Udemy und andere MOOCs

[sauba]

Commander
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Grüßt euch,

kurz zu mir - ich bin 29, abgeschlossener M.Sc. Maschinenbau und seit einigen Jahren in Bayern in der Automobilbranche tätig.

Ich bin neben dem Beruf (ganz anderes Themenfeld) immer noch IT-interessiert und belege derzeit - sozusagen just for fun und aus allgemeiner Neugier - abends und an Wochenenden nebenbei einige Onlinekurse mit dem Fokus auf Pythonprogrammierung, DataScience und AI.

Ist nicht meine berufliche Ausrichtung und auch nicht meine berufliche Wunschrichtung, mich würde eigentlich nur interessieren, ob diese "Abschlusszertifikate" etwas wert sind? Hat sich mal jemand von euch auf sowas beworben? Würde mich mal interessieren, was Arbeitgeber zu so etwas sagen.

Danke euch! :)
 
Die sind aus meiner Sicht nichts wert. Die Kurse sind für "Anfänger" gedacht und udemy ist nun keine Einrichtung, welche unbedingt für Qualität steht. Wenn mir ein Bewerber für eine höhere Position solche Online-Zertifikate in seine Bewerbungsunterlagen packt, dann wäre das für mich schon ein Ausschlusskriterium. Wenn es ein Berufseinsteiger ist, dann könnten dieses als Nachweis für Interesse des Themengebietes gedeutet werden. Zertifikate, mit welchen man mehr anfangen könnte, sind eher Herstellerzeritifizierungen (Microsoft, Oracle, Cisco, etc.) oder auch Zertifizierungen, welche Praxiserfahrung voraussetzen (z.B. CISSP). Oder im Bereich Softwaretesting macht einer unserer Softwaretester gerade vom ISTQB zwei Zertifikate.

"Interessant" ist es dann auch, wenn man sich Xing-Profile anschaut und einfach mal alles mögliche an Seminaren aufgeführt wird, die man irgendwann mal absolviert hat. Man sollte sich mit sowas nicht wie ein bunter Strauß schmücken, sondern mit Bedacht. Ich selbst gebe auch nur meine Cisco- und Linuxzertifizierungen an.

Das ist allerdings nur meine eigene Meinung.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Meine Einschätzung:
-> die Zertifikate sind wirklich nichts Wert ... aber dennoch nicht umsonst wenn man sie macht

Du lernst das Themenfeld kennen und die Basics. Wenn du dich dann stärker in Bereich Data Science engagieren möchtest - evtl. sogar auf eine Anstellung in diesem Bereich hoffst - mach die Kaggle Competitions und versuch dein Kaggle Ranking zu verbessern. Bau ein Data Science Portfolio auf ... eigene Git Seite, twittere etc. Darüber sehen dann zukünftige Arbeitgeber, ob du dein Wissen auch anwenden kannst. Der Quereinstieg in diesem Berufsfeld ist somit möglich.

Bei Medium.com beschreiben einige Data Scientisten ihren Weg, bzw. den Weg den man einschlagen kann um auch in diesem Berufsfeld tätig zu werden.

So, demnächst wird sich dann @ascer melden und dir erklären, dass du nur wenn du an einer Elite-Uni Data Science studiert hast, auch Data Scientist werden kannst. ;) Wobei er das Henne Ei Problem ignoriert. Es gab schon vor irgendwelchen speziellen Data Science Abschlüssen an Universitäten Leute die als Data Scientist gearbeitet haben. Die Lehre folgte da der Praxis.
 
@Topic:
Von fast allen Bekannten und auch meinen eigenen Angeboten/Interviews kenne ich es auch so, dass Onlinekurse - wenn überhaupt - nur von geringem Interesse sind.
I.d.R. wird über Studium, Studieninhalte, Abschlussarbeit und vor allem geleistete Forschungsarbeit/Projekte, Publikationen, Werkstudent/Teilzeit/wissenschaftlicher Mitarbeiter in diesem Bereich geredet.

Udemy kann man machen, Udacity und Coursera/deeplearning.ai haben i.d.R. größeren Kontakt zu wissenschaftlichen Fachkräften. Nichtsdestoweniger haben diese Kurse größtenteils Einsteigerniveau und eignen sich damit eher als Ergänzung, nicht aber als Umschulung oder gar erste Ausbildung in dem Bereich.
Die Qualität der Abschlüsse (wie auch die Überprüfung, wer da tatsächlich wie die Leistungen erbracht hat) liegt weiter unter dem, was man an „echten“ Unis/TUs mit einer Spezialisierung in diesem Feld machen würde.

