VHS-Kassetten digitalisieren -- Original ist besser als digitalisiert; Gibt es evtl. Reserven in den Einstellungen ?

lesneg

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Hallo nochmal,
ich habe vor einiger Zeit ein paar Kassetten digitalisiert und bin eigentlich erstaunt, daß der Zustand nach ca. 25 Jahren noch ganz gut ist.
Es ist mir aber aufgefallen, daß die Qualität/Schärfe während des überspielens am Laptop-Bildschirm besser ist, als bei Wiedergabe der digitalisierten Aufnahme. Auch die VHS-Wiedergabe direkt an den Fernseher (mit Hdmi-/RCA-Adapter) ist in besserer Qualität, als die digitalisierte Aufnahme.

Die Speichergröße variiert je nach Aufnahme für 1 Stunde von 2 bis 4 GB.

Wird da evtl. Qualität verschenkt und könnte durch ändern der Einstellungen noch etwas besser werden?

diese Einstellungen im OBS-Studio wurden gewählt:
  • speichern im mkv-Format,
  • Videocodierer x264,
(der Einrichtungsassistent zeigt aber: Hardware QSV, H.264 -- habe aber keine besondere Grafikkarte)
- Qualitätsregulierung: VBR,
  • Bitrate 3500 Kbps,
  • CRF 23,
  • FPS 30, aber 60 wenn möglich,
  • Basis-(Leinwand-)Auflösung 720x576 (scalierte Ausgabe-Auflösung 600x480),

Einstellungen am Gerät/Grabber:
  • Auflösung 720x576 (4:3),
  • FPS an Ausgabe angleichen (automatisch ausgewählt: 25 ),
  • Videoformat UYVY,
  • Videostandard PAL-B,
  • außerdem: Helligkeit, Kontrast, Schärfe, Farbton, Sättigung,
 
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lesneg schrieb:
Mal nen Erklärung aus HandBrake dazu:
1756676162536.png


Ne 23 ist zu hoch .. immerhin kommst du von ner VHS.
Gib denen mehr Bitrate und geh mit dem CRF runter .
 
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und was da mit logarithmisch gemeint ist:
eine je 6 (meine ich mich aus der ffmpeg doku zu erinnern) niedrigere zahl bedeutet die doppelte Bitrate.
 
madmax2010 schrieb:
nimm mal x265. Lohnt.
Eher x264 (H.264). Lohnt.
Insbesonders in Sachen Kompatibilität, es gibt genug Geräte, die kein HEVC können. Bei AV1 (kommt aus dem Streamingbereich und ist nicht standardisiert) oder gar Googles VP9 sieht es noch schlechter aus mit der Kompatibilität...
 
Vindoriel schrieb:
Eher x264 (H.264). Lohnt
Vindoriel schrieb:
Insbesonders in Sachen Kompatibilität, es gibt genug Geräte, die kein HEVC können.
bei h265 kommt schon deutlich bessere Qualität pro Datenmenge raus.
So ziemlich alles an AMD / Intel / Nvidia Hardware der letzten 10+ Jahre kann h265 nativ. Intel ab der 6000er Serie, AMD bei allem mit GPU ab 4000G.
Klar, einige Fernseher / mediacenter können das nicht

Aber wenn es um Archivierung geht würde ich schon den modernen Codec nehmen
Oder wenigstens die Bitrate hoch drehen..
 
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eine x265 steht auch nicht zur Auswahl und auch nicht manuell einzufügen.
Soweit ich weiß wird die H.264 nur gewählt, wenn eine entsprechende Grafikkarte vorhanden ist, darum habe ich die x264 eingestellt.

Welche Bitrate wäre zu empfehlen bei der Qualitätseinstellung von zB. 20, oder 19 ?

Sind die beiden Parameter maßgeblich für eine Verbesserung der Qualität ?

Ich habe im Laptop eine Intel HD Graphics 620.
 
lesneg schrieb:
Soweit ich weiß wird die H.264 nur gewählt, wenn eine entsprechende Grafikkarte vorhanden ist, darum habe ich die x264 eingestellt.
mach das auf der CPU.
Die Hardware Encoder in GPUs sehen schlechter aus.

lesneg schrieb:
Sind die beiden Parameter maßgeblich für eine Verbesserung der Qualität ?
Jeder Parameter den du in #1 aufgelistet hast ist fuer die Qualität relevant
 
madmax2010 schrieb:
Jeder Parameter den du in #1 aufgelistet hast ist fuer die Qualität relevant
Und diese Einstellungen (außer Bitrate und Qualität) sind erstmal ok?
Sollte man die automatisch gewählte scalierte Ausgabe-Auflösung 600x480 manuell erhöhen, zB. auch auf 720x576?
 
