Zukunft - Niedergeschlagenheit

Xample

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Hallo,

mein Leben ist, in den letzten Jahren, leider aus den Fugen geraten und steht momentan auf dem Scheideweg. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo ich zukünftig stehen werde. Vielleicht habt ihr ein paar gut gemeinte Ratschläge für mich in petto?

Ich werde mich kurz vorstellen. Ich bin 20 Jahre alt und wohne in einem Dorf mit ungefähr 3.000 Einwohner. Die nächste größere Stadt ist 4 Kilometer entfernt und hat das ca. 8 fache an Einwohner. Die richtig großen Städte (Krefeld, Düsseldorf, Duisburg) sind etwa 40 Autominuten enfernt. Meine Hobbys sind Fußball und Tischtennis, wobei ich Tischtennis zurzeit aktiv betreibe. Ich werde versuche die letzten Jahren, von meinen Lebenslauf detailliert, zusammenzufassen. Ihr könnt euch dann eventuell ein konkretteres Bild von mir kreieren.

Im Alter von 16 habe ich auf der Gesamtschule meine Fachoberschulreife (Mittlere Reife) erlangt und das obwohl ich die komplette 8. Klasse übersprungen habe und die 9. Klasse nur sporadisch verfolgen konnte - wegen meiner damaligen schweren Krankheit (Leukämie). Daraus resultierte dann, dass ich die Aufnahmeprüfung für die HÖHA (Wirtschaft und Verwaltung) nicht bestanden habe und somit im ersten Jahr für das Fachabitur, bei meinen zuständigen Berufskolleg, nicht angenommen werden konnte.

Das Berufskolleg hat jene Bewerber, die durch den Aufnahmetest durchgefallen sind, zwar auf die Schule aufgenommen, hat daraus jedoch eine Art Übergangsstufe gebildet. Das heißt ich ging ein Jahr auf die normale Handelsschule (Wirtschaft und Verwaltung), obwohl ich die Fachoberschule schon besaß und habe nach dem Jahr den Aufnahmetest noch einmal absolviert und wurde für das Fachabitur somit (11. und 12. Klasse) zugelassen.

Der Test war nur Pflicht weil die Abbrecherquote bzw. die Nichtbesteherquote jenseits von Gut und Böse lag und die Schule auf Nummer sicher gehen wollte, dass die aufgenommen auch wirklich in der Lage sind erfolgreich zu bestehen. Im Test selbst wurde Mathematik, Englisch und Deutsch überprüft. Durchgefallen bin ich nur wegen meines Wissensmangel aufgrund von meiner Leukämie. Ich war wohl einer der unterbelichtesten 16 Jährigen auf der ganzen Welt zu der damaligen Zeit, meine persönliche Einschätzung.

Um die Zeit sinnvoll zu überbrücken und den großen Wissenmangel zu stillen habe ich mich dann schlussendlich für das Übergangsjahr entschieden. In dem Jahr habe ich 2 Bewerbungen geschrieben für die Berufe Industriemechaniker und Chemikant und beide Male wurde ich nach einem brillanten Einstellungstest/Vorstellungsgespräch genommen und bekam ein Vertrag zugesendet bzw. hatte die Möglichkeit direkt vor Ort zu unterschreiben.

Keines der beiden Angebote habe ich damals angenommen, weil ich mich weder für den technischen noch handwerklichen noch industriellen Sektor aufopfere und interessiere. Das war quasi nur ein Testverfahren um zu sehen, wie ich mich im Vorstellungsgespräch präsentiere muss und wie es funktioniert. Das die Vorstellungsgespräche in den genannten Sektoren und die im kaufmännischen Vorstellungsgespräch sich so stark unterscheiden, daran habe ich damals keine Sekunde verschwendet.

