Wie sehen eure Datenschutz-/Privacy-Konzepte aus?

Ist Dir deine persönliche digitale Privacy / Datenschutz im digitalen Raum wichtig?

  • Ja, sogar sehr & ich habe alles für mich optimal angepasst

    Stimmen: 24 19,7%
  • Ja, es ist aber noch ausbaufähig

    Stimmen: 69 56,6%
  • Nein / Das Thema interessiert mich nicht

    Stimmen: 13 10,7%
  • Ich würde gerne, habe aber nicht die Zeit/Skill um mich darum wirklich zu kümmern

    Stimmen: 9 7,4%
  • Pssst, kann nicht schreiben, das CIA überwacht mich gerade

    Stimmen: 15 12,3%

  • Umfrageteilnehmer
    122
nutrix schrieb:
Per E-Mails kommuniziert heute kaum einer noch,
Doch, das gibts auch noch! Ich setze, wo immer es möglich ist, im geschäftlichen auf E-Mail Verkehr und wenn das nicht möglich ist, dann setze ich auf Snail Mail. Das sind Dinge, die meiner Ansicht nach auf WA nichts zu suchen haben. Gerade deshalb kann ich WA auch ohne schlechtes Gewissen einsetzen, denn über Whatsapp gehen bei uns keine kritischen oder wirklich nutzbare Daten. Darüber laufen zumeist Geburtstagsglück-wünsche, Verabredungen für Treffen usw. Und gerade für Treffen kommt dann höchstens die Anfrage ob wir uns beim gleichen Italiener wie beim letzten Mal treffen, obs eher der Grieche sein sollte oder ob wir Lust haben uns am x. x. bei X einzufinden. Wirklich relevante Daten gehen bei uns in den Familien- und Freundechats, und die überwiegen, gar nicht erst über den Äther. Ein paar wenige füttern dort auch gelegentlich ihre Storys mit Bildern, aber das ist deren Problem - weder meine Frau noch ich kämen auf diese Idee.

Von daher sehe ich auch bei Whatsapp das Prinzip der Datensparsamkeit weitgehend gewahrt.

andy_m4 schrieb:
So kann man ein Kompromiss finden zwischen Praktikabilität und Datenschutz.
Diesen Kompromiss muss man für sich finden! Da gibts auch keinen Königsweg, den jeder gehen kann, sondern man muss das für sich und seine Bedürfnisse auf eine eigene gangbare Schiene bringen.
 
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Webmaster von privaten Websites ... Da wird von offzieller Seite gesagt: Die personenbezogenen Daten im Impressum unterliegen der DSGVO. Aber nicht die "Daten" im Content einer privaten Website, die mittels Profiling und Impressum zu personenbezogenen Daten werden. Da bin ich seit neuestem dabei Bots zu blocken.

Wenn ich hier in diesem Forum, in dem ich anonym schreiben kann, meinen Realnamen erwähnen würde, wäre alles was ich hier geschrieben habe "personenbezogene Daten" und wären durch das Forum veröffentlicht, müssten also sofort gelöscht werden. Das sehen aber alle nicht so. Die Daten seien in den Besitz der Forenbetreiber übergegangen. Krass. Ebenso ist es mit anderen, größeren Plattformen, wie Social Media.

Von offizieller Seite wird gesagt: Dann betreiben Sie keine privaten Websites und schreiben nichts in Foren oder Social Media. Toll.

Den Topic betreffend: Dem Bargeld treu, aber nicht übertrieben. Durch Zufall seit Smartphone cyanogenmod, dann iode. Am PC wegen Progs aber Windows. Auf dem Laptop Dualboot mit Win (vorinstalliert) und Linux mit bevorzugter Linux Nutzung. Keine Nutzung von Social Media. Herkömmlichen Foren treu. Am Smartphone auch oft Mobil Phone und Location aus. uBlock origin. Da eigene Websites, da auch eigene Mail. Da eigene Website, auch eigene Fotowebsite, mit selbstprogrammierter Websoftware - entgegen dem stetigen Drängeln: geh zu Flickr! Seit Win 11 auch entgegen: Speicher alles in der Cloud!

Von Aluhut halte ich allerdings nichts.

Tipp an alle: Entdecke die Möglichkeit von local Webpages auf dem Smartphone via einer localhost Server App. Das hat Potential, wird aber viel zu wenig genutzt.
 
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Datenschutz und digitale Unabhängigkeit sind mir sehr wichtig und ich setze das auch konsequent so gut wie es geht um.
Habe mir einen Homeserver besorgt, auf dem ich alles mögliche hoste was ich so brauche. Mail und Cloudbackup sind bei Proton, Handy GrapheneOS, Messenger Threema/Signal, OS Linux, Mastodon statt X, und so weiter. Ich kann dafür den Kuketz Blog empfehlen, da findet man viele Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene.
 