V.a. Startups außerhalb Deutschland sind bei Vakanzen manchmal flexibel, wenn „nur“ Developer z.B. für Python gesucht werden mit ein wenig Zusatzerfahrung im Bereich ML etwa, also für kleinere Projekte, als Schnittstelle zu spezialisierten AN im Unternehmen oder oder...
Das sind dann aber natürlich keine reinen DS/AI Stellen, eher XYZ mit ab und zu mal üblichen DS/AI Zusatz.

„Richtige“ DS/AI Vakanzen bekommt man damit nicht. Bei allen größeren Unternehmen o.Ä. wo man die Profile der DS/AI Leute auf LinkedIn oder direkt per Google „stalken“ kann, liest man fast ausschließlich recht ausgedehnte, akademische Laufbahnen.
Fun fact: ich habe früher auch mal zwei Kurse aus Interesse auf Coursera gemacht und Networking betrieben. Insbesondere die Absolventen ohne Studium oder fachliche Nähe zu den Themen im Studium haben auch mit mehreren Kursen keine Tätigkeit in dem Bereich gefunden. Afaik auch bis heute nicht, wobei der Kontakt zu den meisten irgendwann abbrach.

Wenn du umschulen möchtest, dann hängt das vor allem auch an der Kompatibilität deines bisherigen (akademischen) Lebenslaufs: hast du z.B. alle foundations in Mathe, fehlt dir nicht viel im Bereich Informatik usw. Sonst sind diverse Rückfragen bei Gesprächen (oder direkte Ablehnung) wahrscheinlich.

Am besten wäre wohl, für min. 1-2 Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter in einer Position zu werden, die diese Skills einschließt und dann an Publikationen & Co. aktiv mitzuwirken.
Ich kenne z.B. mehrere Absolventen bei uns, die sowas wie Bio-Informatik, Chemie-Informatik, technische Informatik, ... studiert haben und danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter an Projekten gingen, die DS/AI Themen involvierten. Damit lässt es sich dann deutlich besser bewerben.


_killy_ schrieb:
demnächst wird sich dann @ascer melden und dir erklären, dass du nur wenn du an einer Elite-Uni Data Science studiert hast, auch Data Scientist werden kannst. ;)

Vorab (wenn man schon provozieren möchte): ich bin im R&D als „AI Expert“ (an fancy Termini für Vakanzen mangelt es Unternehmen nicht), also Software/Research Engineer insbesondere für neue Analysen und Modelle im Bereich Deep Learning.
DataScience ist davon durchaus abzutrennen. Habe ich auch ein wenig gemacht, ist aber weder mein akademischer noch beruflicher Fokus.

Und als Erwiderung: warum muss man das so polemisch darstellen? Ich habe nie gesagt, dass das der einzige Weg wäre erfolgreich an eine Vakanz in diesem Bereich zu kommen. Vor allem nicht, da zumindest im Bereich DS Vakanzen derzeit wie Pilze aus dem Boden sprießen.

Ich sagte stets nur, dass
(a) viele Buzzword-Bingo spielen und man dementsprechend Vakanzen erstmal auf den tatsächlichen Anteil von innovativen Technologien/Inhalten prüfen muss.
und
(b) habe ich bezüglich echter DS/AI Vakanzen niemals davon gesprochen, dass das ausschließlich mit entsprechendem Studium einer Elite-Uni erreichbar ist, sondern das es enorm die Chancen erhöht.
Mit weniger spezialisierten und qualitativen Abschlüssen ist es nunmal deutlich schwieriger, an die interessanten Vakanzen zu kommen. Eine Unmöglichkeit eines solchen Unterfangens habe ich aber nie postuliert.

Bedingt durch viel Forschungsarbeit, zahlreiche Publikationen, Symposien und Werkstudentenarbeit sowie Teilzeitarbeit während des Studiums habe ich ein relativ großes Netzwerk in dem Bereich aufgebaut.
Von meinen Bekannten an üblichen FHs z.B. hat kein einziger den Einstieg in richtige AI Vakanzen geschafft und nur wenige in den DS Bereich, v.a. aber nirgends bei den erfolgreichen Startups oder großen Nummern.
Viele haben aufgegeben und sich andere Nischen gesucht, andere promovieren jetzt. Mit ordentlicher Promotion haben es auch schon einige geschafft, jetzt erfolgreicher einzusteigen.

