Ubuntu - Fragen bzgl. Dateisystem

Turnschuhpirat

Cadet 3rd Year
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Aug. 2005
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38
Hallo,

ich hab mir gestern Ubuntu auf meine 2. Platte gespielt und möchte von nun an in Ubuntu arbeiten, und XP als Spiele-OS benützen.

Mir gefällt alles sehr gut, nur mit der Dateilogik komme ich noch nicht ganz zurecht.
Ich habe eine relativ große Bilddatenbank und möchte notfalls auch über Windows darauf zugreifen können. Welches Dateisystem empfehlt ihr hier? ext3? Was muss ich machen, dass ich per Win darauf zugreifen kann?

Weiters habe ich vor dem Installieren von Ubuntu vorsorglich eine 2. ext3 Partition erstellt, wo ich eigentlich die Software hinlegen wollte. Nun installiert Ubuntu aber alles, ohne Nachfrage wohin es gespeichert werden soll. Kann ich das so lassen, oder soll ich (Stichwort Fragmentierung) die Programme auf eine eigene Partition legen. Außerdem habe ich komischerweise keinen Zugriff auf diese Partition (erstellt mit Gparted als ext3 auf der gleichen Platte wie das Ubuntu-System).

Gibt es irgendwo eine Übersicht wie das Linux bzw. Ubuntu-Dateisystem aufgebaut ist (home, root wie das alles heisst), ich bin die einfache Übersicht der Laufwerke in Windows gewohnt - diese Ansicht steht mir aber in Ubuntu nicht bei allen Programmen zur Verfügung.
Ich wollte eigentlich einen einfachen Aufbau und eine Aufteilung in Partitionen wie in Windows, also z.B. U: System, V: Software, W: Dateien. Doch entweder das funktioniert mit dem Linux Dateisystem nicht, oder ich habe etwas nicht verstanden - ich konnte mich bis jetzt nur mit der Oberfläche außeinandersetzen - deshalb auch Dualboot.

Für eure Hilfe wäre ich sehr dankbar!

lg
 
Warum legst du dir Bilder nicht auf eine NTFS oder FAT32 Partition ab. Ubuntu kann auf FAT32 ohne Treiber und auf NTFS nach Installtion des NTFS Treibers zugreifen.

mfg
kleinjose
 
Die Frage ist halt, ob ich die Dateien nicht aus performancegründen auf eine mit ext3 oder anderem Linux-FS formatierte Partition lege, wenn ich hauptsächlich in Ubuntu arbeiten will.
Außerdem kann ich zwar auf die NTFS Partition zugreifen, ich hatte aber zufälligerweise mal ein Bild von der NTFS Partition als Desktophintergrund, das wurde dann nie mit Start geladen, deshalb habe ich die Befürchtung, dass es auch andere Zugriffsprobleme geben könnte.
 
Turnschuhpirat schrieb:
Ich wollte eigentlich einen einfachen Aufbau und eine Aufteilung in Partitionen wie in Windows, also z.B. U: System, V: Software, W: Dateien.

Im Normalfall partitioniert mal Linux so:
2 Partitionen (ext3): / mit ~8-10gb (das eigtl System incl Software)
/home mit dem Rest :D (die eigenen Dateien)

da du aber die Bilder auch unter Win angucken willst, empfehle ich dir ne neue Partition zu den zweien mit FAT32 zu erstellen.
 
Turnschuhpirat schrieb:
Ich habe eine relativ große Bilddatenbank und möchte notfalls auch über Windows darauf zugreifen können. Welches Dateisystem empfehlt ihr hier? ext3? Was muss ich machen, dass ich per Win darauf zugreifen kann?
Ich persönliche würde für viele kleine Dateien ReiserFS empfehlen, aber das kann Windows nicht so ohne weiteres lesen. FAT32 ist i.O., wenn du auf Rechtemanagement und zusätzliche Datensicherheit verzichten kannst. (FAT32 hat kein Journal.)

Turnschuhpirat schrieb:
Nun installiert Ubuntu aber alles, ohne Nachfrage wohin es gespeichert werden soll.
Das ist richtig so. Programme werden über das System verteilt installiert. Konfigurationsdateien nach /etc und/oder /home/<user>/.Verzeichnis. Bibliotheken nach /usr/lib usw. Das System weiß aber, was und wohin was installiert wurde, damit man später wieder deinstallieren kann.

Turnschuhpirat schrieb:
Stichwort Fragmentierung
Fragmentierung ist kein Thema unter Linux. Die meisten Linux-Dateisysteme sind so aufgebaut, dass sie Fragmentierung nach Möglichkeit verhindern. Ich habe jedenfalls noch nie defragmentieren lassen ^^

Turnschuhpirat schrieb:
Außerdem habe ich komischerweise keinen Zugriff auf diese Partition (erstellt mit Gparted als ext3 auf der gleichen Platte wie das Ubuntu-System).
Du musst das Laufwerk vermutlich nur noch mounten. Das bedeutet, dass man es in ein Verzeichnis einhängt. Mehr dazu unten.