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areiland schrieb:
Diesen Kompromiss muss man für sich finden!
Das versteht sich ja von selbst.
Warum ich hinaus wollte ist, das man nicht auf einen Messenger festgelegt ist. Sprich: Nur weil einige Kontakte WhatsApp-only sind, heißt es ja nicht, das ich für alles WhatsApp benutzen muss.
Und das was ich dann als Kompromiss meinte ist, das ich für WA-only-Kontakte ja WhatsApp einsetzen kann und für alle übrigen Kontakte andere Messenger.

Aber das ja auch nur als Idee und nicht, das man es so machen muss.

Von daher verstehe ich da Deinen Einwurf nicht so ganz.

Mirlo schrieb:
Wenn ich hier in diesem Forum, in dem ich anonym schreiben kann, meinen Realnamen erwähnen würde, wäre alles was ich hier geschrieben habe "personenbezogene Daten" und wären durch das Forum veröffentlicht, müssten also sofort gelöscht werden. Das sehen aber alle nicht so. Die Daten seien in den Besitz der Forenbetreiber übergegangen. Krass.
Ja. Wobei das mit dem Besitz natürlich eine sehr wackelige Konstruktion ist. Und meistens bezieht sich das ja auch eher auf Verbreitungsrechte also auf Urheberrechtsaspekte.
Per Nutzungsbedingungen die DSGVO aushebeln ist da eher schwierig.

Mirlo schrieb:
Die personenbezogenen Daten im Impressum unterliegen der DSGVO. Aber nicht die "Daten" im Content einer privaten Website, die mittels Profiling und Impressum zu personenbezogenen Daten werden.
Das mit der Impressumspflicht hab ich auch nie so ganz verstanden.
Also ja. Ich verstehe natürlich die Grundidee, das man bei einer gewerblichen Webseite man jemand Ladungsfähigen braucht der ggf. zur Verantwortung zu ziehen ist.
Warum das aber so weit gefasst ist und warum der Name offen einsehbar sein muss, erschließt sich mir nicht.

Aber da war der Gesetzgeber ja auch noch voll im #neuland-Modus. :-)
(wobei ich mir nicht mal sicher bin, das man das heute anders entscheiden würde)

Mirlo schrieb:
Entdecke die Möglichkeit von local Webpages auf dem Smartphone via einer localhost Server App. Das hat Potential, wird aber viel zu wenig genutzt.
Da lässt sich durchaus viel machen. Und inzwischen gibt es da auch auch ausgereifte und gut benutzbare Lösungen für.
btw. ist Google ja gerade dabei Android ein stückweit zu schließen. Konkret geht es darum, das nur noch Apps auf Android laufen dürfen, deren Entwickler bei Google registriert sind. Apps die das nicht erfüllen, laufen dann nicht mehr (oder nur noch mit Handständen a-la Developer-Mode etc.)
https://developer.android.com/developer-verification?hl=de

Das ist in zweilei Hinsicht doof. Erstens Entwickler müssen sich halt bei Google registrieren (passt gut zum Thema Datenschutz).
Zweitens Google schreibt Dir damit quasi vor, welche Apps Du auf Deinem Handy laufen lassen darfst.

FreshLemon schrieb:
dafür den Kuketz Blog empfehlen, da findet man viele Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene.
Insbesondere in der Emfehlungsecke findet man durchaus die ein oder andere Anregung was zum Beispiel auch Alternativen zu "üblicher" Software angeht:
https://www.kuketz-blog.de/empfehlungsecke/
 
areiland schrieb:
Doch, das gibts auch noch!
Ich sprach von diesen Gruppenkreisen
nutrix schrieb:
Jeder, der Kinder mit Kita, Schule hat, jeder der einem Verein ist, im Beruf in seinem Team usw.
Dann präzisiere ich das mal. Dort und in der jüngeren Generation unter 30 verwendet kaum einer noch E-Mail, um sich zu organisieren, das wird über Messengergruppen gemacht, weil es für die meisten wohl zugänglicher ist. Da die meisten heute eh über ein Smartphone verfügen, und dort ihre Kontakte pflegen, liegt das natürlich so nahe. Ich bin letztlich nur der Kinder wegen bei WA gelandet.

Natürlich ist E-Mail für andere Dinge noch gang und gäbe, das habe ich auch nicht bestritten.
 
