Nach ATX12V in welcher Fassung auch immer hat ein Netzteil sogar 100% Last unbegrenzt durchzuhalten. Nicht nur das, es sind obendrein sogar kurzzeitig abrufbare zusätzliche Reserven empfohlen.
Übrigens hat die c't in ihren letzten Netzteiltests auch den Verbrauch im ATX off bzw. ATX Standby gemessen. Mit den schlechteren Vertretern kann man sich einen um 5 .. 10W höheren Dauerverbrauch einhandeln. Bei 20% und 50% Nennlast gab es Unterschiede im Wirkungsgrad von über 10%, sodass man allerspätestens bei Systemen, die mehr als 8 Stunden am Tag laufen, in ein Netzteil nach Stand der Technik investieren sollte.
Der Test bei planet3dnow krankte wie die allermeisten Tests im Web übrigens daran, dass bei Ausfall eines Testkandidaten nicht ein bis zwei weitere Exemplare getestet wurden, wie z.B. die c't das macht. Allerdings ist nicht nur nach ATX12V, sondern auch nach dem gesunden Menschenverstand unbedingt zu fordern, dass das Netzteil sich bei Überlast nicht in die ewigen Jagdgründe verabschiedet, sondern rechtzeitig von den vorgesehenen Schutzschaltungen gegen elektrische und thermische Überlast abgeschaltet wird.
Bei der Systemkonfiguration muss man natürlich beachten, dass ein Netzteil mit besonders hohem Wirkungsgrad über den Daumen einen weniger hohen Bedarf an Kühlluft hat, sodass ein eventuell vorgesehener Nebenjob zur Gehäuseentlüftung dann weniger gut gelingt. Andererseits sind Netzteile mit schlechtem Wirkungsgrad spätestens bei Volllast tendenziell lauter, weil dann noch einige Abwärme aus dem Netzteil selbst zu entsorgen ist. Ein recht guter Kompromiss ist z.B. das Sharkoon SHA480-9A. Guter Wirkungsgrad, gute Störimmunität, bei 50% der Volllast noch leise. Erst bei Volllast wird es etwas lauter, aber lieber gut gekühlt als vorzeitig verreckt ...