Hallo,
mein Leben ist, in den letzten Jahren, leider aus den Fugen geraten und steht momentan auf dem Scheideweg. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo ich zukünftig stehen werde. Vielleicht habt ihr ein paar gut gemeinte Ratschläge für mich in petto?
Ich werde mich kurz vorstellen. Ich bin 20 Jahre alt und wohne in einem Dorf mit ungefähr 3.000 Einwohner. Die nächste größere Stadt ist 4 Kilometer entfernt und hat das ca. 8 fache an Einwohner. Die richtig großen Städte (Krefeld, Düsseldorf, Duisburg) sind etwa 40 Autominuten enfernt. Meine Hobbys sind Fußball und Tischtennis, wobei ich Tischtennis zurzeit aktiv betreibe. Ich werde versuche die letzten Jahren, von meinen Lebenslauf detailliert, zusammenzufassen. Ihr könnt euch dann eventuell ein konkretteres Bild von mir kreieren.
Im Alter von 16 habe ich auf der Gesamtschule meine Fachoberschulreife (Mittlere Reife) erlangt und das obwohl ich die komplette 8. Klasse übersprungen habe und die 9. Klasse nur sporadisch verfolgen konnte - wegen meiner damaligen schweren Krankheit (Leukämie). Daraus resultierte dann, dass ich die Aufnahmeprüfung für die HÖHA (Wirtschaft und Verwaltung) nicht bestanden habe und somit im ersten Jahr für das Fachabitur, bei meinen zuständigen Berufskolleg, nicht angenommen werden konnte.
Das Berufskolleg hat jene Bewerber, die durch den Aufnahmetest durchgefallen sind, zwar auf die Schule aufgenommen, hat daraus jedoch eine Art Übergangsstufe gebildet. Das heißt ich ging ein Jahr auf die normale Handelsschule (Wirtschaft und Verwaltung), obwohl ich die Fachoberschule schon besaß und habe nach dem Jahr den Aufnahmetest noch einmal absolviert und wurde für das Fachabitur somit (11. und 12. Klasse) zugelassen.
Der Test war nur Pflicht weil die Abbrecherquote bzw. die Nichtbesteherquote jenseits von Gut und Böse lag und die Schule auf Nummer sicher gehen wollte, dass die aufgenommen auch wirklich in der Lage sind erfolgreich zu bestehen. Im Test selbst wurde Mathematik, Englisch und Deutsch überprüft. Durchgefallen bin ich nur wegen meines Wissensmangel aufgrund von meiner Leukämie. Ich war wohl einer der unterbelichtesten 16 Jährigen auf der ganzen Welt zu der damaligen Zeit, meine persönliche Einschätzung.
Um die Zeit sinnvoll zu überbrücken und den großen Wissenmangel zu stillen habe ich mich dann schlussendlich für das Übergangsjahr entschieden. In dem Jahr habe ich 2 Bewerbungen geschrieben für die Berufe Industriemechaniker und Chemikant und beide Male wurde ich nach einem brillanten Einstellungstest/Vorstellungsgespräch genommen und bekam ein Vertrag zugesendet bzw. hatte die Möglichkeit direkt vor Ort zu unterschreiben.
Keines der beiden Angebote habe ich damals angenommen, weil ich mich weder für den technischen noch handwerklichen noch industriellen Sektor aufopfere und interessiere. Das war quasi nur ein Testverfahren um zu sehen, wie ich mich im Vorstellungsgespräch präsentiere muss und wie es funktioniert. Das die Vorstellungsgespräche in den genannten Sektoren und die im kaufmännischen Vorstellungsgespräch sich so stark unterscheiden, daran habe ich damals keine Sekunde verschwendet.
Durch das Übergangsjahr konnte ich den Einstellungstest wiederholen und bestand es diesmal souverän und bekam schnell Post zugesendet, dass ich in die HÖHA aufgenommen werde. Diese Schulform habe ich dann auch fristgerecht im Jahr 2009 mit der Fachhoschulreife abgeschlossen und bis zum Ende des Jahres ein Praktikum absolviert um die volle Fachhoschulreife zu erlangen und somit wenigstens studienberechtigt zu sein.