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nutrix schrieb:
weil es für die meisten wohl zugänglicher ist.
Wenn man böse wäre, könnte man sagen:
Den Digital-Natives fehlen die Skills, um Computer zu benutzen. :-)
 
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Ich weiß noch früher mit no script und Co, Cookies und alles löschen wenn man den Browser schließt etc.

Heute ist das Internet ohne Accounts doch gar nicht mehr funktionsfähig, also alles an was geht, die stalken einen doch so oder so, muss man akzeptieren oder wie ein höhlenmensch leben, ich bin lieber online. 🤷🏻
 
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andy_m4 schrieb:
Wenn man böse wäre, könnte man sagen:
Den Digital-Natives fehlen die Skills, um Computer zu benutzen. :-)
Wenn man das positiver sieht, kann man es auch aus einer anderen Perspektive: sie nutzen die "deutlich" einfacher zugänglicher Systeme und konzentrieren sich aufs Wesentliche: Leben. 🙂

Datensammelei ist doch per se nicht schlechtes. Habe ich erst wieder im Urlaub gemerkt. Ich kann per WA meinen Status teilen, wo die Leute mit Bildern und Videos sehen, wo ich war, wo es was leckeres zu essen gab, was gut war, was interessant war, oder auch nicht. So muß ich das nicht zig Leuten erzählen oder erklären, ich kann ganz einfach meine Eindrücke teilen.

Genauso, wenn man mal in den westlichen Ländern unterwegs ist. Google liefert heute fast immer ein gutes Tracking zur Orientierung, wenn man diverse Orte oder Einrichtungen sucht (lag nur einmal in 14 Tagen Dauernutzung daneben). Das Ranking für Restaurants und Essenslokalitäten ist super, um sich zu orientieren, was wo was taugt oder nicht, hat fast immer hingehauen. Wenn es besonders gut ist, kann man sogar gleich online reservieren. Wenn man Sehenswürdigkeiten sucht, kann man sich schon an anderen Bildern orientieren, ob das einen interessiert oder nicht. Oder man sucht nach Verbindungswegen, um im Ausland irgendwo gut und zügig hinzukommen, wenn man beispielsweise kein Auto hat. Man weiß gleich, welche Verbindungen wo wie laufen, und was sie kosten, und kann es auch einige Male sofort per Link buchen.

Also fürs Reisen oder Essen gehen usw. ist die Datensammelei super. Gute Infos sind doch auch für jeden persönlich dann Gold wert.

Je zuverlässiger die Daten, um so besser für einen selbst und für alle anderen. Wenn man gleich vor schlechten Restaurants warnt oder Abzocke bei Sehenswürdigkeiten, finde ich das eine sehr positive Auswirkung der Vernetzung.

So bequeme Bedienung und praktische Handhabbarkeit würde ich mir auch für Behördengänge und Arztbesuche wünschen. Warum muß ich bei jeder Praxis und Arztbesuch (der sich im Alter häuft den gleichen Bogen mit all meinen OPs, und Allerigen und ob ich schwanger bin immer wieder und wieder ausfüllen. Von Diagnosen und Arztberichten (Röngtenaufnahmen etc.) fange ich erst mal gar nicht an, weil ich das immer wieder per Zettel rumschleppen muß. Die Höhe ist ja, daß ich immer wieder bei jedem Arzt vorbei muß für die Ergebnisse, weil ja angeblich per Datenschutz man diese nicht per E-Mail nicht direkt zusenden darf.

Warum muß ich bei jeder Hotelbuchung immer und immer wieder alle Daten - per Hand - auf einen Zettel ausfüllen, obwohl ich vorher bereits elektronisch gebucht hatte? Warum müssen die Hotelbediensteten immer wieder mein Ausweis bzw. Reisepaß abschreiben?

Von der Rennerei von Amt zu Amt bei teilweise selbst "einfachen" Sachverhalten fange ich erst gar nicht mal an.

Willkommen in der digitalen Wüste....

Wenn ich es leichter habe, gebe ich doch eher gerne meine Daten preis. Und wenn alle vernünftig mitarbeiten würden, würde uns allen die Datensammelei eher nutzen denn schaden. Dann würde man auch viel eher Steuer- und Sozialbetrug aufdecken können:
https://www.br.de/nachrichten/wirts...hwer-gemacht-was-kuenftig-helfen-soll,VPdLwWy
https://www.welt.de/politik/deutsch...ist-nichts-als-ausbeutung-und-missbrauch.html

Man hätte konkrete Zahlen, und keine Schätzungen. Je mehr Daten an dieser Stelle, desto besser.
So bezahlen wir ehrliche Menschen alle so teuer mit.

