News Microsoft Outlook: „Meeting Insights“ wird ab September durch Copilot ersetzt

mischaef

Kassettenkind
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Microsoft wird „Meeting Insights“ in Outlook Anfang September dieses Jahres einstellen, die Funktion soll künftig durch Copilot ersetzt werden. Als Begründung nennt der Software-Konzern die bislang geringe Akzeptanz von „Meeting Insights“, das wiederholt wegen der Darstellung von Dokumenten und E-Mails in der Kritik stand.

Zur News: Microsoft Outlook: „Meeting Insights“ wird ab September durch Copilot ersetzt
 
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"Als Begründung nennt der Software-Konzern die bislang geringe Akzeptanz von...“

... Copilot.... man darf ja träumen :D

zugegeben, Meeting Insights habe ich bis dato gar nicht gehört oder zu sehen bekommen.
 
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Ich habe von Meeting Insights auch noch nie etwas gehört. Klingt nach dem typischen, eher verzweifeltem "Guck, Copilot kann etwas!", dass die meisten User geflissentlich ignorieren.
 
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Diese ganze Entwicklung sollte einem doch immer mehr die Augen öffnen, dass Big Tech alles mitliest.
Wenn ein Unternehmen von DSGVO und Geschäftsgeheimnis spricht sowie mit Partnern Geheimhaltungsvereinbarung unterschreibt und dann beide Mails per Outlook hin und her schicken, Teams Meetings abhalten und am besten noch über OneDrive Daten austauschen, kann man nur noch den Kopf schütteln.
Wer glaubt, dass solche Funktionen natürlich DSGVO konform anonym bleiben und Microsoft nie mitliest und die KI natürlich immer nur dann schaut, wenn man selbst den Knopf gedrückt hat, dem ist echt nicht mehr zu helfen. Die Entwicklung wird immer schlimmer.
 
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SavageSkull schrieb:
Die Entwicklung wird immer schlimmer.
... dann steht irgendwann wieder in den News .. durch.... ist es bekannt geworden, dass der und der Geheimdienst / Gruppe seit Jahren ....die Unternehmen sind schockiert und versichern .... die Regierung hat beschlossen .... BlaBlup :schluck: :heilig:
 
Neben dieser Neuerung arbeitet Microsoft weiterhin an der Modernisierung des E-Mail-Clients, der sich inzwischen Schritt für Schritt den wichtigsten Funktionen des klassischen Outlook annähern soll.
soso modernisieren nennt man das.. Ich bring was neues vollkommen unbrauchbares und mache es Schritt für Schritt zum alten. Ich frage mich echt was die bei Microsoft saufen.
 
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xCtrl schrieb:
zugegeben, Meeting Insights habe ich bis dato gar nicht gehört oder zu sehen bekommen.
Ich auch nicht, aber es klingt so, als wenn das alles Features für das "neue" Outlook sind, welches aufgrund seiner Unbenutzbarkeit als E-Mail Client generell nicht verwendet wird :D
 
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Meeting Insights ist mir zwar völlig unbekannt, aber mit Copilot wird garantiert alles besser :D
 
Ich mag KI da sie mich unterstützt als Privatanwender.
Ich würde als Firma aber nie Daten hochladen die Sensibel sind, denn KI Firmen machen nichts anderes, als interne Firmen Geheimnisse zu sammeln.
 
KeinNutzerName schrieb:
Jedem seine freie Entscheidung das mitzumachen oder zu sagen, es reicht.
Allerdings finde ich es nicht gerade prickelnd, wenn andere mit meinen Daten dementsprechend schludrig mit umgehen und glauben sie würden die vorgeschriebene DSGVO einhalten, es aber wegen immer mehr (offensichtlicher) Spionage gar nicht tun.
Für mich ist der Punkt überschritten, wo ich das noch dulden konnte. Da reicht mir ein sorry nicht mehr:
 
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SavageSkull schrieb:
Geheimhaltungsvereinbarung unterschreibt und dann beide Mails per Outlook hin und her schicken, Teams Meetings abhalten und am besten noch über OneDrive Daten austauschen, kann man nur noch den Kopf schütteln.
Outlook (oder GMail) jeweils zu sich selbst ist i.d.R. sicherer als der eigene Mailserver irgendener 0815-Klitsche. Die Mails gehen bei Outlook & Co. zumindest verschlüsselt durchs Netz. Was die meisten DAUs machen, ist ja sensible Daten in den Mailanhang unverschlüsselter Mails zu packen und die dann über die ungesicherte 0815-Mailserver sonstwohin zu schicken.

