Wie schauen die Festplatten in den großen Cloudspeichern so aus?

JardelBenz

Banned
Dabei seit
Dez. 2016
Beiträge
821
Wie sehen denn die Festplatten in den großen Cloudspeichern wie z.B. Dropbox so aus?

Was verbauen die und in welcher Stückzahl?

Wie rüsten die auf, wenn neue größere Platten auf den Markt kommen?
 
Darüber reden die gewöhnlich nicht, nur Backblaze gibt Auskunft, aber die dürften nicht repräsentativ sein.
 
Normale Festplatten, Preis pro Gigabyte entscheidet. Zumindest bei Google ist es so. Die haben auch schon umfangreiche Studien veröffentlicht zur Haltbarkeit und welche Temperaturen optimal sind für die Haltbarkeit.
 
Soweit ich weiß wurden bei Googles Studien nie die konkreten Modelle veröffentlicht und bei irgendeiner NAND Studie waren die SSD auch Eigenentwicklungen von Google und keine handelsüblichen Modelle.
 
Es wird wahrscheinlich alles geben, von teuren Spezial-Festplatten der Enterprise-Klasse bis zu herkömmlichen Consumer-Festplatten.
 
Cosnumer Festplatten sind alle die für private Endkunden gedacht sind, da ist die Bandbreite groß und es sagt daher nichts über die konkreten Eigenschaften der Platten aus. Einfache Deskopplatten wie Backblaze sie vor allem einsetzt, dürften aber kaum in den Servern anderen Anbieter stecken, denn diese zu verwenden war ja gerade die besondere Geschäftsidee von Backblaze.
 
Nochmal: Die Bezeichnung Consumer Platte sagt praktisch nichts über die konkreten Modelle und deren Eigenschaften aus. 2001 war da auch noch weit weniger Unterschied, weshalb es aber auch noch längst nicht so viele Modellreihen gab wie es heute gibt.
 
Zitat von JardelBenz:
Wie sehen denn die Festplatten in den großen Cloudspeichern wie z.B. Dropbox so aus?
Wie bereits beschrieben handelt es sich üblicherweise um normale 3.5" Platten. Das Genaue Modell kann hier variieren. Je nach Anwendung und Umständen kann es sich allerdings auch um Platten mit SAS-Anschluss statt SATA handeln.


Was verbauen die und in welcher Stückzahl?
Meist 3.5 in 19"-Schränken und davon viel. Pro 4HE kann man immerhin bis zu 90 Platten unterbringen.

Wie rüsten die auf, wenn neue größere Platten auf den Markt kommen?
Wie es Cloudspeicher-Anbieter machen weiß ich nicht. Generell leasen manche Firmen die Server auch und schaffen nach einigen Jahren einfach komplett neue Racks bzw. kaufen einfach irgendwann nach, sowohl aus technischen als auch aus Wirtschaftlichen Gründen.

Ich kenne es so, dass du den fertig bestückten 19" Schrank (inkl. Platten und Controller) auf der Palette anschlussfertig vor die Tür geliefert bekommst ;)

Was die Sache Consumer vs. Pro betrifft: Bei den Pro-Versionen unterscheidet sich die Platte vor allem im Service. Da kann es vorkommen, dass der Kurierdienst dir innerhalb weniger Stunden Ersatz vorbei bringt weil eine Platte ausgefallen ist. Passiert dir mit einer OEM consumer-Platte natürlich nicht.
 
Zitat von e-Funktion:
auch um Platten mit SAS-Anschluss statt SATA handeln.
Mit SAS gibt es nur noch Enterprise Nearline HDDs zu kaufen, also solche der höchsten Kategorie der 3.5" HDDs die auch für Dauerlast geeignet sind.

Zitat von e-Funktion:
Was die Sache Consumer vs. Pro betrifft: Bei den Pro-Versionen unterscheidet sich die Platte vor allem im Service.
Nein, die unterscheiden sich auch technisch teils gewaltig, die einfachsten Consumer Platten sind die einfachen Desktop HDDs wie die Blue oder Barracuda (nicht Pro) die nur für 2400 Power On Hours, eine HDD im Gehäuse und 55TB/Jahr Workload ausgelegt sind. Enterprise Nearline HDDs sind für 550TB/Jahr Workload ausgelegt, was als Dauerlast betrachtet wird, haben die beste Technologien um mit Vibrationen umgehen zu können und daher kein Limit der HDDs pro Gehäuse, kosten dafür aber eben auch einiges mehr.
 