Und als IT-ler weiß ich auch, wenn die Datenbasis besser vernünftig vernetzt wäre, könnte man auch viel besser und schneller aktiv wie passiv Daten abrufen, wenn es Probleme gibt, und diese schneller korrigieren.

Und wenn ich wieder sowas lese
https://www.spiegel.de/panorama/jus...ellung-a-8092dbc8-c5a1-4c63-a478-bcf1fe679dc5
wäre ich auch für Didi Chuxing wie in China, dann würden solche Fälle und Taxibetrug (was auch selbst in der EU öfters vorkommt als man denkt) auch mal ein Ende finden, weil man die Täter schnell entlarven würde.

Es gäbe auch kein Ladendiebstahl mehr oder Probleme mit Schwarzfahrern, wenn man per RFID und Co. sofort alles direkt abbuchen würde, sobald man aus dem Laden oder Fahrzeug rausgeht. So viele Probleme wären so einfach lösbar.

Meiner Meinung nach geht die sinnvolle und vernünftige (!!!) Vernetzung (obwohl man es technisch heute so kann) weder weit noch tief genug. Das würde die Ehrlichkeit meiner Meinung nach deutlich fördern und den unehrliche Dingen im Leben den Grundlage austrocknen.

Usw. usf...

Just my 2 cents.
 
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Empfinde ich als weltfremd. Eine AFD geführte Regierung ist in der BRD eine real existierende Gefahr und was sie mit Menschen machen will, die ihnen nicht in den Kram passen (nicht nur Migranten), hat sie schon lange offen angekündigt.
 
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Genauso finde ich es weltfremd, daß man immense Aufwände, Umstände, Kosten, die mittlerweile so nicht mehr stemmbar sind, eher in Kauf nimmt und unseren Generationen danach eine Last aufbürdet.

Wähl einfach richtig, und dann haben wir kein Problem mit der AfD und Co.

BTW sagt doch einfach mal was eher zu den Themen Reisen und Co., als wieder die olle Kamelle Nazi-Totschlagargument rauszukramen und die Diskussion in eine falsche Richtigung zu lenken, an der sich eh alle nur falsch und blindwütig aufzureiben. 🙂
 
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nutrix schrieb:
Wenn man das positiver sieht, kann man es auch aus einer anderen Perspektive: sie nutzen die "deutlich" einfacher zugänglicher Systeme und konzentrieren sich aufs Wesentliche: Leben
Ja. Aber ist ja nicht so. Im Gegenteil. Viele Apps etc. sind ja voll darauf ausgelegt die Aufmerksamkeit des Nutzers auf sich zu ziehen. Nicht umsonst haben wir ja Phänomene wie Handy-Sucht.
Also ja. Einerseits werden Dinge einfacher (Informationsbeschaffung, Bestellungen, etc.) aber der Aufwands- und Zeitvorteil wird aber auch teilweise mehrfach wieder aufgefressen.

nutrix schrieb:
Datensammelei ist doch per se nicht schlechtes.
Naja. Man muss natürlich differenzieren. Natürlich ist nicht jedes Datensammeln per se schlecht.
Aber von manchen Daten will man ja vielleicht auch gar nicht, das sie gesammelt werden. Und viele Dinge werden ja auch einfach mitgesammelt, obwohl sie zur Erfüllung der Aufgabe gar nicht notwendig ist oder es werden Dienste so implementiert, das mehr Daten gespeichert werden als nötig.
Und das ist ja das, was primär kritisiert wird.
Zudem ist das auch nicht immer transparent. Weil das irgendwo auf Seite 22 der Datenschutzerklärung "erklärt" wird.

Man verliert auch schnell den Überblick, was wo gespeichert ist. Insbesondere wenn Informationen durch andere eingestellt werden.

All das ist dann insgesamt doch etwas schwierig und da kann man nicht damit abtun nur zu sagen "ist doch nett, wenn ein leckeres Restaurant in meiner Nähe vorgeschlagen wird"

nutrix schrieb:
So bequeme Bedienung und praktische Handhabbarkeit würde ich mir auch für Behördengänge und Arztbesuche wünschen. Warum muß ich bei jeder Praxis und Arztbesuch (der sich im Alter häuft den gleichen Bogen mit all meinen OPs, und Allerigen und ob ich schwanger bin immer wieder und wieder ausfüllen.
Dafür gibts ja theoretisch die ePA als Lösung. Deren Umsetzung ist aber eben eher schlecht. Insbesondere aus Security-Sicht. Dann wird noch darüber geredet, die Informationen für Forschung (und später sicher noch für andere Dinge) zugänglich zu machen.
Das ist so das Paradebeispiel für die Problematik:
Ansich ne gute Idee und Digitalisierung würde helfen, aber dann wird es wieder so schlecht umgesetzt, das es Kritikpunkte an allen Ecken und Enden gibt.
Und das zieht sich halt überall durch.

