VIA-Chipsätze sind mies! ...aber kann mir auch einer sachlich begründen warum?

Vulture

Lieutenant
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Immer wieder trifft man auf Leute die einem lang und breit zu erklären versuchen dass VIA-Chipsatze nicht in einen guten PC gehören. Alt, schlecht ausgestattet und lahm sollen sie angeblich sein. Dabei frage ich mich dann immer ob diese Leute überhaupt schonmal einen VIA-Chipsatz in ihrem Rechner hatten.

Als alter AMD-Fan (bis zum Erscheinen des Core 2:freak:) hatte ich es, seit ich an Rechnern schraube, fast ausschliesslich mit VIA und Nvidia Chipsätzen zu tun und muss sagen das ich mit den Nvidia-Chipsätzen mehr schlechte Erfahrungen gemacht habe als mit denen von VIA. Natürlich hatten auch die VIA-Teile ihre Macken (Southbridge-bug usw.), wenn es jedoch auf langen, stabilen Betrieb ankam bin ich immer am besten mit VIA gefahren.

So liess sich zum Beispiel ein Nforce2 Ultra 400 Board von mir gelegentlich nicht mehr hoch fahren. Es blieb einfach mit schwarzem Bildschirm hängen. Nachdem man ein bisschen an den kabeln gewackelt hatte und ein paar mal den clear-CMOS Jumper gestzt hatte gings dann mit etwas Glück wieder. Sowohl bei Nforce2 als auch Nforce3 gabs ausserdem Probleme mit IDE-Controllern. Festplatten wurden plötzlich nicht mehr erkannt und so Scherze, ist mir bei VIA nie passiert.

Auch wenn ich für Freunde oder Verwandte nen PC zusammen bastle nehme ich häufig VIA-Boards weil es einfach am unkompliziertesten ist. Man setzt das System auf und alles läuft einfach auf Anhieb.

Ich verstehe auch nicht warum es keine gut ausgestatteten Full-size ATX Boards mit VIA-Chipsätzen gibt. Ich würde sowas kaufen.

Was die Leistung angeht: Ich habe im Moment das Asrock 4Core-Dual und bin mit der Spiele-Leistung absolut zufrieden. Hätte das Board einen PCI-Express 16x Steckplatz könnte es locker mit allen Chipsätzen von Intel mithalten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also aus meiner Sicht sind beide Gut oder Schlecht.:)

Jeder Chipsatz hat hier und da ein paar Probleme.

So weit wie ich weis, produziert VIA keine neuen Chipsätze, die es in Ausstattung und Features mit den aktuellen Nforce Chipsätzen aufnehmen können.

Trotzdem ist der VIA kein schlechtes Produkt. Wie gesagt Probleme gibts mit jedem. Mit einem VIA Board hatte ich mal ein Ram Problem, nur das tritt überall mal auf.
 
Ich hatte auch schon das eine oder andere VIA-Board. Eines mit dem KX133 (Slot A, ein exzellentes Epox-Brett), eines mit dem K8T800pro (Sockel 939), das absolut problemlos lief (es war seinerzeit High-End!) und zuletzt das Dual-VSTA mit dem schon betagten PT880, der auch gut lief (nur die DDR2-667 war schlecht gelöst).

Die Problematik besteht darin, dass vielfach keine aktuellen Southbridges verbaut werden, so dass VIA-Boards häufig nur mit 2 SATA1-Anschlüssen aufwarten können, was für viele wohl zu wenig ist. Zudem wurde etwa die neuere Kombi K8T900 + VT8251 niemals verbaut, obwohl sogar Dual-GPU-Systeme damit möglich sind (2x 8 Lanes), nur haben ATi und nvidia einen Teufel getan, ihre Technologien für VIA zu lizenzieren. Dadurch und auch ein wenig einer Umorientierung hin zum low-end- oder Stormspar-Sektor (ITX-Boards!) ist VIA aus dem Bewusstsein der Hardcore-Spieler verschwunden.

Zudem hängt noch der alte X2-Bug des K8T890 nach, der allerdings durch neue Revisionen längst behoben wurde und, wie dieser Test zeigt: http://www.pc-treiber.net/datenbank_artikel_33_lesen.html, völlig konkurrenzfähig ist. Und dass die Chipsätze langsam sind, ist ein schlichter Irrtum.
 
Ich habe "damals" auf die KT266, 333, 400 er Chipsätze geschwört!
Das waren sehr stabile Chipsätze, die auch weit verbreitet waren.
Mein MSI KT3-Ultra läuft heute noch bei einem Kollegen :)

Heutzutage bieten die anderen Hersteller einfach mehr Ausstattung, was VIA absolut verpennt hat, wie Rumpel schon erwähnt hat!
 
