News Umfrage bei Unternehmen: Halbleiter „Made in Europe“ dürfen kaum mehr kosten

Hmmmmm. So geizig sollten die Unternehmen nicht sein. Man könnte ja die europäische Wirtschaft mal unterstützen. Dann kann die heimische Chipproduktion such verlässlich hochfahren.
Die Lieferwege, und die Lieferzeiten würden sich dramatisch verkürzen. Spart Zeit, Geld und CO2.

Aber naja, wenn die anderen Chipunternehmen, aus Gründen, nicht mehr liefern können, oder wollen, dann zahlen die bestimmt auch 50 - 60 Prozent mehr, auch aus Europa, vor allem wenn es die einzige verbliebene Quelle ist.
 
Massenprodukte kann Europa schon lange nicht mehr. Zumindest beim Kostenfaktor. Höhere Gehaltsklassen, Mindestlohn ( welchen ich gut finde das es den gibt) . Höhere Betriebskosten, Auflagen etc.

Womit Europa noch Punkten kann ist Engineering und Sondermaschinenbau. In diesem Fall siehe ASML.

Es ist ja nicht nur die Chipherstellung, sondern der darauf folgende Schritte. Wo wird dieser Chip weiter verbaut? Gibt es hier Unternehmen die eine Grafikkarte, Mainboard etc bauen können? Wenn nicht ist es wieder Transportweg der Kosten. Wenn sowas auch gebaut wird, wird dieses auch teurer.
Die Unternehmen haben bei vielen Produkten bestimmt schon eine gute Marge, also für ein Massenprodukt.
Da könnten sie auf ein paar Prozent verzichten und halt ein paar Prozent an den Kunden aufteilen.

Ich arbeite in einer komplett anderen Branche. Geht auch in Richtung Sondermaschinenbau. Dort gibt es von anderen Ländern, wie z.B Brasilien, Nigeria, Malaysia oder auch Norwegen von den Regierungen das ein Teil der Produktion des Produktes im eigenen Land geschehen muss, ansonsten wird es nicht zugelassen.

So in etwa könnte die EU auch handeln.
Ist bestimmt nicht die beste Lösung, aber ein Kompromiss.
Ist meine Meinung btw ;)
 
phanter schrieb:
Wie hoch ist das Risiko dass es einen Totalausfall der Lieferkette gibt in den nächsten 5 Jahren?
5-10% ?
Wie hoch ist der Schaden wenn sie ausfällt?
Vielleicht 5-30% Verlust, wenn man davon ausgeht dass entweder alternative Quellen gefunden werden oder der Staat eingreift.

Scheint ein überschaubares Risiko zu sein für ein Unternehmen. Da würde ich auch nicht viel für eine Versicherung ausgeben.

Volkswirtschaftlich ist das Risiko natürlich größer, aber das liegt nicht im Aufgabenbereich einzelner Unternehmen dies zu mitigieren.
Dann sollen die Risiken und Schäden auch nicht sozialisiert werden.
 
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Knuddelbearli schrieb:
Seltene Erden waren nie selten, sondern sind quasi überall, sie heißen so weil die Konzentration niedrig ist. Alles über 1% ist bei den meisten schon ein Jackpot.

1776 schrieb:
Sind sie nicht, die kann man in ziemlich vielen Laendern abbauen. Das Problem ist die Gewinnung der seltenen Erden aus dem abgebauten Material, das ist China momentan Monopolist (dank niedriger Umweltstandards und hoher Subventionen). Ausserdem erfordert dies viel Wasser und einen hohen Chemiekalien Einsatz. Und wir supersaubere Europaer moegen sowas nicht. Also macht das China fuer uns, dann dann haben wir ein reines Gewissen.

Ranayna schrieb:
Nein, sind sie nicht. Im gesamten ist nix daran selten.
Aber sie haben sich in der Entstehung der Erde nicht derartig konzentriert wie andere Rohstoffe.


Die Aussage von mir war nur rein provozierend gemeint. Ich weiß natürlich, das das seltene Erden mehr vorhanden sind als es der Name suggeriert. Aber wie ihr alle ja gesagt habt, und in meinem Ursprungspost ersichtlich, will sich keine
bei uns dafür die Hände schmutzig machen. In Deutschland wähle da sofort die Umwelthilfe am Plan. 😁
 
ComputerJunge schrieb:
"Was ist Dir Deine "Unabhängigkeit" wert?"
"'Nen Euro. Max!"
Warum deine Unabhängigkeit?

