Welche Aussage hat der Basistakt heutzutage noch?

KlaasKersting

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Hallo,

ich habe seit längerem Verständnisprobleme, was der Basistakt überhaupt noch aussagt bzw. was er überhaupt ist.
Moderne CPUs takten automatisch nach Bedarf höher/niedriger und werden dabei von Dingen wie dem maximalen Turbo-Takt, der benötigten Spannung, der TDP und der Kühlung eingeschränkt, so weit so gut.


Nehmen wir eine fiktive Beispiel-CPU mit einem Basistakt von 2 GHz und einem 3 GHz Turbo, den Unterschied zwischen Multicore- und Singlecore-Turbo lassen wir zur Vereinfachung weg.

Der Takt selbst setzt sich aus dem Bus Speed (z.B. hier 100 MHz) und dem variablen Multiplikator zusammen, welcher hier zwischen 8 und 30 liegen kann.

Im normalen Betrieb wird diese CPU somit vollkommen dynamisch zwischen 800 MHz und 3 GHz takten.

Unter anhaltender Last werden zuerst 3 GHz anliegen, sollte die Kühlung nicht ausreichen, setzt das Throttling ein, welches die CPU wieder dynamisch so weit runtertaktet, bis die Temperatur wieder im Griff ist, falls nötig sogar runter bis auf 800 MHz bzw. im Extremfall Notabschaltung.

Welche Relevanz haben die 2 GHz Basistakt überhaupt, was sagt der Basistakt aus?
Die CPU taktet beliebig zwischen 800 MHz und 3 GHz, wieso wird der Basistakt noch immer als wichtigste Angabe einer CPU herausgestellt und meist als erstes oder sogar einziges angegeben?
 
der basistakt sollte der takt sein den die cpu bei maximaler belastung und "normaler" kuehlung "endlos" halten kann
 
Du hast nur eines einfach ausser Acht gelassen.
Wenn die CPU, trotz fachgerechter Montage, nicht ihren von Intel garantierten Basistakt halten kann, kannst du sie einfach umtauschen.

Bei AMD wird das so ziemlich das selbe sein, nur dass die "fachgerechte Montage" hier nicht ganz so einfach ist. Man liest ja bei AMD Boards immer von überhitzten Spannungswandlern,, zumindest bei den FXen.

Wenn das so funktionieren würde, wie du es beschreibst, könnte man die Boost-Takte auch einfach als Standard-Takte angeben, auch wenn die TDP dann wohl nicht mehr stimmt.

Die Angaben sind trotdem ohne Gewähr. :D

Grüßchen
 
Je nachdem, wo du kaufst, stehen zu den gleichen CPUs unterschiedliche Beschreibungen.
Beim einen steht 4x3,3Ghz und somit Basistakt, andere schreiben "up to/bis zu" 3,9Ghz und somit den Turbo.
Mit adäquater Kühlung ist mir auch noch keine CPU untergekommen, die ihren Turbo nicht konstant hält.
Somit sehe ich den Turbo eher als relevant.
 
je größer die Differenz von Grundtakt, Basistakt und Maximaltakt bzw. je effizienter eine CPU taktet, desto mehr Strom spart man, was sich positiv in der Stromrechnung bemerkbar macht.
Vorausgesetzt man zahlt seinen Strom (schon) selber, und er wird nicht von Mama und Papa gezahlt ;)
 
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Sas87 schrieb:
Bei AMD wird das so ziemlich das selbe sein, nur dass die "fachgerechte Montage" hier nicht ganz so einfach ist. Man liest ja bei AMD Boards immer von überhitzten Spannungswandlern,, zumindest bei den FXen.

Bei den Boards braucht es halt Top-Blow-Kühler, steht auch immer in der Anleitung. Sollte man halt auch lesen. Die Montage ist genauso leicht oder schwer bei wie Intel auch...
 
Das Basistakt sagt vor allem aus, welcher Takt gehalten werden kann, wenn alle Kerne voll ausgelastet sind. Je nachdem wie viele Kerne belastet werden fällt der Turbo unterschiedlich hoch aus.
Leider sind die einzelnen Abstufungen nicht so einfach ersichtlich. (Wenn da jemand mal eine vollständige aktuelle Liste hat gerne her damit.)
 
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edit. prima Danke @Fujiyama
 
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KlaasKersting schrieb:
den Unterschied zwischen Multicore- und Singlecore-Turbo lassen wir zur Vereinfachung weg.

Großer Denkfehler!

Natürlich haben die Vorredner Recht darin, dass der Basis-Takt der "Endlos haltbare" Takt ist.

Wichtig ist auch, dass hier eine Multicore-CPU einen ihrer Nachteile, nämlich hohe Single-Core-Leistung, über eine starke Anhebung des Taktes eines einzelnen Kerns wieder gut macht.