lesneg schrieb:
Welche Bitrate wäre zu empfehlen bei der Qualitätseinstellung von zB. 20, oder 19 ?
Gar keine. Im CRF-Modus gibst du keine Bitrate vor, sondern einen CRF-Wert, der entscheidet dann über Qualität und Bitrate, niedrigerer CRF-Wert -> höhere Qualität/Bitrate. Würde da für x264 so um die 14 (allermeistens kein sichtbarer Qualitätsverlust) empfehlen.
Oder nimm Lossless auf und mach dir später Gedanken, welchen verlustbehafteten Codec mit welchen Einstellungen du verwenden möchtest. Dann kannst du auch einfach unterschiedliche Codecs und Einstellungen ausprobieren und vergleichen und du kannst auch nachträglich noch irgendwelche rechenintensiven Filter zur Bildverbesserung anwenden (Entrauschen, AI-Upscaling...).
Für Lossless Aufnahme auf "Benutzerdefinierte Ausgabe (FFmpeg)" umstellen und einen geeigneten Codec wählen, z.B. ffvhuff oder FFV1 oder auch x264 (mit Option "-qp 0"). Und unter "Einstellungen -> Erweitert" ein Farbformat ohne Farbunterabtastung auswählen (alles mit 4:4:4 oder BGRA).

lesneg schrieb:
Sollte man die automatisch gewählte scalierte Ausgabe-Auflösung 600x480 manuell erhöhen, zB. auch auf 720x576?
Nimm in der Auflösung auf, die die Quelle liefert (das scheint 720x576 zu sein). Gilt auch für die Bildwiederholrate.

Vindoriel schrieb:
AV1 (kommt aus dem Streamingbereich und ist nicht standardisiert)
Natürlich ist AV1 standardisiert.
 
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die bitrate ist ziemlich niedrig. da noch gpu x264 encoding von einer amd grafikkarte oben drauf und es kommt wirklich nur noch matsche raus.

av1 hat die beste qualität pro bitrate. würde außerdem für archiv eher hohe konstante bitrate nehmen.
 
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x264 mit CRF 18 sind nach meiner Erfahrung ein guter Wert für 720x576.
Vielleicht noch darauf achten, ob das Signal interlaced ist. Falls Kammartefakte in der Aufnahme vorhanden sind, würde ich das Video mit StaxRip neu kodieren und dort QTGMC für Deinterlacing verwenden.
 
Kurze Beispieldatei wäre hilfreich. Heißt ja nicht umsonst "Bilder sagen mehr als tausend Worte".
 
Ihr geht da immer alle sehr blauäugig an die Sache ran.

Bewegte analoge Bilder in digitale umzuwandeln ist eben nicht so einfach.

Der zu verwendende Videocodec ist dabei das wirklich kleinste Problem :rolleyes:

Hier wird diskutiert, ob h264 oder h265...das ist - mit Verlaub - furzegal, sofern die Bitrate passt.
Ja, mit h265 erhalte ich kleinere Dateien bei vergleichbarer Qualität.
Allerdings dauern die Encodings dann, selbst mit Highend-CPUs, deutlich länger als mit h264.
Encodings mit Grafikkarte gehen schneller, liefern aber auch eine schlechtere Qualität.
H264 ist der Codec der Wahl, wenn ich nicht auf Teufel komm raus wg. Webspace etc. Platz sparen muss.
Wenn das Ergebnis shice aussieht, liegt es jedenfalls nicht am codec, sofern man sich in vernünftigen Grenzen bewegt. Und h264 vs. h265 macht optisch gar keinen Unterschied, wenn ich mit den Parametern im Rahmen bleibe.
Ganz im Gegenteil!! Da h265 weboptimiert ist, habe ich damit zwar schön kleine Dateien, aber im 1:1 Vergleich können ganz schnell mal Details fehlen.

Aber wie gesagt, die Wahl des Codecs ist sowas von Nebensache.

Wichtig ist, das Bild sauber in den PC zu bekommen und das mit synchronem Ton.

Ich kann hier nur Stichpunkte geben.
Ansonsten ist hier sowieso die falsche Adresse für so ein spezielles Thema.
Viele schlaue Leute mit viel Halbwissen, aber niemand, der wirklich einen Plan von dem Thema hat.
VHS digitalisieren ist eben doch etwas anderes als Game-Capturing.

Erstmal benötigen wir die passende Hardware.
Einen alten PC mit Windows XP und hochwertiger analoger Capture-Karte haben wohl die wenigsten hier noch rumstehen.

