phanter schrieb:
Ist ok. Aber dann bitte auch nicht rumheulen wenn die Bude zumacht.
Das ist solch ein inhaltsleeres Totschlagargument ...
Das Beispiel der Blockade durch die Ever Given im Suezkanal dauerte sechs Tage - und legte 12 % des Welthandels lahm. Pro Tag staute sich ein Warenwert von rund 9-10 Milliarden US-Dollar, die indirekten globalen Kosten werden auf über 120 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Rund 8-9 % der deutschen Im- und Exporte passieren den Suezkanal. Als das Nadelöhr blockiert war, fehlten Bauteile, Container, Rohstoffe. Die Effekte waren spürbar bis in Werkshallen und Produktionspläne hinein. Das zeigt, was in klassischen Kalkulationen oft übersehen wird: Die vermeintlich billige Produktion ist nur so günstig, wie die Welt störungsfrei funktioniert.
Wenn ein einziges Schiff genügt, um Milliardenverluste auszulösen, dann sind Transportwege und Lieferketten keine neutralen Kostenstellen - sie sind systemkritische Risiken. In einer ehrllichen Kostenrechnung müssen diese Risiken eingepreist werden: Verspätungen, Treibstoff, Versicherungen, Stillstände, Opportunitätskosten.
Und dann verschiebt sich die Gleichung: Regionale oder europäische Produktion wird nicht teurer, sondern robuster - planbarer, klimafreundlicher, souveräner.
Das Beispiel Suezkanal ist kein Einzelfall. Ähnliche Störungen können jederzeit auftreten: Blockaden im Panama- oder Bosporus-Gebiet, Cyberangriffe auf Hafenlogistik, geopolitische Spannungen, extreme Wetterereignisse.
Alles Faktoren, die globalisierte Lieferketten empfindlicher treffen als lokale.
Am Ende ist Resilienz kein Luxus, sondern betriebswirtschafltiche Vernunft.
Und manchmal beginnt sie dort, wo man die ehrlichen Kosten endlich vollständig mitrechnet.