Googlebook: Googles neue Notebooks nutzen Android als Unterbau

Nicolas La Rocco
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Googlebook: Googles neue Notebooks nutzen Android als Unterbau
Bild: Google

Google schafft mit den Googlebooks eine neue Notebook-Kategorie im Premium­segment, die sich anstelle von ChromeOS eines Android-basierten Tech-Stacks bedient. Als Partner hat sich Google die Notebook-Hersteller Acer, Asus, Dell, HP und Lenovo ins Boot geholt, bei den Chip-Herstellern sind Intel, MediaTek und Qualcomm dabei.

Neuer Anlauf mit Googlebooks

Nach den Chromebooks und den Chromebooks Plus – beide mit ChromeOS – sowie eigenen Gehversuchen wie dem Pixelbook unternimmt Google mit den Googlebooks jetzt einen neuen Anlauf, Notebooks im Premiumsegment anzusiedeln. Dabei überlässt Google den eingangs erwähnten Partnern die Hardware, schreibt diesen aber gewisse Mindestanforderungen vor, damit sich ein Notebook auch Googlebook nennen darf.

Notebooks mit Android Tech Stack statt ChromeOS

Google ist für die Software auf den Geräten zuständig, und die ist auf den Googlebooks eine andere als auf Chromebooks. Ein Chromebook läuft mit ChromeOS, dessen zentrale Laufzeitumgebung der Chrome-Browser ist. ChromeOS trennt Web- und System­kompo­nenten relativ strikt und ergänzt den Browser um Container- und Virtualisierungs­schichten: Linux-Anwendungen laufen beispielsweise in einem Crostini-Linux-Container, während Android-Apps über eine eigene Android-Laufzeit­umgebung ausgeführt werden. Dadurch kann ein Chromebook neben Webanwendungen auch native Linux- und Android-Software bereitstellen, ohne dass diese unmittelbar Teil des eigentlichen ChromeOS-Systems werden. Updates, System­komponenten und Sicherheits­mechanismen bleiben dabei weitgehend von den einzelnen Anwendungen entkoppelt.

Googlebooks verschieben diesen Schwerpunkt dagegen von ChromeOS hin zu Android als Desktop-Plattform. Zur ersten Ankündigung der Googlebooks im Mai dieses Jahres sprach Google von Notebooks mit „Android Tech Stack“. Technisch bedeutet das eine engere Verzahnung der Android-Laufzeit mit dem gesamten PC-Erlebnis: Android ist die native App-Plattform, während Google gleichzeitig Desktop-Funktionen, Fenster­verwaltung, Tastatur- und Mausbedienung sowie Multitasking für größere Displays ausbaut.

Damit entfällt insbesondere die bei ChromeOS notwendige zusätzliche Android-Kompatibilitäts­schicht als separates Subsystem. Auch die App-Kompatibilität verändert sich: Entwickler liefern Android-Apps ohnehin für die Android-Plattform aus, diese müssen bei Googlebooks also nicht zusätzlich eine ChromeOS-spezifische Anwendung bereitstellen. Vereinfacht gesagt ist ein Chromebook ein ChromeOS-System, das Android- und Linux-Software zusätzlich ausführen kann, während ein Googlebook ein Android-System ist, das von Grund auf als Desktop- und Notebook-Betriebssystem mit einer Desktop-Umgebung ausgelegt wird. Den Anfang macht zunächst einmal die Notebook-Klasse.

Sicherheit wie bei Chromebooks

Das Fundament der neuen Plattform bilde „Google Titan Security“, erklärte das Unternehmen in einem Vorgespräch zur heutigen Ankündigung. Gemeint ist damit der Google Titan C, ein dedizierter Sicherheitschip, der bereits in Chromebooks zum Einsatz kam. Er übernimmt sicherheits­kritische Aufgaben, die nicht direkt auf der Haupt-CPU ausgeführt werden sollten, darunter die Verifizierung der Firmware beim Systemstart (Verified Boot), die sichere Speicherung von kryptografischen Schlüsseln und die Unterstützung von Funktionen wie Geräteschutz und Bildschirmsperre.

Der Titan C bildet damit eine hardwarebasierte Vertrauensbasis („Root of Trust“) für die Googlebooks: Selbst wenn Teile des Betriebssystems kompromittiert wären, sollen zentrale Schlüssel und die Integrität der Bootkette geschützt bleiben.

MediaTek, Qualcomm und Intel liefern Prozessoren

Auf den Ebenen darüber, so erklärt es Google, folgen Arm- und x86-Prozessoren der drei Partner MediaTek, Qualcomm und Intel, sowie der Linux-Kernel, dann der native Android-Stack und schließlich die Desktop-Umgebung. Zu der gehört auch die native Integration Gemini Intelligence, also die Version des KI-Assistenten von Google, die wie bei Android ein Agenten-Betriebssystem ermöglichen soll, das teils eigenständig agieren und den Nutzer bei alltäglichen Aufgaben unterstützen kann. Googlebooks sollen für zehn Jahre nach Start der Plattform Updates erhalten.

Googlebook (Bild: Google)

Google macht gewisse Vorgaben

Google ist demnach für die Software zuständig, redet aber auch bei der Hardware mit, ohne direkt eigene Notebooks wie noch zu Zeiten des Pixelbook anzubieten. Stattdessen macht das Unternehmen gewisse Vorgaben, welche Ausstattungsmerkmale ein Googlebook aufweisen muss. Das ist zum einen ein „Premium-Design“, wobei Google den Einsatz von Materialien wie Aluminium, Magnesium oder Kohlefaser vorgibt.