Durch das Übergangsjahr konnte ich den Einstellungstest wiederholen und bestand es diesmal souverän und bekam schnell Post zugesendet, dass ich in die HÖHA aufgenommen werde. Diese Schulform habe ich dann auch fristgerecht im Jahr 2009 mit der Fachhoschulreife abgeschlossen und bis zum Ende des Jahres ein Praktikum absolviert um die volle Fachhoschulreife zu erlangen und somit wenigstens studienberechtigt zu sein.

Für den Beginn des Ausbildungsjahres 2009 habe ich insgesamt 35 Bewerbungen verschickt, um eine Ausbildungsstelle (Bürokaufmann, Industriekaufmann) zu finden. Die selbe Menge habe ich ebenfalls für eine Ausbildungsstelle für 2010 postalisch versendet und ich bewerbe mich nun, leider, schon seit 2 Jahren erfolglos. Ich weiß einfach nicht, woran es so sehr hapert und umso mehr ich drüber nachdenke, umso heftiger bekomm ich leichte Depressionen, mich nimmt das zurzeit sehr mit. Seit 2 Jahren erhalte ich nur Absagen und so langsam werde ich immer spürbar depressiver und Selbstbewusstsein tendiert auch eher ins Minus hinein.

Mein Zeugnis:

Spanisch: 2
VWL: 2
ECDL: 3
Religion: 1
Mathe: 3
Deutsch: 3
Englisch: 3
Informationswirtschaft: 3
Sport: 2
Biologie: 2
Politik: 2
BWL: 3

Mittlerweile sind die Englischkenntnisse und Spanischkenntnisse ziemlich gut bis hervorragend. Habe sowohl in England als auch in Spanien drei Wochen auf einer Sprachreise verbracht.

Nach dem x.ten Vorstellungsgespräch habe ich in Erfahrung bringen können, woran es eventuell liegen könnte. Mir wurde mitgeteilt in einer Beurteilung, dass ich eine monotone Stimme hätte und sich diese nicht verändert (wie eine Art Roboter). Ich muss dazu sagen, dass ich weiß, dass ich die Stimme nicht modulieren kann, wenn ich nervös bin. Wenn ich zuhause bin habe ich damit überhaupt kein Problem. Außerdem bin ich sehr zurückhaltend und rede eigentlich kaum, wenn kein Zwang besteht.

Nun nachdem ich dieses Jahr erneut keine Ausbildungsstelle gefunden habe, habe ich nun die Möglichkeit Wirtschaftsrecht an der FH in Gelsenkirchen zu studieren. Leider weiß ich nicht, wie die Berufsperspektiven aussehen. Ich schätze aber man ist bei dem Studiengang sehr auf Deutschland abhängig und kann sich nicht frei wie die BWLer in fast ganz Europa bewerben. Vermutlich werde ich daher noch bis März warten müssen und dann BWL an der FH in Dortmund studieren.

Womit soll ich die 6 Monate überbrücken? Mein Problem wir haben fast September und im Kaufmännischen Bereich ist es sehr schwer, in meiner Nähe, einen Praktikumplatz zu finden und als Alternative würde ich vllt. ein FSJ im Ausland oder auf 400 € Bassis arbeiten sehen. Nur kann man sich überhaupt noch Hoffnungen machen, was kurzfristiges zu finden, wo man direkt 6 Monate überbrücken kann?

Ist das den normal dass ich zig Absagen im Kaufmännischen Bereich kassiere und in den anderen Sektoren jede Bewerbung früher ins Ziel traf? Wie soll ich mit meiner Niedergeschlagenheit umgehen? Habe eigentlich kaum noch Selbstbewusstsein, absagenbedingt und gehe total ein. Was mache ich mit meiner monotonen Stimme? Rhetorikkurse bringen nichts hab schon etliche versucht bei der VHS und für einen Logopäden oder ähnliches ist kein Geld vorhanden.

Dumm bin ich übrigens auch nicht. Das Argument kann man mMn getrost weglassen. Mir wird immer nachgehalten, dass ich eine mittlere Hochbegabung fürs Auswendig lernen habe und mein Gesamt IQ ist überdurschnittlich (ca. 126). Doch denke ich mal, dass mich 99% der Leute hier im realen Leben unterschätzen würden, weil ich nicht aus mir rauskomme und schweigsam bin wie ein Grab.

Mein früherer Klassenlehrer meinte, dass ich ca. 2 Wochen bräuchte bis ich mich öffne und in den Vorstellungsgesprächen gewinnt meiner mMn nach immer der forschere und im Kaufmännischen Bereich bist du aufgeschmissen. Wieso ist es so leicht in anderen Sektoren unterzukommen, nur im Kaufmännischen Bereich nicht?

Schade das ich kein Vitamin B habe. Bei mir in der Stadt läuft alles nur mit Vitamin B ab und außerhalb lehnen viele einen ab, weil es denen zu weit ist. Für mich alles ein Teufelskreis.

Jeder noch so kleinste Rat wäre für mich ein Schritt vorwärts.

Mit freundlichen Grüßen
Xample
 
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Herzlich willkommen im CB Forum.

Da du anscheinend eine introventierte Persönlichkeit bist würde ich dir eher zu einem praktischen Beruf raten wo man niemanden durch besonders ausgeprägte Sprachkünste überzeugen muss und nur durch eigene Taten die Leistungsfähigkeit beweiesen kann.

Im Grunde ist es egal wofür du dich entscheidest, aber als Perspektive für deine Zukunft kannst du Fachmann/Wissenschaftler/Ingenieur sehen.
 
Schonmal auf die Idee gekommen das Handwerkliche und Technische Berufe viel eher gefragt sind?

Der Leerstand an Bürogebäuden auch gerade in Düsseldorf ist schon enorm und steigt von Jahr zu Jahr, Neubeuprojekte werden auf Eis gelegt, Planungen von Büro auf Wohngebäude geändert.

BWL braucht kein Mensch, eingestellt werden sie trotzdem ab und an, aber von denen gibts auch mehr als genug.

Du kannst besser Poker spielen wenn deine Miene nur annähernd so regungslos ist wie deine Stimmlage. Im gegensatz zu BWL ist das ne ehrliche Arbeit.

Wirtschaftrecht ist eigentlich eine sichere Sache, als Anwalt oder juristischer Berater kommt man schon über die Runden.

Allerdings ist es so, das gerade in den Bürojobs eine unglaubliche Oberflächlichkeit herrscht, also selbst als studierter Jurist wirst du es dann nicht leicht haben. Bei vielen technischen Berufen ist oft eine gewisse Selbstüberschätzung vorhanden, solche leute nennt man dann Pfuscher :D
Wenn man allerdings praktisch arbeiten und was schaffen kann ist das für das Selbstbewusstsein viel besser als mit Papier zu arbeiten. Wenn man ordentlich arbeitet sollte man auch recht schnell Respekt gezollt bekommen.

Schinder und Sklaventreiber Chefs/Vorgesetzte gibts in beiden Bereichen, da kann das schonmal dauern...

Wenn du Leukämie hattest gilst du dann nicht auch als Behindert? Für unternehmen die ihre Quote erfüllen müssen wärst du ein guter Kanidat.
 
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ist das nicht wegen dem Anti-Diskriminierungsgesetz nicht möglich, wegen der Stimme abgelehnt zu werden?
 
Das schreibt doch keiner in die Ablehnung, also weiß man nicht was der Grund war, anders war es letztens wo irgend ein Idiot dick und fett "OSSI!!" auf die Bewerbung geschreiben hatte und die dann freundlicherweise wieder an die Bewerberin zurückging, da war es irgendwie klar^^

Bei meinem Zivildienst hat man mir auch gesagt ich wäre zu präsent, das könnte Probleme mit einigen Stationsschwestern geben. Der Mann hatte Recht, manche waren echt krank im Kopf, bei denen musste man wie eine elfe daherfaseln, schleimen und arschkriechen, normal reden führte zu massiven Beschwerden o.O

Auf gut Deutsch, man bekommt nen Arbeitsauftrag "Lampe im Flut kaputt" ja super... 150 Meter Flur pro Etage... als wenn ich da jetzt nix besseres zu tun hätte als zu suchen, also fragt man nach wo das genau ist, wird dann blöde angemacht das wär ja wohl mein job das rauszufinden, das hab ich freundlich verneint. --> Beschwerde

Medizinischer Sondermüll auch nur Theater, Behälter nie verschlossen, teilweise total überfüllt, ich durfte die nur transportieren und wegschließen aber die Behälter selbst durfte ich nicht schließen. Die damen hatten dann keine Zeit dafür (wers glaub....) und ich keine darauf zu warten --> Beschwerde

Ich wollte die Stelle wechseln da mir das nach Monaten so auf die Nerven ging und der Typ sagte mir direkt ich wäre zu präsent, zwar umgänglich und freundlich aber zu präsent und zu laut (im Sinne von durchsetzungsstark) man würde jemand anders suchen -.-

Manchmal ist das echt lächerlich, aber das Leben ist sehr oft lächerlich
 
exekutor schrieb:
ist das nicht wegen dem Anti-Diskriminierungsgesetz nicht möglich, wegen der Stimme abgelehnt zu werden?

Jetzt wollma mal nicht so naiv sein. Natürlich spielt Persönlichkeit, Auftreten und Sympathie bei Bewerbungsgesprächen eine wichtige Rolle.
Es geht hier vor allem auch darum wie man einen neuen Mitarbeiter in ein bestehendes Team integriert, und da spielt soziale Kompetenz genauso eine Rolle wie fachliche Kompetenz. Hat man im Bereich BWL dann noch Kontakt zu Kunden ist es auch selbsterklärend.

@Threaderöffner
Stell dir mal die Frage warum du so wenig sprichst. Hast du nichts zu sagen? Keine Meinung? Wenn doch, warum äußerst du sie so ungern? Schlechte Erfahrungen gemacht? Kannst du dich nicht artikulieren, d.h. hast du das Gefühl die Leute um dich herum verstehen dich nicht wenn du dich erklären willst?

Viele Bewerber machen den Fehler bei Gesprächen nicht "auf einer Ebene" mit ihrem Gegenüber zu verkehren. Nur weil du dich um einen Job bewirbst bist du kein Bittsteller. Du möchtest was von Ihnen, und Sie was von dir. Man versucht sich in der Mitte zu treffen.
Sie es als eine Art "Verhandlung".

Welcher Typ Mensch bist du bei Verhandlungen? Die ersten Verhandlungen führt man normalerweise mit seinen Eltern wenn man was will (Spielzeug, Süssigkeiten, später Taschengeld...). Wie bist du das angegangen, d.h wie hast du das bekommen was du wolltest?

Ich glaube wenn du befürchtest daß es an deiner Persönlichkeit liegt solltest du 2 Sachen machen:
1. Frage Vertrauenspersonen wie du rüberkommst
2. korrigiere das Selbstbild das du von dir hast, d.h. übe sprechen, nimm dich dabei auf, höre dir selbst zu (viele sind beim 1. mal erschrocken wie sie wirklich klingen).

Es geht weniger darum "Anderen zu gefallen" als vielmehr "dir selbst zu gefallen", denn dann kannst du auch selbstbewußt auftreten, da die Reaktionen deiner Mitmenschen dem entsprechen werden was du dir erwartest.
 
Welcome! :)

Die Sache mit der monotonen Stimme lässt sich nur durch Training überwinden. Geh raus, sprich Leute an, frag sie nach Wegen (auch wenn Du genau weißt, wonach Du "suchst"), komm ins Gespräch mit anderen Personen, besonders Frauen in deinem Alter ;), und "spiele" mit deiner Stimme.

