Welche Rolle spielt ein Netzteil beim Übertakten?

7eventy7even

Captain
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Hallo, da noch keine Erfahrungen beim Übertakten in bezug auf die Auswirkung eines guten Netzteils gemacht habe, wollte ich mal fragen was ein gutes Netzteil bringt. Ich besitze ein 300W NoName Netzteil aus einem Komplett PC und mein Athlon 64 (Venice) 3200+ läuft als 4100+ (2.0Ghz@2.6Ghz). Allerdings würden mich mehr richtige erfahrungen intressieren als vermutungen :D


Danke im voraus


Gruß Deep
 
naja, ein computersystem braucht strom zum laufen, soweit isses ja klar. ein übertaktetes system braucht entsprechend mehr strom, und diesen strom muss das netzteil zur verfügung stellen damit das system stabil laufen kann. liefert es aber zu wenig strom, dann kann entweder der pc instabil werden oder das netzteil durchbrennen (oder abschalten bevor es soweit kommt).
wenn dein rechner mit deinem netzteil tadellos läuft, dann ists gut, durch den kauf eines 550 watt netzteils würde dein rechner auch nicht schneller laufen. es werden immer markennetzteile bei einer kaufberatung empfohlen, da die meistens stabile spannungen liefern, wo no name produkte oft versagen (= instabil, crash, durchbrennen)
mfg
IRID1UM
 
Zuletzt bearbeitet:
Das spielt auf jeden Fall eine Rolle, da gerade beim Extrem-OCen das NT doch gefordert ist, genügend Strom zu liefern. Wenn es dann einbricht, ist es vorbei mit der Stablität...;)

Bei Extrem-OCen ist zB ein OCZ zu empfehlen, bei dem man die Spannungen einstellen kann.

Bei für dein System ein gutes NT (zB Seasonic, Tagan, bequiet,...) mit 350 W bis 400 W dicke ausreicht...;)
 
Da dir ja bis jetzt nur eher oberflächliche Erklärungen angeboten wurde, werde ich mal genaueres Erklären. Was schon richtig gesagt wurde, muss das Netzteil seiner Funktion entsprechend die "normale" aus dem Stromnetz entnommene Leistung in mehrer für den PC benötigte Spannungen(+-12V,+-5V und 3.3V) umwandeln. Da es sich dabei um Gleichspannungen handelt, muss das Netzteil nicht nur korrekt runtertransformieren, sondern auch die Spannung von Wechselstrom(die Netzspannung ist ja bekanntlich 230V Wechselspannung) in Gleichstrom umwandeln.

Genau hier unterscheiden sich schon mal hochqualitative Netzteile von schlechten(nicht billig, billig muss nicht zwingend schlecht bedeuten). Egal wie qualitativ gut der Wechselstrom umgewandelt wird, eine Restwelligkeit oder Brummspannung besteht immer noch. Diese wird durch hochkapazitive Kondensatoren(ELKO) und Spannungswandlern(TRIAC)"geglättet". BilligNetzTeile (BNT) greifen hierfür eher auf billigere Komponenten.

Aus diesem Grund verwenden gute MB Hersteller auch eine 6 Phasen Spannungswandler Lösung, die wesentlich stabilere Spannungen bei unterschiedlichen Lasten liefert und gleichzeitig auch die Belastung für die Wandler selber reduziert da sich die Last ja auf 6 statt den sonst üblichen 3 MOSFETs verteilt.

Je höher der Takt des Gerätes nun wird umso weniger Ladung passiert die betroffene Stelle in der Schaltung. Jedoch muss eine Mindestladung vorhanden sein, um korrekt funktionieren zu können. Bei hoher Restwelligkeit der Spannung kann es passieren dass bei einem Tiefpunkt der Welle die dazugehörige Ladungsportion insuffizient ist und das System abstürzt.

Ein weiterer Punkt ist die Effizienz eines Netzteils. Dieser Wert (Prozentsatz) gibt an, wieviel Prozent von der aus dem Stromnetz entnommenen Leistung in nutzbaren PC-Strom umgewandelt wird. Der Differenz dieser Effizienz auf 100% gibt den Verlust an der um es auf einen Punkt zu bringen in WÄRME aufgeht. Die Noisetaker Serie der ENERMAX Netzteile z.B.: hat eine Effizienz von über 77% bei Volllast. Kleines Beispiel: Bei einem 500Watt Netzteil sind das dann ca 385Watt Nutzbarer Strom und ca 115Watt die in Wärme des Netzteils umgewandelt wird. Darum benötigt das Netzteil auch eine Aktive Lüftung um diesen Wärmeverlust abzutransportieren. Die meisten Tagan Netzteile (oder zumindest die bei THG getestet wurden) arbeiten mit ca 69% Effizienz was dann bei 500Watt ca 345Watt Nutzstrom ABER 155Watt Verlustleistung bedeuten. Da soll sich noch wer über INTEL Heizmaschinen aufregen ;-) Also um die Kühlung des Systems zu verbessern sollte man beim Kauf unbedingt auf die Effizienz achten.

Desweiteren ist die PowerFactorCorrection kurz PFC genannt von Bedeutung. Dieser Wert der zwischen 0 und 1 liegt gibt den Cosinus der Verschiebung zwischen Strom und Spannung an auch. Je größer umso besser. Das ist vor allem dann wichtig, wenn man am Selben Strang andere Geräte wie z.B.: Fernseher anhängt. Diese Induktive Last kann zu vehementen Störungen führen. Deshalb sollte der Wert PFC mindestens 0.98 sein, ist aber ohnehin bei vielen schon bei ca 0.99 .

Was dann noch wichtig ist sind die 12V Schienen. Es sollte 2 getrennte 12V Schienen besitzen um die Möglichkeit zu haben die Lasten unterschiedlich verteilen zu können. Viele Komponenten reagieren sehr sensibel darauf wenn die Spannung unter Last ein wenig einbricht. Wenn nun z.B. die Grafikkarte(n) auf vollen Touren werkeln und plötzlich die Festplatten(schlechtes beispiel da diese nur Wenige Watt verbraten) zusätzlich anspringen kann dies durchaus die Klemmenspannnung der 12V Schienen um einige 100mV senken. und genau dies kann zu Instabilität führen. 2 Schienen sind voneinander entkoppelt und so spürt der eine Strang die Lastveränderung des anderen Stranges nicht.
Bei einem SLI System ist dies sowieso unverzichtbar.

Also ich hoffe dieser kleine Einblick konnte dir weiterhelfen. Also beim Kauf nicht nur auf die angegebene Wattzahl verlassen sondern die Inneren Werte beachten. Meine Kaufempfehlung liegt bei Enermax wegen seiner extremhohen Effizienz, der übermässig hohen Anschlussmöglichkeiten, der Stabilsten Spannungen die man sich vorstellen kann und wegen der guten EMV-Abschirmung. Hatte bis zum heutigem Datum nur 2 Enermax Netzeile: ein 350Watt gekauft vor ca 6 Jahren und verkauft vor 1 Jahr(eingegangen ist es nciht :-)) und das 475Watt Noisetaker.
 
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