Also müssen wir etwas improvisieren.
Entweder benötigen wir einen Videorecorder mit Time Base Corrector, abgekürzt TBC (teuer)
oder einen alten PANASONIC DVD Recorder z.B. einen DMR-ES10 (bei ebay oder Kleinanzeigen noch recht oft und relativ günstig zu finden), welchen wir dann zwischen Videorecorder und Capture-Device klemmen (Google hilft, wie man das genau anstellt).
Damit bekommen wir schonmal ein VIEL stabileres Bild als ohne dieses Hilfsmittel (das ist vielleicht schon das, was der TS meint, wenn er davon spricht, dass Eingabe nicht gleich Ausgabe ist).

...und nein, damit keine Missverständnisse aufkommen, wir benötigen den DVD-Recorder NICHT zum Aufzeichnen (KANN man machen, wird aber nicht optimal - und wer will heute auch noch DVDs??), sondern wir benötigen nur die Bildstabilisierungsfunktion des PANASONIC-Recorders), wozu wir das Gerät eben in den Signalweg einschleifen (Videorecorder >> DVD-Recorder >> Capture Device >> PC)

Apropos Capture Device. Von den modernen USB-Lösungen taugen die wenigsten etwas.
Da ich selbst auch nicht mehr über besagten Windows XP-PC mit entsprechender ANALOGER PCI-Capture-Karte verfüge, habe ich auch viel probieren müssen. Wie gesagt, diese ganzen 20 € Dinger von Amazon kann man allesamt vergessen. Auch mit älteren Modellen von Terratec kam ich nicht weiter, da sie nur zusammen mit der Terratec Software funktionierten, welche aber wieder nicht zu tolerierende Einschränkungen hatte z.B. Bitratenbeschränkung, was (erstmal) überhaupt nicht geht.
Ein Stick von Hauppauge funktionierte dann mehr oder weniger zufriedenstellend. Ich schaue mal nach der genauen Bezeichnung, wenn ich wieder zuhause bin.

Jetzt kommt es nämlich:
Um das Bild entsprechend nachbearbeiten zu können (hauptsächlich deinterlacing) müssen wir ERSTMAL verlustlos (huffyuv o.ä. verlustloser Codec) speichern. Und das kostet Platz...VIEL Platz!! 50 GB pro Stunde Video dürfen da gerne eingeplant werden, wenn ich mich recht erinnere.

Zum Aufzeichnen habe ich das gute alte Virtual Dub genutzt.
Wichtig ist eben, dass die Aufzeichnungssoftware das Capturedevice erkennt und dass sie einen verlustfreien Codec zur Verwendung anbietet.
Als Auflösung wählen wir 720x576 (PAL)
Eine höhere Auflösung zu wählen macht keinen Sinn, da die Menge an Bildinformation von VHS das nicht hergibt.

Wenn man das ganze dann auf der Platte hat, ist das schwerste geschafft.

Hier kommt die Software Hybrid ins Spiel. Hierbei handelt es sich eher um eine GUI, welche viele Bearbeitungsmöglichkeiten, Filter und Codecs unter einer Oberfläche vereint.

Hiermit deinterlacen wir erstmal, und zwar mit der Einstellung BOB und "fast"
Wir tun hier nix anderes als die beiden Halbbilder zu einem progressiven Bild zusammenzufügen.
Damit verdoppeln wir die Bildrate von 25 (PAL) auf 50 Bilder pro Sekunde, womit die digitale Version unseres VHS-Videos dann auch bewegt eben wieder nach VHS aussieht.

Danach kann man dann das Video beschneiden und verschiedene Filter anwenden.
Aber hier bitte nicht übertreiben. Weniger ist hier oft mehr!
Was im ersten Moment schön "clear" aussieht, ist oft des guten zu viel. Vor allem das Ergebnis immer auch als Bewegtbild und nicht nur als Standbild anschauen! Temporale Filter zu stark eingesetzt führen oft zu einem weichgespülten und verschmiertem Ergebnis.
Meine eigenen Experimente sind bereits ca. 4 Jahre her, deshalb kann ich an dieser Stelle zu den Filtern keine weiteren als diese allgemeinen Tips geben.

