News Ubuntu verliert zahlreiche Nutzer

Ich habe ein Déjà-vu. Nur das diesmal nicht Ubuntu Debian den Rang abläuft sondern Linux Mint Ubuntu.

Für mich war das abzusehen, Linux Mint hat immer mehr Boden gut gemacht auf die "großen" und ist jetzt sogar an ihnen vorbeigezogen. Haut mich aber jetzt auch nicht vom Hocker den Mint ist ja ziemlich Ambitioniert und ein Fork von Ubuntu. Das die Leute eigentlich bis auf ein paar Änderungen ein einfaches Ubuntu unter der Haube haben scheint die wenigsten zu stören.

Es zeigt aber auch ziemlich klar das Ubuntus Userkreis stark durchsetzt ist von Usern - das soll jetzt nicht wertend klingen - die eher weniger bereit sind sich in die Marterie einzuarbeiten, sonst würde nicht eine neue Distribution installiert werden wegen der Unity-GUI. Von da her dürfte auch Canonical klar gewesen sein das Ubuntu kein Selbstläufer (mehr) ist und Unity war ja eigentlich klar für Netbooks gedacht. Was Shuttleworth dazu bewogen hat das auch als Standard für die Normal Version zu nehmen kann ich nur Mutmaßen.

Mit einem Release Zyklus von 6 Monaten kann sich aber bis 12.10 wieder einiges getan haben. Ich bin mal gespannt. Insgesamt stimmt mich die News aber Positiv. Konkurrenz belebt ja bekanntermaßen das Geschäft. Ich würde zwar im Moment (noch nicht) Linux Mint benutzen (wegen dem Point Release NACH Ubuntu) aber mal schauen, LMDE ist eigentlich schon ein sehr cleverer Zug.

Dr.Schiwago schrieb:
Im Test mit meinem alten Herrn (71) sind wir vor 2 Jahren schon einmal an Linux gescheitert.

Mein Vater ist 64 und ein fürchterlicher Computer-User. Es scheitert schon wenn eine Kleinigkeit anders ist als sonst. Mit Arch Linux und mit vielen Anpassungen von meiner Seite kommt er jetzt aber bestens zurecht. Dank Rolling Release bleibt erst mal wenig Arbeit für mich, nur wenn KDE mal wieder einen Major-Release-Sprung macht etwa KDE 4 auf KDE 5 muss ich wieder etwas aufpassen.

So verrückt es klingt, aber wenn Leute keine Erfahrung haben und einfach nur den PC/Laptop nutzen wollen ist eine Geek Distribution mit Kommandozeilen Einrichtung - und natürlich dann noch einen GUI-Aufsatz egal welcher Art - am besten. Meiner Ansicht nach ist der Release-Zyklus von Ubuntu das größte Problem. Das liest man in alles Foren. Da viele User von Release zu Release upgraden wollen, was ja legitim ist aber meiner Erfahrung nach nicht gut funktioniert. Spätestens nach einem LTS-Zyklus muss wieder neu installiert werden weil alte Pakete Probleme machen. Ich installiere z.b immer neu, meine persönlichen Daten (nicht Home-Verzeichnis) habe ich auf einer separaten Partition.

So gesehen ist die Kubuntu-Variante von Oneiric die beste seit langem, was aber wohl mit der verwendeten KDE-Version zusammenhängt. Und Mint wäre mir zu unaktuell. Kubuntu ist an der Grenze der Point-Release Zyklus ist mir noch ein bisschen zu straff, ich denke ein Schritt in Richtung Rolling Release könnte wieder neue User anlocken. Arch Linux ist nun schon seit 2008 mein Hautplinux und wäre auch nicht neu installiert hätte ich zwischenzeitlich nicht einen neuen PC gekauft. Vor allem aber wurde der Sprung von KDE 3 auf KDE 4 besser geschafft. Ich hatte sogar mal über Jahre Sid von Debian installiert, später dann Sidux was auch gut lief bis ich auf Arch kam.
 
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Es ist ja schon so, dass man seine Oberfläche mit einwenig Zeit so einrichten kann, dass diese seinen Vorstellungen entspricht. Jedoch ist es vorallem für den professionellen Einsatz nicht immer möglich Zeit darin zu investieren.

Hatte Ubuntu seit Version 8.04 im Einsatz, damals wars wirklich noch okay. Aber sie haben sich in eine Richtung entwickelt die mir nicht gefällt, vorallem was die Performance / Stabilität betrifft. Die Version 9.10 oder 10.4 (bin mir nicht mehr ganz sicher), war aus meiner Sicht am Anfang so unstabil, dass ich Ubuntu adieu sagte. Unity ist aber auch nicht so mein Ding.

