Umgang der Medien / der Gesellschaft mit der NS-Zeit

Wenn Du z. B. den Indianern in Nordamerika ihr Land zurückgeben willst, dann kannst Du Dich natürlich auf deren Vertreibung und fast vollständige Ausrottung als Unrecht berufen. Ebenso könnten die Afro-Amerikaner sich darüber beklagen, dass ihre Vorfahren aus Afrika verschleppt wurden. Alles Unrecht, ja.

Nur interessiert es heute kaum noch jemanden. Der Nationalsozialismus hatte zweifelsfrei eine ganz neue Qualität in seinem Bestreben, die ihm zugrunde liegende Rassenideologie durchzusetzen. Und weil das noch nicht allzu lange her ist und auf deutschem Boden geschah, sind wir sehr sensibel dafür.

Es gibt andere Fälle von z. B. Völkermord (Ruanda), die in Deutschland komischerweise kaum jemanden interessiert haben. Darüber kann man sich wundern. - Aber stets gilt: Unrecht hier, Unrecht da, und alles ist verwerflich, ohne dass man die Anzahl der Toten oder so zählen muss, um das zu erkennen.

Ich gehe auch nicht hin und klage über ca. 6 Mio. ermordete Juden, ohne im Hinterkopf zu haben, dass die Russen im 2. Weltkrieg ca. 20 Mio. Tote zu beklagen hatten. War das nun schlimmer oder etwa weniger schlimm, weil das Sterben nun einmal zum Krieg gehört? Ich möchte mir nicht anmaßen, da einen Vergleich anzustellen und eine der beiden Seiten im Hinblick auf das Leid der anderen zu vertrösten.
 
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@keshkau
dein zitat: "Und weil das noch nicht allzu lange her ist und auf deutschem Boden geschah, sind wir sehr sensibel dafür."

ja, und doch aus diesem grund verstehe ich nicht warum hier, eben ob dieser notwendigen sensibilität, versucht wird eine lanze für den vergleich mit gleichem maß zu brechen.

ich habe in einem anderen post beschrieben warum meiner meinung nach ein deutscher aufgrund der geschichtlichen bürde nicht in der lage sein darf die ns-zeit objektiv als unrecht mit einem anderen regime, von mir aus das in der sowjetunion, gleichzusetzen.

das darf nur jemand, der einer nationalität angehört, die in keinster weise in eines dieser beiden geschichtsereignisse vertieft ist.

für die deutschen hat zu gelten, dass sie die ns-diktatur verdammen und deshalb ist es auch geradezu eine pflicht (stichwort wieder geschichte) sensibel darauf zu reagieren...und sensibel schließt für mich ein, dass nicht versucht werden sollte die ns-diktatur formal auf einen gleichen nenner, der da heißt "unrecht" mit anderen diktaturen runterzubrechen, denn in meinen augen ist das nur relativierung der ns-vergangenheit
 
Genau an diesem Punkt wollte ich dich haben ...

Du sagtest:

Deshalb ist es auch an dir die Erinnerung an das was die Vorfahren verbrochen haben nicht zu überdecken und dich, selbst wenn du nicht aktiv beteiligt warst, damit auseinanderzusetzen in einer emphatischen Art und Weise, denn der Ermordung von Millionen kann kein Mensch objektiv gegenüberstehen sondern das erfordert das emphatische Ergreifen entweder der 100%-igen verdammenden Position oder einer zustimmenden Position.

Nun ist es schlichtweg unmenschlich Opferzahlen gegeneinader abzuwägen. Somit ist jedes Unrechtssystem gleich zu bewerten so fern es systembedingte, ungerechtfertigte Opfer bedingte.
Das Leid des einzelnen Maueropfers lässt sich nicht gegen das Leid des einzelnen KZ-Opfers aufwiegen geschweige denn die schwere des Leides beurteilen.
Letztlich kann dann die Wertung nur über die Beurteilung der Summe der einzelnen Opfer vollziehen. Hier frage ich dich, an welcher Zahl du das fest machst ...
Ab welcher Summe ist ein Unrechtssystem so schlimm, dass man eine 100%-igen Verdammung oder einer Zustimmung gezwungen ist? Willst du hier die Grenzen definieren? Ich würde es nicht wollen.

In deiner Logik der "100%-igen Verdammung" muss also die Konsequenz lauten, dass diese 100%-ige Verdammung bei jedem Unrechtssystem zu Erfolgen hat.