nutrix schrieb:
Warum muß ich bei jeder Hotelbuchung immer und immer wieder alle Daten - per Hand - auf einen Zettel ausfüllen, obwohl ich vorher bereits elektronisch gebucht hatte?
An der Stelle könnten wir übrigens mal darüber reden, warum es überhaupt die Hinterlegung von Meldedaten braucht. Das haben ja seinerzeit die Nazis eingeführt. Und das haben wir aus dem Unrechtsstaat einfach so übernommen.

nutrix schrieb:
Wenn ich es leichter habe, gebe ich doch eher gerne meine Daten preis. Und wenn alle vernünftig mitarbeiten würden, würde uns allen die Datensammelei eher nutzen denn schaden.
Ich bin da völlig bei Dir. Nur genau daran scheitert es in der Praxis.
Wir haben viel zu viele Daten (die im Fall des Falles uns Schaden oder aktiv gegen uns benutzt werden) und dem steht nur ein verhältnismäßig bescheidener Nutzen gegenüber.

Und selbst, wenn man sagt: "Wieso. Ist doch alles halb so wild und ist doch noch nix wirklich Schlimmes passiert". Was ist, wenn sich zum Beispiel mal politische Verhältnisse ändern? Ist ja jetzt nicht so, das das total abwegig ist.
Oder wenn irgendwo Daten "wegkommen" und dann für Dinge genutzt werden, für die sie ursprünglich nicht vorgesehen waren. Oder oder oder.

nutrix schrieb:
Dann würde man auch viel eher Steuer- und Sozialbetrug aufdecken können:
Es scheitert ja schon an einfachsten Dingen wie Steuerfahnung. Man sagt, das jeder Steuerfahnder seine Kosten mindestens(!) doppelt wieder reinholt. Es wäre also ein No-Brainer mehr Steuerfahner einzusetzen. Macht man aber nicht.

Aber hey. Lass uns mehr Daten sammeln, damit der kleine Betrieb der sich eh schon kaum über Wasser halten kann ja nicht mal einen Hunni an der Steuer vorbei schmuggelt. Gut. Der geht dann vielleicht pleite und seine dann Ex-Angestellten müssen Arbeitslosengeld beziehen, aber wir haben den Hunni!!!!!

Das Problem ist nicht, das hier und da jemand seine Putzfrau nicht richtig abrechnet oder ein paar Euro mehr Bürgergeld kriegt, als ihm zusteht. Die wirklichen Summen sind ganz woanders zu holen. Und da geht keiner ran.
Und da soll auch bloß keiner drauf gucken. Deshalb spielt man ja die kleinen Leute mit der Sozialbetrugskarte gegeneinander aus.
Ergänzung ()

nutrix schrieb:
Wähl einfach richtig, und dann haben wir kein Problem mit der AfD und Co.
Das ist doch ein blödsinniges Argument.
Weil meine einzelne Stimme ja kaum Auswirkungen auf einen Wahlausgang hat.

Und klar. Man könnte sich politisch engagieren. Aber wegen überbordener Datensammelei könnten auch Leute davon abgeschreckt werden. Wenn wenn die AfD trotzdem an die Macht kommt, verwenden die die Datensammlung das dann vielleicht gegen mich (was damals ja auch einer der wesentlichen Punkte beim Volkszählungsurteil war).

Und das sind ja jetzt auch keine rein theoretischen und abwegigen Überlegungen. In den USA können wir ja sehr schön beobachten, was mit Regierungs-Kritikern passiert.

Und es liegt doch nahe, das das auch bei uns passieren könnte wenn es die AfD an die Macht schafft.
Das ist doch jetzt nicht so schwierig zu verstehen.
 