Ich bin trotzdem von anderen Unternehmen abhängig, ob diese jetzt in Europa sitzen oder nicht.

Die Unabhängigkeit, die hier erreicht werden soll, ist eher auf politischer Ebene zu verorten, nicht auf Ebene der einzelnen Unternehmen.

Halte selbst die 5% für gelogen bzw. self reporting bias. Wir haben schon Anbieter wegen 3% Marge gewechselt.
 
guillome schrieb:
Weil man ja zur Halbleiterproduktion MASSEN an Billigarbeiter im offshore braucht ;)
Ich weiß ja auch nicht.
In der TSMC-Fabrik in Dresden sollen 6000 Menschen arbeiten und in der Intel-Fabrik hätten es 10000 sein sollen. Das sind Zahlen, wo bei dem Lohngefüge auch kleine Unterschiede eine Wirkung haben.

Allerdings sind andere Faktoren wie Förderungen, Infrastruktur, Personal und Zulieferer genauso wichtig fur die Kosten. Taiwan, China und Co. sind schon lange nicht mehr die billige Werkbank der Welt. Sie sind teilweise alternativlos.
 
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Die 1 % die nicht mehr zahlen möchten , sind dann die Abnehmer die eigentlich 96 % der Abnahmemenge ausmachen würden.... oder so
 
Einerseits wirkt das selbst allein wirtschaftlich betrachtet enorm kurzsichtig, wenn man bedenkt, was ein MadeInEurope-Label an Mehreinnahmen bedeuten könnte.

Andererseits:
Nur Halbleiter alleine reichen ja auch nicht aus, um plötzlich auf ein Produkt MadeInEurope schreiben zu können...
 
Die Einen lernen es nie und die Anderen noch später...
 
Kriegen wir eine (Sonntags)Umfrage dazu? In Anbetracht der aktuellen geopolitischen Lage... Wäre ich auch bereit einen Aufpreis als normaler Endverbraucher zu zahlen. 😓
E: Kriegen wir bitte eine (Sonntags)Umfrage dazu? Bitte mit Welpenaugen. 🥺
 
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phanter schrieb:
Ist ok. Aber dann bitte auch nicht rumheulen wenn die Bude zumacht.
dann kauft das halt ein fähigeres unternehmen auf und der markt wird von low-performern gereinigt. das fehlt leider bei der sozialisierung der risiken komplett...
 
phanter schrieb:
Ist ok. Aber dann bitte auch nicht rumheulen wenn die Bude zumacht.
Besser wäre es das Haftungsprivileg für Aktionäre abzuschaffen.
tm0975 schrieb:
dann kauft das halt ein fähigeres unternehmen auf und der markt wird von low-performern gereinigt. das fehlt leider bei der sozialisierung der risiken komplett...
Oder das Unternehmen das mehr Staatsknete kassiert oder mehr Umwelt kaputt machen darf.
 
Stimmt nicht - sie würden nur etwas mehr bezahlen, wenn keine Chips aus China oder sonst woher kommen.
Solange sie von dort Chips bekommen, würden sie keine 0,001 Cent mehr für Chips aus der EU bezahlen.
Da setzt man die Lieferquote einfach auf 0% - und falls man sie dann nach vielen Jahren mal braucht, kann man ja mal nachfragen wer liefern kann.
 
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KlaasKersting schrieb:
ist eher auf politischer Ebene zu verorten, nicht auf Ebene der einzelnen Unternehmen.
Ich habe den Begriff Unabhängigkeit nicht ohne Absicht in Anführungszeichen gesetzt.

