pioneer3001 schrieb:
Nun könnte man fragen warum dann nur RSA nicht post-quanten-sicher ist, aber AES schon. Bei AES in Verbindung mit einer zweiten Algorihmus wie RSA kann man einen zufälligen Schlüssel wählen und keinen den sich ein Mensch ausgedacht hat.
Die Erklärung halte ich für irreführend.
Es gibt generelle Unterschiede zwischen symmetrischer Kryptographie (AES, ChaCha20, 3DES, ...) und asymmetrischer bzw. public-key Kryptographie (RSA, ECDSA, X25519, ...)
In der Praxis wird meist ein hybrides Verfahren genutzt, bei dem mittels public-key Algorithmus ein symmetrischer session key zwischen beiden Seiten ausgehandelt wird, der dann für die Datenschlüsselung genutzt wird.
Aber sowohl symmetrische wie public-key Algorithmen können von Quanten-Computern beeinträchtigt werden. Denn es gibt zwei theoretisch mathematische Algorithmen, die wahrscheinlich mit Quanten-Computern implementiert werden können:
Der
Grover Algorithmus ermöglich eine quadratische Beschleunigung von Angriffen auf symmetrische Verschlüsselung. Das bedeutet in der Praxis, dass sich die Stärke der verwendeten Schlüssel halbiert. Wo AES-128 heutzutage ausreichend ist wird in Zukunft AES-256 benötigt. Ist in einigen Fällen sihcerlich unpraktisch, aber wahrscheinlich kein Grund für Panik
Der
Shor Algorithmus hingegen ermöglicht exponentiell schnellere Angriffe auf traditionelle public-key Verfahren. Damit wären
alle heutigen public-key Verfahren schlagartig unsicher. Größere Schlüssel sind zum einen nicht spezifiziert, zum anderen aufgrund des exponentiellen Verhaltens aber auch nicht ausreichend sicher.
Deshalb gab es seit etlichen Jahren die Suche nach neuen Post-Quantum public-key Algorithmen. Seite letztem Jahr sind mit ML-KEM für Verschlüsselung, ML-DSA und SLH-DSA für digitale Signaturen erste PQ-Algorithmen von NIST standardisiert worden.
pioneer3001 schrieb:
Mit OpenSSL ist bei AES-256 eine maximale Länge von 32 Byte möglich.
256 bit sind 32 byte, nicht nur maximal und nicht nur bei OpenSSL
ComputerJunge schrieb:
Ich kann auch nur vermuten: Offensichtlich wird befürchtet, dass eines näherkommenden Tages, manipulierte Komponenten mit/ohne die Kenntnis des Lieferanten in die Endprodukte gelangen. Insbesondere HDD-lokale Schlüsselstores böten sich dazu an.
Das beruht weniger aif aktuellen Risiken sodern vielmehr auf dem
Zeitplan den die NSA vor einigen Jahren veröffentlich hat und der jetzt vor allem von US-Firmen umgesetzt wird. Demzufolge sollen Firmware und Software Signaturen zeischen 2025 und 2030 vollständig auf Post-Quantum-Verfahren wechseln.
FrozenPie schrieb:
So wie ich das verstanden habe, werden die beiden Ansätze miteinander kombiniert um sowohl gegen Quantencomputer als auch traditionelle Systeme abgesichert zu sein. Also RSA-3072 kombiniert mit einer PQC-Verschlüsselung (wahrscheinlich geschachtelt).
Genau. Die kombinierte Verschlüsselung mit einem Post-Quantum Algorithmus und einem traditionellen Algorithmus wird häufig auch als PQ/T abgekürzt.
Im Vergleich zu einem direkten Wechsel hat eine kombinierte Verschlüsselung die Vorteile, dass die Kompatibiltiät mit alten Systemen erhlaten bleibt und eine erfolgreicher Angriff das Knacken beider Algorithmen erfordert. Der dadurch erzeugte overhead hat sich in der PRaxis als tolerabel herausgestellt. Somit werden kombinierte Verfahren von den eeuropäischen Sicherheitsbehörden empfohlen.
Für TLS bzw. Webserver hat sich in dem letzten Monaten bereits die Kombination ML-KEM-768 und X25519 etabliert.