Und OneDrive, GDrive, Dropbox, ... ist nochmal besser, weil dann nur ein Link geteilt wird, Daten also niemals ungesichert durchs Netz gehen und zusätzlich jeweils individuell nochmal Zugangsberechtigungen geprüft werden können. Hinzu kommt noch, dass die Ruhedaten immer verschlüsselt im Datacenter liegen.

SavageSkull schrieb:
Wer glaubt, dass solche Funktionen natürlich DSGVO konform anonym bleiben und Microsoft nie mitliest und die KI natürlich immer nur dann schaut, wenn man selbst den Knopf gedrückt hat, dem ist echt nicht mehr zu helfen. Die Entwicklung wird immer schlimmer.
Die Quelle für diese Information ist wer oder was?
MS, Google, ... haben BSI attestiert die C5-Zertifiizerung und ich habe einen Bekannten, der in dem Business arbeitet. Da gehen tatsächlich Auditoren zu Google & Co. und checken, wie das ganze abläuft. Können die sicherstellen, dass alles immer 100% mit rechten Dingen zugeht? Natürlich nicht...aber es ist schon bedeutend mehr als rein "trust me bro". Selbst wenn nicht jeder Audit vor Ort stattfinden, sondern mitunter auch mal remote.

Gerade im B2B-Bereich werden Google, MS, ... doch den Teufel tun und ihr eigenes Kerngeschäft schädigen, indem sie großangelegt Kundendaten gezielt ausspionieren. Vor allem nicht, um an die Daten von "Müller IT & Partner" zu kommen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass sowas niemals passieren kann oder ist. Die Möglichkeit besteht immer mal...aber ganz sicher nicht großangelegt und konkreter Absicht. Das wäre deren Todesurteil. Obendrein noch in den USA, bei deren Gerichten hochproblematisch (und es gibt ja genug Konzerne, die nicht nur hier tätig sind, sondern auch dort und dann eben dort klagen würden).

Unabhängig davon ist im B2B-Umfeld ohnehin die Geheimhaltung selbst zweitrangig. Auch "Müller IT & Partner" ist kein Geheimdienst. Das wichtigste ist, dass man effizient arbeiten kann unter Einhaltung von Gesetzen und vor allem das man möglichst die Haftung los ist. Sowie natürlich parallel bei etwaigen Rechtsstreitigkeiten Verträge hat, auf die man sich berufen kann. Und ansonsten Schutzmarken und usw, die die IP sicherstellen.

Man schützt sich vor einem Mitbewerber immer primär über Copyrights & Anwälte. Und das Unternehmen selbst per Rechtskonfirmität und Haftungsminimierung.


SavageSkull schrieb:
Allerdings finde ich es nicht gerade prickelnd, wenn andere mit meinen Daten dementsprechend schludrig mit umgehen und glauben sie würden die vorgeschriebene DSGVO einhalten, es aber wegen immer mehr (offensichtlicher) Spionage gar nicht tun.
Und die welche Quelle gibt es, die darlegt, dass mit den Daten "schludrig" umgegangen wird?
Bei MS, Google & Co. arbeiteten mit die besten IT'ler der Branche und deren Infrastruktur ist alles andere als unsicher oder schludrig aufgesetzt.


KeinNutzerName schrieb:
durch.... ist es bekannt geworden, dass der und der Geheimdienst / Gruppe seit Jahren ....die Unternehmen
Aluhut gefällig?

