Was studiert man am besten, wenn man sich intensiv mit Hardware beschäftigen will?

so ganz hab ich es noch nicht verstanden (und du auch nicht?)

willst du jetzt Geräte Bauen/Entwickeln oder willst du Prozessoren Entwickeln?
ersteres lernt man bei Elektrotechnik.
denn wer weiß wie die Bauteile Funktionieren, der kann daraus auch eine Schaltung/Gerät herstellen.

Die Prozessor Entwicklung stelle ich mir extrem langweilig vor.
und das machen wohl auch verrückte Physiker.
mit Kompletten Geräten (z.b. PCs) werden die wiederum recht wenig zu tun haben.
Da wird halt am Schluss von jemand anderem Getestet ob das was die sich Monatelang ausgedacht haben auch so funktioniert.
 
Intention des Studiums ist einfach mal, zu verstehen, was wirklich Sache ist und was in solchen Maschienen vorgeht. Und später will ich sie mal entwickeln und bauen.
Prozessoren sind ja nur eines der Teilgebiete, das laut euch wohl hochspezialisiert ist. Ich siedle mich da gerne im etwas Allgemeineren Bereich an.
Ich kriege das Gefühl, Etechnik geht da in die richtige Richtung. Wie gesagt, ich will nicht noch einmal hochspezialisiert studieren nur um dann ganz am Ende in ein "Wunschgebiet" zu kommen.

Aber bedenkt bitte mal, dass ich selbst ja kaum etwas weiß. Ich hatte mal aus ICs kleinere Spiele gelötet und mal die Funktionsweise eines 8-Bit-Prozessors angesehen, das wars an praktischer Erfahrung. Das fand ich ganz toll und in die Richtung wollte ich weitergehen. Die weiteren Gebiete der Etechnik, wie zu begreifen, wie denn nun wirklich ein Feld funktioniert, finde ich auch interessant. Es klingt alles soweit ganz gut.
Im übrigen könnte ich in ET an meiner Uni dann auch Veranstaltungen wie Quantenphysik belegen und damit eine Tür in Richtung der Mikroarchitektur aufstoßen.
 
Langfristig möchte ich irgendwo landen, wo man sich eben auf hardware-ebene mit der Datenverarbeitung beschäftigt. Da gibts in Deutschland ja eigentlich nur Intel in München.
Das stimmt absolut nicht.
Na glaubst du, wer die Steuerungen, Schaltungen, Komponenten und Platinen bei Hunderten Maschinenbauunternehmen in D und Ö entwickelt? (Kleine Hilfe: Viele haben die Entwicklung solcher Komponenten im eigenen Haus und lassen die Sachen anschließend bei einem Lohn-Platinenbauer fertigen)
Zumindest bei uns im Haus sind in diesen Abteilungen viele Physiker und E-Techniker. Die Physiker haben imho eher den Blick fürs Ganze und denken disziplinenübergreifend bis zur Fertigung. (wobei diese sehr Pauschale Aussage natürlich den Faktor "Erfahrung" völlig außer Acht lässt)
Die dazugehörige Software wird übrigens von den selben Leuten geschrieben - und zu meiner Überraschung sind dabei relativ wenig Informatiker am werken.
 
Bzgl. des mal in alle möglichen Fächer 1 Semester reinschnupper, dass wird dir nur sehr bedingt etwas bringen, da die ersten 4 Semester, zumindest an einer Uni, nur Grundlagen sein werden. Wirklich vertiefend wirds erst in den höheren Semestern.

Die Entwicklung von Hardwarearchitekturen ist jedoch allg. mehr E-Technik, bzw. später VHDL/Verilog Synthese (jedoch müssen auch diese Tools entwickelt werden). Hier wird jedoch auch viel mit IP-Blocks gearbeitet. Ein Addierer bspw. oder eine Alu ist einfach ein fertiges Modul. Nur für absolute High-End Performance wirst du vlt. dazu kommen hier direkt einzugreifen.

Die Herstellung/Fertigung wird teilweise auch in der Etechnik abgedeckt, aber hier kannst du auch einen Einstieg über Physik/Chemie/Materialwissenschaften (was wohlmöglich einfacher ist letztendlich) erreichen.

Am besten durchforstest du einfach mal die Vorlesungsverzeichnisse von in Frage kommenden Unis/Fh's (für Forschung würde ich letzteres übrigens gleich abhaken) und liest dir Modulbeschreibungen durch!

Und Intel gäbs auch noch in Braunschweig, abgesehen davon das es in Deutschland einige Unternehmen gibt die auch Chips designen. Lediglich bei der Fertigung wirds wesentlich dünner. Die Maschinenzulieferer für die Fertigung sitzen trotzdem auch hier wieder partiell in Deutschland.
 
Zuletzt bearbeitet:
Schnitzelsemmel schrieb:
Intention des Studiums ist einfach mal, zu verstehen, was wirklich Sache ist und was in solchen Maschienen vorgeht. Und später will ich sie mal entwickeln und bauen.
Prozessoren sind ja nur eines der Teilgebiete, das laut euch wohl hochspezialisiert ist. Ich siedle mich da gerne im etwas Allgemeineren Bereich an.
Ich kriege das Gefühl, Etechnik geht da in die richtige Richtung. Wie gesagt, ich will nicht noch einmal hochspezialisiert studieren nur um dann ganz am Ende in ein "Wunschgebiet" zu kommen.