Für den Beginn des Ausbildungsjahres 2009 habe ich insgesamt 35 Bewerbungen verschickt, um eine Ausbildungsstelle (Bürokaufmann, Industriekaufmann) zu finden. Die selbe Menge habe ich ebenfalls für eine Ausbildungsstelle für 2010 postalisch versendet und ich bewerbe mich nun, leider, schon seit 2 Jahren erfolglos. Ich weiß einfach nicht, woran es so sehr hapert und umso mehr ich drüber nachdenke, umso heftiger bekomm ich leichte Depressionen, mich nimmt das zurzeit sehr mit. Seit 2 Jahren erhalte ich nur Absagen und so langsam werde ich immer spürbar depressiver und Selbstbewusstsein tendiert auch eher ins Minus hinein.
Mein Zeugnis:
Spanisch: 2
VWL: 2
ECDL: 3
Religion: 1
Mathe: 3
Deutsch: 3
Englisch: 3
Informationswirtschaft: 3
Sport: 2
Biologie: 2
Politik: 2
BWL: 3
Mittlerweile sind die Englischkenntnisse und Spanischkenntnisse ziemlich gut bis hervorragend. Habe sowohl in England als auch in Spanien drei Wochen auf einer Sprachreise verbracht.
Nach dem x.ten Vorstellungsgespräch habe ich in Erfahrung bringen können, woran es eventuell liegen könnte. Mir wurde mitgeteilt in einer Beurteilung, dass ich eine monotone Stimme hätte und sich diese nicht verändert (wie eine Art Roboter). Ich muss dazu sagen, dass ich weiß, dass ich die Stimme nicht modulieren kann, wenn ich nervös bin. Wenn ich zuhause bin habe ich damit überhaupt kein Problem. Außerdem bin ich sehr zurückhaltend und rede eigentlich kaum, wenn kein Zwang besteht.
Nun nachdem ich dieses Jahr erneut keine Ausbildungsstelle gefunden habe, habe ich nun die Möglichkeit Wirtschaftsrecht an der FH in Gelsenkirchen zu studieren. Leider weiß ich nicht, wie die Berufsperspektiven aussehen. Ich schätze aber man ist bei dem Studiengang sehr auf Deutschland abhängig und kann sich nicht frei wie die BWLer in fast ganz Europa bewerben. Vermutlich werde ich daher noch bis März warten müssen und dann BWL an der FH in Dortmund studieren.
Womit soll ich die 6 Monate überbrücken? Mein Problem wir haben fast September und im Kaufmännischen Bereich ist es sehr schwer, in meiner Nähe, einen Praktikumplatz zu finden und als Alternative würde ich vllt. ein FSJ im Ausland oder auf 400 € Bassis arbeiten sehen. Nur kann man sich überhaupt noch Hoffnungen machen, was kurzfristiges zu finden, wo man direkt 6 Monate überbrücken kann?
Ist das den normal dass ich zig Absagen im Kaufmännischen Bereich kassiere und in den anderen Sektoren jede Bewerbung früher ins Ziel traf? Wie soll ich mit meiner Niedergeschlagenheit umgehen? Habe eigentlich kaum noch Selbstbewusstsein, absagenbedingt und gehe total ein. Was mache ich mit meiner monotonen Stimme? Rhetorikkurse bringen nichts hab schon etliche versucht bei der VHS und für einen Logopäden oder ähnliches ist kein Geld vorhanden.
Dumm bin ich übrigens auch nicht. Das Argument kann man mMn getrost weglassen. Mir wird immer nachgehalten, dass ich eine mittlere Hochbegabung fürs Auswendig lernen habe und mein Gesamt IQ ist überdurschnittlich (ca. 126). Doch denke ich mal, dass mich 99% der Leute hier im realen Leben unterschätzen würden, weil ich nicht aus mir rauskomme und schweigsam bin wie ein Grab.
Mein früherer Klassenlehrer meinte, dass ich ca. 2 Wochen bräuchte bis ich mich öffne und in den Vorstellungsgesprächen gewinnt meiner mMn nach immer der forschere und im Kaufmännischen Bereich bist du aufgeschmissen. Wieso ist es so leicht in anderen Sektoren unterzukommen, nur im Kaufmännischen Bereich nicht?
Schade das ich kein Vitamin B habe. Bei mir in der Stadt läuft alles nur mit Vitamin B ab und außerhalb lehnen viele einen ab, weil es denen zu weit ist. Für mich alles ein Teufelskreis.
Jeder noch so kleinste Rat wäre für mich ein Schritt vorwärts.
