Wie unser Geld sichern vor der Euro-Pleite?

Stefan_Sch schrieb:
Ich klopfe nie "leere Phrasen". Meine Ansichten sind klar fundiert und werden durch die Realität untermauert. So sind auch die Anschuldigungen über viele Urlaubsbtage und niedrige Renteneintrittslater der Griechen längst widerlegt, werden aber hier ebenfalls angeführt.

Tatsache ist aber, u. a. die Griechen bekommen es nicht auf die Reihe, sie geben viel mehr Geld aus als sie haben und wofür (ob für Rente für tote Beamte, ob für ein marodes Steuersystem, welches es den Steuerschuldnern überlässt seine Steuererklärung zu gestalten, da keine Sanktionen zu erwarten sind etc.) das final verbrannt wird ist auch egal.


Ich leihe einem Kumpel 50 €, nach einer Zeit frage ich ihn

hey Alder, wann bekomme ich meine 50 €?

Leih mir 100 €, dann gebe ich dir sofort die 50 €

später........

Leih mir 200 € dann bekommst du deine 100 €
usw.

es gibt durchaus Gründe, die klingen überzeugend, eine solche Strategie zu stützen

TE ist der Meinung sein Erspartes verliert in Bälde massiv an Wert und sucht nach krisensicheren werterhaltenden Anlageoptionen ohne Risiko für einen Betrag der kurz- bis mittelfristig verkonsumiert wird also keinen Anlagehorizont hat eher Verfügbarkeit bedarf.

Bei solch einer niedrigen Summe (Finanzierung des letzten Semester) übersteigen Transaktionskosten, Arbitragerisiken und sonstiger Aufwand durch Informationsmängel mit Sicherheit eventuelle Verluste an Kaufkraft.


Da braucht man nicht unbedingt die hohe Kunst der "(Foren-)Rabulistik" zu strapazieren, oder? ;)
 
Tignanello schrieb:
Tatsache ist aber, u. a. die Griechen bekommen es nicht auf die Reihe, sie geben viel mehr Geld aus als sie haben und wofür (ob für Rente für tote Beamte, ob für ein marodes Steuersystem, welches es den Steuerschuldnern überlässt seine Steuererklärung zu gestalten, da keine Sanktionen zu erwarten sind etc.) das final verbrannt wird ist auch egal.

Das Problem der Griechen liegt weniger auf der Ausgaben-, als vielmehr auf der Einnahmenseite. Prozentual haben die Griechen nämlich keine höhere Staatsquote, als zum Beispiel Deutschland.

Ein wesentliches Problem in Griechenland sind die Steuereinnahmen, die selbst in den Boomjahren 2003/04 viel zu gering ausfielen. Das andere Problem ist strukturell. Griechenland musste ehemalige Niedriglohnindustrien, wie die Textilindustrie an China und osteuropäische Länder abgeben.

Statt die mit dem Euro eingeführten niedrigen Kreditzinsen für Strukturreformen zu nutzen, hat man sie "verkonsumiert" und den Staatsapparat weiter aufgeblasen. Die Ausgaben für das Militär überstiegen selbst die vom viel größeren Land Spanien. Die Leistungsbilanz ist schon seit Beginn der 90er-Jahre negativ, also lange vor der Euroeinführung.

15335.gif


leistungsbilanz220110216103305.jpg


Leider hat die Finanzindustrie zusammen mit den Ratingagenturen erneut versagt. Ähnlich wie bei der US-Immobilienkrise, die zur Finanzkrise 2007 ausartete, haben die Ratingagenturen viel zu spät interveniert und das Land dann in sehr kurzer Zeit radikal abgestuft. Die Märkte haben basierend auf diesen Bewertungen zu lange günstige Kredite an Griechenland vergeben, obwohl das Land de facto nicht mehr kreditwürdig war und damit das Land in den Schuldensumpf manövriert.

Hier sind die Ursachen also multifaktoriell und nicht trivial, wie es einige hier versuchen darzustellen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Stefan_Sch schrieb:
Das Problem der Griechen liegt weniger auf der Ausgaben-, als vielmehr auf der Einnahmenseite. Prozentual haben die Griechen nämlich keine höhere Staatsquote, als zum Beispiel Deutschland...........................