Aber bedenkt bitte mal, dass ich selbst ja kaum etwas weiß. Ich hatte mal aus ICs kleinere Spiele gelötet und mal die Funktionsweise eines 8-Bit-Prozessors angesehen, das wars an praktischer Erfahrung. Das fand ich ganz toll und in die Richtung wollte ich weitergehen. Die weiteren Gebiete der Etechnik, wie zu begreifen, wie denn nun wirklich ein Feld funktioniert, finde ich auch interessant. Es klingt alles soweit ganz gut.
Im übrigen könnte ich in ET an meiner Uni dann auch Veranstaltungen wie Quantenphysik belegen und damit eine Tür in Richtung der Mikroarchitektur aufstoßen.
Elektrotechnik Fachrichtung Mikroelektronik sollte das richtige sein, wenn es Hw-lastig sein soll. Oder Informations- und Kommunkationstechnik/Nachrichtentechnik, wenn es mehr in Richtung Nachrichtenübertragung und -Verarbeitung gehen soll. Die Überschneidungen sind aber bei beiden Fachrichtungen recht groß, so dass man sich die Vorlesungen später wahrscheinlich passend aussuchen kann.
 
Also anhand der Informationen, die ich bisher so zusammengetragen habe, habe ich mich fürs erste entschlossen, Elektrotechnik an der TU München zu studieren. Da werde ich nächstes WS hinwechseln (vorher geht leider nicht) und mich hier noch ein Semester mit Informatik durchquälen. Ich versuche nächstes WS so viele anrechenbare und nützliche Sachen wie möglich zu belegen und schieße dafür die langweiligen / unwichtigen Vorlesungen, außer Betriebssysteme evtl.
Und dann gehts zum WS nach München. Ich habe mir bereits angesehen, wie viele Lehrstühle es allein in der Elektrotechnik gibt. Bei 150 Studiengängen und mehreren Dutzend Vertiefungsrichtungen für Bachelor und Master sollte es dann auf jeden Fall möglich sein, in die Mikroelektronik oder sogar über etwas Physik und Materialwissenschaft ins Wunschgebiet zu kommen.
Zumindest ist das die Idee, aber ich bin optimistisch.
 
Da ich selbst an der TUM Elektrotechnik studiere (im 5., kurz vor der Bachelorarbeit), kann ich dir sagen, dass das wohl (nachdem was ich hier so von dir gelesen habe) die richtige Entscheidung ist!
Eins muss dir klar sein, es ist kein einfaches Studium und in den ersten vier Semestern muss man sich mit viel "Mist" rumschlagen. Besonders die ersten beiden Semester sind hart, da Prüfungen nur einmal wiederholt werden dürfen...mit viel Motivation und Mühe sind die aber machbar und man wird später belohnt mit wirklich interessanten und guten Vorlesungen ;)

Mit deinen hier genannten Interessensbereichen wirst du ab dem 5. und im Master dich dann hier oder hier wohlfühlen.

Wegen anrechenbaren VLs würde ich mich vorher informieren was akzeptiert wird und was nicht. Die TUM ist da sehr eigen und ich könnte mir vorstellen, dass nicht viel angerechnet wird. Am besten mal mit dem sehr kompetenten Fachberater aufnehmen, der kennt sich da sehr gut aus.
 
geisterfahrer schrieb:
insbesondere wenn man eine wissenschaftliche Karriere anstrebt.

Wer eine wissenschaftliche Karriere anstrebt hat in einem Ingenieursstudium nicht viel zu suchen, das ist kein Geheimnis. Die Leute die sich beschweren hätten sich vorher besser informieren müssen. Wenn man mit Halbleitern auf 'Siliziumebene' arbeiten will ist Elektrotechnik auch ganz offensichtlich der falsche Studiengang, das sollte nach Sichtung der Studieninhalte keine Überraschung sein. Aber natürlich gut dass du das hier nochmal ansprichst um Andere vor dem gleichen Fehler zu bewahren.


geisterfahrer schrieb:
Elektrotechnik studieren, da lernt man vieles aber nichts richtig.

Das Studium soll einem das Handwerkszeug mitgeben was man später braucht. Dazu gehören bestimmte Denk- und Betrachtungsweisen genauso wie Grundlagenwissen. Nur mit den Studieninhalten allein kann man i.d.R. nicht sofort produktiv im Betrieb arbeiten wie nach einer (ordentlichen) Berufsausbildung. Entsprechende Dinge muss man sich entweder selbst beibringen oder man lernt sie ab Arbeitsantritt. (Dieses Lernen verfolgt einen auch mindestens den Rest seines Arbeitslebens.) Das gilt besonders für die berufsqualifizierenden Bachelor-Studiengänge, in denen praktisch keine Zeit für Zusatzinhalte bleibt.
Und natürlich ziehen wissenschaftlich(er) ausgerichtete Studiengänge mit ihren Fachgebieten an einem Vorbei.
Ich würde sagen man lernt da durchaus was man soll, Leute die mit falschen Vorstellungen an die Sache herangehen werden aber enttäuscht. Deswegen sollte man sich auch intensiv mit der Sache beschäftigen. Eine Forenberatung o.ä. tuts nicht. :P
 
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