Daraus folgerst du:

th3o schrieb:
aha, ok, wenn das ausmaß des unrechtes also keine rolle spielt, dann können wir doch die ganzen, im verlauf der geschichte gewonnenen teilfreiheiten die wir haben einfach wegschmeißen weil sie ja auf unrechtssystemen ihrer zeit aufgebaut wurden...

Und jetzt komme ich:

Ich fange ganz oben an indem ich zugestehe, dass man auch positive Aspekte aus einem Unrechtssystem heraus ziehen kann. Es gibt eben weit mehr als die 100%-ige Verdammung, denn ich kann eben bestimmte Aspekte losgelöst vom System an sich betrachten. Und wenn ich dies mache, dann verdränge ich damit nicht das Gedenken an die Opfer dieses Unrechtssytems. Diese Opfer sind immer im Hintergrund, doch um zu analysieren und zu lernen müssen die Opfer nicht in jedem Satz erwähnt werden. So kann es auch positive Aspekte an einem schlechten System geben und genau diese positiven Aspekte kann ich in die Gegenwart übertragen.

Um wirklich aus der Vergangenheit zu lernen muss dieser Weg beschritten werden.

/edit:

th3o schrieb:
das darf nur jemand, der einer nationalität angehört, die in keinster weise in eines dieser beiden geschichtsereignisse vertieft ist.

Und genau dies ist falsch! Jemand der selbst Schuld auf sich geladen hat, der darf, da gebe ich dir recht, nicht offen und unverklemmt mit seiner eigenen Vergangenheit umgehen, er trägt ja auch eine Schuld.
Ich trage keine Schuld am NS-Regime und dessen Folgen. Das war lang vor meiner Zeit. Ja ich profitiere von den Entwicklungen die unser Land vollzogen hat. Aber ich profitier auch von der Erschließung Nordamerikas. Ich profitiere von niedrigen Arbeitslöhnen in China. ...
Wenn ich also bei jedem historischen Unrecht von dessen Folgen ich profitiere eine 100%-ig verdammende Position einnehmen muss, dann könnte ich die ganze Geschichte der Welt verdammen.

th3o schrieb:
Dass nicht versucht werden sollte die ns-diktatur formal auf einen gleichen nenner, der da heißt "unrecht" mit anderen diktaturen runterzubrechen, denn in meinen augen ist das nur relativierung der ns-vergangenheit

Wenn ich sage, dass man das Unrecht in einem Unrechtssytem nicht gegeneinander aufwiegen kann, dann bringe ich damit die NS-Zeit und das SED Regime auf einen gleichen Nenner.
Das eine ist eine natürliche, dass andere eine komplexe Zahl (um im Bild zu bleiben). Sie lassen sich nicht auf einen Nenner bringen und eben auch nicht wirklich miteinander vergleichen.
 
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genau! Sensibel und wachsam sein, den Anfängen jeglicher an den Faschismus erinnernden Entwicklung (wie z.B. Bundeswehreinsätz im Inneren, Zusammenlegung von Polizei und Geheimdiensten) entgegentreten und wie auch im GG gefordert die Verfassung und die Demokratie schützen und verteidigen!
 
Hi!

Also mal ganz ehrlich, ich fühle mich auch keineswegs schuldig wegen dem was zwischen 1936- 1945 passiert ist! Ich habe keine Schuld auf mich geladen und ich ich sehe das auch so, dass man Schuld nicht erben kann! Es kotzt mich in der Tat an, wie ich in der Schule damit bombadiert wurde. Wir haben eigentlich nur die NS Zeit in der deutschen Geschichte behandelt. Was war z.B. mit dem deutschen Herbst?! Nichts, darüber haben wir nie geredet! Damit will ich nicht sagen, dass das nicht wichtig ist und dass man sich damit auseinandersetzen muss, aber es gibt für alles ein gesundes Maß!
Nur mal so eine kleine Geschichte...
In der Oberstufe war ich mit meinem deutsch LK in Prag. Während dieser Reise waren wir auch in Theresienstadt. Bekanntermaßen gab es dort ein KZ. Zwar kein Vernichtungslager, wie z.B. Auschwitz, aber sicherlich auch nicht besser. Nun, wir haben da einen geschlagenen Tag verbracht. Selbst unser niederländischer Bussfahrer hat darüber den Kopf geschüttlet. Es ist ja nun nicht so gewesen, dass wir nichts über die NS Zeit wussten oder so. Unsere Schule läd unter anderem immer wieder ehemalig Häftlinge aus dem KZ Mittelbau- Dora ein. Sie haben dann von ihren Erlebnissen berichtet. Und zwar sehr ergreifend! Das war echt interessant. Vor allem hat mich erstaunt, dass sie keinen Hass mehr in sich hatten. Jedenfalls nicht gegen uns, die wir damit nichts direkt zu tun haben.
Damit will ich nicht sagen, dass man nicht verantwortlich dafür ist, dass so etwas nicht mehr passiert und das man sich nicht mit der Geschichte auseinandersetzen muss. Man muss sich damit auseinandersetzten, aber man muss sich nicht schuldig fühlen, nur weil man Deutscher ist! Schuldig fühlen sollen sich meine Großeltern! Aber ich nicht!

