Werden SSDs langsamer um so mehr Daten drauf sind?

Rickmer schrieb:
...

Wie kommst du darauf?

Falls du die in 1000x verschieden gelabelten SSDs ...

Im Umsatz und Stückzahl hat z.B. Samsung einen riesigen Marktanteil ...
Ich verstehe deine Ausführung hier nicht, denn
... allgemein kann man durchaus sagen, das desto billiger die SSD, desto höher der Performanceverlust bei hohem Füllgrad...
macht doch nur Sinn wenn man über die Menge der verschiedenen SSDs der verschiedenen Hersteller redet und nicht über Marktanteile. Man spricht doch explizit über das unterschiedliche Verhalten verschiedener SSDs, oder etwa nicht? Wie du selbst sagst gibt es eine große Vielfalt als SSDs mit unterschiedlichen Controllerherstellern.

Rickmer schrieb:
Faktoren die Performance bringen aber Geld kosten:
...
So schön deine Ausführungen hier sind, du rutscht am Thema meiner Nachfrage zu deiner Aussage vorbei. Du machst Aussagen warum deine aufgeführten Punkte dafür sorgen das SSDs prinzipiell unterschiedlich schnell sind. Die passen von der Argumentation auch, ohne Frage, aber diese beantworten nicht meine Nachfrage die vielleicht nicht genau genug rüberkam.

Wenn ich eine SSD habe mit Leistung X die bei voller Kapazität vielleicht nur noch z.B: 0.5 * X ist. Warum sollte dieses Verhältnis (hier willkürlich als Beispiel 1:0.5) bei günstigen SSDs prinzipbedingt größer sein? Ich dachte wir reden über den Verlust an Leistung - da ist der absolute Ausgangswert der Leistung doch irrelevant.

Aus deiner Liste aus Punkten klingt einzig
DRAM Cache: Wenn die SSD voll ist sind die noch beschreibbaren Zellen statistisch verteilt über die ganze SSD, daher wird der Controller auch für kleine Schreibvorgänge ständig neue Segmente der Mapping-Tabelle brauchen... und diese vom NAND aufrufen braucht Zeit und kostet damit Performance
relevant. Aber das Fehlen vom DRAM sagt doch pauschal noch nichts über teuer/günstig - schlecht/besser aus sondern ist in erster Linie erstmal ne Frage des angestrebten Workloads und den Zielvorgaben. Wenn ich also SSDs vergleiche die den gleichen Verbraucher ansprechen - wieso muss die günstigste nen höheren Leistungsverlust haben? Wieso hat als Beispiel die MX500 automatisch nen größeren Verlust an Leistung bei voller Kapazität als ne 860 Evo? Genau das ist ja deine Aussage denn in aller Regel ist die MX500 ja günstiger als die Samsung Pendants.
 
die 860 Evo verliert bei Dauerlast weniger Leistung als die MX500 weil sie einen 8-Kanal Controller hat gegenüber dem 4-Kanal-Controller der MX500. Er kann die Last also breiter verteilen. Bei hohem Füllstand kommt dies ggf nicht mehr so stark zum Tragen, da kommt es eher darauf an wieviel overprovisioning vorhanden ist.
 
Chuuei schrieb:
Wenn ich eine SSD habe mit Leistung X die bei voller Kapazität vielleicht nur noch z.B: 0.5 * X ist. Warum sollte dieses Verhältnis (hier willkürlich als Beispiel 1:0.5) bei günstigen SSDs prinzipbedingt größer sein? Ich dachte wir reden über den Verlust an Leistung - da ist der absolute Ausgangswert der Leistung doch irrelevant.

Doch, genau davon habe ich geredet...

- Thema DRAM haben wir ja schon durch

- Overprovisioning hat Denniss besser erklärt als ich:
Denniss schrieb:
je voller eine SSD ist desto mehr Daten muß sie umschaufeln um freie Blöcke für eine Löschung zu bekommen um sie danach wieder beschreiben zu können. Zudem wird dann der SLC-Cache auch auf ein Minimum reduziert oder gar abgeschaltet. Overprovisioning entlastet diese Prozedere etwas aber bei Consumerlaufwerken ist der Bereich recht klein.

