News Umfrage bei Unternehmen: Halbleiter „Made in Europe“ dürfen kaum mehr kosten

phanter schrieb:
Deine Lösungen fangen ja schon an Sinn zu machen. Wenn du eine europäische Lieferkette vorschreibst dann kannst du dir auch die Umfrage sparen wie viel Unternehmer bereit wären mehr zu zahlen. Dann haben sie keine Wahl!

Und da bin ich sogar bei dir. Aber dann ist es halt nicht Aufgabe von Unternehmen oder Investoren sich zu überlegen was ihnen eine resiliente Lieferkette Wert ist, sondern von der Politik. Die Umsetzung läuft dann aber natürlich auch effektiv auf eine Subvention hinaus.

Wer spricht von einer EU-Lieferketten-Vorschrift?

Es geht nicht um Zwang, sondern um ein Preisschild auf Risiko und Haftung dort, wo Gewinne anfallen.
Das Beispiel von @Ranayna zeigt es perfekt: kurzfristige Gewinne, langfristige Verpflichtungen - und am Ende zahlt die Gesellschft.
Wer sich die realistischen Kostenprognosen im Verhältnis zu den Gewinnen über die Laufzeit der AKWs ansieht, erkennt schnell: Das Risiko wurde nie vollständig eingepreist.

Ziel ist also nicht, Risiko zu verbieten, sondern es dort zu belassen, wo es entsteht.
Unternehmerische Freiheit funktioniert nur, wenn sie mit echter Haftung oder nachweisbarer Vorsorge verknüpft ist.
Wer risikoreich kalkuliert, muss die Folgen tragen - nicht sie auf Beschäftigte oder Steuerzahler abwälzen.
Wer dagegen Resilienz nachweisbar einpreist - Rücklagen bildet, Puffer schafft, Versicherungen abschliesst oder Lieferketten diversifiziert - hat legtim Anspruch auf Unterstützung, wenn trotz Vorsorge der Ausnahmefall eintritt.

Das ist keine moralische, sondern eine ökonomische Logik:
Freiheit ohne Haftung führt zu Moral Hazard,
Haftung mit Vorsorge führt zu stabilen Märkten.
 
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Wenn man sich mal vor Augen führt, dass solche Firmen schon bei 0,1 % höheren Kosten Schnappatmung kriegen...dann sind 5 % mehr völlig unvorstellbar...
 
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jabberwalky schrieb:
Die Frage ist, ob die seltenen Erden wirklich so selten sind. Sieht man ja am Lithium, das jetzt, wo man vermehrt danach sucht, immer mehr gefunden wird. Ich denke man sucht dar nicht mehr danach weil das Suchen zu teuer und die Gewinnung zu umweltschädigend ist. Besser andere machen das...
Seltene Erden sind sogar ziemlich zahlreich und kommen sogar in Deutschland vor.
Aber Ultra nervig und aufwendig abzubauen mit krassen unweltschäden deswegen macht das keiner außer China und es is ws. Auch einfach ne Kostenfrage teuer ises halt auch. Ws deutlich teurer das in D abzubauen.
 
ueg schrieb:
Meinst du Outsourcing? :D
Mir sind noch keine Chip-Fabriken im Meer aufgefallen. :p

Du bist nicht vom Fach, oder?
Der Begriff Offshoring, den @Kaufmannsladen hier verwendet hat, ist absolut üblich und gebräuchlich.
Nearshoring -> Deutsche Kollegen werden z.B. durch Rumänen ersetzt (billiger)
Offshoring -> Die rumänischen Kollegen werden durch Inder ersetzt (nochmal ganz viel billiger)
 
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jabberwalky schrieb:
Die Frage ist, ob die seltenen Erden wirklich so selten sind.
Das größere Problem ist, wir haben nicht das Know-how, um die zu gewinnen und verarbeiten. Das hat man alles den Chinesen überlassen, Hauptsache billig. Die Firmen sind wie Menschen, die sich Beschweren, dass der deutschen Wirtschaft immer schlechter geht, dann aber weiter fleißig bei Temu bestellen und finden es noch geil.
 
Das große Problem von Europa. Eigentlich wirtschaftlich eine Macht aber da man sich extrem abhängig gemacht hat, zahlt man (früher oder später) die Zeche und wird am Nasenring durch die Manege gezogen.
Man könnte seltene Erden auch selber fördern aber das ist ja neben den Kosten auch extrem umweltschädlich also lieber abhängig machen und dafür zusätzlich noch die Beine breit. Ich bin gespannt wie das noch weitergehen wird. Bei Russland haben wir ja gesehen wohin diese Abhängigkeit geführt hat und bei der VRC wird das noch mal eine ganz andere Hausnummer.
Aber ich möchte die Entscheidung auch nicht treffen, ich bin dafür dass man sich unabhängiger macht und dass man auf den großen Bruder im Westen nicht mehr zählen kann, sieht man ja jeden Tag mehr.
 
phanter schrieb:
Viel zu lasch, die Shareholder sollten für die Schäden haften.