Wenn DAS alles getan ist, können wir uns darum kümmern, wie wir archivieren wollen.
Wie schon weiter oben beschrieben lautet meine Empfehlung immer noch h264 mit CRF 19 bis 21

Wenn man es wirklich ernst meint und es einem wichtig ist, das analoge Material so gut wie möglich in das digitale Zeitalter zu überführen, kann man sich bei Gleitz oder sonstigen Foren weiter in die Materie einlesen...einarbeiten....studieren! Habe ich auch gemacht, stundenlang, tagelang... :D

EDIT:
Habe eben meine ebay Historie durchsucht.
Mit einer "Hauppauge USB-Live 2" Live 2 als Capture Device habe ich brauchbare Erfahrungen gemacht.
Ton war MEISTENS synchron (auch nach 4 Stunden) und man war frei in der Codec Auswahl.
Wichtig ist es auch, den Rechner "in Ruhe" zu lassen, da es sich beim capturen um eine Echzeitanwendung handelt. Das bedeutet: keine Updates, keine Downloads, kein kopieren, kein surfen, kein Ruhezustand, kein GAR NIX!
 
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Mit solch einer niedrigen Bitrate bekommst du eine Bewegungsunschärfe. Mit meinen Games gehe ich als Beispiel mit 2560x1440p und 60 Hz auf eine Bitrate von 35.000. Mit 720P wirst du aber nicht so hoch gehen müssen.

Versuche es mal mit der doppelten oder dreifache Bitrate. Bedenke aber das um so höher die Bitrate ausfällt, auch mehr Speicherplatz benötigt wird.

In meinem Fall ist es nicht so gravierend, da ich dann auf YouTube meine Videos hochlade.
 
@LiniXXus Worauf bezieht sich das?
Das ist gar nicht das Thema!
 
Ja, aber wie bereits dargelegt, sind Codec und Bitrate gar nicht das primäre Problem.
...wobei 3500 kbit/s gar nicht so verkehrt für 576p wären, natürlich immer im Zusammenhang mit dem Material zu sehen (Körnung, Rauschen, Bewegung), aber deshalb gibt es ja auch den Modus CRF.
Wo allerdings "Bewegungsunschärfe" bei zu knapper Bitrate herkommen soll, erschließt sich mir trotzdem nicht. Es treten Blockartefakte und Verschmierungseffekte auf, aber das hat mit "Bewegungsunschärfe" wenig zu tun.

Aber wie gesagt, das Encodieren kommt ganz zum Schluss und ist hier gar nicht das Problem.
Und wie Du Deine digitalen High Definition Game Captures aufzeichnest, hilft hier niemandem weiter.

Hier wurde das Thema übrigens auch schon einmal besprochen.
 
c4rD1g4n schrieb:
Wo allerdings "Bewegungsunschärfe" bei zu knapper Bitrate herkommen soll, erschließt sich mir trotzdem nicht
Doch, hatte mal OBS neu installiert und den Standardwert drin stehen gelassen. Solange im Video sich nichts bewegt hat, war es scharf. Sobald Bewegung dazu kam, wurde es leicht verpixelt.

Die empfohlenen Bitraten für die Videoaufnahme hängen von der Auflösung und dem Zweck ab. Für eine Aufnahme in 1080p wird oft eine Bitrate zwischen 4.500 und 12.000 Kilobits pro Sekunde (Kbps) empfohlen, während für 4K-Aufnahmen Bitraten zwischen 15.000 und 25.000 Kbps empfohlen werden.

Diese 3500 Kbps ist der Standardwert von OBS.
Ergänzung ()

c4rD1g4n schrieb:
Ja, aber wie bereits dargelegt, sind Codec und Bitrate gar nicht das primäre Problem.
Bin ja auch nicht auf alles eingegangen, sonst hättet ihr keine Arbeit mehr... :D

PS, hier noch ein gutes Thema, was sich auch damit beschäftigt:
https://www.computerbase.de/forum/threads/aufloesungen-von-vhs-s-vhs-dvd-erklaerungsbedarf.2122858/
 
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LiniXXus schrieb:
Die empfohlenen Bitraten für die Videoaufnahme hängen von der Auflösung und dem Zweck ab.

Ähm...ja? Was hatte ich geschrieben?
c4rD1g4n schrieb:
...wobei 3500 kbit/s gar nicht so verkehrt für 576p wären, natürlich immer im Zusammenhang mit dem Material zu sehen (Körnung, Rauschen, Bewegung), aber deshalb gibt es ja auch den Modus CRF.

Aber genau das meinte ich weiter oben...
Hast DU denn schon einmal ein VHS-Video digitalisiert?

Ich schon. Das erste Mal vor rund 20 Jahren (damals noch mit Bt848 Karte) und das nächste Mal dann wie oben beschrieben vor 3,5 Jahren.
Man kann es auch so machen wie der TS...wird dann halt kakke, wie man so schön sagt.
 
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