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andy_m4 schrieb:
Naja. Man muss natürlich differenzieren. Natürlich ist nicht jedes Datensammeln per se schlecht.
Eben, nur tut man das hier beispielsweise sogut wie gar nicht.
andy_m4 schrieb:
Aber von manchen Daten will man ja vielleicht auch gar nicht, das sie gesammelt werden. Und viele Dinge werden ja auch einfach mitgesammelt, obwohl sie zur Erfüllung der Aufgabe gar nicht notwendig ist oder es werden Dienste so implementiert, das mehr Daten gespeichert werden als nötig.
Siehe mein Statement oben:
nutrix schrieb:
Meiner Meinung nach geht die sinnvolle und vernünftige (!!!) Vernetzung (obwohl man es technisch heute so kann) weder weit noch tief genug.
Damit ist eigentlich alles gesagt und damit erübrigt sich auch jede leidliche politische Diskussion. Und ich hab doch oben auch Beispiele mit dem Reisen und Co gebracht. Was spricht dagegen, automatisch Infos zu teilen, die allen eher nützen und kaum schaden? Nichts in meinen Augen.
andy_m4 schrieb:
Ich bin da völlig bei Dir. Nur genau daran scheitert es in der Praxis.
Wenn man das gescheit aufzieht, und andere Länder machen es uns doch seit Jahren vor, ist das alle kein Thema. Deutschland merkt ja gar nicht, wie viele andere Länder, wo die Probleme aufgrund German-Angst nicht permanent zerredet und jeder sinnvolle Ansatz mit politischen unsinnigen Totschlagargumenten gleich im Keim erstickt wird. Man sieht es ja, was genau daraus geworden ist, die US-Techfirmen ziehen an uns vorbei, und sind in diesen Dingen wie KI usw. uns weit voraus.
andy_m4 schrieb:
Wir haben viel zu viele Daten (die im Fall des Falles uns Schaden oder aktiv gegen uns benutzt werden) und dem steht nur ein verhältnismäßig bescheidener Nutzen gegenüber.
Ich nenne mal ein aktuelles Gegenargument und wichte mal auf den medizinischen Teil (sonst artet die Diskussion zu sehr aus). Zur Coronazeit wurde gewettert was das Zeug hält.

https://www.focus.de/gesundheit/new...ten_b7086327-998e-4d6f-92f6-503a6871c2e1.html
„Die großen Zahlen ermöglichen sehr sichere Aussagen und belegen im Nachhinein, dass die Anwendung der mRNA-basierten Impfung während der Pandemie richtig und sinnvoll war.“
https://www.tagesspiegel.de/gesundh...irksamkeit-von-mrna-impfstoffen-15791991.html
Wie sicher sind mRNA-Impfstoffe? Nach Milliarden von verabreichten Impfdosen zeigt eine große Untersuchung: Es gibt Risiken, doch die Vorteile überwiegen deutlich.
Das sind anhand der massenhaft gesammelten Daten Ergebnisse, die ohne sie so nicht möglich wären. Irrige Impfgegner werden vermutlich nach wie vor nicht überzeugt werden, aber da die Zahlen und Fakten für sich sprechen, spricht deren Fantasien darüber keine Rolle.

Wenn Du, ich und andere hier nicht bereit sind, für die Erkenntnisse der Medizin Daten bereit zu stellen, vom wem bitte sollen sie sonst kommen? Immer nur feige die anderen machen lassen ist keine gute Lösung, und verfälscht hier auch wieder die Datenbasis, wer wo wie von was betroffen ist.
andy_m4 schrieb:
Das Problem ist nicht, das hier und da jemand seine Putzfrau nicht richtig abrechnet oder ein paar Euro mehr Bürgergeld kriegt, als ihm zusteht.
In der Masse ist das sehr wohl relevant. Wenn Dir durch nur eine Millionen falscher Putzfrauenabrechner pro 100 € insgesamt 100 Mio € an Steuern verloren gehen, ist das eine Masse. Wenn 1 Millionen Bedürftiger jeder 100 € zuviel bekommt, sind das wieder 100 Mio €. Und wir reden hier von deutlich höheren Summen, die verloren gehen.

Wie gesagt, wenn wir heute hier nichts tun, werden das die Generationen nach uns bitter bereuen (die haben eh jetzt schon ein gewaltiges Paket zu tragen). Es hat nun mal jetzt aktuell durch die ganzen Krisen alles so verschärft, daß es finanziell so nicht mehr tragbar ist. Jede kleine Fehlinvestition bzw. Falschausgabe durch Betrug ist nicht mehr so kompensierbar wie früher.
 
Zuletzt bearbeitet:
nutrix schrieb:
In der Masse ist das sehr wohl relevant. Wenn Dir durch nur eine Millionen falscher Putzfrauenabrechner pro 100 € insgesamt 100 Mio € an Steuern verloren gehen, ist das eine Masse. Wenn 1 Millionen Bedürftiger jeder 100 € zuviel bekommt, sind das wieder 100 Mio €. Und wir reden hier von deutlich höheren Summen, die verloren gehen.
Was hat uns nicht der Linnemann an tollen Einsparungen versprochen wenn man auf die Schwachen zielt:

https://www.merkur.de/politik/einge...eform-verpufft-so-wenig-wird-zr-93992057.html
 
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nutrix schrieb:
Damit ist eigentlich alles gesagt
Ja. Das ist aber oftmals eine theoretische Überlegung.
In der Praxis sieht es in der Regel anders aus.
Und dann gibt es natürlich Kritik.
Und klar kann man sich immer irgendwie was ausdenken und sagen "guck mal, so wäre doch alles gut". Aber in der realen Welt habe ich nun mal Google und Co und dann kritisiere ich deren Art der Datensammelei.