Vulture schrieb:
Auch wenn ich für Freunde oder Verwandte nen PC zusammen bastle nehme ich häufig VIA-Boards weil es einfach am unkompliziertesten ist. Man setzt das System auf und alles läuft einfach auf Anhieb.
Gratulation!
Ich kann nicht nur positives berichten. Die Installation dieser 4in1 Treiber unter Windows 95-98 war schon eine recht aufwendige und fehleranfällige Sache bei mir. Auch performancemäßig hinken die Via Chips immer 5-10 Prozent den Intel Chips nach, was mich aber nicht so gestört hat. Habe derzeit noch ein Neo Board mit ViaChips unter XP im Einsatz, was ganz gut läuft. Aber Via kommt mir nur über den Preis ins Haus, andere Gründe sprechen für mich nicht für Via.
 
@ThomasK_7
ok, die 4in1 Treiber-Installation unter Windows 95/98 war wirklich nicht das gelbe vom Ei. Das hat sich aber mit WindowsXP deutlich gebessert.
Wenn ich für andere ein System baue will ich halt, dass es möglichst stabil ist, damit ich mich nicht ständig darum kümmern muss. Die VIAs haben mich da einfach voll überzeugt. Es gab wirklich nie Probleme, vielleicht hatte ich einfach Glück, keine Ahnung.
 
Ich hatte in meinem ersten PC einen Via MVP3 Chipsatz für den Sockel 7. So richtig stabil lief das Teil nie. Danach die KT133 oder KT266 oder auch KT333, die ich dann hatte, waren schon ganz gut. Bis der Nforce2 Ultra 400 kam, welcher immer noch bei mir läuft.
 
Verbaust du auch in "sehr aktuellen" Systemen weiterhin VIA-Chipsätze?
 
ja doch.
Das letzte System hab ich irgendwann letztes jahr für nen freund zusammen gebaut. Der wollte was zum Zocken für möglichst wenig Geld. Hab ihm nen 6300 mit nem MSI-Board mit PT880 eingebaut. Er ist immer noch sehr glücklich mit dem System und hatte nie Probleme.

Edit:
Ok. hätte er etwas mehr Geld gehabt und mehr Austattung verlangt hätte ich natürlich nicht dieses Board genommen, sondern wohl eher eins mit Intel-Chipsatz.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi!
Also, ich kann auch nichts wirklich negatives über VIA sagen. Hatte bis jetzt KT133a, KT266, KT600 und K8T800pro verbaut. Es gab/gibt sicherlich schnellere Chipsätze, aber was die Stabilität und auch die Kühlbarkeit angeht hatte ich nie Probleme mit den Dingern.

Gruß, Andy
 
ich mochte via auch (4in1 treiber) ...mit meinem jetzigen intel bin ich ebenso zufrieden wobei matrix raid schon genial ist :) das möchte ich nicht missen
 
Ich glaube ein paar Dinge sind hier noch nicht genannt worden, denn die Leistungsunterschiede zwischen den Chipsätzen (sofern ohne Bugs) sind meiner Ansicht nach minimal:
- Fehlender Native Gbit-LAN-Anbindung (ein Zusatzchip erhöht die Latenz)
- Fehlende Native SATA2-Unterstützung

Zum Thema Zuverlässigkeit so viel: Ich hatte in den letzten drei Jahren drei verschiedene Boards mit drei verschiedenen Chipsätzen: Nforce250Gb, VIA P4M800 und AMD/ATI CrossfireX 3200. Das Nforce musste ich zweimal reklamieren, da der Chipsatz sich zwei Mal (trotz <45°C) verabschiedet hat, beim VIA versagte die interne Grafik und zerstörte innerhalb eines Monats 2x512MB feinsten Corsair-RAM und beim ATI viel der primäre LAN-Anschluss aus. Grobe Fahrlässigkeit wie Überhitzung schließe ich bei allen drei aus. Ergo: Sie haben alle drei ihre Macken, beim VIA hat es mich nur am Meisten geärgert, da es den LED-RAM zerstört hat, den mir Corsair aber freundlicherweise innerhalb kürzester Zeit ersetzt hat.
 
Da fällt mir spontan ein:

- den Produkten von VIA fehlt es an Innovationen
- Produkte von VIA sind nur zu sich selbst kompatibel
- Produkte von VIA brauchen i. d. R. 2 - 3 Revisionen, um anständig zu funktionieren

Chipsätze von VIA waren für mich Grund, von AMD wieder zu Intel zu wechseln.

