Morgoth
Captain
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Re: Subwoofer (aktiv) für ~130€ - WELCHEN?
Da gibt es sehr gute Simulationsprogramme, die das ausgezeichnet erledigen. Man nimmt sich feste Vorgaben (Volumen, untere Grenzfrequenz, Reflexrohrdurchmesser wenn vorhanden) und simuliert dann. Vorher werden die Chassis natürlich ausgemessen (TS-Parameter).
Dann wird der Sub zusammengebaut, mit einem leicht zu langen Reflexrohr. Das wird dann nach verschiedenen Messungen auf die rechte Länge gestutzt.
Das Schwierigste am Subwoofer-Bau ist das Finden eines geeigneten Chassis.
Das Volumen eines geschlossenen Subs bestimmt maßgeblich über Impulsgenauigkeit und Grenzfrequenz. Dabei sind gröbere Abweichungen nicht besonders dramatisch.
Am wichtigsten ist die Abstimmung: man unterscheidet da zwischen Butterworth (Güte 0,707), Bessel (0,5) und Tschebyscheff (>1,0).
Die Unterschiede sind gravierend: eine Tschebyscheff-Abstimmung (zu kleines Gehäuse) liefert einen (scheinbar) tiefen Bass, der durch eine starke Überhöhung im Bereich der Resonanzfrequenz zustande kommt. Solche Konstruktionen haben aber eine sehr schlechte Impulsantwort (langes Ausschwingen) und hören sich gerade deswegen schauderhaft an. Eigentlich sollten sie nicht mehr vorkommen, aber gerade im Billigsektor sind sie immer noch bei auf klein gezüchteten Satelliten zu sehen.
Eine Bessel-Abstimmung (zu großes Gehäuse) hat eine höhere Grenzfrequenz, aber eine sehr viel bessere Impulstreue. Mir persönlich gefallen Lautsprecher mit dieser Abstimmung sehr gut, da ich auf absoluten Tiefbass meist verzichten kann und mir statt dessen ein "knackiges" Klangbild lieber ist. Außerdem kann man solche Lautsprecher auch mal nah an die Wand oder in die Ecke stellen, ohne dass sie gleich im Bass dick auftragen.
Ein guter Kompromiss zwischen beiden ist die Butterworth-Abstimmung. Aber wie das bei Kompromissen so ist, gefallen sie nicht unbedingt, eben weder Fisch noch Fleisch. Deshalb ist wohl die Mehrzahl der im Handel erhältlichen geschlossenen Lautsprecher mit einer Güte von 0,86 abgestimmt. Die Vorteile: kleineres Gehäuse als Butterworth, massentauglicher Klang (wird häufig als angenehm empfunden).
Ein weiterer Trend der letzten Jahre: der Bass wird aktiv entzerrt, d. h. der eingebaute Verstärker hat einen eingebauten Filter, der den Tiefbass anhebt. Mit einer geschickten Gehäuseabstimmung lässt sich so Tiefbass mehr Tiefbass als eigentlich vorhanden herausholen.
Gruß
Morgoth
DvP schrieb:Naja so simpel is es doch auch nicht. Volumen, Öffnungen, Länge der Rohre etc. sind doch auch nicht Außer Acht zu lassen.
Da gibt es sehr gute Simulationsprogramme, die das ausgezeichnet erledigen. Man nimmt sich feste Vorgaben (Volumen, untere Grenzfrequenz, Reflexrohrdurchmesser wenn vorhanden) und simuliert dann. Vorher werden die Chassis natürlich ausgemessen (TS-Parameter).
Dann wird der Sub zusammengebaut, mit einem leicht zu langen Reflexrohr. Das wird dann nach verschiedenen Messungen auf die rechte Länge gestutzt.
Das Schwierigste am Subwoofer-Bau ist das Finden eines geeigneten Chassis.
DvP schrieb:In dieser Frage würde ich mich auch mal interessieren wie wichtig das Volumen bei einem Sub ist, der komplett verschlossen ist. Wie viel Einfluss nimmt dies auf den Klang?
Das Volumen eines geschlossenen Subs bestimmt maßgeblich über Impulsgenauigkeit und Grenzfrequenz. Dabei sind gröbere Abweichungen nicht besonders dramatisch.
Am wichtigsten ist die Abstimmung: man unterscheidet da zwischen Butterworth (Güte 0,707), Bessel (0,5) und Tschebyscheff (>1,0).
Die Unterschiede sind gravierend: eine Tschebyscheff-Abstimmung (zu kleines Gehäuse) liefert einen (scheinbar) tiefen Bass, der durch eine starke Überhöhung im Bereich der Resonanzfrequenz zustande kommt. Solche Konstruktionen haben aber eine sehr schlechte Impulsantwort (langes Ausschwingen) und hören sich gerade deswegen schauderhaft an. Eigentlich sollten sie nicht mehr vorkommen, aber gerade im Billigsektor sind sie immer noch bei auf klein gezüchteten Satelliten zu sehen.
Eine Bessel-Abstimmung (zu großes Gehäuse) hat eine höhere Grenzfrequenz, aber eine sehr viel bessere Impulstreue. Mir persönlich gefallen Lautsprecher mit dieser Abstimmung sehr gut, da ich auf absoluten Tiefbass meist verzichten kann und mir statt dessen ein "knackiges" Klangbild lieber ist. Außerdem kann man solche Lautsprecher auch mal nah an die Wand oder in die Ecke stellen, ohne dass sie gleich im Bass dick auftragen.
Ein guter Kompromiss zwischen beiden ist die Butterworth-Abstimmung. Aber wie das bei Kompromissen so ist, gefallen sie nicht unbedingt, eben weder Fisch noch Fleisch. Deshalb ist wohl die Mehrzahl der im Handel erhältlichen geschlossenen Lautsprecher mit einer Güte von 0,86 abgestimmt. Die Vorteile: kleineres Gehäuse als Butterworth, massentauglicher Klang (wird häufig als angenehm empfunden).
Ein weiterer Trend der letzten Jahre: der Bass wird aktiv entzerrt, d. h. der eingebaute Verstärker hat einen eingebauten Filter, der den Tiefbass anhebt. Mit einer geschickten Gehäuseabstimmung lässt sich so Tiefbass mehr Tiefbass als eigentlich vorhanden herausholen.
Gruß
Morgoth