Du kannst Dir im jetzigen Moment wahrscheinlich garnicht vorstellen, wie sehr eine kräftige und "starke" Stimme vom Selbstbewusstsein abhängt, und da dein Selbstbewusstsein einen Knacks zu haben scheint, könnte hier ein Punkt liegen, der zuerst angegangen werden könnte/müsste. Umso schneller wirst Du dann feststellen können, wie sehr sich dieser Punkt zum Positiven entwickelt. Man braucht - wie so oft - einfach etwas Übung...
 
Du klingst nicht grade wie ein Karnevalist ;)

Da du schreibst, daß du unter Druck/Stress in diese monotone Stimmlage verfällst, würde ich dir evtl. empfehlen mal Baldrian oder ein anderes pflanzliches Beruhigungsmittel auszuprobieren.

Bezüglich Vitamin B - darüber darfst du dir keine Gedanken machen.

Wie der Rheinländer sagt: "Lot de Moot net senke“. :)
Kopf hoch!
 
Beim lesen deiner Lebensgeschichte hatte ich das Gefühl das Du ein sehr großes Potenzial in Dir trägst. Wie bei allen großen Menschen ist Dir das nicht bewusst. Alle große Persönlichkeiten mussten durch eine längere schwere Zeit hin durch gehen, denn nur dadurch wachsen sie und sind in der Lage ihre wahre Größe zu erkenen. Bei Dir ist das ebenfalls so.

Du hast den Kampf gegen die Leukämie aufgenommen und gewonnen. Dies war deine erste Herausforderung und Du hast sie gemeistert. An dieser Stelle möchte ich Dir meinen Respekt aussprechen.

Den zweiten "Test" hast Du dadurch bestanden in dem Du die beiden möglichen Ausbildungsverträge nicht unterchrieben hast. Du hattest das Gefühl das da noch etwas anderes auf Dich wartet und, was sehr wichtig ist, Du bist diesem Gefühl gefolgt.

Diese beiden Ereignisse zeigen mir das Du bereit bist, fähig und willig deine große Aufgabe zu erfüllen. Sie wird zu Dir kommen und Du wirst fast von selbst dahin geraten. Anfänglich wirst Du Dich fragen wast Du dort machst, doch nach kurzer Zeit wirst Du darin aufgehen und du wirst "aufblühen".

Ich wünsche Dir nur das allerbeste auf deinem Weg:)
 
Auch wenn das jetzt sehr hart klingt:

mach die Kiste aus und geh raus lern Leute kennen die Freunde sind. Du möchtest von wildfremden Leuten hier im Forum Tips für Dein Leben?

Das Leben findet DRAUSSEN statt, nicht vorm PC. Sprich mit Freunden, Eltern, Lehrern oder sonstigen über sowas und wenn Du Dich nicht traust, dann ERST RECHT nicht mit irgendwem in irgendwelchen Forren, zumal hier auch (fast) nur Leute rumhängen die selbst leicht NERDy sind.

Eventuell kannst Du ja auch mit einem Therapeuten mal sprechen, was jetzt nicht heißen soll, dass Du krank bist! Aber das sind einfach Profis, die primär zuhören!

Junge das ist das Leben! Wie gesagt, Kiste aus und raus! Entscheidungen kann man nur selbst treffen!
 
Kosten für Logopäden werden meines Wissens von der Krankenkasse übernommen.

Ob man intelligent und gebildet ist oder sich dafür hält, ist die eine Sache. Wie konfrontativ man mit seinen angeblichen Stärken hausieren geht ist die andere Sache. Und dort hast du eben keine sonderlich ausgeprägten Referenzen, wie es scheint bzw. wie du es formulierst.

Dafür gibt es II Möglichkeiten:
Übe dich darin und finde (notfalls mit Psychotherapie) heraus, was dich in solchen Situationen blockieren lässt.