Turnschuhpirat schrieb:
Gibt es irgendwo eine Übersicht wie das Linux bzw. Ubuntu-Dateisystem aufgebaut ist (home, root wie das alles heisst)
Die Verzeichnisaufteilung ist für jedes Linux gleich bzw. nur in einigen wenigen Dingen unterschiedlich.
Die wichtigsten Verzeichnisse:
/ - Wurzelverzeichnis, auch root genannt
/boot - Hier liegt der Linux-Kernel und der Bootloader.
/home - Heimatverzeichnis der User, wo sich deren "Eigene Dateien" befinden
/etc - Konfigurationsdateien für wichtige und unwichtige Daemons (Hintergrundprogramme, "Dienste") und noch ein paar Systemeinstellungen
/usr - Programme, Bibliotheken und alles was so dazugehört (u. a. Icons u. ä.)
/var - Dateien, die sich öfters mal ändern/variabel sind (Webseiten usw.)
/tmp - Temporäre Dateien
/opt - Programme, Bibliotheken, die aus irgendeinem Grund als optional eingestuft wurden

Ich empfehle dir für den Anfang, nicht in anderen Verzeichnissen außer /home rumzubasteln. Die anderen Verzeichnisse (außer eventuell /boot/grub, /etc und ein paar Verzeichnisse in /usr) sind für dich uninteressant, weil du da eh nichts dran basteln kannst und solltest. Es ist vergleichbar mit C:\Windows\System32. Da ist nichts von Interesse drin.

Turnschuhpirat schrieb:
Ich wollte eigentlich einen einfachen Aufbau und eine Aufteilung in Partitionen wie in Windows, also z.B. U: System, V: Software, W: Dateien. Doch entweder das funktioniert mit dem Linux Dateisystem nicht, oder ich habe etwas nicht verstanden
Das funktioniert unter Linux anders. Es gibt keine Laufwerksbuchstaben. Festplatten werden als Verzeichnisse eingebunden.
Beispiel, wie das in Linux aussehen kann:
Code:
/ -+ Festplatte 1
    |
    +-> /home Festplatte 2
    |
    +-> /media
    | |
    | > /media/USB USB-Stick
    |
    +-> /var Festplatte 3
usw.
Unter Linux kann jede Festplatte und Partition an jeder beliebigen Stelle eingebunden werden. Das System ist komplett transparent, d. h. du merkst beim Ordner-browsen nicht, dass du eventuell von Festplatte zu Festplatte oder Partition springst.
Das schema bei der Festplattenbezeichnung unter Linux ist ebenfalls anders.
Normalerweise ist es "sd" + Buchstabe + Partitionsnummer.
Beispiel sdb3:
sd - s für "serial" oder "scsi", d für "drive" oder "device"
b - zweite Festplatte im System
3 - dritte Partition

zB bei mir ist das so aufgeteilt:
sda1 - /boot
sda2 - swap (Auslagerungspartition, eine Auslagerungsdatei wie in Windows gibt es nicht)
sda3 - /
sda4 - /home
sdb1 - /home/laurin/Windows (Festplatte mit Windows)
sdc1 - /home/laurin/Backup1
sdd1 - /home/laurin/Backup2
sr0 - /media/CD (CD-RW-Laufwerk)
sr1 - /media/DVD (DVD-RW-Laufwerk)

Sobald es einmal Knacks gemacht hat, ist das System sehr einfach zu verstehen. Aber das ist nicht alles, man kann quasi alles mögliche mounten. zB kann man ohne weiteres Netzlaufwerke so einbinden, über (fast?) jede Art von Verbindung. Windows-Freigaben, FTP-Server, SSH-Verbindungen zu einem anderen Computer, NFS-Laufwerke (ist was anderes als NTFS), RAM-Disks usw.


Ganz wichtig für Windows-Umsteiger: Nicht dauernd im Root-Account eingeloggt sein. Man macht einfach zu einfach was am System kaputt. Ubuntu geht da einen ähm.. ich sag mal sonderbaren Weg. Der Root-Account ist deaktiviert, Root-Rechte lassen sich per "sudo" bzw. "gksudo" erlangen, und das auch nur für eine Aktion, bzw. eine begrenzte Zeit. Gute Sache, wenn man nur mal kurz was ändern will. Für längerfristige Sachen, aber imho eher ungeeignet.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hui vielen Dank an e-Laurin und auch an die Vorposter, ihr habt mir damit schon sehr geholfen!

lg
 
Ich habe auch eine "Shared"-Partition mit Bildern und einem Thunderbird-Profil auf das Windows und Linux zugreifen. Mit dem Paket ntfs-3g geht Zugriff auf NTFS-Partitionen mit nahezu keinem Performance-Verlust.

Ubuntu mountet NTFS-Partitionen sogar per Default mit ntfs-3g, so kannst du als User zugreifen ohne Root-Rechte. FAT32 ist absolut abzuraten - kein Rechtesystem, Verhältnismäßig kleine Partitionen und eben die Performance. Ich hatte unter Debian sogar mal das Problem das ich nur als Root auf FAT32-Partitionen (die unter Windows erstellt wurden) zugreifen konnte.

Ich würde zudem raten, wenn du mal etwas Erfahrung mit Linux gemacht hast, deine Partitionen aus Windows wieder in das alte /mnt/ System einzubinden und nicht mit UUIDs in /media/. Damit hatte ich nämlich kleinere Probleme die ich nicht handhaben konnte. Zum Beispiel klappte da das File-Sharing mit dem Thunderbird nicht mehr.

Gruß

Zedar
 
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