- Controller sind auch abseits der Firmware nicht alle gleich gewachsen, die unterstützen unterschiedliche Featuresets, z.B. HMB um Abwesehnheit von DRAM-Cache etwas auszugleichen. Diese würden dann voraussichtlich auch weniger Performance einbüßen wenn die voll sind.

- Meine Ausführung dazu, dass bessere SATA SSDs auch näher am SATA Limit bleiben auch wenn die voll sind kannst du meinetwegen als schönreden abtun :D
 
Es werden immer noch SSDs verschiedenster Featuresets verglichen. Einmal ist vom SATA Limit die Rede, dann wird HMB im Raum geworfen und wir sind bei NVMe Devices. Können wir mal Äpfel mit Äpfel vergleichen? Natürlich könnte man eine High Performance PCIe Gen 4 SSD mit ner Super Low Cost SATA SSD vergleichen - aber das macht doch keinen Sinn da völlig andere Einsatzzwecke.

Denniss schrieb:
die 860 Evo verliert bei Dauerlast weniger Leistung als die MX500 weil sie einen 8-Kanal Controller hat gegenüber dem 4-Kanal-Controller der MX500. Er kann die Last also breiter verteilen. Bei hohem Füllstand kommt dies ggf nicht mehr so stark zum Tragen, da kommt es eher darauf an wieviel overprovisioning vorhanden ist.

In dem Beispiel oben mit der 860 Evo und MX500 spielt Overprovisioning in der Argumentation z.B. gar keine Rolle, da beide SSDs in den gleichen Densities angeboten werden. Und nehmen wir als Beispiel mal die 250GB Variante - die ist bei beiden wahrscheinlich nur mithilfe von 2 Flashes mit je 128GB realisiert. Kleiner wird TLC kaum hergestellt. Also benutzen beide Controller hier nicht die maximale Anzahl an Flash Kanäle. Und selbst die Flashkanäle an sich sagen erstmal nur die halbe Wahrheit aus, da mit Interleaving ja mehrere Flashes am gleichen Kanal hängen können. Also fällt die Anzahl der prinzipiell unterstützen Kanälen des Controllers hier auch weg in der Argumentation. Das die beiden pro Densitiy wahrscheinlich die gleiche Konfiguration der Flashes fahren sieht man auch daran, das die MX500 mit 2 TB max angeboten wird und die 860 Evo mit 4 TB was sich dann super mit der doppelten Anzahl an unterstützen Flash Kanälen erklären lässt. Aber trotzdem darf ich doch dann nicht z.B. die 4 TB Variante der 860 Evo mit der 2 TB Variante der MX500 nehmen, sondern muss bei beiden bei den 2 TB bleiben.

Rickmer schrieb:
- Thema DRAM haben wir ja schon durch
Wo? Du hast erklärt warum SSDs mit und ohne DRAM unterschiedlich schnell sind in bestimmten Situationen, aber nicht wieso SSDs welche beide DRAM haben unterschiedlich schnell sein sollen, nur weil eine günstiger ist als die andere.

Rickmer schrieb:
- Controller sind auch abseits der Firmware nicht alle gleich gewachsen, die unterstützen unterschiedliche Featuresets, z.B. HMB um Abwesehnheit von DRAM-Cache etwas auszugleichen. Diese würden dann voraussichtlich auch weniger Performance einbüßen wenn die voll sind.
Ähm, HMB ist ein reines FW Feature :) Also abseits von FW passt hier nicht und genau das war ja auch meine Grundaussage. Die Charakteristik einer SSD ist natürlich den Hardwaregrenzen unterworfen. Aber innerhalb diese lässt diese sich über die FW unterschiedlichst gestalten - daher spielt die FW auch eine viel größere Rolle als die HW, insbesondere bezogen auf die Eingangsfrage ob die Datenrate am Ende der SSD einbricht.
 
Chuuei schrieb:
Wieso hat als Beispiel die MX500 automatisch nen größeren Verlust an Leistung bei voller Kapazität als ne 860 Evo? Genau das ist ja deine Aussage denn in aller Regel ist die MX500 ja günstiger als die Samsung Pendants.
Nö, das habe ich nirgens behauptet und ich würde dir dankbar sein, weniger cherrypicking bei deinen Beispielen zu betreiben. Bei einem generellen Trend zwei Beispiele rauspicken die nicht vollständig zum Trend passen schaffe ich auch.