lg
 
@smacked2:

Danke, das du unsere Diskussion um Meilen zurück wirfst ...

Danke auch dafür, dass du selbst mir die besten Argumente lieferst.
Du verweist darauf, dass das NS-Regime die Wehrmacht in Inneren einsetzte (was historisch nicht ganz korrekt ist) und ziehst daraus den Schluss, dass dies niemals mehr passieren dürfte.

Zwar hat das NS-Regime die Wehrmacht zur Machtsicherung genutzt und sie deshalb im inneren Eingesetzt. Aber allein diese Tatsache macht das Mittel nicht schlecht. Das Mittel "Einsatz der Bundeswehr im Inneren" kann durchaus auch losgelöst von den Zielen des NS-Regimes betrachtet werden. Die Bundeswehr kann in Innerem durchaus eingesetzt werden ohne dabei die selben Ziele zu verfolgen wie damals das NS-Regime.

Leider aber wirken solche Aussprüche wie der deinige immer wieder gut bei Medien und Gesellschaft. Was damals missbraucht wurde darf man heute nicht mehr beführworten. Dies ist natürlich absoluter Schwachsinn und jeder dessen Haus von den Sandsäcke schleppenden Bundeswehrsoldaten vor den Fluten geschützt wurde wird dies bestätigen können.
 
@adam
ich verstehe deinen punkt und ja ich hätte mich bei der definition dessen was ich mit verdammen meine, bzw. wen ich damit genau meine exakter sein sollen. legt man das was ich gesagt habe als allgemeingültig, also nicht auf deutsche gemünzt aus, so hast du recht mit dem was du sagst.

da du aber meine argumentation mit der geschichte nicht teilst, bzw. darin kein richtiges argument finden kannst, erübrigt sich auch die diskussion, die ab diesem zeitpunkt dann geführt wird.

anerkennst du meine definition weshalb du eine art schuld hast nicht an, dann kann ich natürlich auch nicht weiter eine meinung vertreten, die deiner entgegengesetzt ist. du würdest mich zwingen auf mein argument zu verzichten und in deine argumentation einzustimmen. aber das kann ich leider nicht tun. deshalb mein vorschlag: hier zumindest zwischen uns beiden das gespräch ausklingen zu lassen.
 
Deine Aussage zum Thema Schuld erkenne ich nicht an. Meine letzte Aussage zielte aber eher auf deine Meinung zu dem Thema ab:

Warum sind wir nur für die Dinge verantwortlich die durch das System welches voher innerhalb der geographischen Grenzen unserer Nation verübt wurden?

Du argumentierst damit, dass ich als Deutscher die Vorzüge des "Deutsch seins" ausleben kann und daher auch eine besondere Verpflichtung gegenüber der deutschen Gesichte habe.
Aber mein "Mensch sein" und die Vorzüge meines Lebens sind durch weit mehr begründet als nur die Ereignisse in der deutschen Geschichte. Die Summe meiner Lebensumstände ist im Grunde die Summe der Folgen aus der Weltgeschichte.
Das ich mal schnell bei MC Donalds einen Burger reindrücken kann ist nun mal Resultat der Erschließung des amerikanischen Kontinents. Die Frage ist also ob ich als jemand der die Vorzüge von MC Donalds genießt auch besondere Verantwortung gegenüber den Opfern der Erschließung des amerikanischen Kontinentes tage.

