Weinberatung gesucht

fly_AY

Lt. Junior Grade
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Juli 2004
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273
Tach zusammen!

Ich brauche dringend kompetente Beratung für einen Wein zu einem ganz konkreten Essen.
Ich hab schon ne Weile gegoogled und nach Foren gesucht, die mir da weiterhelfen können, aber irgendwie is die Ausbeute recht mager. Unter den vielen ComputerBase-Usern gibt es bestimmt jemanden, der mir da weiterhelfen kann, bzw. jmd. kennt, der das kann.
Ich selbst trinke zwar immerwieder mal wein, kaufe aber bisher immer relativ blind ein.

Nun steht aber nen Essen an, bei dem ich mich nicht auf mein Glück verlassen kann.

Der Hauptgang sieht folgendermaßen aus: "röllchen von der putenbrust mit tomate und mozzarella gefüllt, auf pestosauce, tagliatelle und gefüllter tomate"

Ich hätte jetzt spontan irgend nen Merlot gewählt, aber ich halte es für möglich, das ich da komplett daneben liege. :p

bin mal gespannt, was ihr so sagt...

Matti
 
Also ich würde da raten in ein Weingeschäft zu gehen und mich intensiv beraten zu lassen, nicht in den Supermarkt ( da kannst zwar nachher wenn sie ihn haben, dass gute Stöffchen kaufen ) aber richtige Fachleute befragen. Die können dir da sicherlich eine gute Empfehlung aussprechen oder du verkostigst vor Ort selbst ;)
 
Lass mich raten. Merlot deshalb, weil Du den Namen schon einmal gehört hast? ;)

Putenbrust und Merlot schließen sich definitiv aus. Der Merlot ist viel zu körperreich und schwer, als dass er zu einem leichten Fleisch wie Pute passt. Zu Rindfleisch oder Wild hingegen ist er passender. Oft trinkt man ihn auch zu fettreichen Speisen wie Käse.

Es gillt nach wie vor die alte Regel "Rotwein niemals zu hellem Fleisch oder Fisch". Begründet ist das darin, dass Rotweine meist sehr dominant und schwer sind, was den Genuß eines leichten Essens zu sehr beeinträchtigt.

Ich würde zwar ohne Weiteres auch einen leichten Rose zu Puten essen, doch ist es einfacher, wenn Du auf einen Weißwein setzt. Der sollte nicht zu viel Säure haben, darf als Nicht-Weintrinker gern auch etwas mehr Süße haben.

Um eine Beratung in einem Weingeschäft kommst Du dabei eh nicht herum, weil man als Laie kaum den Charakter eines Weines anhand des Etiketts erkennen kann.

Für 6-8€ bekommst Du einen hervorragenden deutschen Wein. Mehr bedeutet nicht unbedingt besser. Beliebt sind auch chilenische oder kalifornische Weine. Ich bleibe aber nicht nur aus Patriotismus bei den deutschen Weinen. Man ist fast schon ein Modetrinker, wenn es immer ein Chardonnay ist. Dann darfst Du dich am Tisch auch gern als ABC-Trinker outen (Anything But Chardonnay!).

Andere Frage ist die, ob es unbedingt Wein sein muss. Denn es soll dir schmecken und aus Erfahrung weiß ich, das Biertrinker Biertrinker sind. Denen ist eine stinknormales Pils am liebsten. Was ich gut verstehen kann. Trinken soll man das, was einem schmeckt.
 
Naja, merlot hab ich schon oft zu pasta getrunken, geschmacklich sehr kräftig, aber angenehm. Ich hätt ihn jetzt auch dazu getrunken. Aber wie es aussieht hätte des nicht gepasst.
Weißwein mag ich nicht so und trockene Weine sind mir generell lieber.
Mit Rose hab ich noch keine Erfahrung, aber ich werde mich mal in diese Richtung umschauen.
Beraten lassen werd ich mich beim Kauf aufjedenfall, doch ich möchte nicht ohne Vorkentnisse da hin gehen.
Auch wenn ich es nicht abstreiten kann das ich mehr Bier als Wein trinke, trinke ich dennoch öfters mal ein Gläschen(im Moment steht ein cabernet neben meiner tastatur). Doch die Entscheidungen welchen Wein ich trinke hab ich bis jetzt eher anderen überlassen.

ich danke erstmal für eure Ratschläge!

schönen Abend noch!
Matti
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn man die Pute in den Vordergrund stellt, dann empfiehlt sich tatsächlich eher ein Weisswein. Aber angesichts der Tagliatelle auf dem Speiseplan hätte ich persönlich auch nichts gegen einen Rotwein einzuwenden, den ich meist bevorzuge. Zu Nudeln kann man ebenso gut Rosé trinken, der würde sich dann nicht so sehr mit der Pute "beißen" wie Rotwein, wie schon critique schrieb.

Bei deutschen Weissweinen stört mich oft der recht hohe Säureanteil. Aber danach kannst Du im Fachhandel ja gezielt fragen. Du kannst es auch so halten, dass Du zum Essen Weißwein bzw. Rosé anbietest und für danach noch einen Rotwein in der Hinterhand hältst.
 
