CPU-Boost: Windows 11 beschleunigt jetzt auch den Start von Apps

Andreas Frischholz
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CPU-Boost: Windows 11 beschleunigt jetzt auch den Start von Apps
Bild: Microsoft

Wer das aktuelle August-Update für Windows 11 installiert, erhält den im Juni eingeführten CPU-Boost auch beim Starten von Apps, berichtet Windows Latest. Bis dato beschleunigte dieser nur einige Windows-Elemente wie das Startmenü, das Benachrichtigungscenter, die Suche und manche Einblendfenster.

App-Starts profitieren vom maximalen CPU-Takt

Bekannt wurde der CPU-Boost im Frühjahr unter dem Codenamen Low Latency Profile. Schon bei den ersten Berichten hieß es, neben Windows-Elementen soll auch der Start von Apps von dem CPU-Boost beschleunigt werden. Microsoft schaltete diese Funktion zunächst aber nicht frei. Testläufe von Windows Latest zeigen nun, dass es mit dem August-Update aber geht.

Die Funktionsweise: Wenn Nutzer ein unterstütztes Windows-Element, Microsoft-Apps wie Outlook oder Drittanbieter-Apps öffnen, taktet die CPU für ein bis drei Sekunden hoch. Das Betriebssystem reizt die Taktfrequenz also augenblicklich nahezu komplett aus und kehrt dann wieder in den Leerlauf zurück. Bislang ließ der Scheduler den Takt bei steigenden Anforderungen allmählich ansteigen.

Windows Latest testete die Funktion mit den Apps Notepad, dem Epic Games Store, Taschenrechner, Chrome, der Wetter-App, PowerPoint und dem VLC Media Player. Relevant bei der Auswahl ist, dass damit mehrere Design-Frameworks zum Einsatz kommen. Der Prozessor in dem Testsystem war ein Intel Core i5-13420H (Raptor Lake-P), der über 4 P- und 4 E-Kerne verfügt.

Nach der Installation des August-Updates zeigte sich nun, dass die P-Kerne bei den Apps-Starts nahezu den Maximaltakt erreichten, während die E-Kerne rund 80 Prozent ihres Maximaltakts ausnutzten. Das kann einen merklichen Unterschied machen. Im Fall der Wetter-App sind es einem Vergleichsvideo zufolge einige Sekunden, konkrete Prozentwerte teilt Windows Latest aber nicht mit.

Auswirkungen auf die Akkulaufzeit hat der CPU-Boost dem Test zufolge nicht.

Schrittweiser Rollout: CPU-Boost läuft noch nicht überall

Microsoft verteilt den CPU-Boost im Rahmen eines schrittweisen Rollouts. Selbst wenn das Update installiert ist, wird die Funktion also erst nach und nach auf den einzelnen Geräten freigeschaltet.

Ob diese auf dem eigenen Rechner aktiviert ist, lässt sich mit Tools wie HWiNFO prüfen. Ist es noch nicht der Fall, können Nutzer das mit ViVeTool eigenständig erledigen, die ID lautet 58989092. Eine komplette Anleitung liefert Windows Latest.

Erste Analyse: CPU-Boost lässt Windows 11 schneller und geschmeidiger laufen

Bisher hinterließ der CPU-Boost in Tests einen positiven Eindruck. Vor allem ältere Hardware profitiere merklich, wurde schon zum Start im Juni ermittelt.

Hitzige Diskussionen gab es dennoch insbesondere in sozialen Medien. Der CPU-Boost wurde teilweise als fauler Trick bezeichnet, mit dem sich Microsoft aufwändige Optimierungen sparen wolle. Widerspruch kam direkt aus dem Konzern. Die CPU kurzzeitig hochtakten und Aufgaben priorisieren, sei laut dem Microsoft-Vizepräsidenten und Community-Gesicht Scott Hanselman ein moderner Ansatz, den auch Linux und macOS nutzen.

Zusätzlich verbessert Microsoft das Betriebssystem noch in vielen weiteren Bereichen. Das Ziel: Windows 11 soll schneller werden und sich geschmeidiger anfühlen. Neben dem CPU-Boost ist auch ein Umstieg auf das native WinUI-Framework ein Ansatz, um etwa den RAM-Verbrauch zu reduzieren.

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