Bis auf Aktionäre haftet jeder Eigentümer für die Schäden die sein Eigentum anrichtet, warum haben Aktionäre dieses Privileg?
 
EadZ schrieb:
Stimmt! Halbleiter, die in Europa hergestellt würden, bräuchten ja u. a. keine seltenen Erden aus Asien.

Die sind übrigens gar nicht so selten…aber sie zu fördern ist eben sehr dreckig, das sollen natürlich auch lieber die anderen Länder machen.
 
Ich arbeite bei einem Zulieferer der Automotivebranche. Wir haben jetzt das erste mal eine handvoll Kunden, die nicht nur reden mit "nichts mehr aus China", sondern tatsächlich auch den Aufpreis dafür bezahlen. Sprich: wir "bauen" gerade einen sehr sehr sehr kleinen Teil unseres Portfolios um, damit die Produkte
a) nicht in einem chin. Standort produziert werden
b) die Lieferkette soweit erstmal nichts enthält was aus China kommt (was dann mMn noch für die seltenen Erden in den Halbleitern überprüft werden müsste, aber für den Rest sieht es ganz gut aus :) )
 
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Als ich vor vierzig Jahren mein Berufsleben im Maschinenbau begann, waren wenige Prozent Rendite normal. Heute müssen es minimum 10% und eigentlich eher Richtung 20% sein. Hier liegt auch ein Hund begraben.
 
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jtr00 schrieb:
Wie schnell doch das grosse grüne Schiff im Suez-Kanal (und alle ebenbürtigen Faktoren einer Vollkostenrechnung) vergessen ist ...
Du weißt doch, nachhaltige Investments bringen keine kurzen Gewinne. Ich sag bei den Beispiel immer gerne Frosta, denn die haben genau das gemacht. Und es hat sich ausgezahlt. Leider leben wir in einer Welt der kurzen Gewinne.
Bis das nächste Schiff quer steht, hat das Problem eben ein neuer CEO.
Lieferketten zu härten bringt den Shareholdern nur Kosten.
 
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Kaufmannsladen schrieb:
Genau, sowas wird niemand in Deutschland oder der EU in seiner nachbraschaft akzeptieren,..
Dabei könnte man halt in Mitteldeutschland mittels Herausspülen von Lithiumwasser sehr sehr viel für den Eigenbedarf produzieren. Aber wie du schon sagtest, würde das etwas teurer werden, saubere Verfahren her zu stellen und da geht man dann lieber nach China. Die sind billiger und weint später, wenn man von China abhängig ist.
Ich bin gespannt, ob die Schweden es anders lösen, deren Vorkommen ist auch nur um den Faktor 10 größer als unseres
 
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tm0975 schrieb:
umgekehrt müsste es sein. 20% aufschlaf auf chips von "unsicheren" ländern und dann haben wir etwas, von dem wir das kurzarbeitergeld bezahlen könne anstatt es immer wieder bei den investitionen in die zukunft einzusparen!!!

Du möchtest also das Kurzarbeitergeld gegen Arbeitslosengeld eintauschen? Interessante Taktik.
 
tm0975 schrieb:
das wundert mcih überhaupt nicht. im prinzip wollen sie nichts mehr bezahlen für sichere versorgung

Ehrlicherweise sehe ich die Verantwortung auch nicht bei den Unternehmen. Hier geht es um Wettbewerb und Profitabilität.

Wenn Europa Halbleiter produzieren will, dann müssen Subventionen fließen. Nicht anders hat China beispielsweise mit der Photovoltaik gemacht.
 
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Matthias B. V. schrieb:
CO2 interessiert außerhalb von Europa keine Sau... Der markt regelt es nur Moralisten verstehen es nicht.
Das ist das Problem. Die Mehrheit interessiert es nicht. Diese scheiß Arroganz ist es, die mich, und zum Glück nicht nur mich, sowas von ankotzt.
Am Ende sind es dann genau die Pfeifen, die als erste um Hilfe schreien, wenn sie ersaufen, verdursten, weggeweht, weggespült, verhungern werden.
Ich hoffe, die, die heute als Moralisten verunglimpft werden, werden am Ende die sein, die über das arrogante, ewig gestrige, triumphieren werden.