Wie wichtig der politische Kontext ist, lernen "wir" aber gerade (wieder). Einen Anbieter kann ich auch nur wechseln, wenn es alternative gibt und diese bereit sind, zu Konditionen zu liefern, die mir meine Margenziele lassen. Den gibt es nun allerdings nicht, zumindest nicht kurz- und mittelfristig.
Eine eigene Bevorratung hätte das Problem vielleicht auch über die Zeit etwas entschärfen können. Ich meine, alleine die Annahme, das Just-in-Time grundsätzlich und immer funktionieren wird, war immer blauäugig. Im Prinzip wiederholt sich hierbei das "Wir-setzen-nur-auf-billiges-russisches-Gas"-Szenario. Das wird auch schon Jahrzehnte prognostiziert - bisher ging's gut, jetzt immer weniger oder (fast) gar nicht mehr.

Angehen hätte man die kritischsten Abhängigkeiten können und m. E. auch müssen, indem man versucht, zentrale/kritische Elemente von Lieferketten wieder vermehrt in Europa anzusiedeln. Aber vor zwanzig Jahren wurde man für solche Gedanken bestenfalls belächelt.

Klar das kostet heute und permanent etwas Marge, aber vielleicht ist das im Sinne der Nachhaltigkeit ja nicht so blöd, wenn es mir diese reduzierte Marge langfristig "garantiert".
 
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Ich behaupte mal VW würde momentan weit mehr als 5% zusätzlich ausgeben. Und wegen deren und unserer Gier wird es immer wieder solche Situationen geben.
 
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phanter schrieb:
Ist ok. Aber dann bitte auch nicht rumheulen wenn die Bude zumacht.

Das ist solch ein inhaltsleeres Totschlagargument ...

Das Beispiel der Blockade durch die Ever Given im Suezkanal dauerte sechs Tage - und legte 12 % des Welthandels lahm. Pro Tag staute sich ein Warenwert von rund 9-10 Milliarden US-Dollar, die indirekten globalen Kosten werden auf über 120 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Rund 8-9 % der deutschen Im- und Exporte passieren den Suezkanal. Als das Nadelöhr blockiert war, fehlten Bauteile, Container, Rohstoffe. Die Effekte waren spürbar bis in Werkshallen und Produktionspläne hinein. Das zeigt, was in klassischen Kalkulationen oft übersehen wird: Die vermeintlich billige Produktion ist nur so günstig, wie die Welt störungsfrei funktioniert.

Wenn ein einziges Schiff genügt, um Milliardenverluste auszulösen, dann sind Transportwege und Lieferketten keine neutralen Kostenstellen - sie sind systemkritische Risiken. In einer ehrllichen Kostenrechnung müssen diese Risiken eingepreist werden: Verspätungen, Treibstoff, Versicherungen, Stillstände, Opportunitätskosten.

Und dann verschiebt sich die Gleichung: Regionale oder europäische Produktion wird nicht teurer, sondern robuster - planbarer, klimafreundlicher, souveräner.

Das Beispiel Suezkanal ist kein Einzelfall. Ähnliche Störungen können jederzeit auftreten: Blockaden im Panama- oder Bosporus-Gebiet, Cyberangriffe auf Hafenlogistik, geopolitische Spannungen, extreme Wetterereignisse.

Alles Faktoren, die globalisierte Lieferketten empfindlicher treffen als lokale.
Am Ende ist Resilienz kein Luxus, sondern betriebswirtschafltiche Vernunft.
Und manchmal beginnt sie dort, wo man die ehrlichen Kosten endlich vollständig mitrechnet.
 
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Pixelkiller schrieb:
Hauptsache billig, das sieht man schon am Endkunden.
Es sind nicht umsonst Temu und Shein so erfolgreich, da ist es auch egal wenn das Billignetzteil dein Haus abfackelt oder der Billigschmuck zum Entsorgen auf den Sondermüll muss

und genau aus dem Grund wird auch der Großteil der Kunden keinen cent mehr bezahlen, für eine Fertigung in der EU.
 
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ComputerJunge schrieb:
Eine eigene Bevorratung hätte das Problem vielleicht auch über die Zeit etwas entschärfen können. Ich meine, alleine die Annahme, das Just-in-Time grundsätzlich und immer funktionieren wird, war immer blauäugig. Im Prinzip wiederholt sich hierbei das "Wir-setzen-nur-auf-billiges-russisches-Gas"-Szenario. Das wird auch schon Jahrzehnte prognostiziert - bisher ging's gut, jetzt immer weniger oder (fast) gar nicht mehr.
Auch schon vergessen das es während Corona auch keine Chips gab?
 
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