Die 860 Evo und MX500 sind beides SSDs mit DRAM, vernünftigem NAND und brauchbarem Controller. Die Samsung ist in Sachen NAND und Controller besser (deshalb auch höhere dauerhafte Transferraten) und u.A. dadurch auch teurer.


Chuuei schrieb:
Es werden immer noch SSDs verschiedenster Featuresets verglichen. Einmal ist vom SATA Limit die Rede, dann wird HMB im Raum geworfen und wir sind bei NVMe Devices. Können wir mal Äpfel mit Äpfel vergleichen? Natürlich könnte man eine High Performance PCIe Gen 4 SSD mit ner Super Low Cost SATA SSD vergleichen - aber das macht doch keinen Sinn da völlig andere Einsatzzwecke.

Natürlich können wir die vergleichen und das ist auch vollständig sinnvoll. Wie kommst überhaupt du auf die abstruse Idee, dass unterschiedliche Featuresets einen Vergleich verhindern?
Es sind doch exakt die Unterschiede im Featureset die von der billigsten cachless QLC SSD bis zur teuren Datacenter-SSD mit zig DWPD den Unterschied im Preis - und auch in der Leistung - machen.

Wenn ich jetzt Red Delicious mit Boskop, Braeburn und Cripps Pink vergleiche - das sind immernoch alles Äpfel, auch wenn ich den Red Delicious nie im Leben freiwillig essen werde.
(Falls du keine Ahnung von Äpfeln hast: Der Red Delicious ist zwar schön rot, aber der schmeckt wie Eierkarton. Ohne Ei.)

Chuuei schrieb:
Wo? Du hast erklärt warum SSDs mit und ohne DRAM unterschiedlich schnell sind in bestimmten Situationen, aber nicht wieso SSDs welche beide DRAM haben unterschiedlich schnell sein sollen, nur weil eine günstiger ist als die andere.
Nö, das hat mit DRAM nichts zu tun (wie kommst du eigentlich auf die abstruse Idee?), aber kommen wir nochmal auf den Punkt DRAM zurück:

Chuuei schrieb:
Aber das Fehlen vom DRAM sagt doch pauschal noch nichts über teuer/günstig - schlecht/besser aus sondern ist in erster Linie erstmal ne Frage des angestrebten Workloads und den Zielvorgaben.

Natürlich sagt DRAM was über den Preis aus. DRAM kostet Geld und braucht einen aufwendigeren Controller = noch mehr Geld.
Und rate mal was man bei einem besseren Controller mit DRAM Cache hat? Genau, eine ausgezeichnete Grundlage für eine bessere SSD.

Die Zielvorgaben vom Hersteller sind bei dramless sehr einfach: Billig will ig.


Chuuei schrieb:
Wenn ich also SSDs vergleiche die den gleichen Verbraucher ansprechen - wieso muss die günstigste nen höheren Leistungsverlust haben?
Irgendwo wurde gespart, um die SSD günstiger anbieten zu können.

Wenn du Glück hast, wurde am Marketing gespart und du kaufst einen 'Geheimtipp'.
Wenn du weniger Glück hast, hat die günstigere halt keinen DRAM und verspricht dir den Mond und die Sterne vom Himmel. Das ist im Marketing alles ganz normal.

Chuuei schrieb:
Wieso hat als Beispiel die MX500 automatisch nen größeren Verlust an Leistung bei voller Kapazität als ne 860 Evo? Genau das ist ja deine Aussage denn in aller Regel ist die MX500 ja günstiger als die Samsung Pendants.

Schon wieder dieses cherrypicking, was hast du mit den beiden SSDs? Das sind immernoch zwei SSDs mit denselben Qualitätsmerkmalen die preislich auch keine Welten auseinander sind.

Die Samsung ist halt teurer wegen insgesamt besserem NAND, Controller und zusätzlichen Marketing-Konsten, man mag es meinetwegen auch Samsug Tax nennen.

