Wohin kommt das Wohin mit dem Anschreiben bei einer eMail Bewerbung?

Wobei es da durchaus auch Negativbeispiele gibt - ich hatte schon "Bewerbungsflyer" in der Hand, die eher an die Lieferkarte eines Koreanischen Schnellrestaurants erinnert haben.

Letztendlich bleibt es bei der Faustregel: die Bewerbung ist die erste Arbeitsprobe. Sie sollte daher formell wie inhaltlich dem Job und der eigenen Vita angemessen sein. Wenn man einen guten grund hat, ist fast alles erlaubt. Aber nur - übertrieben gesagt - rosa Schrift auf türkisem Grund zu nehmen, damit man auffällt, ist erfahrungsgemäß eine schlechte Strategie.

@wmlu: du bist Personaler? Darf ich fragen, in welcher Branche? Die paar Bewerbungen von Personalern, die ich bisher hatte, waren immer die schlimmsten von allen und ich hoffe immer noch, dass das bloß Zufall war ;)
 
@ Fidel

Ich bin nicht Personaler in der Form, dass ich ausschließlich in der Personalabteilung arbeite; ich berate vielmehr betriebswirtschaftlich und in dieser Funktion auch im Personalwesen und stelle auch in unterschiedlichen Betrieben entsprechend Personal ein oder gebe Empfehlungen.

Natürlich gebe ich Dir recht, dass eine Bewerbung kein bunter Papagei sein soll, aber das ist halt auch das Kunststück, sich von anderen abzuheben, ohne über das Ziel hinauszuschiessen; seit Bewerbungen nicht mehr handschriftlich erfolgen müssen und eben meist mittels Computertechnik endlos nach Norm vervielfältigt werden, liegen eben genau dort die Alleinstellungsmerkmale, aus denen man auf gewisse charakterliche Eigenschaften des Bewerbenden noch schließen kann, von der Beurteilung der eigentlichen Qualifaktion über Zeugnisse und Leistungsnachweise einmal abgesehen !
 
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FidelZastro schrieb:
Die paar Bewerbungen von Personalern, die ich bisher hatte, waren immer die schlimmsten von allen und ich hoffe immer noch, dass das bloß Zufall war ;)
Habe mich selbst dort spezialisiert aber das "Problem" ist, dass du sowas nicht an der Uni lernst. Da hast du psychologische Diagnosti, Arbeits- und Organisationspsychologie und Statistik.
Bewerbungen schreiben hat mMn nichts im Lehrinhalt zu suchen. Das ist ein formales blablub und hat nichts mit Personalforschung zu tun.
 
Die einen wollen es so, die anderen so, die anderen so. Letztendlich ist es ein Pokerspiel - ich konnte dieses Getue um Bewerbungen eh nie leiden. Man kann kann alles gut oder schlecht interpretieren. Außerdem wird zu 95% weder in den Ausschreibungen noch in der Bewerbung die Wahrheit gesagt, sondern übertrieben wie die Sau. Was ich da schon zu Augen bekommen habe ... unglaublich was die Leute alles können! Oder was in nem Betrieb angeblich gefordert wird. Am Ende macht man doch nur wieder Standardarbeit. Hat halt alles viel mit "ug ug ug" und "auf Brust trommeln" zu tun. ;)

Schreib´ deine Bewerbung nach ISO Standards und wenn an 2-3 Ecken noch gemeckert wird ("Direkt anreden!") oder ("Lass´ das Deckblatt weg!"): dann sei es halt so. Wenn man wegen nem Deckblatt oder ner angeblich falschen Anrede nicht genommen wird, haben die Leuts dort eh n Dachschaden. Am besten ist noch vorher anrufen und nachfragen, eventuell bekommt man ja sogar den Kerl an die Strippe, der die Bewerbung nachher liest. Persönlicher Kontakt erhöht die Chancen auf ein Vorstellungsgespräch um gefühlte 500%.
 
@ Wintermute

Im Prinzip stimme ich dem, was Du sagst, schon zu, nur ..... nun ja, ganz so sehe ich das nicht mit der persönlichen Kontaktaufnahme vorher, denn wenn mich die 50 Bewerber deren Mappen ich gerade auf dem Tisch liegen habe, oder auch nur ein Teil davon, alle vorher anrufen würden, vielleicht sogar noch penetrant versuchten, mich unbedingt erreichen zu wollen, würde ich eher genervt reagieren.

Deshalb nochmal an alle, die sich bewerben wollen: versucht, ohne aufdringlich zu wirken, Euch individuell darzustellen und dabei nicht allzu sehr an vorgegebene Standards und DINs zu halten; vermeidet auf alle Fälle die Übernahme von Standardformulierungen !

Eines der rötesten Tücher, die mir da ständig vorkommen, ist jener Satz, mit dem der Bewerber mir so oder ähnlich mitzuteilen versucht, wie gut er doch auf Grund seiner Qualifikation eine echte Bereicherung für mein Unternehmen sein würde.

Diese Formulierung muss irgendwann ein Bewerbungstrainer einmal in seine Vorlage für sein Bewerbungstraining aufgenommen haben und sie vermehrt sich in dieser oder abgewandelter Form seit dieser Zeit anscheinend sprichwörtlich wie die Karnickels ! Spricht aber für die Qualifikation der meisten Bewerbungstrainer, dass sie so einen Schrott endlos weitergeben !

Deshalb nochmal: Mut zur Selbstdarstellung und den eigenen Grips durch die grauen Zellen strömen lassen ! Schließlich will man durch seine Bewerbung zumindest ansatzweise darauf hinweisen, was man kann, und wenn man eine Bewerbung aufgrund von DIN-Vorlagen gestaltet, gibt mir das eher den Hinweis, dass derjenige für den Job, den ich besetzen möchte, wohl nicht die nötige eigene Kreativität mitbringt.

Und noch ein Tip am Rande: Mit Word oder einem sonstigen Textsystem kann man ja heute ganz leicht ganz tolle Briefköpfe entwerfen; mal was grau unterlegen, einen Strich oder eine dezente Grafik irgendwo einfügen, eine gehaltvolle Schriftart verwenden, ein Textfeld einfügen etc. , o.ä.; ich schaue auf so was immer zuerst; wer sich durch geschmackvolle und dezente Gestaltung seines eigenen Briefkopfes von den Standarddarstellungen wie Name rechts oder links und Anschrift darunter in diesem Bereich abhebt, hat bei mir schon mal einen Pluspunkt und setzt sich damit gleich am Anfang schon augenfällig von anderen ab.
 
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thrillkill schrieb:
Bewerbungen schreiben hat mMn nichts im Lehrinhalt zu suchen. Das ist ein formales blablub und hat nichts mit Personalforschung zu tun.

Ich meinte mit meiner Aussage auch Personalreferenten, die schon Jahre in dem Job waren. Aber das tut hier nichts zur Sache, mein Vorredner hat es eigentlich auf den Punkt gebracht, dem gibt es nichts hinzuzufügen.
 
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