Windows 11: KI-Agenten in Task­leiste und Suche könnten im Mai kom­men

Michael Schäfer
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Windows 11: KI-Agenten in Task­leiste und Suche könnten im Mai kom­men
Bild: Microsoft

Microsoft scheint die Zeichen erkannt zu haben und setzt zunehmend von Nutzern geforderte Anpassungen in Windows 11 um. Nun hat der Konzern eine Preview-Version von Windows 11 veröffentlicht, die KI-Agenten in die Taskleiste und das Suchfeld integriert. Dies könnte ein Hinweis auf einen zeitnahen Rollout für alle Nutzer sein.

Agenten über Taskleiste überwachen

Dies geht aus den Release Notes der veröffentlichten Windows-11-Builds 26100.8313 und 26200.8313 (KB5083631) für Insider im Release Preview Channel unter Windows 11 in den Versionen 24H2 (Build 26100) und 25H2 (Build 26200) hervor. Künftig soll Windows 11 die Möglichkeit bieten, entsprechende Agenten direkt über die Taskleiste überwachen zu können. Die Funktion unterstützt dabei sowohl Agenten aus Microsoft-eigenen Anwendungen als auch aus Apps von Drittanbietern, wobei „Researcher“ laut einem Blog-Eintrag von Microsoft in der Microsoft 365 Copilot-App als erster Anbieter vorgesehen sein soll.

Zu den Neuerungen zählt unter anderem eine Statusanzeige in der Taskleiste, die in Echtzeit über den Fortschritt des Researcher informiert, während dieser an einem Bericht arbeitet. Nach Abschluss der Arbeiten informiert Windows den Nutzer per Benachrichtigung, wobei über diese oder das Copilot-Symbol anschließend direkt auf die Ergebnisse zugegriffen werden können. Microsoft weist jedoch darauf hin, dass die Funktion standardmäßig deaktiviert ist und zunächst explizit vom Anwender aktiviert werden muss.

Windows soll Entwickler wieder überzeugen

Mit den angekündigten Änderungen will Microsoft die Attraktivität von Windows 11 insbesondere für Entwickler steigern. Ziel ist es, KI-Werkzeuge zu ermöglichen, die sich nahtlos in die Benutzeroberfläche integrieren. Auf diese Weise soll die Interaktion zwischen Betriebssystem, künstlicher Intelligenz und Anwender weiter verbessert werden. Darüber hinaus plant Microsoft, Entwicklern den Zugriff auf die KI über entsprechende APIs zu ermöglichen.

Gegenüber Macs das nachsehen

Die neuen Funktionen dürften für Microsoft als notwendig anzusehen sein. Statt Anwender schrittweise an die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz in Windows heranzuführen, endete der Start des Copilot+-PC-Features Recall in einem Fiasko und sorgte für erhebliche Kritik sowie eine breite Ablehnung der KI unter Windows, von der sich das Unternehmen bis heute nicht vollständig erholt hat. Auch aktuell stoßen neue KI-Funktionen bei Teilen der Nutzer nicht selten zunächst auf Widerstand. Apple ging hier deutlich behutsamer vor, was dazu geführt hat, dass Mac-Nutzer der neuen Technologie deutlich offener gegenüberstehen. Dies hat zur Folge, dass KI-Entwickler Anwendungen zunächst oder teils ausschließlich für den Mac entwickeln. In Kombination mit den in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegenen Marktanteilen von macOS, die nicht zuletzt auf Apples M-Prozessoren zurückzuführen sind, gerät Microsoft bei Windows zunehmend unter Druck. Mit den neuen Maßnahmen dürfte das Unternehmen nun versuchen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken.