chakko schrieb:
Das du dich darüber freust, dass offenbar keine Konkurrenz mehr für Sony da sein soll, spricht auch Bände. Das schadet allen, ausschließlich. Keine Ahnung warum dich als PS Fanboi das überhaupt interessiert was Microsoft tut, wenn für dich eh nicht infrage kommt, dass du von denen was kaufst. Kann dir komplett egal sein. Das Sony aber überhaupt was ordentliches wieder gebracht hat, ist ohenhin nur Microsoft und der Xbox 360 zu verdanken. Ohne Konkurrenz bekommst du genau das, was sie jetzt auch wieder angekündigt haben. Digital only Games ab 2028. Preisregulierung ohne Ende. Kein Gebrauchtmarkt mehr. Aber ja, Sony ist nur für die Gamer da.
Ich bin kein PS- oder Sony-Fanboy. Wenn überhaupt, dann bin ich Gran-Turismo-Fanboy. Aber netter Versuch ;-)
Ich habe mir die PS5 Pro nur wegen GT7 gekauft. Und das nicht, weil ich Microsoft schlecht finde, sondern weil ich vorher jahrelang Xbox, Game Pass und Forza genutzt habe. Gerade deshalb ärgert mich die Entwicklung bei Microsoft so krass.
Forza Motorsport war für mich der Punkt, an dem Microsoft mich als Xbox-Spieler verloren hat. Das Spiel kam in völlig desolatem Zustand auf den Markt, hatte massive Baustellen, wenig Flair, viele technische und inhaltliche Probleme und anstatt die Fehler zu beheben hat man einfach eiskalt den Stecker gezogen. Damit vergrault man natürlich Kunden. Für eine frühere Xbox-Kernmarke ist das schon sehr bitter.
Schau dir dagegen GT7 an. Das Spiel ist auch nicht perfekt: Always Online, Monetarisierung und manche Designentscheidungen kann man kritisieren. Aber man merkt dem Spiel trotzdem an allen Ecken an, dass es von Autofans für Autofans gemacht wurde: Brand Central, Museen, Café, Auto-Historie, echte Designer, Hersteller-Showcases, Scapes, Musik, Details ohne Ende. Da steckt eine klare Identität drin. GT7 weiß, was es sein will.
Und genau das ist für mich der Unterschied zwischen Sony und Microsoft. Sony ist nicht moralisch besser. Als Marktführer wird Sony natürlich auch versuchen, mehr Kontrolle, höhere Preise und mehr Marge rauszuholen. Ohne Konkurrenz wird das für Kunden garantiert nicht besser. Da bin ich bei dir.
Aber „Sony macht das genauso“ greift mir trotzdem zu kurz. Sony pflegt seine großen Marken bisher deutlich konsequenter. Gerade bei Prestige-Titeln merkt man meistens einen klaren Qualitätsanspruch und eine klare Handschrift. Bei Microsoft wirkt die Xbox-Sparte seit Jahren, als wüsste man intern selbst nicht mehr genau, was Xbox eigentlich sein soll: Konsole, Game Pass, Cloud, Third-Party-Publisher, Multiplattform, Abo-Modell, alles gleichzeitig. Ständig wird die Strategie geändert, Studios werden gekauft, umgebaut, geschlossen oder zusammengestrichen.
Beim Gebrauchtmarkt sehe ich den Punkt grundsätzlich auch. Weniger physische Spiele und weniger Wiederverkaufsmöglichkeiten sind für Kunden erstmal kein Vorteil. Das muss man nicht schönreden. Aber das jetzt Sony allein anzuhängen, finde ich zu billig. Diese Entwicklung betrifft doch längst die komplette Medien- und Softwarebranche.
Auf dem PC kauft heute praktisch niemand mehr Spiele physisch mit echtem Wiederverkaufswert. Steam, Epic, GOG, Ubisoft Connect, etc: alles Launcher mit Accountbindung. Auf dem Smartphone gibt es physische Spiele gar nicht. Musik ist Streaming, Filme und Serien sind Streaming, Software ist Downloadlizenz oder Abo. Das ist keine Sony-Spezialität, sondern eine allgemeine Marktentwicklung.
Deshalb würde mich bei dem Argument auch interessieren: Spielst du am PC oder am Handy auch ausschließlich physische Spiele, damit du sie später weiterverkaufen kannst? Wahrscheinlich nicht. Genau deshalb finde ich es etwas selektiv, wenn dieses Argument ausgerechnet bei Konsolen als großer Sony-Vorwurf kommt.
Mein Problem mit Microsoft ist nicht, dass sie digitaler werden. Mein Problem ist, dass sie seit Jahren nicht mehr den Eindruck vermitteln, Xbox über bessere Exklusivspiele, bessere Markenpflege und bessere Hardware gewinnen zu wollen. Stattdessen wirkt vieles wie reine Bürokratieverwaltung.
Sony hat Probleme, keine Frage. Aber Microsoft sägt gerade an genau den Dingen, die Xbox überhaupt noch interessant gemacht haben. Und wenn Fable nicht die erwarteten Verkaufszahlen erreicht, wird man sehr schnell sehen, wie Microsoft mit der Marke umgeht.
Kurz gesagt: Ich bin nicht von Xbox zur PS gewechselt, weil Sony so geil ist. Ich bin gewechselt, weil Microsoft mir mit Forza Motorsport und der Xbox-Strategie gezeigt hat, dass sie auf mich pfeifen. Und ja, ein Stück Schadenfreude ist da inzwischen auch dabei. Nicht, weil ich Xbox-Spielern irgendwas Schlechtes wünsche, sondern weil Microsoft über Jahre viel Vertrauen verspielt hat und die Konsequenzen jetzt eben selbst ausbaden muss. Cheers.