Ich würde einen fruchtigen, nicht zu süßen Weißen nehmen. Rotwein ist mir zwar auch der liebere, aber zu dem Essen passt er nunmal nicht. Und Dornfelder schon dreimal nicht.
'nen feiner Rivaner oder Grauburgunder würde imho am besten passen.
 
pute ist prädestiniertes WEißweingericht imo. Genau wie fisch. Ein schön fruchtiges Bukett (mein gott, schreibt man das so?) ist was feines zu leichten gerichten.
Rotwein trinke ich generell nicht sooo gern, aber der empfiehlt sich immer für dunkles Fleisch.

Aber ich kenn mich in sachen wein auch nicht wirklich aus, critique scheint da die meiste expertise zu haben :)
 
critique schrieb:
Lass mich raten. Merlot deshalb, weil Du den Namen schon einmal gehört hast? ;)

Putenbrust und Merlot schließen sich definitiv aus. Der Merlot ist viel zu körperreich und schwer, als dass er zu einem leichten Fleisch wie Pute passt. Zu Rindfleisch oder Wild hingegen ist er passender. Oft trinkt man ihn auch zu fettreichen Speisen wie Käse.

Es gillt nach wie vor die alte Regel "Rotwein niemals zu hellem Fleisch oder Fisch". Begründet ist das darin, dass Rotweine meist sehr dominant und schwer sind, was den Genuß eines leichten Essens zu sehr beeinträchtigt.

Ich würde zwar ohne Weiteres auch einen leichten Rose zu Puten essen, doch ist es einfacher, wenn Du auf einen Weißwein setzt. Der sollte nicht zu viel Säure haben, darf als Nicht-Weintrinker gern auch etwas mehr Süße haben.

Um eine Beratung in einem Weingeschäft kommst Du dabei eh nicht herum, weil man als Laie kaum den Charakter eines Weines anhand des Etiketts erkennen kann.

Für 6-8€ bekommst Du einen hervorragenden deutschen Wein. Mehr bedeutet nicht unbedingt besser. Beliebt sind auch chilenische oder kalifornische Weine. Ich bleibe aber nicht nur aus Patriotismus bei den deutschen Weinen. Man ist fast schon ein Modetrinker, wenn es immer ein Chardonnay ist. Dann darfst Du dich am Tisch auch gern als ABC-Trinker outen (Anything But Chardonnay!).

Andere Frage ist die, ob es unbedingt Wein sein muss. Denn es soll dir schmecken und aus Erfahrung weiß ich, das Biertrinker Biertrinker sind. Denen ist eine stinknormales Pils am liebsten. Was ich gut verstehen kann. Trinken soll man das, was einem schmeckt.


Sry, muss dir leider (in einem nicht so wesentlichen Punkt) wiedersprechen. Nie einen Merlot zu Rinderfleisch und Wild! Da ist der Merlot als Wein viel zu "leicht". Zu Rind und Wild braucht es schwere Weine, z.B. einen Lagrein wäre da ideal, höchstens vlt. einen Merlot Cabernet, aber nur wenn er in Barrique ausgebaut wurde (Riserva).

Ich weiß nicht, mit was für Leute du dich Triffst um Wein zu trinken. Angenommen sie kennen sich mit Weinen aus (womöglich auch Nicht-Deutsche), dann umbedingt einen deutschen Wein! Das machen viele falsch. Weinkenner bevorzugen es Weine aus dem Gebiet in dem sie sich aufhalten zu trinken. So kann man keinen kalifornischen Wein in D trinken, Sünde!!! :D

mfg

a-b-d
 
Das mit dem deutschen Wein würde ich gerade bei Weinkennern aus dem Ausland nicht so eng sehen. Selbstverständlich trinke ich als Urlauber in Griechenland auch griechischen Wein. Aber so richtig scharf bin ich darauf eigentlich nicht. Die deutschen Weintrinker haben meist kein Problem damit, edle Tropfen aus Frankreich, Italien, Spanien oder Südafrika zu trinken. Warum sollte es z. B. bei den Italienern anders sein? Die haben doch auch Zugriff auf deutsche Weine.

Und wenn man einen leckeren Amarone anbieten kann (natürlich nicht zu der Pute hier), dann ist die Sehnsucht nach einem deutschen Wein auch schnell vergessen.
 
fly_AY schrieb:
...

Der Hauptgang sieht folgendermaßen aus: "röllchen von der putenbrust mit tomate und mozzarella gefüllt, auf pestosauce, tagliatelle und gefüllter tomate"

Ich hätte jetzt spontan irgend nen Merlot gewählt, aber ich halte es für möglich, das ich da komplett daneben liege. :p

Naja, das kommt auf den Merlot an. Ich würde zu diesem Essen einen weichen, nicht im Fass ausgebauten Wein nehmen, der das Essen nicht mit einem allzu vollen Bouquet erdrückt. Denkbar wäre vor allem auch bei diesem Wetter ein trockener Rosé, zum Beispiel dieser hier:

http://www.der-weinfleck.de/product...s_id=519&sid=812b09a6ee060bb0b77184f8773cf86a

Die jungen Tempranillo-Weine sind sehr zurückhaltend, gekühlt ist der Wein dann erfrischend und die Säure reinigt die Geschmacksknospen, damit der nächste Bissen wie der erste schmeckt.
 
Tankred.
Guter Tipp das mit der Säure ;)
Allerdings hat das irgendwo auch sicher seine grenze, den gegen ein steigendes Sättigungsgefühl kann auch die beste Säure im Wein nicts mehr ausrichten :D
 
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