nutrix schrieb:
Damit ist eigentlich alles gesagt
Ja. Das ist aber oftmals eine theoretische Überlegung.
In der Praxis sieht es in der Regel anders aus.
Und dann gibt es natürlich Kritik.
Und klar kann man sich immer irgendwie was ausdenken und sagen "guck mal, so wäre doch alles gut". Aber in der realen Welt habe ich nun mal Google und Co und dann kritisiere ich deren Art der Datensammelei.
Ich glaube nicht, das wir die Diskussion in dem Maße hätten, wenn alle vernünftig und sorgsam agieren würden. Und klar. Ein paar Meckerer die meckern um des Meckerns willen gibt es natürlich immer.
Das macht die validen Punkte aber nicht weg.
nutrix schrieb:
Was spricht dagegen, automatisch Infos zu teilen, die allen eher nützen und kaum schaden?
Ja. Müsste man natürlich im Einzelfall gucken, um was für Daten es geht.
Sofern es personenbezogene Daten sind (und darum geht es ja vornehmlich beim Datenschutz) sollte natürlich auch jeder das Recht haben, frei darüber zu entscheiden und transparent aufgeklärt werden.
nutrix schrieb:
Deutschland merkt ja gar nicht, wie viele andere Länder, wo die Probleme aufgrund German-Angst nicht permanent zerredet und jeder sinnvolle Ansatz mit politischen unsinnigen Totschlagargumenten gleich im Keim erstickt wird.
Das Problem ist ja, das ständig Dinge gemacht werden, die eben nicht unbedingt fürs Allgemeinwohl sind.
Und dann ist es doch völlig logisch, das es dann eine Skepsis gibt.
Wenn Du sowas wie die ePA ist, die teuer ist, sich als unsicher heraus stellt und am Ende auch der praktische Nutzen überschaubar ist, logisch das dann darüber diskutiert wird.
Ist doch nicht so schwer zu verstehen.
nutrix schrieb:
Man sieht es ja, was genau daraus geworden ist, die US-Techfirmen ziehen an uns vorbei, und sind in diesen Dingen wie KI usw. uns weit voraus.
Naja. Mit der gleichen Argumentation könntest Du aber auch Umweltstandards herabsetzen. Dann würde sich auch mehr Industrie ansiedeln und billiger produzieren können.
Ich will ja nicht sagen, das man nicht auch Fehler macht oder bei Dingen überreguliert oder was auch immer.
Nur wie jede Sache, hat alles immer mehrere Aspekte die es dann auch zu berücksichtigen gilt.
nutrix schrieb:
Wenn Du, ich und andere hier nicht bereit sind, für die Erkenntnisse der Medizin Daten bereit zu stellen, vom wem bitte sollen sie sonst kommen?
Auch hier wieder das selbe Spiel:
Natürlich wäre es schön, wenn die Medizin Daten bekommen könnte und mit den Daten verantwortungsbewusst umgegangen werden würde und wir am Ende alle davon profitieren.
Da sind wir doch einer Meinung.
Dann sehen wir aber auf der anderen Seite die Praxis, wo Daten abhanden kommen. Wo vormals vorgenommene Anonymisierung zurück werden konnte weil halt nicht sorgfältig genug anonymisiert wurde usw.
Und gerade medizinische Daten sind nun mal besonders sensible Daten. Und damit mein ich jetzt nicht "jemand ist hingefallen und brauchte ein Pflaster", sondern zum Beispiel auch wiederkehrende psychische Erkrankungen. Das heißt, geraten die in falsche Hände besteht der Schaden Dein leben lang. Sind es Krankheiten die potentiell vererblich sind, dann sogar noch Deine Kinder.
Logisch das die Menschen sich dann Sorgen machen und lieber vorsichtig sind.
Ich versteh auch nicht, warum Du einseitig die Menschen angehst, die begründete Sorgen haben, aber überhaupt nicht die Akteure, die dann mit den anvertrauten Daten schlampig umgehen.
nutrix schrieb:
In der Masse ist das sehr wohl relevant.
Naja. Die Putzfrau macht den Job ja i.d.R. nicht, weil sie es als berufliche Selbstverwirklichung sieht anderer Leute Toiletten zu schrubben.
Das sind halt oft auch arme Menschen die solche Jobs nutzen, um halbwegs über die Runden zu kommen. Und dementsprechend übrigens auch das gesamte Geld für lebensnotwendige Dinge verkonsumieren, was dann auch auch wieder nachgelagert Steuereinnahmen und wirtschaftlich positive Effekte bringt.
Es war aber auch gar nicht mein Argument, das man sich um "kleine" Vergehen gar nicht kümmern sollte.
Mein Punkt war, das es halt auch viele Dinge gibt wo gar nichts passiert. Stichwort Vermögenssteuer. Stichwort: Steuerschlupflöcher. Stichwort: Subventionen für Großkonzerne.
Es gibt halt so viele Dinge, die man angehen kann.
Auch mit relativ überschaubaren Aufwand, wie eben das Steuerfahnungsbeispiel.
Hat am Ende übrigens ja auch was mit Gerechtigkeit zu tun. Und das ist ganz wesentlich für die Zustimmung zu einer Demokratie. Wenn Du ständig die kleinen Leute f**kst die dann gleichzeitig aber anschauen müssen, wie große Konzerne dicke Gewinne einfahren, dann ist doch vollkommen klar, das die Leute dann entsprechend reagieren.