– große Namen, aber bei aller Qualität auch Stangenware, die weder das große noch das vielfältige Angebot schafft, das eine Nummer 1 in der Unterhaltungsbranche produziert. Außer vielleicht nach reinem Umsatz, solange die vorhandenen Marken noch tragen, die nun priorisiert werden sollen. Dennoch: So sieht es aus, als würde Xbox bald ein Bein verlieren – und sinnbildlich zur „Ybox“ werden.
So gerne ich das unterschreiben würde, aber sieht man sich die langjährigen Marktführer der Spielebranche mal an, stellt man leider fest, dass Vielfalt und Abwechslung da längst nicht die erste Geige spielen.
Activisions Geschäftsmodell lebte seit Ewigkeiten von einigen wenigen Titeln, vornehmlich Call of Duty, einigen Blizzard-Spielen und dann natürlich King Games' Bibliothek an Mobile-Spielen.
EA steht und fällt seit Ewigkeiten mit den Spielen der Sportsparte, allen voran FIFA bzw. FC. Ab und zu fällt zusätzlich ein Bioware- oder Respawn-Titel oder ein Battlefield vom Baum und damit hat es sich im Wesentlichen.
Ubisoft ist seit über anderthalb Jahrzehnten auf AC, Far Cry und Tom Clancy-Untermarken ausgerichtet. Vielleicht hat man dort noch etwas mehr experimentiert als bei den beiden anderen Branchenriesen, aber geblieben ist davon letztlich nicht viel, selbst wenn die jüngeren Prince of Persia-Spin-Offs gute Spiele sind - gesprochen hat von diesen Titeln kaum jemand, Produkte wie XDefiant und andere starben eines unrühmlichen Todes.
Dass Microsoft sich nun also auf seine größten Namen ausrichtet, ist nur folgerichtig. Die stotternde CoD-Maschinerie wieder aufzurichten, dürfte eine sehr hohe Priorität haben, denn diese Marke sterben zu lassen, würde die enorme Investition in ABK nur umso mehr ad absurdum führen. Die anderen erwähnten Namen sind dagegen vielleicht nichts für jährliche Releases, aber haben bei entsprechender Umsetzung allesamt ebenfalls das Potenzial für Milliardenumsätze.
Allerdings muss man schon sagen, dass Microsofts primäres Problem sicher nicht das Geld ist. Viel eher wird es das Management sein. Der Output der eigenen Studios ist, gemessen gerade an ihrer Zahl, absolut erbärmlich. Titel werden mit nichtssagenden Teasern angekündigt, nur um dann fünf Jahre lang in der Versenkung zu verschwinden. Erscheint dann doch mal etwas, ist es oft mittelmäßig, wenn's nicht gerade von id kommt.
Oft wurde behauptet, Microsofts Öffnung für andere Plattformen hätte die Xbox getötet. Ich teile diese Meinung nicht - wäre Microsofts Spielekatalog großartig gewesen, hätte sich auch die Konsole besser verkauft, nicht jeder hat oder will einen Gaming-PC. Stattdessen aber stürzten die Verkäufe ab, dass man keine Zahlen zum Game Pass mehr nennt, spricht außerdem Bände. Da wird das Wachstum genauso in eine Wand gelaufen sein, das Angebot sich folglich nach wie vor nicht rechnen.
Vermutlich ist mittlerweile sowieso viel Talent aus den Studios verschwunden und eine neue Management-Politik kommt längst zu spät. Trotzdem braucht es primär dort einen grundlegenden Wechsel. Das Laissez-faire-Modell eines Phil Spencer hat jedenfalls, entgegen seiner über viele Jahre gemachten Versprechen, keinerlei vorzeigbare Ereignisse erzielt.
Chismon schrieb:
Nun ja, beim Zugekauften fehlt ja noch Blizzard, also World of WarCraft, und vielleicht schafft man auch ein StarCraft III oder WarCraft IV (wobei ich nicht weiß ob man sich das wünschen möchte, denn evt. werden das dann eher verhunzte Nachfolgerspiele).
Blizzards RTS-Team, einstmals das beste der Welt, wurde vor vielen Jahren abgesägt, die Kompetenz ist danach abgewandert. Einen offiziellen Nachfolger wird es daher definitiv weder für StarCraft noch WarCraft je geben.
Freuen wir RTS'ler uns einfach drüber, dass Microsoft wenigstens seine Age-Spiele gut am Leben hält. Ist tatsächlich der einzige Bereich, bei dem ich das Gefühl habe, dass Microsoft-Studios mit Leidenschaft entwickeln. Wird wohl daran liegen, dass viele Forgotten-Empires-Leute in diese Projekte übernommen wurden.
Age of Mythology: Retold kann ich jedem Fan nur wärmstens ans Herz legen. AoE2: DE ist ohnehin als super bekannt.