Umgekehrt - im Übrigen - kenne ich nicht einen Kommilitonen meiner Uni oder anderer Elite-Unis in meinem Fachbereich, die nicht direkt den Einstieg geschafft haben. Mit den meisten habe ich auch häufig Rücksprache gehalten, von welchen Unternehmen die Angebote bekamen, Gehaltsspektrum usw.
Da waren größtenteils auch nur Tech-Consulting, die großen Konzerne und erfolgreiche, meist spezialisierte, Startups dabei.

Nun ist meine persönliche Erfahrung natürlich nicht repräsentativ für jeden Winkel der Branche, aber auch unter meinen neuen Kollegen liest man nur sowas wie Abschlüsse etwa von der LMU auf LinkedIn. Die „Dorf-FH“ ist wirklich eine sehr seltene Ausnahme.
Bei Forschungskooperationen, Startups oder sonstigen Kontakten durch Networking etwa in Übersee ist das noch viel stärker verbreitet. Da kenne ich überhaupt keinen einzigen, der nicht von den großen Adressen kommt.
 
Zuletzt bearbeitet:
I.d.R. wird über Studium, Studieninhalte, Abschlussarbeit und vor allem geleistete Forschungsarbeit/Projekte, Publikationen, Werkstudent/Teilzeit/wissenschaftlicher Mitarbeiter in diesem Bereich geredet.

In dem Punkt, dass Onlinezertifikate nicht viel Wert sind, stimme ich zu, aber das ist ja nur bedingt für den TE relevant. Ansonsten ist meine Erfahrung, dass nach ein 2-3 Jahren irgendwelche Werkstudentenstellen oder was man studiert hat eher nebensächlich ist. Relevant ist nur was man an Projekten vorzuweisen hat. Gerade bei den großen Techunternehmen hatte ich bisher die Erfahrung gemacht, dass sie nur meinen CV haben wollten und denen Abschlüsse, Anschreiben und sonstige Referenzen eher Wurscht waren...
 
Airbag schrieb:
In dem Punkt, dass Onlinezertifikate nicht viel Wert sind, stimme ich zu, aber das ist ja nur bedingt für den TE relevant.
Diese Aussage kann ich nicht ganz nachvollziehen, da der TE doch explizit danach gefragt hat:
[sauba] schrieb:
mich würde eigentlich nur interessieren, ob diese "Abschlusszertifikate" etwas wert sind? Hat sich mal jemand von euch auf sowas beworben?
Das impliziert imho doch, dass man den Einstieg in DS/AI Vakanzen thematistiert, eben über derartige Zertifikate?!

Also nicht die Situation, dass man ohnehin schon 3 Jahre Projekterfahrung in dem Bereich vorweisen kann und dann sowas noch zusätzlich gemacht hat. Der TE schreibt ja auch von Maschbau, was allerhöchstens in puncto Mathematik die foundations von DS/AI abbildet (nicht selten ist Maschbau ja viel mehr Ingenieursmathe; bei theoretischer Informatik macht man ja sehr viel Beweiskram für Komplexitätstheorie, Stochastik usw. und Dinge wie Graphentheorie, die i.d.R. bei Ingenieuren auch kein Hauptthema darstellen).
Ergo - auch wenn hypothetisch, da der TE das ja anscheinend gar nicht möchte, sondern nur aus Interesse gefragt hat: fachfremder Einstieg.


Airbag schrieb:
Ansonsten ist meine Erfahrung, dass nach ein 2-3 Jahren irgendwelche Werkstudentenstellen oder was man studiert hat eher nebensächlich ist.
Airbag schrieb:
Relevant ist nur was man an Projekten vorzuweisen hat.

True; an "echte" DS/AI Vakanzen kommt man mit 0815-Werkstudentenstellen o.Ä. aber auch kaum. Ich meinte da schon konkrete Forschungsarbeit. Bei mir wurde z.B. immer sehr intensiv darüber geredet, da ich 3 Jahre HiWi bei Forschungsprojekten war, wodurch ich alleine als Hauptautor 3 Publikationen auf großen, internationalen Symposien veröffentlichen konnte.
Danach war ich dann Werkstudent bei einem Startup, wo ich konkret im R&D Robotik-/AI-Lösungen für Smart-Home-Sachen entwickelte und danach 30h Teilzeitkraft im R&D für AI-Analysen bei einer größeren AG.
Bei der Teilzeitstelle sind im Übrigen weitere 2 Publikationen entstanden. Wobei die reine Projekterfahrung dort in der Forschungs- & Entwicklungsabteilung sicherlich ebenso wertvoll war.