Ein wesentliches Problem in Griechenland sind die Steuereinnahmen, die selbst in den Boomjahren 2003/04 viel zu gering ausfielen.

das hatte ich ja oben erwähnt (wenn ich nichts einnehme, kann ich auch nichts ausgeben), aber final ist es doch egal. Es geht hier doch eher um die Sorge des TE und nicht um Griechenland, oder? :)
 
Wenn ich Vermögen hätte, würde ich nach Immobilien in prosperierenden Großstädten (München, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt - um einige zu nennen) Ausschau halten und darin investieren. Trotz insgesamt sinkender Bevölkerungszahl gibt es aufgrund einer zunehmenden Re-Urbanisierung einen gegenläufigen Trend mit steigenden Einwohnerzahlen mancher Städte. Während Immobilien im ländlichen Bereich aufgrund der Verschiebung von Angebot und Nachfrage einen preislichen Verfall erleben, tritt in einigen Großstädten der gegenteilige Effekt ein. Durch die erhöhte Nachfrage verknappt sich das Angebot und die Preise bewegen sich nach oben.

Falls es wirklich zu einem Währungscrash kommen sollte - wovon ich übrigens genau wie der TE auch ausgehe - wäre man mit solchen Anlagen natürlich fein raus, inkl. Potential zur Wertsteigerung.
 
Exar_Kun schrieb:
Falls es wirklich zu einem Währungscrash kommen sollte - wovon ich übrigens genau wie der TE auch ausgehe - wäre man mit solchen Anlagen natürlich fein raus, inkl. Potential zur Wertsteigerung.

Was für ein "Währungscrash"? Eine Währung kann nur dann "crashen", wenn die Inflation ansteigt und sich zu einer Hyperinflation entwickelt bei der anschließend real Güter vernichtet werden bzw. die Geldpolitik aus dem Ruder läuft und massenweise Banknoten in Umlauf gebracht werden.

Rechnest du mit einem 3. Weltkrieg oder damit das die EZB ein paar Trilliarden € druckt oder worauf basiert deine Annahme die Währung würde crashen bei einer Inflationsrate von optimalen 1,9 % in der Eurozone?

Dir ist bekannt das den Schulden im Euroraum ein dreifach höheres Nettovermögen gegenüber steht.

Selbst für den unwahrscheinlichsten Worst-Case, nämlich das die Eurozone auseinanderbricht, hätten alle Deutschen nichts zu befürchten, denn ihre Euronoten würden unmittelbar in deutsche Banknoten umgetauscht werden, die natürlich sofort eine Aufwertung erfahren würden.

Also wovon wird hier eigentlich phantasiert? :rolleyes:
 
Zuletzt bearbeitet:
Stefan_Sch schrieb:
Rechnest du mit einem 3. Weltkrieg oder damit das die EZB ein paar Trilliarden € druckt oder worauf basiert deine Annahme die Währung würde crashen bei einer Inflationsrate von optimalen 1,9 % in der Eurozone?
Eurostat spricht im Juni Newsletter von 2,7% jährlicher Inflationsrate.

Stefan_Sch schrieb:
Also wovon wird hier eigentlich phantasiert? :rolleyes:

Das frage ich mich allerdings auch. Als ob hier immer gerade die "Weisheiten" zum Besten gegeben werden, die am Stammtisch den meisten Applaus einheimsen konnten.
 
Noxiel schrieb:
Eurostat spricht im Juni Newsletter von 2,7% jährlicher Inflationsrate.

Das sind Schwankungsraten, die in der Norm liegen. Unter der DM gab es kurzfristig sogar Inflationsraten, die bei unglaublichen 8 % lagen.

%7BA9C59AE1-5847-4BDC-A51B-E98323CEA378%7DPicture.jpg


Der Durchschnittswert des Euro der letzten 10 Jahre liegt bei 1,9 % und damit innerhalb der EZB-Vorgaben für die Preisstabilität. Er zog in den letzten zwei Jahren etwas an und liegt derzeit knapp über 2 %. Diese Angabe stammt von der deutschen Bundesbank.

Mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von etwas über 2 % hat der Euro-Raum in den letzten 10 Jahren eine Phase dauerhaft niedriger Inflation erlebt.

http://www.bundesbank.de/10jahreeuro/10jahreeuro_bewertung_2.php

Der jüngste leichte Anstieg der Inflation ist auf die erhöhte Nachfrage nach Rohstoffen zurückzuführen. In China zogen die Preise unter dem Yen sogar um über 6 % an.

