Wakasa schrieb:
In meiner Ausbildung hat mein Vorgesetzter mir immer eine Sache gesagt wenn die Situation brenzlig wurde. "Junge, was ist die Erste Bürgerpflicht? Genau, Ruhe bewahren"
Das ist ein guter Ratschlag für so ziemlich alles. Erstmal Ruhe bewahren und sich die Sache genau anschauen, was man denn machen kann.
Für mich und mein Umfeld sieht es so aus:
Meine Familie werde ich im Lebtag nicht mehr dazu bekommen, auf Googledienste, Facebook und Co. zu verzichten. Da meine Familie meine Email, meine Geburtsdatum, meine Adresse, meine Telefonnummer und Fotos von mir auf ihrem Gerät gespeichert haben in den Kontakten, da müssen die meisten Leute im Grunde damit Leben, dass ziemlich akkurate Schattenprofile von ihnen existieren. Dagegen machen kannst du eigentlich nur etwas, wenn du von der Bildfläche verschwindest und alle Brücken hinter dir abbrichst. Die Frage ist ob du das willst, dass du nie wieder mit deinen Eltern/Großeltern redest und ihnen auch nicht verrätst, wo du wohnst.
Von daher ist das, was man sinnvoll machen kann, das Schattenprofil möglichst nicht mit Interessen und Verhaltensdaten zu füttern oder ausbauen.
Wenn du kannst, verwende ein Linux deiner Wahl. Aber auchte auch bei Linux darauf, nur weil eine App vielelicht FOSS ist, bedeutet das nicht, dass diese nicht trotzdem genauso eine Datenschleuder sein kann wie jede kommerzielle App. Auch eine FOSS-App kann per Api in proprietären Systemen Anfragen stellen, die Rückschlüsse auf dich ziehen lassen.
Grundsätzlich sind trotz allem FOSS-Apps anderen Dingen vorzuziehen, wenn sie deinen Bedürfnisse genügen. Wie gesagt, wenn du mit Photoshop dein Geld verdienst, dann kommst du an Windows oder Mac nicht vorbei. Ebenso gibt es eine Menge berufsspezifischer Software, da macht man einfach keine Experimente, ob es nicht vielelicht laufen könnte. Das ist ja auch der Grund, warum man im beruflichen Umfeld ein Systemhaus beschäftigt, dass sich mit deinen PC-Problemen auseinandersetzt und nicht du selber.
Edge, Safari, Chrome, Opera und Firefox stehen bei mir auf der schwarzen Schnüffelliste, ich nutze nur Derivate davon (Helium, Brave und Librewolf).
Ich nutze einen Passwortmanager, der auch meine Passwörter per Generator maximal komplex generiert hat. Ich kenne mittlerweile kein einziges meiner Passwörter mehr mit Ausnahme meines Masterpassworts.
Ansonsten habe ich ganz massiv meine Konten ausgemistet. Alles, was nicht wirklich brauche, habe ich auch tatsächlich gelöscht, Konten, die ich nutze, habe ich, soweit es geht, abgeschlossen insbesondere mein Google und mein MS-Konto, da man mit diesen Konten die Anmeldung an anderen Konten triggern könnte (Login mit XXX).
Ansonsten, Dinge bei Amazon suchen und Dinge bei Amazon kaufen sind zwei paar Schuhe bei mir. Die laufen in getrennten Sessions auf getrennten Profilen in unterschiedlichen Browsern. Wenn ich mich bei Amazon einlogge, dann immer in einem frischen Fenster, in dem kein Links und rechts, kein villeicht interessiert sie auch oder sonst was geklickt wird, es werden nur die angebotsnummern direkt aus dem anderen Browser eingegeben, zum Warenkorb hinzugefügt und direkt gekauft und wieder ausgeloggt. Im wesentlichen dürften sich von meinen Käufen auch keine großartigen Suchmuster ableiten lassen.
Graphen OS ist für mich persönlich keine Lösung, wegen diverser Apps bin ich leider auf die Google Dienste angewiesen, aber ansonsten versuche ich alles so zu verwenden, dass es unter meiner Kontrolle ist. Social Media ist bei mir eher wengen meiner generelen Haltung "Warum sollte ich Fotos für wildfremde Menschen von meinem Mittagessen machen?".