Die Frage geht an dich: Trage ich sie?
 
th3o;3312288 für die deutschen hat zu gelten schrieb:
denn in meinen augen ist das nur relativierung der ns-vergangenheit[/B]

mal ganz im ernst.. ich weiss grad nicht ob ich lachen oder weinen soll..
ich finde deine auffassung für änderungen in diesem land ja teilweise echt sehr gelungen, weil meiner meinung nach das wort sozial in diesem land nicht mehr wirklich zutrifft.. aber wenn ich diesen brocken da grade vorgesetzt bekomme klappen sich mir die fussnägel hoch.
wie kannst du bitte einer ganzen nation, die eh schon durch diese zeit einen riesigen psychischen schaden mit sich rumträgt, aufdiktieren wollen wie sie mit der vergangenheit ihres landes umzugehen hat?
denn nichts anderes ist das in meinen augen. warum habe ich mich als deutscher jedesmal dafür zu schämen was irgendwelche "labilen" menschen damals (als noch nichtmal meine eigenen eltern in planung waren) gemacht haben? das will mir nicht in den schädel.
ich stell mich doch in dem moment, in dem ich das thema trocken betrachte, nicht gleich auf die seite derer die dieses regime befürwortet haben. was ist denn das für eine sinnfreie aussage.
und grade von jemandem wie dir, hab ich ein wenig mehr erwartet bei so einem thema, als das einfache "ausblenden wollen durch schlagworte".
wieso darf man dinge aus der zeit nicht trocken analysieren? wieso muss man sich quasi ständig bei dem thema asche aufs haupt werfen, oder sich gefallen lassen man sei ein befürworter dieser zeit oder ideologie? das will mir nicht in den schädel...

PS: irgendwie hab ich grad so n bild innerlich vonnem orientalischen typen der meint "ey, ihr deutschen habt zu kuschen und euch zu schämen, oder du bist n nazi". und dieses bild entsteht grade durch solche aussagen wie von dir getätigt.

/€: okay, die zeit sei dir gegeben (auch wenn ich grad n markabren spruch auf der zunge hab zum thema 2 fronten :lol:)
 
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ok, 2 fronten...gebt mir ein wenig zeit :D

@adam zu deiner frage am ende:
nein, trägst du nicht, und das ist mit dem begriff "kultur" zu begründen.
deine kultur oder anders gesagt: die gesellschaft die nach dem nationalsozialismus in deutschland errichtet wurde hat dich oder dein umfeld mit sicherheit mehr geprägt als die kriege in nordamerika ihrerzeit. deshalb bleibe ich bei der einschränkung auf die geographischen grenzen.

@klok
damit du meine, zugegebenermaßen, radikale aussage besser verstehst, kannst du dir in diesem thread beitrag #4 von mir durchlesen und dann das in verbindung bringen mit dem post den du ankreidest. vielleicht wird meine forderung dann für dich akzeptabler und vielleicht siehst du dann auch, dass ich nicht behaupten würde, dass jeder ein nazi sei der dem nicht nachkommt (im übrigen ganz schön frech mir so eine denkweise zu unterstellen :))
 
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Salut,

wenn man sich mal ein wenig objektiv mit der deutschen Geschichte befaßt und auch einmal wagt, die ideologisch gefärbe Brille abzusetzen, sollte man durchaus erkennen kennen, daß es zwischen dem NS-Staat und dem DDR-Staat kaum große Unterschiede gab, von der vorgegebenen Ideologie und Farbe der Fahne mal abgesehen. Warum Erprobtes aufgeben oder das Rad neu erfinden? Die Infrastruktur war noch da, sie konnte genutzt werden und sie wurde von den Genossen eifrigst genutzt.

Das Verbrechensregime des DDR-Staates hat vom Verbrechensregime des NS-Staates fast unverändert all das freizügig übernommen, was ein menschenverachtendes und totalitäres Staatswesen im 20. Jahrhundert in Europa stark gemacht und ausgezeichnet hat: Wehrpflicht, Stechschritt, HJ, Sportförderung als politisches Aushängeschild, restriktive Ausreisegesetze, Bespitzelung, Gleichschaltung, Abschaffung von Rede und Pressefreiheit, Gestapo bis zur Fortführung von Konzentrationslagern. Nur die Namen waren zu jener Zeit etwas anders ... der Zweck gewiss nicht!

