Sony PlayStation 4 im Test : Die Spieler im Fokus

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Sony PlayStation 4 im Test: Die Spieler im Fokus

Eine Woche nach der Xbox One von Microsoft startet in Deutschland die PlayStation 4 von Sony. Trotz sehr ähnlichem Unterbau, der bei beiden Konsolen auf einem SoC von AMD und einer vom PC bekannten x86-Architektur basiert, unterscheiden sich beide Kontrahenten im grundlegenden Ansatz doch deutlich. Während Microsoft auf ein All-in-One-Gerät für Spiele und Multimedia setzt, bei dem die Grenzen zwischen Fernsehen, Spielen und Kommunikation verschwimmen sollen, konzentriert sich Sony mit der PlayStation 4 vor allem auf die Kernfähigkeit der Konsole – das schnelle und einfache Spielen.

Anders als bei der Xbox One verzichtet Sony bei der PlayStation 4 auf eine fest zum Lieferumfang gehörende Kamera. Diese kann zwar separat im Handel erworben werden, ist aber nicht wie Kinect 2.0 bei der Xbox One integraler Bestandteil des Konzepts. Dies ermöglicht Sony jedoch, den Preis der Konsole schon zum Start auf nur 399,- Euro zu setzen – 100 Euro unter dem Preis der Xbox One.

Ob diese Rechnung für Sony am Ende aufgeht und die PlayStation 4 eine gelungene Spielkonsole darstellt, klären wir in unserem Test ebenso wie die Fragen nach der Lautstärke und Leistungsaufnahme. Dabei gehen wir auch erneut auf die technischen Unterschiede zur Xbox One ein und lassen den neuen, mit einem Touchpad und Lautsprecher ausgestatteten Dualshock-4-Controller der PlayStation 4 gegen den ebenfalls überarbeiteten Controller der Xbox One antreten.

Vergleich zur Xbox One

Bevor wir näher auf die Leistungsfähigkeit der PlayStation 4 eingehen, werfen wir einen Blick auf das eingangs erwähnte unterschiedliche Konzept der Xbox One und PlayStation 4. Sony hat die Werbekampagne der PlayStation 4 – anders als Microsoft – früh auf das Spielen an sich und nicht auf Multimedia ausgelegt. Nicht eine Konsole für alles, sondern die beste Konsole fürs Spielen möchten die Japaner dem Kunden bieten. Angesichts der Ausrichtung des Konzerns, der neben der Konsole auch die passenden Fernseher, Smartphones und Tablets im Angebot hat, ein durchaus beachtlicher Schritt, der eine Kehrtwende in Sonys Sichtweise auf Spiele darstellt. Denn Sony hat sich mit der PlayStation 4 bewusst auch Indie-Entwicklern und Free-to-Play-Titeln geöffnet und diesen bereits im Vorfeld des Verkaufsstarts der PlayStation 4 viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zuteil werden lassen.

Sony PlayStation 4 im Vergleich zur Xbox One
Sony PlayStation 4 im Vergleich zur Xbox One

Doch nicht nur in diesem Bereich, durch den Sony hofft, die Plattform für eine größere Spielerschaft interessanter zu machen, die dann wiederum mehr Zubehör, Spiele und digitale Inhalte kauft, hat Sony die Zeichen der Zeit erkannt und die eigene Strategie darauf ausgelegt. Auch das Thema „Soziale Netzwerke“ wird bei der PlayStation 4 groß geschrieben und stärker in den Fokus gerückt als bei der Xbox One, die sich vor allem auf die Microsoft-eigenen Dienste beruft, mit Skype und SkyDrive aber auch Schwergewichte vorweisen kann. Der neue Dualshock-4-Controller der PS4 bekam gar einen eigenen Teilen-Knopf, über den der Spieler Inhalte direkt mit seinen Netzwerken teilen kann. Über Twitch und UStream kann der Spieler so sich und die gerade gespielten Inhalte streamen und in Echtzeit auf Kommentare anderer Spieler antworten. Darüber hinaus können Spieler die Aktivitäten anderer Spieler, die ebenso wie man selbst den Klarnamen anstelle eines Pseudonyms verwenden können, in einem Facebook-ähnlichem Nachrichten-Stream verfolgen.