Mit freundlichen Grüßen
Xample
mein Leben ist, in den letzten Jahren, leider aus den Fugen geraten und steht momentan auf dem Scheideweg. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo ich zukünftig stehen werde. Vielleicht habt ihr ein paar gut gemeinte Ratschläge für mich in petto?
Ich werde mich kurz vorstellen. Ich bin 20 Jahre alt und wohne in einem Dorf mit ungefähr 3.000 Einwohner. Die nächste größere Stadt ist 4 Kilometer entfernt und hat das ca. 8 fache an Einwohner. Die richtig großen Städte (Krefeld, Düsseldorf, Duisburg) sind etwa 40 Autominuten enfernt. Meine Hobbys sind Fußball und Tischtennis, wobei ich Tischtennis zurzeit aktiv betreibe. Ich werde versuche die letzten Jahren, von meinen Lebenslauf detailliert, zusammenzufassen. Ihr könnt euch dann eventuell ein konkretteres Bild von mir kreieren.
Im Alter von 16 habe ich auf der Gesamtschule meine Fachoberschulreife (Mittlere Reife) erlangt und das obwohl ich die komplette 8. Klasse übersprungen habe und die 9. Klasse nur sporadisch verfolgen konnte - wegen meiner damaligen schweren Krankheit (Leukämie). Daraus resultierte dann, dass ich die Aufnahmeprüfung für die HÖHA (Wirtschaft und Verwaltung) nicht bestanden habe und somit im ersten Jahr für das Fachabitur, bei meinen zuständigen Berufskolleg, nicht angenommen werden konnte.
Das Berufskolleg hat jene Bewerber, die durch den Aufnahmetest durchgefallen sind, zwar auf die Schule aufgenommen, hat daraus jedoch eine Art Übergangsstufe gebildet. Das heißt ich ging ein Jahr auf die normale Handelsschule (Wirtschaft und Verwaltung), obwohl ich die Fachoberschule schon besaß und habe nach dem Jahr den Aufnahmetest noch einmal absolviert und wurde für das Fachabitur somit (11. und 12. Klasse) zugelassen.
Der Test war nur Pflicht weil die Abbrecherquote bzw. die Nichtbesteherquote jenseits von Gut und Böse lag und die Schule auf Nummer sicher gehen wollte, dass die aufgenommen auch wirklich in der Lage sind erfolgreich zu bestehen. Im Test selbst wurde Mathematik, Englisch und Deutsch überprüft. Durchgefallen bin ich nur wegen meines Wissensmangel aufgrund von meiner Leukämie. Ich war wohl einer der unterbelichtesten 16 Jährigen auf der ganzen Welt zu der damaligen Zeit, meine persönliche Einschätzung.
Um die Zeit sinnvoll zu überbrücken und den großen Wissenmangel zu stillen habe ich mich dann schlussendlich für das Übergangsjahr entschieden. In dem Jahr habe ich 2 Bewerbungen geschrieben für die Berufe Industriemechaniker und Chemikant und beide Male wurde ich nach einem brillanten Einstellungstest/Vorstellungsgespräch genommen und bekam ein Vertrag zugesendet bzw. hatte die Möglichkeit direkt vor Ort zu unterschreiben.
Keines der beiden Angebote habe ich damals angenommen, weil ich mich weder für den technischen noch handwerklichen noch industriellen Sektor aufopfere und interessiere. Das war quasi nur ein Testverfahren um zu sehen, wie ich mich im Vorstellungsgespräch präsentiere muss und wie es funktioniert. Das die Vorstellungsgespräche in den genannten Sektoren und die im kaufmännischen Vorstellungsgespräch sich so stark unterscheiden, daran habe ich damals keine Sekunde verschwendet.
Durch das Übergangsjahr konnte ich den Einstellungstest wiederholen und bestand es diesmal souverän und bekam schnell Post zugesendet, dass ich in die HÖHA aufgenommen werde. Diese Schulform habe ich dann auch fristgerecht im Jahr 2009 mit der Fachhoschulreife abgeschlossen und bis zum Ende des Jahres ein Praktikum absolviert um die volle Fachhoschulreife zu erlangen und somit wenigstens studienberechtigt zu sein.
Für den Beginn des Ausbildungsjahres 2009 habe ich insgesamt 35 Bewerbungen verschickt, um eine Ausbildungsstelle (Bürokaufmann, Industriekaufmann) zu finden. Die selbe Menge habe ich ebenfalls für eine Ausbildungsstelle für 2010 postalisch versendet und ich bewerbe mich nun, leider, schon seit 2 Jahren erfolglos. Ich weiß einfach nicht, woran es so sehr hapert und umso mehr ich drüber nachdenke, umso heftiger bekomm ich leichte Depressionen, mich nimmt das zurzeit sehr mit. Seit 2 Jahren erhalte ich nur Absagen und so langsam werde ich immer spürbar depressiver und Selbstbewusstsein tendiert auch eher ins Minus hinein.
Mein Zeugnis:
Spanisch: 2
VWL: 2
ECDL: 3
Religion: 1
Mathe: 3
Deutsch: 3
Englisch: 3
Informationswirtschaft: 3
Sport: 2
Biologie: 2
Politik: 2
BWL: 3
Mittlerweile sind die Englischkenntnisse und Spanischkenntnisse ziemlich gut bis hervorragend. Habe sowohl in England als auch in Spanien drei Wochen auf einer Sprachreise verbracht.
Nach dem x.ten Vorstellungsgespräch habe ich in Erfahrung bringen können, woran es eventuell liegen könnte. Mir wurde mitgeteilt in einer Beurteilung, dass ich eine monotone Stimme hätte und sich diese nicht verändert (wie eine Art Roboter). Ich muss dazu sagen, dass ich weiß, dass ich die Stimme nicht modulieren kann, wenn ich nervös bin. Wenn ich zuhause bin habe ich damit überhaupt kein Problem. Außerdem bin ich sehr zurückhaltend und rede eigentlich kaum, wenn kein Zwang besteht.
Nun nachdem ich dieses Jahr erneut keine Ausbildungsstelle gefunden habe, habe ich nun die Möglichkeit Wirtschaftsrecht an der FH in Gelsenkirchen zu studieren. Leider weiß ich nicht, wie die Berufsperspektiven aussehen. Ich schätze aber man ist bei dem Studiengang sehr auf Deutschland abhängig und kann sich nicht frei wie die BWLer in fast ganz Europa bewerben. Vermutlich werde ich daher noch bis März warten müssen und dann BWL an der FH in Dortmund studieren.
Womit soll ich die 6 Monate überbrücken? Mein Problem wir haben fast September und im Kaufmännischen Bereich ist es sehr schwer, in meiner Nähe, einen Praktikumplatz zu finden und als Alternative würde ich vllt. ein FSJ im Ausland oder auf 400 € Bassis arbeiten sehen. Nur kann man sich überhaupt noch Hoffnungen machen, was kurzfristiges zu finden, wo man direkt 6 Monate überbrücken kann?
Ist das den normal dass ich zig Absagen im Kaufmännischen Bereich kassiere und in den anderen Sektoren jede Bewerbung früher ins Ziel traf? Wie soll ich mit meiner Niedergeschlagenheit umgehen? Habe eigentlich kaum noch Selbstbewusstsein, absagenbedingt und gehe total ein. Was mache ich mit meiner monotonen Stimme? Rhetorikkurse bringen nichts hab schon etliche versucht bei der VHS und für einen Logopäden oder ähnliches ist kein Geld vorhanden.
Dumm bin ich übrigens auch nicht. Das Argument kann man mMn getrost weglassen. Mir wird immer nachgehalten, dass ich eine mittlere Hochbegabung fürs Auswendig lernen habe und mein Gesamt IQ ist überdurschnittlich (ca. 126). Doch denke ich mal, dass mich 99% der Leute hier im realen Leben unterschätzen würden, weil ich nicht aus mir rauskomme und schweigsam bin wie ein Grab.
Mein früherer Klassenlehrer meinte, dass ich ca. 2 Wochen bräuchte bis ich mich öffne und in den Vorstellungsgesprächen gewinnt meiner mMn nach immer der forschere und im Kaufmännischen Bereich bist du aufgeschmissen. Wieso ist es so leicht in anderen Sektoren unterzukommen, nur im Kaufmännischen Bereich nicht?
Schade das ich kein Vitamin B habe. Bei mir in der Stadt läuft alles nur mit Vitamin B ab und außerhalb lehnen viele einen ab, weil es denen zu weit ist. Für mich alles ein Teufelskreis.
Jeder noch so kleinste Rat wäre für mich ein Schritt vorwärts.
Mit freundlichen Grüßen
Xample
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