Daher eher:
Basistakt 2GHz
Max Turbo 3GHz
Max Turbo über alle Kerne 2,4GHz
 
mastertier79 schrieb:
je größer die Differenz von Grundtakt, Basistakt und Maximaltakt bzw. je effizienter eine CPU taktet, desto mehr Strom spart man
Das ist Blödsinn, denn die Leistungsaufnahme hängt vom momentanen Takt (und der entsprechend angepassten Spannung) ab, nicht wirklich vom Basistakt und schon gar nicht ist eine CPU effizienter weil der Basistakt geringer ist. Schau Dir Anandtechs Reviews der Boardwell Xeon E3 1200v4 an:


Die Leistungsaufnahme im Idle dürfte für alle getesteten CPUs gleich sein und der 1285L mit 65W TDP und 3,4GHz Basistakt braucht bei Volllast mit 3,8GHz gegenüber Idle sogar 2W mehr als der 1285 mit 95W TDP und 3,5GHz Basistakt bei ebenfalls 3,8GHz. Bei gleicher Last und gleicher Leistung ist der L also nicht effizienter, obwohl er eine geringere TDP und einen geringere Basistakt hat.
der-MASTER schrieb:
der basistakt sollte der takt sein den die cpu bei maximaler belastung und "normaler" kuehlung "endlos" halten kann
So ist es, man kann davon ausgehen, dass die tatsächliche Leistungsaufnahme bei normaler Last (besondere Befehle wie die AVX erzeugen eine erhöhte Leistungsaufnahme) beim Basistakt unterhalb der TDP liegt, wenn also die Kühllösung gerade reich um die TDP abzuführen, dann wird Taktfrequenz die CPU nicht unter den Basistakt fallen, was als Throtteln zu sehen ist, sofern sie nicht sowieso Idlet und deshalb den Takt senkt. Normalerweise wird der Takt der CPU unter Last eben auch zwischen dem Basistakt und dem maximalen Turbotakt schwanken und nur wenn sie throttelt (eben weil die Kühlung nicht reicht) darunter liegen. Damit hat der Basistakt die Bedeutung, dass bei eines Kühllösung die gerade so die TDP schafft, die CPU eben nicht throttelt, wird die Kühlung großzügig genug ausgelegt und erlaubt das BIOS der CPU ihren Power Envelop, also die vorgesehene Leistungsaufnahme, dauernd zu überschreiten (was bei Desktop und vor allem übertaktungsfreundlichen Mainboards normal ist), so verliert der Basistakt seine Bedeutung weitgehend, die TDP entspricht dann aber auch in keiner Weise mehr der tatsächlichen Leistungsaufnahme. Daher sind dann CPU mit geringer TDP, was ja innerhalb einer Familie nur mit einem geringeren Basistakt (oder weniger Kernen) möglich ist, dann auch nicht effizienter als solche mit höherem Basistakt und mehr TDP, sofern sie eben gleichhoch takten und gleich belastet werden.
 
KlaasKersting schrieb:
Unter anhaltender Last werden zuerst 3 GHz anliegen, sollte die Kühlung nicht ausreichen, setzt das Throttling ein, welches die CPU wieder dynamisch so weit runtertaktet, bis die Temperatur wieder im Griff ist, falls nötig sogar runter bis auf 800 MHz bzw. im Extremfall Notabschaltung.

Welche Relevanz haben die 2 GHz Basistakt überhaupt, was sagt der Basistakt aus?

Der Turbo liegt an, solange das Power Target passt! Das hat nur bedingt was mit der Temperatur zu tun.
Sobald das Power Target erreicht wird, liegt nur noch der Basistakt an. Der Basistakt kann vom PT her immer gehalten werden.

Eine zu hohe Temperatur triggert die Schutzschaltung und die CPU taktet IMMER runter, egal wie das Power Target aussieht.
 
Das Power Target kann aber vom BIOS auch überschrieben werden und dann takten CPUs bei passender Kühlung und erhöhtem Power-Target eben ggf. die ganze Zeit mit einem weit höheren als dem Basistakt.
 
h00bi schrieb:
Sobald das Power Target erreicht wird, liegt nur noch der Basistakt an. Der Basistakt kann vom PT her immer gehalten werden.
D.h. der Basistakt ist der Takt, welcher bei Einhaltung des Power Targets (und entsprechender Kühlung) garantiert mindestens erreicht wird und hat darüber hinaus heutzutage tatsächlich wenig Bedeutung?
 
Also ich dachte es wäre so langsam mal klar, aber nochmal: Welche Bedeutung er hat, hängt von den Bedingungen ab, vor allem der Kühlung und dem durch das BIOS des MoBos ggf. modifizierten Power Target.
 
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