Ich glaube nicht, das wir die Diskussion in dem Maße hätten, wenn alle vernünftig und sorgsam agieren würden. Und klar. Ein paar Meckerer die meckern um des Meckerns willen gibt es natürlich immer.
Das macht die validen Punkte aber nicht weg.

nutrix schrieb:
Was spricht dagegen, automatisch Infos zu teilen, die allen eher nützen und kaum schaden?
Ja. Müsste man natürlich im Einzelfall gucken, um was für Daten es geht.
Sofern es personenbezogene Daten sind (und darum geht es ja vornehmlich beim Datenschutz) sollte natürlich auch jeder das Recht haben, frei darüber zu entscheiden und transparent aufgeklärt werden.

nutrix schrieb:
Deutschland merkt ja gar nicht, wie viele andere Länder, wo die Probleme aufgrund German-Angst nicht permanent zerredet und jeder sinnvolle Ansatz mit politischen unsinnigen Totschlagargumenten gleich im Keim erstickt wird.
Das Problem ist ja, das ständig Dinge gemacht werden, die eben nicht unbedingt fürs Allgemeinwohl sind.
Und dann ist es doch völlig logisch, das es dann eine Skepsis gibt.
Wenn Du sowas wie die ePA ist, die teuer ist, sich als unsicher heraus stellt und am Ende auch der praktische Nutzen überschaubar ist, logisch das dann darüber diskutiert wird.
Ist doch nicht so schwer zu verstehen.

nutrix schrieb:
Man sieht es ja, was genau daraus geworden ist, die US-Techfirmen ziehen an uns vorbei, und sind in diesen Dingen wie KI usw. uns weit voraus.
Naja. Mit der gleichen Argumentation könntest Du aber auch Umweltstandards herabsetzen. Dann würde sich auch mehr Industrie ansiedeln und billiger produzieren können.

Ich will ja nicht sagen, das man nicht auch Fehler macht oder bei Dingen überreguliert oder was auch immer.
Nur wie jede Sache, hat alles immer mehrere Aspekte die es dann auch zu berücksichtigen gilt.

nutrix schrieb:
Wenn Du, ich und andere hier nicht bereit sind, für die Erkenntnisse der Medizin Daten bereit zu stellen, vom wem bitte sollen sie sonst kommen?
Auch hier wieder das selbe Spiel:
Natürlich wäre es schön, wenn die Medizin Daten bekommen könnte und mit den Daten verantwortungsbewusst umgegangen werden würde und wir am Ende alle davon profitieren.
Da sind wir doch einer Meinung.

Dann sehen wir aber auf der anderen Seite die Praxis, wo Daten abhanden kommen. Wo vormals vorgenommene Anonymisierung zurück werden konnte weil halt nicht sorgfältig genug anonymisiert wurde usw.

Und gerade medizinische Daten sind nun mal besonders sensible Daten. Und damit mein ich jetzt nicht "jemand ist hingefallen und brauchte ein Pflaster", sondern zum Beispiel auch wiederkehrende psychische Erkrankungen. Das heißt, geraten die in falsche Hände besteht der Schaden Dein leben lang. Sind es Krankheiten die potentiell vererblich sind, dann sogar noch Deine Kinder.

Logisch das die Menschen sich dann Sorgen machen und lieber vorsichtig sind.

Ich versteh auch nicht, warum Du einseitig die Menschen angehst, die begründete Sorgen haben, aber überhaupt nicht die Akteure, die dann mit den anvertrauten Daten schlampig umgehen.

nutrix schrieb:
In der Masse ist das sehr wohl relevant.
Naja. Die Putzfrau macht den Job ja i.d.R. nicht, weil sie es als berufliche Selbstverwirklichung sieht anderer Leute Toiletten zu schrubben.
Das sind halt oft auch arme Menschen die solche Jobs nutzen, um halbwegs über die Runden zu kommen. Und dementsprechend übrigens auch das gesamte Geld für lebensnotwendige Dinge verkonsumieren, was dann auch auch wieder nachgelagert Steuereinnahmen und wirtschaftlich positive Effekte bringt.

Es war aber auch gar nicht mein Argument, das man sich um "kleine" Vergehen gar nicht kümmern sollte.