Oder aber such dir einen theoretischen, im weistesten Sinne wissenschaftlichen Beruf in einem Büro, wo der unmittelbare, affekt orientierte Menschenkontakt nicht im Vordergrund steht.
 
Was würdet ihr mir in meiner Situation empfehlen? Soll ich nun das Studium "Wirtschaftsrecht" annehmen oder noch bis März warten, um dann in Dortmund "BWL" studieren zu können?

Und wenn ich den Bereich wechseln möchte wegen meiner Introvertiertheit - welche Begründung soll ich den Arbeitgeber liefern, dass ich mich z. B. wieder als Chemikant bewerbe? Denken die nicht, dass ich nirgendswo was gefunden habe und das es nur eine Art Notlösung darstellt?
 
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Du kannst ein Semster Wirtschaftsrecht studieren um ein paar Sachen auf BWL fürs SS anrechnen zu lassen.
 
Hast du überhaupt die Antworten gelesen? Du widersprichst dich.
Wirtschaftsrecht studieren möchtest du nicht, weil du dann an Deutschland gebunden bist, aber ein Praktikum außerhalb des Dorfes annehmen geht nicht?
Versuche dir klar zu machen was du möchtest und wo deine Neigungen bzw. Interessen liegen. Versuche aus dem Dorf raus zu kommen, egal ob Praktikum, Ausbildung oder Studium. Du wirst selbstbewusster und das "Problem"der Stimme und Andere erledigen sich wahrscheinlich.
 
Du hast viel mitgemacht - erst Leukämie, und nun zwei Jahre lang nur Absagen kassiert. Da du ja selber schreibst, dass du niedergeschlagen und wenig selbstbewusst bist, glaube ich, dass es sinnvoll wäre, hier erstmal gegenzusteuern bevor sich vielleicht eine handfeste Depression entwickelt. Diese Eigenschaften strahlst du außerdem natürlich auch während des Vorstellungsgesprächs aus. Ein geübter Personaler erkennt das sofort als Manko, da vor allem im kaufmännischen Bereich doch sehr großer Wert auf die Außendarstellung gelegt wird, also ein sicheres, souveränes Auftreten sowie das Verkaufen der eigenen Person - und genau daran scheint es bei dir zu hapern. Außerdem fragen sich die Entscheider doch mittlerweile auch, warum du seit zwei Jahren nichts findest, obwohl du doch eigentlich brauchbare Noten hast. So wachsen von vornherein Zweifel, dass an dir irgendwas nicht stimmt, und wenn du dann noch im Vorstellungsgespräch eine suboptimale Figur abgibst, ist die Absage perfekt.

Ich würde daher an deiner Stelle erst mal über eine ambulante Psychotherapie nachdenken und schauen, ob du mit Hilfe eines Therapeuten vielleicht dein seelisches Befinden und manche Schwächen verbessern könntest. Das ist keine Schande, und vor allem nicht bei jemanden, der in jungen Jahren schon so viel erlebt hat wie du.

Vielleicht wäre auch der Weg über ein Studium die bessere Wahl. Grundsätzlich ist eine Hochschulbildung nie verkehrt, wenn man die Möglichekeit dazu hat. Vielleicht ist es in deiner Situation sogar Gold wert, wenn du weiter von zu Hause entfernt studierst und dort lernst, auf eigenen Beinen zu stehen. Das wird sich in jedem Fall günstig auf deine Persönlichkeitsentwicklung auswirken und dabei helfen, gewisse Defizite zu verringern.
 
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Wattebaellchen schrieb:
...BWL braucht kein Mensch, eingestellt werden sie trotzdem ab und an, aber von denen gibts auch mehr als genug.

Du kannst besser Poker spielen wenn deine Miene nur annähernd so regungslos ist wie deine Stimmlage. Im gegensatz zu BWL ist das ne ehrliche Arbeit. ....