Zitat von Holt:
Mit SAS gibt es nur noch Enterprise Nearline HDDs zu kaufen, also solche der höchsten Kategorie der 3.5" HDDs die auch für Dauerlast geeignet sind.
Ich hab auch nirgendwo behauptet, dass es low-End Platten mit SAS sein könnten ;)


Nein, die unterscheiden sich auch technisch teils gewaltig, die einfachsten Consumer Platten sind die einfachen Desktop HDDs wie die Blue oder Barracuda (nicht Pro)
Achso die Blue gibts ja auch noch - den Mist kauf ich nicht mal privat, deswegen hab ich da wohl in diesem Moment nicht dran gedacht in anbetracht der späten Stunde ;) Dass die Platten nicht Baugleich sind ist jedoch korrekt, man verzeihe mir den Patzer - ich hätte das wirklich noch dazu schreiben müssen.
 
Zitat von JardelBenz:
Wie sehen denn die Festplatten in den großen Cloudspeichern wie z.B. Dropbox so aus?

Was verbauen die und in welcher Stückzahl?

Wie rüsten die auf, wenn neue größere Platten auf den Markt kommen?

Hi

Also Generell von oben nach unten in etwa so (kenne Personen die bei einem grösseren Datenhoster arbeiten - aber nicht Dropbox):
- In der Regel werden SAS Platten 3.5 Zoll mit 10-15k U/min verbaut. Teilweise auch SSD's. Aktuell jedoch eher für Testzwecke. Das ganze wird in einem Fixfertigen Reck geliefert.
- Stückzahl ist natürlich stark abhängig von den Usern - Wie viel Platz wird überhaupt benötigt etc. Diese Information wird dir wohl kaum eine bis gar keine Firma bekannt geben.
- Aufrüsten geht in der Regel etwa so: Wird der Speicherplatz langsam knapp (können sie ja berechnen) wird ein neues oder mehrere neue Server Recks bestellt und in den Serverraum gestellt, angeschlossen, konfiguriert und Fertig. Es wird jedoch nicht eine funktionierende Platte durch eine neue ersetzt, dies wär 1. ein Ökologischer sowie 2. Finanzieller Blödsinn. Meine Bekannten haben mir gesagt, da wird in der Regel einfach laufengelassen. Geht eine Platte kaputt: Tja.. läuft das Reck weiter bis mind. 50% der Platten ausgefallen sind, dann kommt es raus und wird ein neues Bestellt. Meistens jedoch nicht mit der neuesten Platten Technologie, sondern mit der 1 Generation älteren (wegen Erfahrungswerten, dass die neuesten Modelle meistens zuerst noch fehlerhaft sein können was ausfälle betrifft).

Dies beruht jedoch nur auf den aussagen meiner Bekannten.. Auf Richtigkeit oder ähnliches besteht kein Anspruch ;) weicht natürlich auch von Firma zu Firma ab.
 
Also, das mit dem "Platten werden einfach drin gelassen, wenn sie defekt sind" bewzeifle ich jetzt einfach mal stark. Was süwrde das für einen Sinn machen? Ganz abgesehen davon, dass das Problem auch ein abrauchender Controller sein kann. Oder ein defekter Motor, der durch seine Unwucht Vibrationen auslöst und damit Schwingungen auf die anderen Platten überträgt.
Vom sinnlosen Platzverbrauch reden wir da jetzt mal gar nicht.

Die Platten sind doch in der Regel Hot-Swap und direkt zugänglich. So eine defekte Platte nimmt man raus und schiebt eine neue rein.

Auch bezweifle ich, dass im großen Stil teure 10k oder gar 15k HDDs verwendet werden. Was interessiert in Cloudspeichern die schnellste Zugriffszeit? Die Anbindung läuft immerhin über das Internet.
Soweit ich das mitbekommen habe, gibt es auch unterschiedlich schnelle Speichercluster. Selten oder gar nicht abgerufene Daten landen auf den langsameren, billigen Speichern, sehr häufig abgerufene Daten werden auf schnelleren Speichern bereitgehalten.
 
Zurück
Top