Gruß
 
Naja, Produkte von Intel sind auch nur zu sich selbst kompatibel. ;)

Hatte einen KT266, das war damals wirklich noch ein Chipsatz mit dem VIA besser noch eine Revision gewartet hätte. Ansonsten ist das aber Schnee von gestern... mein KT800 Pro war damals das Maß aller Dinge und würde immer noch meinen X2 beheimaten wenn ich nicht den Wechsel auf PCIe gemacht hätte. So habe ich jetzt einen KT890 mit VT8251 und bin völlig zufrieden.

VIA-Chipsätze bieten ganz schnörkellos das, was man wirklich braucht. Das macht sie relativ problemlos, günstig, und außerdem leicht zu kühlen. Performance-Unterschiede gibt es auf der AMD-Plattform ohnehin nicht mehr.
 
@ Power On:

"Produkte von VIA sind nur zu sich selbst kompatibel" :watt:
Ehrlich gesagt verstehe ich diese Aussage nicht. Wie ist VIA dann in der Lage Chipsätze für AMD- und Intelprozessoren herzustellen? Ausserdem findet sich auf fast jedem Motherboard irgendein Zusatz-Chip von VIA.

"Produkte von VIA brauchen i. d. R. 2 - 3 Revisionen, um anständig zu funktionieren"
Auch ein ziemliches Vorurteil. Spontan fallen mir da nur zwei Chipsätze ein bei denen es so war. Der KT266 der dann durch den KT266A ersetzt wurde, und so zum Maß aller Dinge zu seiner Zeit für AMD-Prozessoren wurde.
Und dann war da noch das Fiasko mit den KT890-Chipsätzen die den X2 zunächst nicht unterstützten. Das wurde aber relativ schnell aus der Welt geschafft und ansonsten war der Chip absolut konkurenzfähig.

"VIA-Chipsätze bieten ganz schnörkellos das, was man wirklich braucht. Das macht sie relativ problemlos, günstig, und außerdem leicht zu kühlen."
Hätte ich nicht besser sagen können:D
 
Er meint wahrscheinlich die Anbindung zwischen NB und SB. Allerdings sind hier offene Standards eher die Ausnahme, und schon garnicht bei Intel zu finden.
 
@Vulture

Sicherlich ist VIA in der Lage, Chipsätze herzustellen. Allerdings ist die Marktpräsenz der Firma in den letzten Jahren deutlich zurück gegangen - jeder soll selbst entscheiden, an was das liegt. Ich denke, wenn eine Firma mit schöner Regelmässigkeit einen Fauxpas nach dem anderen produziert, dann wird der Markt entsprechend reagieren.

M. M. nach kann man mit VIA-Chipsätzen nur dann glücklich werden, wenn außer der Grafikkarte nichts mehr im Rechner steckt.


"Auch ein ziemliches Vorurteil. Spontan fallen mir da nur zwei Chipsätze ein bei denen es so war"

Das darf ich dann mal ergänzen: KT133-SB-Bug / SATA2-Bug / FW-Bug (mangelnde Kompatibilität).

Gruß
 
Power On schrieb:
Da fällt mir spontan ein:

- den Produkten von VIA fehlt es an Innovationen
- Produkte von VIA sind nur zu sich selbst kompatibel
- Produkte von VIA brauchen i. d. R. 2 - 3 Revisionen, um anständig zu funktionieren

Chipsätze von VIA waren für mich Grund, von AMD wieder zu Intel zu wechseln.

Gruß

sehr sachlich begründet :rolleyes:
 
@power on: nunja, damals die kt133-sb war durch bios-einstellungen (ide bus master deaktivieren z.b.) völlig stabil zu kriegen.
nach anfänglichen schwierigkeiten (die durchaus meine schuld sein könnten) läuft mein 4coredual-vsta jetzt ohne probleme.
und wieso via aus dem rampenlicht weitestgehend verschwunden ist, dürfte nicht zuletzt an der geballten marketing-kraft von nvidia (auf amd-seite) und intel (auf den meisten intel-boards wird auch ein intel-chipsatz verbaut) liegen. ati/amd spielte zu der zeit, als via verdrängt wurde, eine zu geringe rolle.
 
@riDDi

"nunja, damals die kt133-sb war durch bios-einstellungen (ide bus master deaktivieren z.b.) völlig stabil zu kriegen"

Ja toll, so stelle ich mir eine Fehlerbereinigung vor - die Krücke wird kurzerhand zur Oberkrücke befördert. Und selbst das reichte damals für meine FritzCard DSL nicht aus - die geringe Last dieser Karte auf dem PCI-Bus reichte schon aus, um den Chipsatz vor unlösbare Probleme zu stellen. Es war von den VIA-Technikern schon ein genialer Schachzug, die Arbitrierung des PCI-Kanals der Glücksgöttin Fortuna zu überlassen. ;)

Gruß
 
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