Arnd schrieb:
Ich halte es eben für sinnvoller sich mit der Materie auseinanderzusetzen, anstatt nur vorgefertigte Module zusammenzufügen. Eine mehr formale Sprache zwingt einen sich an Regeln zu gewöhnen und fördert so gesehen die Disziplin beim Programmieren.
Wie du schon sagtest. Du hast in VB6 programmiert. Da stimme ich dir auch in allen Punkten vollkommen zu, aber VB.NET ist nicht VB6. Absolut nicht. die haben lediglich die Syntax gemein. Da gibt es auch nicht mehr fertige Module als bei C# und sie verzeit dir auch genauso wenig Fehler wie C#.
Ich finde es schade, dass VB.NET immer noch das Image einer Hobbyprogrammierspache hat. Jeder, der von VB6 auf VB.NET gewechselt hat wird dir sagen, dass er mit dem alt gelernten nur sehr wenig anfangen konnte. Die Art zu programmieren hat ich grundlegend geändert. VB.NET ist jetzt endlich mal ein vollwärtige objektorientierte Programmiersprache, die mit anderen mehr als mithalten kann.
VB6 ist imho doch nur so weit verbreitet, weil es sehr einfach zu benutzen ist und so ziemlich alles verzeiht was man falsch machen kann :-). Zu meinen VB Zeiten habe ich jede Sekunde bereut das ich mich für VB entschieden habe. Diese Bequemlichkeit habe ich später mit erhöhtem Aufwand bezahlt, um das System absolut rund zum laufen zu bringen.
Das ist mir auch bewusst. VB6 wird halt sehr oft in Betrieben eingesetzt, wo Mitarbeiter mal schnell ein Progrämmchen auf die Beine stellen müssen, die keine ausgebildeten Informatiker sind.
Leider war diese Sprache auch bei mir im Betrieb Standard und ich durfte auch keine andere Sprache verwenden. Als dann endlich .NET kamm sah ich meine Chance endlich eine vernünftige Programmiersprache zu bekommen. Da die Chefs bei uns keine große Ahnung haben bekam ich auch eine Lizenz für VB.NET ohne dass sie wussten, dass ich damit praktisch eine neue Sprache einführe, die nicht mehr mit der alten kompatibel und auch nicht von VB6 Usern ohne Weiteres zu verstehen ist.
Deswegen sage ich jetzt eben, das eine mehr formale Sprache zum lernen sinnvoller ist.
Nicht um schnell zu einem Ergebnis zu kommen, sondern um zu lernen wie man programmiert.
Eines kannst du mir glauben. Mit VB.NET schreibst du mehr Code als in VB6 für die gleichen Aufgaben. Man kommt nicht mehr so schnell zu einem Ergebnis wie bei VB6. Was ich zum Beispiel sehr schade finde ist, dass man keine Arrays aus Steuerelementen mehr zur Entwicklungszeit anlegen kann. Die Steuerelmente kann man jetzt nur noch zur Laufzeit erzeugen. Das ist wieder jede Menge code, den man in VB6 nicht schreiben musste.
Ich muss aber auch sagen, dass VB6 für bestimmte Aufgaben ganz klar seine Vorteile hat. In keiner anderen Sprache kann man sich so schnell ein kleines Hilfsprogramm schreiben. Ich spreche jetzt lediglich von einem 50-100 Zeilen Programm. Da setzt man sich für 5 Minuten hin, tippert ein paar Zeilen ein, zieht ein paar Buttons auf die Form und fertig.
Dann macht man seinen Test und löscht das Programm wieder. In der Beziehung ist VB6 also wirklich top. Das muss man schon sagen.