(Wann) lohnt sich eine Intel Phi Karte?

ciao

Lt. Commander
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Hallo Leute,

wenn ich wie heute News über die Intel Phi Karten sehe, kommen meist die gleichen Kommentare. erst freuen sich Gamer um die geile Karte mit xx Kernen, dann kommen die professionals und erklären, dass die Karte niemanden von uns was bringt. Nun ist es so, dass ich gelesen habe, dass diese Karte OpenCL-fähig ist, was meines bescheidenen Wissens nach, das gleiche Anwendungsfeld wie die Firepro bzw. Quadro-Karten ergibt. Ist es also richtig, dass diese Karte für alle Leute, die mit der entsprechenden Software Videos/Bilder/CAD-Zeichnungen bearbeiten, interessant ist? Ich freue mich auf Antworten.

ciao
 
Nein, die ist für Normalos vollkommen uninteressant. Man braucht spezielle Software dafür. Der Einsatzzweck ist High-Performance-Computing, zB für wissenschaftliche Berechnungen. Da kann Intel eben nicht mit CUDA und OpenCL mithalten. Im HSA-Konsortium sind sie ja dabei, aber die Hardware fehlt.
Deshalb die Intelmethode: Primitiven Pentiumkern nehmen, shrinken, beschneiden um alles was nicht relevant ist und dann eine große Menge draufklatschen. Ob das was wird und am (Nischen-)Markt angenommen wird, wird die Zukunft zeigen.
 
Nun ist es so, dass ich gelesen habe, dass diese Karte OpenCL-fähig ist, was meines bescheidenen Wissens nach, das gleiche Anwendungsfeld wie die Firepro bzw. Quadro-Karten ergibt. Ist es also richtig, dass diese Karte für alle Leute, die mit der entsprechenden Software Videos/Bilder/CAD-Zeichnungen bearbeiten, interessant ist? Ich freue mich auf Antworten.

Nicht ganz. Quadros und Firepros (zumindest zum Teil) zielen auch auf professionelle Graphik ab (überall da wo man z.B. einen OpenGL-Kontext braucht), wie CAD. Letzteres ist bei PHIs nicht der Fall bzw. nicht möglich, da es darauf keine OpenGL-Unterstützung gibt.
 
Natürlich musst die speziell ansprechen. Für ein OS können die nicht benutzt werden ;)
 
ok habs mir schon gedacht^^
mich hat das ganze mit der x86 architektur und co-prozessor etwas verunsichert, ob das nicht doch so einfach möglich wäre
 
@ rg88
Das ist auch falsch. Auf PHI läuft ein spezielles Linux als OS drauf, was man dementsprechend normal über ein CLI ansprechen kann, um auf den PHI dann wiederum normal Programme zu starten.
 
Naja, aber ich bezweifle dass sich das für Virtualisierung eignet. Darauf bezog ich mich ;)
 
Die kommenden Xeon Phi Knights Landing sollen ohne Host auskommen, daher nativ Linux booten und sich ab da verhalten wie jeder andere Rechner (mit massiv vielen Kernen) auch. Ob Unterstützung für Virtualisierung vorhanden ist schaut ihr bitte selbst bei Intel nach.


Was OpenCL, die Phis und den Nutzen für Endanwender angeht. Software für Endanwender ist klassischerweise auf Hardware getrimmt, die Endkunden im Einsatz haben. Entsprechend werden die Phis in den meisten Fällen nicht so gut skalieren wie GPUs, da schlicht die Software nicht passt.
 
Oh, man kann direkt davon booten? Das ist auch interessant.
Finde dann aber die Bezeichnung Coprocessor nicht mehr wirklich passend. So einer ist ja normal da um die CPU zu unterstützen und nicht zu ersetzen. Zur Virtualisierungstechnik hab ich bei Intel zumindest nichts gefunden. Vll such ich auch nur falsch
 
Es gibt auch noch Karten, die als Coprozessor fungieren, genauso gibt es aber auch demnächst Boards, die Sockelkompatibel zwischen Xeon Phi und normalen Xeons sind und je nativ betrieben werden können. Wie man das dann nennen will... dem Intelmarketing wird schon was einfallen.


Was AMD bzw. die HSA Foundation angeht. Die Spucken zwar groß Töne, aber ein Alleinstellungsmerkmal ist das alles nicht. Ein Großteil des Spaßes können aktuelle Intel CPUs einfach und mittels CILK Plus lässt sich der Spaß recht leicht nutzen (das sind 1-2 #pragma um anzuzeigen, dass die kommende Schleife bitte von der GPU bearbeitet werden sollen, sollte mittlerweile gar ohne das lästige Umkopieren des Speichers (ZeroCopy) klappen).

Lektüre:
https://software.intel.com/en-us/articles/how-to-offload-computation-to-intelr-graphics-technology


Edit:
Die Frage, ab wann sich ein XeonPhi lohnt ist derzeit wohl so zu beantworten: Wenn man diese Frage nicht mehr fragen muss, sondern sich selbst beantworten kann.
 
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