Vor allem: glaubst du tatsächlich, dass eine 0815-Klitsche selbst sichere IT-Infrastruktur betreiben kann? Oder das ein europäischer Dienst sicher wäre vor Geheimdiensten? Und selbst wenn das der Fall wäre:
  1. Niemanden beim Geheimdienst interessieren deine Unternehmensdaten
  2. Wenn deine Daten so spannend für einen Geheimdienst sind und sie diese unbedingt benötigen, dann werden sie bei dir persönlich im Schlafzimmer vorstellig oder du bekommst eine kostenlose Fahrt im schwarzen Van nach Hause...
Als ob du dich (bzw. der durchschnittliche IT'ler) tatsächlich irgendwie vor Geheimdiensten schützen könntest (oder müsstest)...
 
ascer schrieb:
MS, Google, ... haben BSI attestiert die C5-Zertifiizerung und ich habe einen Bekannten, der in dem Business arbeitet. Da gehen tatsächlich Auditoren zu Google & Co. und checken, wie das ganze abläuft.
Wie wird denn bei der Zertifizierung Patriot/Cloud Act betrachtet? Diese Gesetze aus den USA interessiert es nicht ob der Server bei ihnen steht oder auf dieser Seite vom Teich.
Ob Microsoft und Co dabei Daten weitergeben, dürfen sie selbst dank dem FISA Amendments Act nicht mal dem User oder sonst wem melden.
Vor allem, wenn die Daten bei dem Staat USA dann liegen, wer zertifiziert diese dann?

Als deutscher Staatsbürger darf im Rahmen unserer demokratischen Gesetze, an denen ich indirekt Einfluß nehmen darf, durchaus der eigene BND im Rahmen seiner Befugnis seine Arbeit erledigen. Da habe ich nichtmal ein Problem mit.
Das die USA auf meine Daten im eigenen Gutdünken zugreifen kann geht mir gegen den Strich. Ich bin kein amerikanischer Staatsbürger und deren Befugnisse enden mit ihrer eigenen Grenze. Wir beschweren uns, dass Russland die Souveränität der Ukraine nicht anerkennt. Das was die USA macht, ist doch nichts anderes und so ein Verhalten passt auch nicht dazu, dass man Jahrzehntelang erzählt hat, man sei unser Freund.

Das was aktuell die ganzen KI Unternehmen betreiben ist definitiv Datendiebstahl im großen Stil. Teilweise wurde das bereits aufgedeckt und war ein "Versehen", teilweise ist es nur noch nicht bekannt. Eine Basis für Vertrauen das Daten, die vertraulich sind nicht plötzlich doch als Trainingsdaten auftauchen fehlt mir gänzlich.

Ich hatte als Student über das damalige Dreamspark Programm von Microsoft über unsere Uni zwei Windows 7 Lizenzen erhalten. Nach damaligen Regeln, waren diese Lebenslang gültig. Diese hatte ich zur Bequemlichkeit in einer Excel Datei abgespeichert und meine Daten waren über OneDrive synchronisiert.
In der Cloud war die Datei plötzlich weg. Lokal war sie noch vorhanden. Heißt, Microsoft hat meine private "Wäsche" durchsucht und die Datei aus dem Verkehr gezogen (obwohl sie hätte wissen können, dass es legale Dreamspark Lizenzen waren).

Der Aluhut drückt und ist unbequem aber in ihrem Verhalten, verteilt BigTech diese gerade am Fließband im 10er Paket. Man müsste schon verrückt sein, dass alles mit zu machen.

Dabei geht es ja nicht mal alleine um meine Daten. Diese ganze "Wir liefern alles in einem" Mentalität führt doch in die Abhängigkeit davon. Ich möchte mich nicht privat in eine Abhängigkeit begeben, die völlig unnötig ist. Warum auch? Microsoft als gewinnorientierter Aktienkonzern lebt nicht dafür mir mein Leben schöner zu machen, sondern einzig und allein dafür Gewinn zu machen.
Die BigTech sind imho auch "too big to fail", ich bezweifle, dass selbst die amerikanischen Gerichte, sich da ran trauen. Die tun schon Dinge, die eine Spaltung dieser Firmen notwendig macht, aber passieren tut nichts.
 