Bei mir kommt für Server wie auch für gewisse Workstations nur noch Debian oder eben Linux Mint - Debian zum Einsatz. Arbeite im Job seit einem halben Jahr mit Mint und ich finds sehr gut. Man hat die Stabilität die man von Debian gewohnt ist und die Gnome 3 Implementierung find ich genau richtig. Nicht zu viel Geschnörkel und dennoch gute Usability features .... dazu noch Gnome-do und die Sache ist tiptop ;)
 
Die Leute, die Mint benutzen oder gerade installiert haben, kennen wohl Mint 12 nicht. :D

Und zum tausendsten Mal. Distrowatch zeigt nur Statistiken von der eigenen Seite an. Ubuntu hat in Wirklichkeit eine vielfache Menge an Benutzen. Waren es nicht sogar über 20 Millionen? Und es zieht auch mehr Interessierte an...


Hier eine Statistik, die schon aussagekräftiger ist: http://www.google.de/trends?q=ubuntu,+linux+mint&ctab=0&geo=all&date=ytd&sort=0
Hier Kubuntu, Lubuntu, Xubuntu und Linux Mint im Vergleich: http://www.google.de/trends?q=xubuntu,+kubuntu,+lubuntu,+linux+mint&ctab=0&geo=all&date=ytd&sort=0
 
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Servus,

ich nutze die Unity Oberfläche in Ubuntu seit Version 11.04 und bin ehrlich gesagt begeistert. Die Oberfläche wird immer besser und ich kann die Argumente gegen Unity nicht wirklich verstehen.
Mit den Tastenkürzeln bin ich weitaus schneller im Programme starten und ich finde die Leiste auf der Linken Seite auch auf meinem 24" Monitor und nicht nur auf dem Laptop einfach klasse.
Was den Monitoren heutzutage fehlt ist die Höhe, nicht die Breite, daher kommt die Leiste links einfach nur genau richtig. In Kombination mit dem Opera Browser, der die Lesezeichen in einem Panel auf der linken Seite hat hat man gut Platz gewonnen. Opera kann zudem noch die Tableiste an der Seite (z.b. rechts) anorden und man hat beim Surfen wieder bissl mehr Übersicht.

Mit der aktuellen Version von Ubuntu, LDM und Unity startet mein Rechner so schnell wie noch nie und auch mein betagtes Notebook läuft super.
Mein Bruder hat die aktuelle Version auf nem Singlecore Celeron NB mit 1,3 GHz und der internen Grafikkarte am laufen. Sogar die "richtige" Unity Version nicht die QT basierte also mit Hardwarebeschleunigung, gibt da echt keine Probleme.

Ich persönlich fand den Schritt gut und Gnome 3 habe ich im aktuellen Fedora ma ein zwei Wochen angetestet hat mir aber nicht so gut gefallen, so sind die Geschmäcker halt verschieden.

Viele Grüße
Jo
 
Das geschieht zurecht!! Ich bin von dieser äußerst unausgereiften Unity Oberfläche kein bisschen zufrieden.
Bin schon am überlegen, ob ich nicht Ubuntu 10.10/11.04 nutzen soll.

Ich komme schon klar, weil ich sehr erfahren bin und weiß auch alternativen (z. Bsp. beim Nicht-Auffinden von Gruppenverwaltung oder Fenstereinstellungen) per Konsole, aber für die Neueinsteiger ist das purer Wahnsinn.

Zumal man sagen muss, dass ein Alt + F2 und anschließendes eintippen des Programms sehr nützlich war und jetzt bei Unity nur gelegentlich funktioniert bzw. nach zweimaligem Aufrufen von Alt + F2.

Unterm Strich hab ich das Gefühl man wollte einfach nur etwas Neues schnell herausbringen, um zu zeigen wie schnell man ist, hat aber nicht bedacht, dass so Etwas mehr Testzeit braucht.
 
opareiter schrieb:
Unterm Strich hab ich das Gefühl man wollte einfach nur etwas Neues schnell herausbringen, um zu zeigen wie schnell man ist, hat aber nicht bedacht, dass so Etwas mehr Testzeit braucht.

Wie hätte denn das Testen aussehen sollen? Ubuntu hat nun mal einen festen Releasezyklus, hätte man einen oder zwei Releases ausgelassen, dann hätte man keine Testergebnisse von der Community und das einzige Ergebnis wäre Zeitverschwendung. Ich bezweifle, dass Canonical eine größere Tester-Abteilung aus eigenen Mitarbeitern hat, das wäre bei einer aktiven Community auch sinnlos.
 
opareiter schrieb:
Das geschieht zurecht!! Ich bin von dieser äußerst unausgereiften Unity Oberfläche kein bisschen zufrieden.