Während die Xbox One somit das „Wie erleben und verbinden wir unterschiedliche Inhalte“ in den Vordergrund rückt, steht bei Sony das „Wie erleben und vernetzen wir Spiele neu“ im Mittelpunkt.

Aus diesem Grund muss Sony allerdings noch stärker als Microsoft in genau diesem Bereich, den Spielen, punkten, wofür der technische Unterbau besonders entscheidend ist, auf den wir im Folgenden einen erneuten Blick werfen.

Technische Daten

Die PlayStation 4 setzt ebenso wie die Xbox One auf eine Acht-Kern-APU von AMD, die auf der Jaguar-Architektur basiert. Während Microsoft den Takt der APU offiziell mit 1,75 GHz bekannt gegeben hat, hüllt sich Sony in diesem Punkt in Schweigen. Es wird vermutet, dass die Jaguar-Kerne mit 1,6 GHz takten, bestätigt wurde dies offiziell bislang jedoch nicht. Der SoC der PlayStation 4, der von TSMC im 28-nm-Prozess gefertigt wird, kommt auf eine Fläche von 348 mm². Der SoC der Xbox One weist eine Fläche von 363 mm² auf.

Dieser Unterschied in der Chipgröße führt zum ersten von zwei entscheidenden Unterschieden der Recheneinheiten der PlayStation 4 und Xbox One. Anders als die Xbox One verfügt die PlayStation 4 nämlich nicht über einen 32 MB großen eSRAM auf dem SoC – was zu einer größeren Chipfläche führt –, sondern setzt auf schnelleren GDDR5-Arbeitsspeicher mit einer Taktfrequenz von 2,75 GHz. Microsoft vertraut in dieser Hinsicht auf klassischen DDR3-RAM, der Daten lediglich mit 68,3 GB/s übertragen kann, während der GDDR5-RAM der PlayStation 4 auf 176 GB/s kommt. Lediglich die Größe des Arbeitsspeichers ist mit acht Gigabyte bei beiden Konsolen identisch.

Der zweite, wichtige technische Unterschied zwischen der PlayStation 4 und der Xbox One liegt in der Grafikeinheit. Denn die Grafikeinheit der PlayStation 4, die ebenso wie bei der Xbox One auf der Graphics-Core-Next-Architektur von AMD basiert, erweist sich als deutlich leistungsstärker als die der Xbox One. Sony erreicht dies, indem die GPU mit 18 Compute Units ausgestattet ist, was zu 1.152 Shadern führt, während die Xbox One nur auf 12 Compute Units und 768 Shader kommt. Um die Chipausbeute für die PlayStation 4 zu erhöhen soll das Silizium über 20 Compute Units verfügen. Darüber hinaus verfügt die PlayStation 4 über 32 ROPs, die Xbox One lediglich über 16.

Sony PlayStation 4 im Vergleich zur Xbox One
Sony PlayStation 4 im Vergleich zur Xbox One
Sony PlayStation 4 im Vergleich zur Xbox One
Sony PlayStation 4 im Vergleich zur Xbox One

Die GPU der PlayStation 4, die mit 800 MHz taktet, erreicht insgesamt eine Rechenleistung von 1,84 TFLOPs und ist rein von der Leistung am ehesten mit einer Radeon HD 7850 bzw. HD 7870 vergleichbar, während die GPU der Xbox One, deren Takt Microsoft kurz vor dem Start der Konsole noch auf 853 MHz angehoben hat, nur auf 1,31 TFLOPs kommt und von der Leistung mit einer Radeon HD 7790 bzw. R7 260X verglichen werden kann.

Neben der „Heterogeneous Uniform Memory Access“-Technologie (hUMA), das einen gemeinsamen Speicher für die CPU und GPU erschafft, die so Daten direkt miteinander austauschen können, unterstützt die PlayStation 4 auch TrueAudio, wofür drei digitale Signalprozessoren (DSPs) auf dem SoC platziert sind. Die Xbox One unterstützt hUMA nicht, verfügt aber auch über TrueAudio.