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ascer schrieb:
  1. Niemanden beim Geheimdienst interessieren deine Unternehmensdaten
  2. Wenn deine Daten so spannend für einen Geheimdienst sind und sie diese unbedingt benötigen, dann werden sie bei dir persönlich im Schlafzimmer vorstellig oder du bekommst eine kostenlose Fahrt im schwarzen Van nach Hause...
Ich vermute du guckst zuviel Fernsehen . :daumen:

Ich benutze nicht und habe noch nie irgendwelche Messenger oder ähnliches in meinen 33 Jahren Computergefrickel benutzt. :heilig:
Meine Daten sind nur so sicher, wie ich es für nötig halte :cool_alt:
 
Gut das ich kein M365 mehr verwende. Ich zweifleauch stark daran das die Plattformen von MS sicher sind. Immerhin haben die sich schon zertifikate klauen lassen. Private wohlgemerkt.
 
@SavageSkull

Das vermischt diverse Themen und zieht dann Schlussfolgerungen, die so schlichtweg nicht passen.

Bezüglich Patriot Act:
Ja, US-Recht und insbesondere der CLOUD Act gehören bei einem US-amerikanischen Cloud-Anbieter in die Risikobewertung und es stimmt, dass der CLOUD Act einen Anbieter unter US-Gerichtsbarkeit verpflichtet, Daten aufgrund eines gültigen US-Verfahrens herauszugeben. Und ja, der physische Standort des Rechenzentrums ist nicht entscheidend.

...nur hat das mit der Aussagekraft eines C5-Zertifikats zunächst wenig zu tun.

C5 ist eine unabhängige Prüfung, die einen recht hohen Sicherheitsstandard attestiert. Das betrifft zum Einen die Sicherheit gegenüber des Betreibers (Google, MS, ...) und zum Anderen Sicherheit gegenüber Dritten. Sicherheit gegenüber Geheimdiensten hingegen wird dir kein Zertifikat jemals attestieren - das ist auch gar nicht möglich. C5:2020 z.B. enthält sogar ausdrücklich einen Bereich zum Umgang mit Ermittlungsanfragen staatlicher Stellen. Dort geht es unter anderem darum, ob solche Anfragen juristisch geprüft und angemessen behandelt werden. Es ist also mitnichten so, dass einfach alle Daten ständig nach Lust und Laune abgerufen werden könnten. Es sei denn vielleicht du bist "Bin Laden 2.0".

Man kann einem Sicherheits- und Kontrollnachweis also nicht ernsthaft vorwerfen, kein geopolitischer Immunitätsschein bzw. "Freifahrtsschein" zu sein.

Was ich mich hier auch insbesondere Frage, ist woher die Paranoia kommt. "99,99999% aller Benutzer" werden für Geheimdienste vollkommen uninteressant sein. Und Meinungspolizei o.Ä. spielt man eher hier in Europa als in den USA. Da bedeutet Meinungsfreiheit noch wirklich, dass du tatsächlich quasi alles sagen darfst - verbal wie digital.