Mein Punkt war, das es halt auch viele Dinge gibt wo gar nichts passiert. Stichwort Vermögenssteuer. Stichwort: Steuerschlupflöcher. Stichwort: Subventionen für Großkonzerne.
Es gibt halt so viele Dinge, die man angehen kann.
Auch mit relativ überschaubaren Aufwand, wie eben das Steuerfahnungsbeispiel.

Hat am Ende übrigens ja auch was mit Gerechtigkeit zu tun. Und das ist ganz wesentlich für die Zustimmung zu einer Demokratie. Wenn Du ständig die kleinen Leute f**kst die dann gleichzeitig aber anschauen müssen, wie große Konzerne dicke Gewinne einfahren, dann ist doch vollkommen klar, das die Leute dann entsprechend reagieren.
 
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nutrix schrieb:
Das sind anhand der massenhaft gesammelten Daten Ergebnisse, die ohne sie so nicht möglich wären. Irrige Impfgegner werden vermutlich nach wie vor nicht überzeugt werden, aber da die Zahlen und Fakten für sich sprechen, spricht deren Fantasien darüber keine Rolle.
Für das Ergebnis reichen anonyme Daten.

andy_m4 schrieb:
Ich versteh auch nicht, warum Du einseitig die Menschen angehst, die begründete Sorgen haben aber überhaupt nicht die Akteure, die dann mit den anvertrauten Daten schlampig umgehen.
Propaganda wirkt.
 
andy_m4 schrieb:
Das macht die validen Punkte aber nicht weg.
Die da wären? Nach der politischen Argumentation kannst Du immer alles wegreden und nichts tun. Die Baltenstaaten, die uns bzgl. Behörden und Digitalisierung voraus sind, könnten ja auch argumentieren, daß irgendwann der Russe vor der Tür steht, der alles mißbrauchen kann, so wie bei uns in den 80ern und jetzt auch. Ist das immer ein Rechtfertigung, etwas nicht zu tun, nur weil irgendwann potentiell es als Regierungsmacht mißbrauchen könnte? Sollte man lieber nicht mal ins hier und jetzt schauen, was man verbesser kann?
andy_m4 schrieb:
Das Problem ist ja, das ständig Dinge gemacht werden, die eben nicht unbedingt fürs Allgemeinwohl sind.
Und dann ist es doch völlig logisch, das es dann eine Skepsis gibt.
Tja, Du und ich wissen, was Software und -Entwicklung kostet. Jahrelang die meisten, auch hier, von Kostenloskultur profitiert. Alle wollen, schau Dir mal die Anfragen an, alles umsonst und kostenlos haben. Du und ich wissen, das gibt es nicht umsonst. Auf der Habenseite im Allgemeinwohl habe wir heute eine Menge Dienste und Programme, die wir kostenfrei nutzen. Das will seltsamerweise dann keiner in Frage stellen. Mir geht es um die Einseitigkeit, die hier betrieben wird.

Sorry, dann sollen die Leute bitte auch alle brav ihre Software, ihren Service und alles was sie nutzen entsprechend bezahlen, wenn sie keine Daten rausrücken wollen, was ich auch so für vollkommen legitim halte. Aber einseitig nutzen wie fordern und dann ablehnen halte ich für eine Doppelmoral. Fang mal als einfaches Beispiel an, JEDE Suchanfrage von jeder Suchmaschine kostenpflichtig zu machen. 🙃
andy_m4 schrieb:
Hat am Ende übrigens ja auch was mit Gerechtigkeit zu tun. Und das ist ganz wesentlich für die Zustimmung zu einer Demokratie. Wenn Du ständig die kleinen Leute f**kst die dann gleichzeitig aber anschauen müssen, wie große Konzerne dicke Gewinne einfahren, dann ist doch vollkommen klar, das die Leute dann entsprechend reagieren.
Man muß alle verfolgen, ich hab nirgendwo gesagt, daß man das einseitig machen soll. Nur alles mit den "Großen" verargumentieren, die angeblich tun und lassen können was sie wollen, ist keine Rechtfertigung für eigenes Fehlverhalten oder Gesetzesverstöße, oder? Wenn die Leute sich redlich verhalten, wird hier doch keiner gef***** (Deine Worte).

PS: Damit wir uns nicht falsch verstehen, es geht nicht um unbegrenzten und allumfassenden Datenzugriff, sondern um ein gesundes Mittelmaß. Das haben wir aber meiner Meinung nach leider in Deutschland aufgrund zu übertriebener Vorbehalte wie Paranoia so aber nicht, so daß bei uns bzgl. Digitalisierung und Co., gerade auch im öffentlichen Sektor, kaum was richtig vorangeht, und uns selbst kleinere wie schwächere EU-Länder hier abhängen.
 
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