Das sind derzeit also Raten, die völlig unproblematisch sind. Eine leichte Inflation war schon immer das Ziel einer Geldpolitik. Japan erlebte in den letzten Jahrzehnten eine deutlich problematischere Deflation.

Eine gefährliche Hyperinflation gibt es erst ab einer monatlichen Inflationsrate von 50 %!
 
Zuletzt bearbeitet:
Halte ich für ein Gerücht, dass die Inflation derart niedrig liegt. Die Inflationsrate wird meistens durch ein Warenkorb bestimmt. Japan hatte vor einigen Jahren eine Inflationsrate von 0,5 %. Im Korb lagen solche praktikablen Sachen wie Schwarzweiß Fernseher, Nadeldrucker usw. Welche Güter im Warenkorb bei uns sind, weiß ich nicht aus dem Kopf. Jedenfalls sind die für die Lebenshaltungskosten verantwortlichen Güter um mehr als 3 % teurer geworden.

Effekt: Die meisten "Verdiener" in Deutschland leiden unter einem Reallohnverlust

Für die Anlagestrategie würde ich im Moment Staatsanleihen meiden, weil die Inflation zu hoch gehalten wird und die Verzinsung viel zu gering ist. Zur Zeit würd ich eine Mischinvestition empfehlen. Also Aktienfonds, Immobilienfonds, Aktien von vertrauenswürdigen AGs (aber bloß keine Banken) und Immobilieneigentum empfehlen. Wenn man Banken dafür ins Boot holen möchte, immer auf Beratungsprotokoll und Provisionen des Beraters achten. Dann geht da auch nichts schief.
 
kaiwoon78 schrieb:
Halte ich für ein Gerücht

Das sind keine Gerüchte, sondern offizielle Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

kaiwoon78 schrieb:
Die Inflationsrate wird meistens durch ein Warenkorb bestimmt. Japan hatte vor einigen Jahren eine Inflationsrate von 0,5 %. Im Korb lagen solche praktikablen Sachen wie Schwarzweiß Fernseher, Nadeldrucker usw. Welche Güter im Warenkorb bei uns sind, weiß ich nicht aus dem Kopf. Jedenfalls sind die für die Lebenshaltungskosten verantwortlichen Güter um mehr als 3 % teurer geworden.

Es liegt in der Natur der Sache das statistisch ein durchschnittlicher Warenkorb angefertigt werden muss. Es kauft nunmal nicht jeder dasselbe ein und nicht jeder wohnt in derselben Stadt mit denselben Lebenshaltungskosten.

Bei manchen Menschen ist der Warenkorb sehr unpassend, bei anderen passt er sehr gut. Für die Betrachtung in diesem Thread spielt das aber keine Rolle, da unabhängig von der genauen Zusammensetzung des Warenkorbs die Inflationsrate absolut im grünen Bereich liegt.

Ich gehe allerdings aufgrund der weltweit steigenden Energie- und Rohstoffpreise davon aus das die Inflationsraten anziehen werden. Die Nahrungsmittelpreise steigen schon seit Jahren, sind für die reichen Industrienationen aber nicht so ausschlaggebend, wie für ärmere Staaten.
 
China bietet sich als Euro Stütze an


Quelle

Wen sagt auch das Vertauen in die Wirtschaftliche Entwicklung Europa und sehe langfristige Investoren.
 
Die Chinesen machen sich wegen ihrer Absatzmärkte in die Hose. Europa ist mittlerweile Hauptexportregion für die Chinesen. Das ist eine extrem ungesunde Entwicklung für Europa!

Griechenland ist de facto pleite. Sie müssen in den kommenden drei Jahren 120 Milliarden refinanzieren.

Die Verschuldungen explodieren weltweit, inklusive Deutschland mit mittlerweile 2 Billionen Euro. Jetzt kommen die entscheidenden Jahre. Es gibt viele Fragezeichen am Horizont. Die USA kommen ebenfalls nicht aus ihrer Wirtschaftskrise und das europäische Finanzsystem ist ein reformbedürftiger Sauhaufen. Das haben die US-Immobilienkrise, die irische Bankenkrise oder die Griechenlandkrise eindrucksvoll gezeigt.

Die Politik unternimmt leider nichts dagegen.
 
Zurück
Oben