D.h. das war schon sehr spezialisierte Arbeit mit direkter Projektverantwortung. Ohne sowas, also einfach nur mit "ich hab Informatik studiert und bisschen gearbeitet" ist man i.d.R. ohnehin raus bei "echten" DS/AI Vakanzen. Viele sind ja gerade auch wegen der konkreten Forschungsarbeit an größeren Projekten ausgeschrieben mit Beisätzen wie "PhD o.Ä. Erfahrung bevorzugt".


Airbag schrieb:
Gerade bei den großen Techunternehmen hatte ich bisher die Erfahrung gemacht, dass sie nur meinen CV haben wollten und denen Abschlüsse, Anschreiben und sonstige Referenzen eher Wurscht waren

Die Erfahrung habe ich auch bei jedwedem Unternehmen gleichwohl welcher Größe gemacht bis jetzt. Nur sehr wenige wollten tatsächlich mein Masterzeugnis o.Ä. sehen. Mag aber zumindest bei den Vollzeitstellen zuletzt auch daran liegen, dass ich ja seit 2018 eine Promotionsstelle innehabe.

Nichtsdestoweniger würde ich Referenzen hier ausklammern. Hauptthema war bei jedem Gespräch immer, wie genau meine Spezialisierung im Master aussah, meine MA und was ich an Forschungsprojekten, Entwicklungserfahrung usw. vorweisen kann. Meine Publikationen z.B. waren immer ein ausgedehnter Teil im Gespräch.

Ich wüsste ehrlich gesagt auch gar nicht, wie man ohne spezialisiertes (Master-)Studium oder Hiwi/Werkstudent/Teilzeit bei großen Forschungsprojekten oder aktiv mit Projektverantwortung im R&D oder entsprechenden Publikationen in dem Bereich DS/AI einsteigen wollen würde.

Im traditionellen Teil von DS reicht natürlich auch ein sehr hoher Mathematikanteil im Studium, aber bei den Innovativbereichen, vor allem AI, sind Forschungserfahrung und Projekt-/Entwicklungserfahrung immer ein Muss.
 
Wie schon gesagt wurde: Udemy ist ganz gut für den Einstieg. Falls du dich das erste mal auf eine Stelle bewirbst, dann kann das durchaus einen ersten Überblick über deine Interessen geben.
Was man allerdings auch nicht vergessen darf: Die ganzen Zertifikate von Herstellern kosten. Und das nicht zu knapp und wesentlich mehr als Kurse bei Udemy. Gerade wenn man Berufsanfänger ist, ist es also schwierig solche Zertifikate vorzuweisen, da man diese ja doch meist eher innerhalb von einem Unternehmen macht.

Bei uns in der Firma achten wir deshalb auch darauf: Wenn du gerade deine Ausbildung/dein Studium abgeschlossen hast bzw in den ersten 4-5 Jahren von deinem Berufsleben bist, zählen für uns durchaus auch Onlinekurse und dabei auch vor allem Udemy, weil wir dies teilweise selbst nutzen um Mitarbeitern eine selbstständige Fortbildung zu ermöglichen.
Klar ist aber auch, wenn jemand schon 20 Jahre dabei ist und dann weder Projekte oder Zertifikate vorzuweisen hat, wird es eher schwierig.

Was den CV betrifft kann ich aber auch nur zustimmen: Die Leute im IT-Bereich interessieren hauptsähclich die Projekte, die du gemacht hast. Wichtig dabei ist kurz und knapp zu sein, also down to business: Name des Projekts, Firmenname und Zeitraum, welches Ziel hatte das Projekt, welche Rolle hast du übernommen und wie hat sich diese ausgefüllt, welche Software/Hardware/Programmierkenntnisse wurden genutzt (und sind erwähnenswert). Das war's.
Und gerade wenn man bei einem Beratungsunternehmen arbeitet und so in verschiedene Projekte geschickt wird, kann man natürlich einiges an Projekterfahrung sammeln. Wenn es aber über 6 Seiten hinaus geht, sollte man anfangen die CVs zu splitten je nach Sparte.

Aber wie fast über all: Es ist schwierig erstmal reinzukommen.
 
Hallo an alle!

Danke für die Info. Zur Klarstellung - ich strebe nicht an, in diesem Bereich beruflich aktiv zu werden. Es hat mich tatsächlich nur interessiert, ob diese Zertifikate angesehen sind oder ob diese ein "nice-to-have" sind, welches einem aber keinen wirklichen Vorteil bringt.

Danke euch allen! Wie ich dachte, sind diese Zertifikate eigentlich das Papier nicht wert, auf dem man sie ausdrucken könnte. Danke euch!
 
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