Ganz ehrlich: BWL ist eine der Studienrichtungen, die am meisten gebraucht werden, betriebswirtschaftliches Wissen braucht jeder Betrieb, wer soll das sonst machen?! Die Ings. bauen die Maschinen oder was anderes, werden sich doch aber nicht um Marketing, Buchhaltung, Controlling und Unternehmensführung kümmern wollen, das machen BWLer.

Und die Aussage" braucht kein Mensch, eingestellt werden sie trotzden" ist völlig hirnrissig, überlegt doch mal den logischen Sachverhalt. Der Arbeitsmarkt sorgt für die Jobs, die gebraucht werden und die Arbeitslosenquote der BWLer liegt bei 2-4%. Und ehrlich ist die Arbeit auch, daran gibt es keinen Zweifel.

Zum Ersteller: komm aus deinem Dorf raus, studiere was du willst (gerne auch BWL) und lerne Leute kennen. Wenn du mit 20 keine Stimme hast ist das kein Problem, das kann man lernen, wie so vieles andere auch. Vor allem wenn ich deine Geschichte und Auflistungen lese scheint es mir, als jammerst du auf hohem Niveau. Du hast viel erreicht, viel getan, viel geschafft, siehst aber deine Zukunft viel zu düster. Mit deinen Grundlagen steht du eigentlich recht gut da, du musst nur was tun.
 
Fu Manchu irgendwann muss man auch nicht mehr über BWL diskutieren bzw es verteidigen oder?^^

Wer bei BWL automatisch an Polohemdenträger und raffgierige Bankiers denkt, wird sich auch niemals mit Worten überzeugen lassen, dass BWLer eben auch ganz anderes macehn.
 
Für die Buchhaltung braucht man Buchhalter, für die Führung einen Eigentümer, möglichst einen der von seinen Produkten Ahnung und einen Sinn für Geschäft hat.

Die größten Probleme in den Firmen sind heutzutage BWL Heinis die im Marketing rumpfuschen, Werbelügen erfinden, Produktanforderungen stellen die total bescheuert sind oder fahren als Manger die Unternehmen vor die Wand und kassieren noch Bonuszahlungen dafür oder verklagen die Firma auf Zahlung des Gehaltes.

Noch besser wird es dann beim Kaffesatz lesen oder Stuhlgang deuten, ja genau ich rede von Prognosen :freak:
Es gab schon einige Studien wo man mit Würfeln, Dartpfeil werfen oder mit dem Entschluss die Affen aus dem Zoo bestimmen zu lassen besser weggekommen wäre als mit den Prognosen der BWL Fraktion.

Du kannst ja mal gucken ob du in einem wertstabilen Familienunternehmen irgendwo einen BWL Heini findest. Aldi hier mal ausgenommen, das ist ja auch die Discountmafia... die wollen ja keine netten, umgänglichen leute als Führungskräfte, da geht es um 1/10 Cent...


Ein BWL Studium ist kein Garant um ein Unternehmen ordentlich zu führen, das wird maßlos überschätzt.

Ein Unternehmen das eine Philosophie verfolgt stellt schließlich auch keinen Philosophen ein :rolleyes:


@Jace das ist auch so ein problem das BWL Kasper oft Sachen machen von denen sie keine Ahnung haben.

Aber das ist OT und meine Meinung


Die Antwort von Xample find ich jetzt etwas dürftig...
 
Genau, es wird OT. Bitte keine neue Diskussion über das Studium, Berufsbild und Notwendigkeit von BWL.
 
BWL studiert man nur dann, wenn man nicht weiß was man studieren will. Mittlerweile ist doch so ein BWL Studium so aufgebaut, dass die ersten 2 Semester nur aussortiert wird, damit man am Ende nicht die ganzen Idioten mit an Board nimmt. Das studiert fast jeder, schon ein Grund für mich in eine andere Richtung zu denken.

Ich selbst bin im handwerklichen/technischen Bereich.
 
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