Mesh ist im Augenblick das Schlagwort im WLAN-Bereich. Ob das berechtigt ist? Der Teufel steckt im Detail. Mesh ist nicht gleich Mesh und so gibt es Systeme am Markt, die streng genommen gar kein Mesh sind, sondern einfach nur eine Ansammlung von Repeatern mit "Mesh" im Namen. Außerdem wird Mesh oft als Allheilmittel gegen schlechtes WLAN angepriesen und das ist schlichtweg falsch.
Ein Mesh zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass ein vermaschtes Netz entsteht, das Mesh eben. Dabei sind mehrere Repeater bzw- Nodes im Einsatz, die ihre Verbindungen untereinander dynamisch anpassen, um eine möglichst stabile und schnelle Verbindung zu gewährleisten. Wenn einer der Nodes zB 2-3 verschiedene andere Nodes in Reichweite hat, wird von der Mesh-Intelligenz der vermeintlich beste Verbindungspartner ausgewählt. Kommen dann Störungen ins Spiel, weil beispielsweise eine Mikrowelle im Verbindungsweg angeschaltet wurde, kann der Node und eben auch ein Endgerät wie zB ein Smartphone sich spontan mit einem der anderen Nodes verbinden, um die Schwachstelle zu umgehen - in der Theorie. In der Praxis sind bei gefühlt 99 von 100 Mesh-Installationen aber sowieso nur so wenige Nodes im Einsatz, dass es gar keinen Spielraum für eine Neuausrichtung des Mesh gibt und somit der größte Vorteil des Mesh von vornherein flöten geht. Heißt: Wenn die besagte Mikrowelle angeht, dann ist das Mesh an dieser Stelle eben praktisch tot, weil es gar keine Alternative Route gibt. Effektiv ist ein Mesh mit wenigen Nodes daher weitestgehend ein stinknormales Repeater-WLAN.
Hinzu kommt, dass wir bei Mesh auch mit vielen Nodes immer noch von Repeater-Technologie sprechen. WLAN geht rein, WLAN geht raus. Arbeitet das Mesh bzw. der Node daher nicht mit Crossband (zB 2,4 GHz rein, 5 GHz raus) oder gar mit einem dedizierten Funkkanal unter den Nodes, muss der Node nach wie vor abwechselnd vor und zurück funken.
Lange Rede, kurzer Sinn: Mesh hat durchaus Vorteile, die sich aber nicht durch den reinen Namenszusatz eines Gerätes ergeben. Ein adäquates Mesh muss auch entsprechend ausgestattet werden, um die Vorteile wirklich nutzen zu können. Ansonsten kann man auch mit ganz normalen Repeatern arbeiten.
Jenseits von Mesh und Repeatern bleibt natürlich immer noch die Alternative mit Access Points, die nach Möglichkeit stets vorzuziehen ist. Dabei muss natürlich eine gewisse Grundverkabelung vorhanden sein, um jeden Access Point mit einem LAN-Kabel an das Netzwerk anzuschließen. Daher ist mindestens ein LAN-Kabel je Stockwerk notwendig sofern man nicht mit einem AP auch noch das Stockwerk darüber/darunter versorgen kann.