Ende von Destiny 2: Insider mit Hintergründen, warum es kein Destiny 3 gibt
Statt eines Nachfolgers zu Destiny 2 soll sich Bungie zukünftig verstärkt um den Extraction-Shooter Marathon kümmern. Der bekannte Branchen-Insider Jason Schreier liefert jetzt Details zum bevorstehenden Entwicklungsende des Live-Service-Shooters.
Das letzte Update für Destiny 2 wird am 9. Juni erscheinen. Danach wird der MMO-Shooter von Bungie zwar noch spielbar bleiben, wird aber keine weiteren Erweiterungen erhalten. Der für gewöhnlich zuverlässige Branchen-Insider und Bloomberg-Journalist Jason Schreier erklärt im Rahmen eines YouTube-Videos, warum Sony wahrscheinlich kein grünes Licht für die Entwicklung eines Destiny 3 gegeben hat.
Explodierende Entwicklungskosten ...
Demnach würde ein Nachfolger zu Destiny 2 alleine für die Entwicklung ungefähr 500 Millionen US-Dollar kosten, wie Jason Schreier erklärt. Hinzugerechnet werden müssten noch Kosten für die Online-Server, das Marketing und mehr. Diese 500 Millionen US-Dollar entsprechen zudem der Summe des Deals zwischen Activision und Bungie, womit mehrere Destiny-Teile plus Erweiterungen hätten bezahlt werden sollen.
Als Ursachen für die hohen Entwicklungskosten eines Destiny 3 nennt der Bloomberg-Journalist verschiedene Gründe. So sind die Lebenshaltungskosten sowie die Löhne in den USA merklich angestiegen. Insbesondere die Region um Seattle, wo ein Großteil der Mitarbeiter lebt, ist Schreier zufolge ähnlich wie andere Küstenstädte in den Vereinigten Staaten „extrem teuer“.
… und Neuausrichtung von Sony
Zudem scheint Sony das Interesse an kostspieligen AAA-Produktionen und Live-Service-Spielen zu verlieren. Bungie wurde im Jahr 2022 für 3,6 Milliarden US-Dollar von Sony gekauft und sollte ein zentraler Aspekt des japanischen Konzerns für die seinerzeit angedachte Online-Multiplayer-Strategie werden. Doch nicht nur Destiny 2 und der Extraction-Shooter Marathon aus gleichem Hause, sondern auch andere Live-Service-Spiele wie der Totalflop Concord blieben hinter den Erwartungen des japanischen Unternehmens zurück.
Es folgten Mitarbeiterentlassungen und Einstellungen von Projekten, wodurch Sony „keine Lust mehr auf solche Ausgaben“ habe, wie Jason Schreier sagt. Hinzu kommt, dass der Gaming-Markt mit einer ausgesprochen hohen Menge an Veröffentlichungen überflutet wird. Gerade erst ist 007 First Light erschienen, das auch ComputerBase einem Technik-Test unterzogen hat. Zudem sind nur auf Steam im letzten Jahr über 20.000 Spiele erschienen und immer mehr alte Spiele sowie Live-Service-Dauerbrenner wie Fortnite oder Call of Duty buhlen um die Zeit der Spieler.
Wie geht es für Bungie weiter?
Da stellt sich unweigerlich die Frage, wie es um die Zukunft von Bungie bestellt ist. Einem Bloomberg-Bericht zufolge sollen die Mitarbeitenden des US-amerikanischen Spielestudios neue Projektideen an Sony pitchen, was bislang jedoch erfolglos blieb. Ferner hat auch das im März dieses Jahres erschienene Marathon die Verkaufserwartungen nicht erfüllt.
Im Gegensatz zu Destiny 2 soll die Entwicklung am neuen Extraction-Shooter von Bungie jedoch zunächst fortgesetzt werden. Da ein Destiny 3 bislang nicht in Planung ist und es offenbar keine neuen Projekte gibt, die bei Bungie in der nahen Zukunft anstehen, soll Sony „eine bedeutende Zahl von Entlassungen planen“, wie Jason Schreier unter Berufung auf „mit den Plänen des Studios vertrauten Personen“ offenbart hat.