Ein besserer Vergleich wäre vielleicht mal die MX500 vs BX500, Interesse?


Chuuei schrieb:
Ähm, HMB ist ein reines FW Feature :) Also abseits von FW passt hier nicht und genau das war ja auch meine Grundaussage. Die Charakteristik einer SSD ist natürlich den Hardwaregrenzen unterworfen. Aber innerhalb diese lässt diese sich über die FW unterschiedlichst gestalten - daher spielt die FW auch eine viel größere Rolle als die HW, insbesondere bezogen auf die Eingangsfrage ob die Datenrate am Ende der SSD einbricht.

Dein 'reines FW Feature' gibbet nicht. Das muss alles auch in Hardware unterstützt werden, sonst funktioniert nichts. Auch andersrum müssen Hardware-Features (meistens, aber nicht immer! #ASIC #Hardware-Fix) auch in Firmware unterstützt werden.
Was HMB angeht: Der Controller muss irgendwo auch die Logik haben, die benötigt wird um HMB umzusetzen.

Natürlich hat die FW einen immensen Einfluss auf das Ergebnis. Wie hoch du das Overprovisioning ansetzt? Komplett in Firmware gesteuert. (Naja, außer du baust noch zusätzliche NAND Chips aufs Board rein für zusätzliches Overprovisioning. Aber allgemein wird ein bestehendes Design genommen und dann ein spezifischer Anteil als Reserve designiert.) Wie du den SLC-Cache ansteuerst? FW. Wie aggressiv der SLC-Cache entleert und in TLC/QLC geschrieben wird? Firmware.

Und dennoch sind das am Ende dann doch Hardware-Fakten die auf dem Datenblatt stehen, durch die Firmware umgesetzt.
Firmware ohne Hardware gibt es nicht, Hardware ohne Firmware nur sehr selten und bei SSDs braucht es beides.
 
Okay, ich sehe du bist sehr gefestigt in der Vorstellung, das teurer besser sein muss, egal ob die SSDs eigentlich ganz andere Märkte bedienen sollen (siehe dein Beispiel billigste QLC SSD vs. teurer DataCenter SSDs). Ich bin der Meinung, dass Vergleiche in der Art nicht sinnvoll sind, glaube in der Richtung werden wir uns nicht einigen :)

Und gebe ich dir ein Beispiel von technisch gleichwertigen SSDs wo eine wesentlich billiger ist sagst du, das ist Cherrypicking für das deine Aussage, das die günstigere einen größeren Leistungsverlust am Ende haben muss, nicht gilt... Die 500 GB Varianten z.B. haben laut Geizhals einen Preisunterschied von etwa 10€ bei ca. 55€ für MX500 und damit ist die 860 Evo mit um die 65€ fast 20% teurer.

Glaube wir kommen bei der Diskusion nicht weiter.
 
tollertyp schrieb:
Nur mal so am Rande:
Die Menge der Daten ist bei mechanischen Platten viel weniger entscheidend als die Frage, wie die Daten drauf liegen... dort gilt: Innere Spuren = langsamer, Hohe Fragmentierung = langsamer
Früher war das so. Bei SMR-Festplatten bricht die Performances aber spätestens bei großem Füllstand (bzw. nachdem weite Teile schon mal mit irgendwas beschrieben wurden) aber stark ein.
 
So langsam bin ich genau so schlau wie vorher und das klingt dann teils so als ob die MX500 ein Fehlkauf gewesen wäre
 
Amiga500 schrieb:
MX500 ein Fehlkauf
Definitiv nein!
Ich selber hatte im Laptop die 500GB Variante und teilweise auch stark belegt. Theoretisch hört sich das ja immer schlimm an, das ab xx freien GB die Schreibrate (extrem) einbricht, aber sofern du nicht alle paar Minuten riesige Datenmengen schreibst, merkt man da nicht viel.
Wenn ich jetzt rein subjektiv z.B. eine billige SATA SSD mit Ryzen 5 2500U mit einer Samsung PCIe SSD im Ryzen 5 3500U Vergleiche, merkt man da im alltäglichen Gebrauch keinen Unterschied.
Also mach dir da keine Platte
 
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