@Turas: Wie kommt es dann, dass man dennoch unterscheiden kann, ob ein Geräusch von vorne oder hinten kommt? Laufzeitunterschiede gibt es dabei nicht.
Ein einzelnes Ohr kann durchaus unterscheiden, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt, da der Klang unterschiedlich im Gehörgang gebrochen wird und anders auf's Trommelfell trifft. Weiterhin gibt es den Knochenschall, Teile des Klangs werden vom Schädel übertragen und das hört sich auch unterschiedlich an.
Die Simulation dessen ist sehr kompliziert und kann immer nur einem Referenzkopf nachempfunden werden. Wenn dieser Kopf den eigenen Hörgewohnheiten nicht entspricht nimmt man keine sauberen Richtungen wahr. Natürlich spielt auch der Kopfhörer eine große Rolle, der kann alles zunichte machen, was die Soundkarte liefert.
Und genau deshalb sind meiner Meinung nach 5.1-Headsets im Taschengeldpreisbereich die bessere Alternative. Klanglich sind sie natürlich meilenweit unterlegen, das Roccat Kave hat z.B. ein wahrnehmbares Grundrauschen. Echte Surroundlautsprecher sind natürlich aufgrund der ganz anderen Aufstellung die beste Wahl, da die Richtung noch klarer wird. Da kommt ein 5.1-Headset nicht heran.
Dennoch benötigt man zur Simulation des virtuellen Surroundsounds noch eine Soundkarte. Und die kostet auch Geld. Ein 5.1-Headset benötigt keine Soundkarte (klanglich Verschwendung, Features nicht benötigt) und ist so günstiger bei mutmaßlich besserer Richtungsortbarkeit, aber schlechterer Tonqualität.
Und ganz zu letzt gilt vor allem eines: Ausprobieren! Wenn die Simulation auf einen selbst passt, kann man die 5.1-Headsets ganz schnell wieder vergessen.
PS: Virtual Barber Shop ist keine Simulation, sondern mit einem
Kunstkopf aufgenommen. Das hat mit den Simulationen heutiger Soundkarte nicht viel am Hut. Dennoch ist es extrem beeindruckend und selbst mit dem Roccat Kave im Stereobetrieb sind die Richtungen sehr gut wahrnehmbar.