Unabhängig davon muss man "Patriot Act", "CLOUD Act" und "FISA" differenzieren.
Der CLOUD Act betrifft insbesondere die grenzüberschreitende Herausgabe elektronischer Beweismittel aufgrund rechtlicher Anordnungen (sprich Gerichtsentscheide usw; solange du also nicht jedwede Strafverfolgungskooperation USA<=>Europa einstellen möchtest, ist das sowieso vollkommen irrelevant).
FISA betrifft Auslandsaufklärung. Das können also durchaus Geheimdienste sein. Die Aussage allerdings, Anbieter dürften "nicht einmal dem User oder sonst wem" etwas melden, ist trotzdem zu absolut: Das US-Recht sieht unter anderem gerichtliche Anfechtungsmöglichkeiten für Provider und begrenzte beziehungsweise aggregierte Transparenzangaben vor. Solange du also nicht "Bin Laden 2.0" bist, wird weder Google, MS, ... deine Daten einfach so ohne triftigen Grund rausrücken. Auch Apple z.B. ist ja immer wieder in den Schlagzeilen, wenn sie sich gegen Herausgabe sträuben und Rechtsprozesse anstreben - sicherlich ist einiges davon auch Marketing...aber genau das meine ich ja auch am Ende. Wenn sie einfach so Daten rausrücken, vor allem ohne triftigen Grund, wäre der marketingtechnische Schaden so immens...das ist ein viel zu großes Risiko für die Dienstanbieter. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie sich wie die Schweiz verhalten werden, aber den Rechtsspielraum werden die schon ausschöpfen.

In der Tat stimmt es natürlich, dass es prinzipiell einen realen Rechtskonflikt gibt seitens Europa. Der Europäische Datenschutzausschuss stellt klar, dass eine Anordnung einer Drittstaatenbehörde allein noch keine Rechtsgrundlage für eine Datenübermittlung nach der DSGVO darstellt. Eine entsprechende Offenlegung muss sowohl eine Rechtsgrundlage nach Artikel 6 als auch eine Grundlage nach Kapitel V der DSGVO haben. Trotzdem ist es nicht so, dass die US-Dienste die Daten unsicher verwahren und nach Belieben an alle möglichen Behörden verteilen.

Eine Stammtischartige Position in Richtung "Die USA dürfen einfach alles und die DSGVO interessiert niemanden" existiert also de facto nicht. Vielmehr können Unternehmen zwischen widersprüchlichen Rechtsordnungen geraten. Genau dieses Konfliktrisiko muss man ädaquat bewerten - und vor allem fernab vom Stammtisch "den vertrau' ich aber nicht".





Nun zum Rest:
Der Vergleich mit dem russischen Angriff auf die Ukraine ist daneben. Eine extraterritoriale Herausgabeanordnung gegenüber einem Unternehmen unter eigener Gerichtsbarkeit ist keine militärische Invasion, Annexion oder Aufhebung eines fremden Staatsgebiets. Man kann den CLOUD Act kritisieren, ohne zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte gleichzusetzen.

Und nein, Befugnisse eines Staates enden nicht grundsätzlich an Landesgrenzen. Staaten knüpfen ihre Gerichtsbarkeit nicht ausschließlich an den Standort einer Festplatte. Relevant können beispielsweise der Unternehmenssitz, die Kontrolle über Daten, die Staatsangehörigkeit, der Tatort oder die Auswirkungen einer Handlung sein. Deutschland und die EU wenden ihre Vorschriften ebenfalls in bestimmten Fällen extraterritorial an. Die DSGVO ist dafür selbst ein recht offensichtliches Beispiel - an die Einhaltung selbiger ist geknüpft, wer Daten europäischer Bürger verarbeitet...egal ob in der EU oder nicht.



Und bzgl. der pauschalen Aussagen zu KI: welche Unternehmen, welche Produkte, welche Daten und welche konkrete Handlung?

Das Training allgemeiner Modelle mit öffentlich verfügbaren oder urheberrechtlich geschützten Inhalten ist eine andere Diskussion als die Verwendung vertraulicher B2B-Kundendaten aus Microsoft 365 oder Google Cloud. Alle bisherigen Vorfälle, die geleakt wurden (und es sind weniger, als der übliche Stammtisch vermuten lässt) sind meines Kenntnisstandes nach stets Copyright Fälle gewesen. Also Fälle, wo KI-Anbieter aus öffentlichen Quellen Material abgerufen haben, dass eigentlich copyright-geschützt ist.