Wenn Industrie, die sich nicht anpassen will, an das was seit Jahrzehnten auf dem Zettel steht, dann ist es nicht schade, daß diese Industrie untergeht. Und das wird sie. Egal wieviele Arbeitsplätze dabei verloren gehen. Es wird auch wieder neue geben.
Wenn sich Politik und Gesellschaft nicht anpassen wollen, dann werden die selbst herbei geführten Umstânde sie dazu zwingen.
Sich ewig an antiquiertem Scheiß festklammern, hat noch nie was gebracht.
Und je eher das diese Leute einsehen, desto besser.

Eins muß klar sein: der Planet wird uns hochziehen und ausspucken, wenn wir es zu weit treiben, wie das Virus daß wir sind.

Am Ende wird wieder jeder sagen: so haben wir das doch gar nicht gewollt.

Addon: und zum zehnten Mal stimmt es nicht, daß sich außerhalb Europas niemand für das Thema CO2 interessiert. Es gibt genug Leute, denen die Brisanz gewahr ist. Sie werden nur von egomanischen, dummschwätzenden Politikern, und gierigen Geldsäcken unter dem Deckel gehalten.
 
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BridaX schrieb:
Ehrlicherweise sehe ich die Verantwortung auch nicht bei den Unternehmen. Hier geht es um Wettbewerb und Profitabilität.

Wenn Europa Halbleiter produzieren will, dann müssen Subventionen fließen. Nicht anders hat China beispielsweise mit der Photovoltaik gemacht.

Resilienz ist kein altruistisches Opfer, sondern unternehmerische Eigenlogik.

Subventionen können den Start erleichtern, aber nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit entsteht nur, wenn Resilienz eigenfinanziert und als strategisches Asset verstanden wird, nicht als politische Beihilfe.
 
Zyv schrieb:
Ich arbeite bei einem Zulieferer der Automotivebranche. Wir haben jetzt das erste mal eine handvoll Kunden, die nicht nur reden mit "nichts mehr aus China", sondern tatsächlich auch den Aufpreis dafür bezahlen. Sprich: wir "bauen" gerade einen sehr sehr sehr kleinen Teil unseres Portfolios um, damit die Produkte
a) nicht in einem chin. Standort produziert werden
b) die Lieferkette soweit erstmal nichts enthält was aus China kommt (was dann mMn noch für die seltenen Erden in den Halbleitern überprüft werden müsste, aber für den Rest sieht es ganz gut aus
Sind das auch die ersten gewesen, die auf die "Billig-Produktion-Zug" aufgesprungen sind?
Nimand hat diese Firmen gezwungen, nicht schon immer unabhängiger von einem Liferranten zu sein. Gier ist den meisten schon zum Verhängnis geworden.
 
Lupin9 schrieb:
Seltene Erden sind sogar ziemlich zahlreich und kommen sogar in Deutschland vor.
Aber Ultra nervig und aufwendig abzubauen mit krassen unweltschäden deswegen macht das keiner außer China und es is ws. Auch einfach ne Kostenfrage teuer ises halt auch. Ws deutlich teurer das in D abzubauen.
Ich stimme dir ja zu, bis auf die Tatsache das wir mit unserem Kohleabbau auch nicht gerade gut dastehen xD
 
jtr00 schrieb:
Ziel ist also nicht, Risiko zu verbieten, sondern es dort zu belassen, wo es entsteht.
Jetzt widersprichst du dir selber. Teil des Risikomanagements ist es wie gesagt das Risiko einfach zu akzeptieren. Gerade für Risiken mit weniger als 10% Eintrittswahrscheinlichkeit ist das vollkommen akzeptabel.
jtr00 schrieb:
Unternehmerische Freiheit funktioniert nur, wenn sie mit echter Haftung oder nachweisbarer Vorsorge verknüpft ist.
Wer risikoreich kalkuliert, muss die Folgen tragen - nicht sie auf Beschäftigte oder Steuerzahler abwälzen.
Wer dagegen Resilienz nachweisbar einpreist - Rücklagen bildet, Puffer schafft, Versicherungen abschliesst oder Lieferketten diversifiziert - hat legtim Anspruch auf Unterstützung, wenn trotz Vorsorge der Ausnahmefall eintritt.

Das ist keine moralische, sondern eine ökonomische Logik:
Freiheit ohne Haftung führt zu Moral Hazard,
Haftung mit Vorsorge führt zu stabilen Märkten.
Die Lösung ist einfach. Mach gewisse Maßnahmen verpflichtend oder lass es sein. Alles andere funktioniert nicht.
 
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