Nur geschieht tatsächlich im Grunde gar nichts, das was Computerbase dort schreibt ist schlichtweg gelogen, es entspricht nicht der Wahrheit oder irgendwelchen Fakten, sondern basiert nur auf Distrowatch.com pagehits.

@computerbase: Ziemlich peinlich.
 
Jap, etwas weiter oben habe ich Links zu Google Trends gepostet. Nach den hat Ubuntu ein vielfaches Interesse als Mint.
 
ontaiwolf schrieb:
Jap, etwas weiter oben habe ich Links zu Google Trends gepostet.
Wobei viele Suchergebnisse auch z.B. daher kommen könnte, dass es massig Probleme gibt die alle einer Lösungssuche bedürfen. ;)

Oder ich nehme z.B. die Werte hier und schließe daraus, dass jeder dritte der es runterläd danach sucht wie er die Oberfläche wieder durch Gnome ersetzen kann:
http://www.google.de/trends?q=ubuntu+gnome,+ubuntu+download&ctab=0&geo=all&date=ytd&sort=0 ;)
 
Das heisst, dass so viel Leute über Google nach dem Download suchen. Natürlich sagt es nichts über Nutzerzahlen. Aber man kann dort ein deutlich höheres Interesse für Ubuntu ableiten, während Mint irgendwo hinten rumgurkt. Wenn man strickt nach dem Trend geht, hat Ubuntu (ohne Kubuntu, Xubuntu etc.) 25 Mal mehr Downloads als Mint.

Was aber schon etwas für Mint spricht... :D Eigentlich müsst der Vorsprung deutlicher sein.
 
Die News sagt ja auch nicht direkt das Mint mehr User hätte sondern vielmehr das viele User zu Mint gewechselt sind - was letztlich ja auch nicht falsch ist. Ich habe jedenfalls auch noch nicht wirklich gelesen das jemand von Mint zu Ubuntu gewechselt ist weil ihm Mint schlechter gefallen hätte.
 
Ungefähre Nutzerzahlen für Ubuntu würde man nur bekommen, wenn man von allen offiziellen Mirror-Servern die Downloadzahlen für ein bestimmtes Paket, oder ein Kernelupdate nach (sicherheitskritischen) Updates zusammenzählt. Dann hat man in etwa die Zahlen die man braucht.

Wobei dabei natürlich die Systeme herausfliegen, die von einem Firmeneigenen Spiegelserver updaten. Aber das werden wahrscheinlich nicht so viele sein.
 
Laut Canonical sind es ca. 25 Millionen Nutzer. Die Zahl wollen sie in vier Jahren verzehnfachen. :D
 
Kann man bei der Unity-Oberfläche mittlerweile die Position der Anwendungsleiste ändern? Oder ist die immer noch nur links? Kann man die Breite der Leiste bzw. die Größe der Icons mittlerweile frei einstellen? Wenn man noch nicht einmal diese grundlegenden GUI-Eigenschaften einstellen kann, ist die Oberfläche für mich nach wie vor völlig uninteressant.
 
Fraqq schrieb:
Kann man bei der Unity-Oberfläche mittlerweile die Position der Anwendungsleiste ändern? Oder ist die immer noch nur links? Kann man die Breite der Leiste bzw. die Größe der Icons mittlerweile frei einstellen? Wenn man noch nicht einmal diese grundlegenden GUI-Eigenschaften einstellen kann, ist die Oberfläche für mich nach wie vor völlig uninteressant.

1. Es gibt ein PPA, das die Leiste nach unten verschiebt, aber dann sieht es wegen des Menüs schon etwas seltsam aus. Nach rechts geht nicht und wäre auch etwas blöd, da dort die neuen Scrollbalken liegen, die vielleicht 2px breit sind.
2. Ja, Icons und Breite kann man über Compiz-Settingsmanager einstellen.
 
Ubuntu sollte mal seine Zielgruppe kennenlernen. Der durchschnittliche Linux-Nutzer ist nicht der durchschnittliche "Handy-Daddler". Ich glaube, die Gründe dafür, Linux tatsächlich einzusetzen sind häufig Sicherheits- und Praktikabilitätserwägungen aber eben auch die "spielerische" Vielfalt, Einstellmöglichkeiten, Module etc. und da sind dann natürlich all die Experten, die sich tatsächlich damit beschäftigen, also die "Nerds". Und die stößt man natürlich mit einer Oberfläche a la "Apple-Smartphone-ich-schränke-den-Nutzer-ein-und-sage-ihm-was-er-wie-zu-tun-hat" total vor den Kopf.

Meine Meinung.
 
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