Das ist kein Beweis dafür, dass niemals irgendwo ein Fehler oder Vertragsverstoß passieren kann. Es ist aber sehr wohl ein recht gutes Indiz - zusammen mit den vertraglich zugesicherten Leistungsversprechen, die ja im Zweifelsfall, wie gesagt, durchaus auch einklagbar wären (so wie es Copyright-Halter derzeit ja auch tun). Damit sind wir wieder bei Verträgen, Protokollierung, Audits, technischen Kontrollen und Haftung statt bei "trust me bro".

Außerdem sind mit absoluter Mehrheit die Copyright-Verstöße bei OpenAI, Anthropic und Konsorten (also reinen KI-Anbietern) verortet. MS, Google, ... fallen aus gutem Grund deutlich weniger mit sowas auf: weil die eben KI-Anbieter und Cloud-Anbieter zugleich sind. Die sind sich durchaus bewusst, dass das KI-Rennen gerne OpenAI und Anthropic unter sich ausmachen können, wenn auch mit teils illegalen Methoden, da für MS, Google, ... das Image bzgl. Datensicherheit und Vertragseinhaltung für ihr B2B Geschäft deutlich stärker wiegt, als jetzt gerade im Moment das beste LLM auf den Markt zu werfen.
 
@ascer Naja, wie will ich denn von außen das auch so feinsäuberlich trennen können? Sind denn die Ergebnisse der Audits für die Zertifizierung öffentlich zugänglich? Soll ich als privat Person oder ein kleiner Mittelständler mit 50 Angestellten jedesmal ein eigenes Audit beauftragen?

Für mein Verständnis gibt es da eine Schnittmenge, dass wenn es die Möglichkeit geben muß, dass man Daten weitergibt, diese irgendwie verfügbar sein müssen, was sich eben damit beisst, dass die Daten "sicher" abliegen.

Es bleibt für mich daher intransparent und nüchtern betrachtet muss ich hier vom Worst Case ausgehen.
Da hilft das Zertifikat mir leider auch nicht weiter. In meinem Umfeld sehe ich nur immer nett das ISO 9001 Zertifikat, was genauso wenig aussagt, dass man eine (hohe) Qualität(skontrolle) erwarten kann, sondern was nur zertifiziert, dass man sich einen Workflow ausgedacht hat, der auf dem Papier die Qualität gleichbleibend hoch halten sollte.
Das ist so ein hätte wäre wenn.

Wo kommt die Paranoia her? Klar durch Snowden und Co. Gerade die älteren Jahrgänge sind mit lokalen Daten aufgewachsen und heutzutage liegen Daten in nicht geringer Menge in der Cloud, genauso wie BigTech intransparent Daten sammelt. Es ist bekannt, dass sie Daten sammeln, seit geraumer Zeit und nicht gerade wenig, aber was genau, was damit gemacht wird und wie diese behandelt werden ist für Außenstehende nicht bewertbar.

Du schreibst ja selbst, man muß das adäquat bewerten können. Versetze dich mal in meine Lage, als nicht ITler. Das ist mir nicht möglich, ich muß daher vom Worst Case ausgehen und den habe ich oben beschrieben. Für Lieschen Müller, die sich gar nicht mit dem Thema auseinandersetzt, kann erst gar nicht verstehen, warum von ihr Daten erhoben werden und dass MS und Co plötzlich Kartei über sie führen.

Ich sehe KI in dieser Form, wie sie gerade überall hinein gedrückt wird (Thema vom Thread, integrierter Copilot in Outlook, der die Emails bewertet) sehr kritisch, da auch hier wieder nicht transparent ist, wo das LLM läuft und wie mit der Berechnung und entstandenen Daten umgegangen wird. Mir fehlt jegliche Basis um Vertrauen in Microsoft aufbauen zu können. Das geht vielen Anderen leider auch so.

Offtopic:
Die USA greifen andere Länder an. Aktuell Iran und vor nicht kurzem Venezuela. Beides hat sicherlich auch eine große Menge digitale Vorarbeit hinter sich. Da habe ich und auch die aktuellen deutschen Gesetze ein andere moralische Vorstellung von und genau da ist auch mein Problem mit dem Thema.
 
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