Die Partner der Googlebooks
Die Partner der Googlebooks (Bild: Google)

Beim Formfaktor besteht die Wahl zwischen 13- bis 15,3-Zoll Notebook oder 2-in-1 bzw. Convertible. Ein Googlebook muss zudem mindestens 16 GB RAM (optional 32 GB) sowie eine 256 GB große SSD aufweisen. Vorgeschrieben ist zudem eine mindestens 40 TOPS starke dedizierte NPU für Gemini Intelligence. Sowie 14+ Stunden Akkulaufzeit, die beleuchtete Google-Tastatur, ein vollflächig taktiles Touchpad, einen Touchscreen und eine „Glowbar“ im Deckel, die Gemini-Aktivitäten, Ladevorgang und mehr anzeigen kann und über eine API auch Entwicklern zur Verfügung steht.

Erste Geräte von Acer, Asus, Dell, HP und Lenovo

Was dabei im Detail an Geräten bei Acer, Asus, Dell, HP und Lenovo herausgekommen ist, veranschaulicht folgende Liste mit einem ersten Blick auf die Ausstattungsmerkmale. Noch sind nicht zu allen Modellen alle Konfigurationen bekannt, zudem fehlen vor allem die Europreise noch. Vorbestellungen sollen von dem OEM-Partner ab dem heutigen 21. September angenommen werden.

  • Acer Googlebook 14
    • 14" Convertible mit 2,8K-OLED-Display, Touch, 500 nits
    • Preis: ab 899 US-Dollar
    • Intel Core Ultra 3 (Panther Lake)
    • 16 GB RAM, ab 256 GB SSD
    • Aluminium- und Magnesiumgehäuse
    • 13,9 mm, 1,22 kg
    • Fingerabdrucksensor
      Googlebook von Acer
      Googlebook von Acer (Bild: Acer)
  • Asus Googlebook 14
    • 14" Clamshell mit 3K-OLED-Display, Touch, 500 nits
    • Preis: ab 1.299 US-Dollar
    • Intel Core Ultra 3 (Panther Lake)
    • 16 GB RAM, ab 256 GB SSD
    • Aluminium- und Magnesiumgehäuse
    • 14 mm, 1,0 kg
    • Haptic Touchpad
    • Fingerabdrucksensor
      Googlebook von Asus
      Googlebook von Asus (Bild: Asus)
  • Dell XPS Googlebook
    • 13" Clamshell mit 2,5K-Display, Touch, 500 nits
    • Preis: ab 1.199 US-Dollar
    • Qualcomm Snapdragon X1 Elite
    • 16 GB RAM, ab 512 GB SSD
    • Aluminiumgehäuse
    • 12,5 mm, 1,13 kg
    • Haptic Touchpad
    • Fingerabdrucksensor
    • Gesichtserkennung
      Googlebook von Dell
      Googlebook von Dell (Bild: Dell)
  • HP Googlebook 14
    • 14" Clamshell mit 2,8K-OLED-Display, Touch, 500 nits
    • Preis: ab 1.299 US-Dollar
    • Qualcomm Snapdragon X1 Elite
    • 16 GB RAM, ab 256 GB SSD
    • Aluminiumgehäuse
    • 14 mm, 1,22 kg
    • Haptic Touchpad
    • Fingerabdrucksensor
      Googlebook von HP
      Googlebook von HP (Bild: HP)
  • Lenovo Googlebook 15
    • 15" Clamshell mit 2,8K-OLED-Display, Touch
    • Preis: ab 1.299 US-Dollar
    • Intel Core Ultra 3 (Panther Lake)
    • 16 GB RAM, ab 256 GB SSD
    • Magnesium- und Kohlefasergehäuse
    • 15,95 mm, 1,22 kg
    • Haptic Touchpad
    • Fingerabdrucksensor
    • Gesichtserkennung
      Googlebook von Lenovo
      Googlebook von Lenovo (Bild: Lenovo)

MediaTek folgt später, zuerst bei Lenovo

Wie sich beim Blick auf die Prozessoren der ersten Notebooks entnehmen lässt, sind darunter Prozessoren sowohl mit Arm- als auch mit x86-Architektur zu finden, zum Start genauer gesagt von Intel und Qualcomm. Mit von der Partie ist allerdings auch MediaTek mit dem neuen Dimensity CX C10 Max aus moderner 3-nm-Fertigung, der zur Ankündigung aber in noch keinem der Geräte zu finden ist. MediaTek hat bereits von offizieller Seite bestätigt, dass Lenovo erster Unterstützer des Chips sein wird.

MediaTek Dimensity CX C10 Max – Infografik
MediaTek Dimensity CX C10 Max – Infografik (Bild: MediaTek)

Ein Jahr GeForce Now und Google AI Pro

Neben einer großen Auswahl an Android-Apps sieht Google die Googlebooks auch als Plattform für Spiele und unterstützt deshalb auch Google Play Games. Das Unternehmen ist sich allerdings auch im Klaren darüber, dass Android nicht unbedingt die Plattform für AAA-Spiele ist. Deshalb kommen neue Googlebooks mit einem Jahr kostenloser Nutzung von GeForce Now (Stufe derzeit noch unbekannt). Schmackhaft machen soll die Geräte außerdem ein kostenloses Jahr Google AI Pro, das unter anderem Gemini Spark, Gemini in Gmail und Docs sowie 5 TB Cloud-Speicher umfasst.

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Google unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.

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