Leider findet diese Offensichtlichkeit weder bei den Politikern noch in den Medien die Beachtung, die diese Tatsache verdient hätte. Die brauen Suppe wird uns heute noch wöchentlich gut umgerührt vorgeführt, die rote Suppe hat man mit der Wiedervereinigung fast ausgeleert. Was ist der Grund? Wohl einzig und allein die zu erwartende Quote: die DDR als degeneriertes Anhängsel und Marionette der roten Nomenklatura im Kreml hat außer den Jungs und Mädels der SED eh niemand wirklich ernst genommen, als Land (außer im Sport) eine uneigenständige Witzfigur und weltpolitisch eher viertklassig, hat sie historisch betrachtet längst nicht die 'durchschlagende' weltpolitische Wirkung und Erfolg wie das NS-Regime erzielt und wird deshalb auch nie bei den Medien diesen Status erzielen.

Sex sells, Krieg sells, Völkermord sells - FKK, Goldbroiler und Soljanka halt nicht.
Business as usual eben ...
 
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@ theo
diese aussage ist in der tat radikal. radikaler als alles was ich je in den mund nehmen würde. für dich gibt es also nur zustimmung zu den taten oder das totale verdammen? was ist das für eine verblendete sichtweise? sicher "genieße" (bewusst in anführungsstriche gesetzt) ich die vorteile die aus diesen geschichtlichen ereignissen hervorgebracht wurden. aber niemand aus meiner familie hatte aktiv damit zu tun, und genauso wenig fühl ich mich mit der zeit verbunden. für mich ist es "nur" ein geschichtlicher fakt, dass das und das passiert ist, woraus dies und jenes resultierte. ich habe da keinerlei gefühlsmäßigen bezug dazu. und ich glaube mit dieser denkweise steh ich nicht alleine dar. warum müssen wir deutsche immer und immer wieder diese kellerleiche hervorkramen, statt einfach zu leben mit dem wissen was wie passierte?
sicher ist es schlimm das so etwas überhaupt passieren konnte, und was da alles abgelaufen ist, aber man darf doch nicht den fehler machen, das gesamte thema zu tabuisieren. wenn man soweit geht, begeht man den fehler das man überhaupt nicht die entstehung dieses regimes begreift und läuft gefahr wieder in eine ähnliche entwicklung zu laufen. und das ist ja wohl im interesse aller, das so etwas nie wieder geschehen darf.

also was soll diese.. ich nenne sie mal.. mittelalterlich-anmutende verdammung wie bei ner hexenjagd?
gerade wenn du sagst du seist selbst rumäne, wirft das n komischen blick auf das ganze. zum einen wegen der dinge die im ostblock schief gelaufen sind und zum andern entsteht im vorherigen post erwähntes bild.
 
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Hi KLOK, mich würde der makabere Spruch mal interessieren:evillol:.

na mal im Ernst, ich kann den Ausspruch von theo auch nicht ganz nachvollziehen und möchte hier und heute gestehen das ich stolz bin Deutscher zu sein. Ich schäme mich weder für mein Land noch für die Menschen die darin wohnen und ich finde allerdings das die Medien nicht unwesentlich dazu beitragen uns schlechtes Gewissen zu machen.

Ach eh ichs vergesse, ich bin wenn man so will neutral ohne die heutigen Nazis zu akzeptieren, vielmehr kommt es auf Inhalte an die Parteien selbst interessieren mich nicht mehr, dazu hab ich zu lange in der DDR gelebt.

Da halt ichs doch lieber mit meinem Wahlspruch:" Vor Gott und der Feuerwehr sind alle Menschen gleich. "
 
noch mal zu den ganzen "ich will mich nicht schuldig fühlen" sagern. Ich verstehe ja eure Grundhaltung aber
es geht hier weniger um persönliche Schuld, als vielmehr um Verantwortung für all das was um einen herum passiert. Damals wie heute. Warum war denn damals das alles möglich? Wegen der kollektiven "geht mich nix an" Mentalität. Heute wird gesagt "ich bin nicht schuld", das Ergebnis bleibt das gleiche: Man schaut weg und lässt die Dinge ihren Lauf nehmen. Aber noch einmal darf keiner von uns wegschauen!
 
