Argument der Meinungsfreiheit immer wieder angeht ist es halt schwer. Einige kommen mit vor, als würden sie damit verbinden, daß es per Gesetz erlaubt sei einfach alles ungefiltert überall in den Äther plärren zu dürfen. Das ist aber eben nicht so. Dieses Recht gibt es bei uns nicht. Nur weil jetzt technische Möglichkeiten existieren, die eine Verfolgbarkeit dessen erschweren, bzw. die Reichweite dazu noch exorbitant erhöhen, heisst das nicht, daß diese Gesetze bei uns dann dort ihre Gültigkeit verlieren.
Mit der gleichen Argumentation wäre die Schummelei der Automobilkonzerne auch in Ordnung, sie haben ja nur einen neue technische Möglichkeit zur Umgehung der Vorschriften und Gesetze genutzt.
 
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Löscharbeiter: "Hey Chef, ist das Sarkasmus? Verstehe ich den Text nicht? Muss ich das löschen?"
Chef: "Keine Ahnung, aber die Frist ist bald um. Wenn du's nicht weißt oder gerade keine Lust hast, klick einfach auf "löschen". Das gibt wenigstens keinen Ärger."

Hach, so ein Internet wünscht man sich, Danke liebe EU!
 
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Da muss man dann schauen, wie sich die Anbieter in den USA mit der neuen Regierung verhalten werden.
Sie müssen nun zumindest keine Rücksicht mehr auf einen rechtsextremen Präsidenten nehmen.

Dazu laufen dort Verfahren wegen der großen Marktmacht der Konzerne, so dass da möglicherweise auch dort noch im Land selbst mehr gesetzlich reguliert wird.

Wobei da durchaus auch internationale Regelwerke im Gespräch sind:

Idee: eine globale "Internet-Inhalte-UN"​

Die ehemalige Politikerin der Piratenpartei und Ex-EU-Abgeordnete der Grünen-Fraktion, Julia Reda, begrüßt das Vorhaben: "Besonders wichtig ist dabei, dass die Meinungsfreiheit gewahrt wird. Und dazu gehört vor allem auch, dass klar ist, nach welchen Kriterien gesperrt wird. Dass Menschen diese Entscheidung treffen und dass man gegen eine solche Entscheidung auch im Zweifelsfall rechtliche Mittel einlegen kann."

Medienforscher Kettemann findet, mit dem "Digital Services Act" und dem "Netz-DG" seien Deutschland und die EU sehr gut aufgestellt. Weitere Gesetze seien nicht notwendig. Vielmehr müsse es einen gesellschaftlichen Diskurs darüber geben, was im Netz gut und was schlecht für unser Zusammenleben sei.

Eine Idee ist ein sogenannter Plattform-Rat, eine Art globale Organisation, in die auch die Zivilgesellschaft mit einbezogen ist, und die über die Regeln der Online-Kommunikation diskutiert und diese festlegt. Plattformbetreiber müssten sich dann daran halten. Kettemann nennt das eine "Internet-Inhalte-UN". Die Umsetzung sei zwar enorm schwierig. "Aber es wäre ein interessanter Weg."
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/regulierung-netzwerke-101.html
 
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