naja, der spruch ginge etwa so:"den deutschen hat man damals auch keine zeit gegeben, trotz der 2 fronten" :D *hust*

steinigt mich. :freaky:

aber ganz im ernst..
ich kann nicht sagen das ich so etwas wie nationalen stolz besitze. ich bin stolz darauf wenn ich selbst etwas leiste oder geleistet habe und will mich nicht mit fremden lorbeeren rühmen. aber das würde jetzt zuweit ab vom thema weg führen.
was ich mit alledem sagen will.. :
ich nehme die vergangenheit dieses landes als geschichtlichen fakt hin und bin mir dessen tragweite auch bewusst, aber ich habe keinerlei bezug dazu, bis eben auf die fakten zu diesem "geschichtlichen dilemma". das ist etwa, als wenn ich ne nachricht über ne naturkatastrophe lese am andern ende der welt. ich bin kurz erschüttert, nehme es zur kenntnis, es tut mir leid für die leute, aber es ändert nichts an meinem alltäglichen handeln oder meiner denkweise (wieso sollte es auch, denn ich habe da keinerlei bezugspunkte), trotz der tatsache das es mir im gedächtnis bleiben könnte/sollte/würde/usw.

PS: @ smacked: die menschen wurden damals genauso wie heute verblendet - nur unter anderen vorraussetzungen und mit anderen hintergründen. damals das regime, heute auf ne andere weise politisch und zusätzlich wirtschaftlich. doesnt matter. entweder man behält die fakten und den weg der dazu führte im kopf mit sich, oder man fällt auf die schnauze, salopp gesagt.
 
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warum steinigen, die Wahrheit ist nun mal nicht immer fair.

allem anderen stimme ich so zu und gebe zu bedenken das der Gedankengang von smacked2 durchaus was für sich hat, den meine ich
Man schaut weg und lässt die Dinge ihren Lauf nehmen. Aber noch einmal darf keiner von uns wegschauen!

denn die Gefahr das es doch passiert ist groß, denn uns gehts zu gut im großen und ganzen.
 
naja, wie gesagt, ich muss euch nicht überzeugen, es reicht mir einfach, dass ihr meine ergüsse zur kenntniss nehmt :evillol:

ach ja, adams antwort steht aber noch aus :)
 
th3o schrieb:
nein, trägst du nicht, und das ist mit dem begriff "kultur" zu begründen.
deine kultur oder anders gesagt: die gesellschaft die nach dem nationalsozialismus in deutschland errichtet wurde hat dich oder dein umfeld mit sicherheit mehr geprägt als die kriege in nordamerika ihrerzeit. deshalb bleibe ich bei der einschränkung auf die geographischen grenzen.

Meine Kultur gibt es nicht. Es gibt meine Persönlichkeit, meine Meinung aber für Kultur braucht es in der Regel doch mehr als eine Person.
Ist also die Frage wie viele meiner Lebensumstände jetzt denn tatsächlich durch die NS-Zeit beeinflusst wurden (denn nur dann ließe sich der Rückschluss über die Prägung ja vollziehen). Wäre interessant dies mal im Detail zu durchleuchten.

Doch was prägt meine Lebensumstände heute? Nun ich sehe die Wurzeln all der wichtigen gesellschaftlichen Aspekte meiner Lebensumstände eher in der Zeit der Aufklärung und der Entwicklung hin zu einer Demokratie. Hier kommen viele wichtige Aspekte wohl aus Frankreich.

Dann prägt mich aber auch die Welt der modernen Medien welche auch in meinem Beruf eine dominierende Rolle einnehmen. Auch hier hat die deutsche Geschichte eher geringen Einfluss auf die Entwicklung gehabt.

Würde man in einem Netzdiagramm meine heutigen Lebensumstände um die Ursachen die dazu führten verzeichnen, dann wäre die Zeit des NS-Regimes ein kleiner Kasten unter vielen tausenden von anderen Kästen. In Summe wirken sicher weitaus mehr "ausländische" Einflüsse auf mein heutiges Leben als es inländische tun.

Sorry aber ich erkenne noch immer nicht warum ich jetzt gegenüber der NS-Zeit eine besondere Verantwortung tragen sollte. Sie hat schließlich meine heutigen Lebensumstände auch nicht in besonderen Maße geprägt.

Und was wenn es die US Amerikaner nicht gegeben hätte? Dann hätte Hitler womöglich den Krieg gewonnen und wir würden noch heute im tausendjährigen Reich leben. Also ist vielleicht doch die Erschließung Nordamerikas und das darauf folgende rasante Wachstum der USA der wichtigste Grund dafür, dass ich heute hier sitzen und frei meine Meinung posten darf.

Du siehst man kann nicht sagen: "Weil du Deutscher bist hat dich die deutsche Geschichte im besonderen geprägt und du musst daher der deutschen Geschichte im besonderen Verpflichtet sein."
Denn es lässt sich nicht sagen ob jetzt die Geschichte der USA, der Briten, der Russen oder wem auch immer mehr geprägt hat als die Geschichte des Landes in dem ich lebe. Geschichte ist ein Gewirr von Zusammenhängen, Abhängigkeiten, Kausalitäten welches sich nicht so einfach auf Landesgrenzen reduzieren lässt.

Selbst die kausalen Zusammenhänge die zur Machtergreifung Hitlers führten sind schier Endlos. Sie haben ihre Wurzeln in Afrika, Amerika, Asien ja vielleicht sogar in Australien. Etliche von geschichtlichen Ereignissen führten in ihrer Summe letztendlich erst dazu, dass Hitler an die Macht gelangte...

smacked2 schrieb:
Ich verstehe ja eure Grundhaltung aber es geht hier weniger um persönliche Schuld, als vielmehr um Verantwortung für all das was um einen herum passiert.

Richtig diese Verantwortung haben wir. Diese Verantwortung hat aber jeder Mensch auf der Welt und dabei ist es vollkommen irrelevant woher er kommt. Somit gibt es auch kein "Gerade wir Deutschen ..." sondern es kann bestenfalls ein "Gerade wir Menschen ..." geben.

Es muss für mich auch erlaubt sein Vergleiche zu ziehen.
Es muss auch erlaubt sein zu sagen, dass heutige Politiker sich teils ähnlicher rethorischer und politischer Mittel bedienen wie es Hitler vor seiner Machtergreifung tat. Und ja es muss auch erlaubt sein Vergleiche zwischen dem rasanten Aufstieg der neuen Linken und dem Aufstieg der NSDAP zu ziehen. Wohlgemerkt ich beurteile hier die Mittel, nicht die Ziele.

Die Gegenwart verantwortungsvoll zu gestalten bedeutet, dass ich Lehren aus der Vergangenheit ziehe. Dafür muss ich die Vergangenheit nüchtern betrachten. Und nüchtern betrachten kann ich sie nur dann, wenn ich mir keine Schuldgefühle einreden lasse.

Und wenn man, so wie du, die Moralkeule schwingt, wohlgemerkt ohne selbst über das nötige geschichtliche Hintergrundwissen zu verfügen (was du mit dem Verweis auf den Einsatz der Bundeswehr im Inneren ja bewiesen hast) dann ist es schlichtweg unmöglich sachlich richtige Schlüsse aus der Vergangenheit zu ziehen.
 
Eigentlich wollte ich ja deine Posts ignorieren aber falsche Unterstellungen durch angeblich bei mir fehlendes Wissen lass ich dann doch nicht unkommentiert stehen! Bundeswehreinsätze im Inneren gab es damals und heute (g8) ganz egal wie du das rechtfertigst es ist fakt!
 
Es ist historisch betrachtet schlichtweg falsch zu sagen, dass die Wehrmacht durch die NSDAP während Friedenszeiten und vor der wiederrechtlichen Machtergreifung im Inneren eingesetzt worden sei. Selbst nach der Machtergreifung Hitlers wurde die Wehrmacht größtenteils aus den Innenpolitischen Angelegenheiten heraus gehalten, denn Hitler verfügte über die SA und SS als Abschreckungsorgan.
Hitler hatte zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal ausreichende Kontrolle über die Wehrmacht um sie zur Machtsicherung im Inland einzusetzen.

Die Vorgaben der Siegermächte des ersten Weltkrieges waren eindeutig und wurden bis zur Machtergreifung Hitlers streng eingehalten. Und genau diese Vorgaben der Versailler Verträge verboten den Einsatz des Militärs im Inland, sie verboten ja sogar die Existenz einer großen, technisch gut ausgestatteten Armee.

Ein Vergleich zu dem aktuellen Einsatz von Tornados zur Aufklärung im Inland ist somit unscharf und historisch gesehen schlichtweg falsch.
 
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