PlayStation 4 Xbox One
Konsole
CPU AMD „Jaguar“, 8 Kerne,
(x86, 64 Bit),
1,60 GHz (unbestätigt), 4 MB L2 Cache
AMD „Jaguar“, 8 Kerne,
(x86, 64 Bit),
1,75 GHz, 4 MB L2 Cache
GPU AMD „Radeon HD“,
18 Compute Units, 1.152 Shader,
32 ROPs, 1,84 TFLOPs
AMD „Radeon HD“,
12 Compute Units, 768 Shader,
16 ROPs, 1,31 TFLOPS
CPU und GPU
auf einem Chip (APU)
ja ja
DirectX eigene API, ähnlich DirectX 11.2 DirectX 11.2,
„erweitert“
RAM 8 GB GDDR5 (176 GB/s) 8 GB DDR3 (68,3 GB/s),
32 MB eSRAM (218 GB/s)
Speicher 500 GB
wechselbar
500 GB
Laufwerke Blu-ray,
DVD
Blu-ray,
DVD
WLAN IEEE 802.11 b/g/n IEEE 802.11 b/g/n,
Wi-Fi Direct
Bluetooth 2.1 nein
Anschlüsse 2x USB 3.0, 1x HDMI,
1x LAN, S/PDIF (Toslink), AUX (PS-Kamera)
3x USB 3.0, 1x HDMI in,
1x HDMI out, Gigabit LAN, S/PDIF (Toslink), IR-Out, Kinect
Abwärtskompatibilität nein nein
UVP 399,- Euro 499,- Euro
Controller
Eingabe 4 Aktionstasten,
4 Pfeiltasten,
4 Schultertasten,
2 Analogsticks,
„Share“,
Optionen
4 Aktionstasten,
4 Schultertasten
(Impulse Triggers),
2 Analogsticks,
Steuerkreuz (digital),
View-, Menü- und Xbox-Taste
Touchscreen Multi-Touch, klickbar nein
Vibration ja ja
Abmessungen (B × H × T), in mm 162 × 52 × 98 154 × 61 × 105
Gewicht, in Gramm 210 277
Anbindung Bluetooth oder USB Wi-Fi Direct oder USB
Akku Li-ion, 1.000 mAh Batterien/Akkus
Sonstiges Audio (mono),
Gyroskop (3 Achsen),
Accelerometer (3 Achsen)
Headset-Anschluss

Bereits von der PlayStation 3 bekannt, kann auch bei der PlayStation 4 die 500-GB-Festplatte gegen ein schnelleres oder größeres Modell getauscht werden. Hierfür muss der Käufer lediglich die linke Klavierlack-Schale der PlayStation 4 zur Seite schieben, eine Schraube lösen und die Festplatte herausziehen. Als Beschränkungen bei der Wahl einer neuen Festplatte muss der Nutzer darauf achten, dass diese eine Bauhöhe von 9,5 mm nicht überschreiten darf und wegen des Betriebssystems, für das 100 GB reserviert werden, mindestens 160 GB groß sein muss. Laut Sony unterstützt die PlayStation 4 dabei lediglich SATA 3Gbit/s.

PlayStation 4: Austausch der Festplatte
PlayStation 4: Austausch der Festplatte
PlayStation 4: Austausch der Festplatte
PlayStation 4: Austausch der Festplatte

Während Microsoft bei der Xbox One auf einen Top-Blow-Lüfter mit einem Durchmesser von 112 mm auf dem SoC setzt, kommt bei der PlayStation 4 ein lediglich 85 mm großer Radiallüfter zum Einsatz. Dieser kühlt nicht nur den SoC, sondern auch das integrierte Netzteil. Einen zusätzlichen Klotz muss der Käufer somit zwar nicht unterbringen, inwiefern sich der kleinere Lüfter und das integrierte Netzteil jedoch auf die Lautstärke auswirken, klären wir im entsprechenden Abschnitt unseres Tests.

Das Gehäuse der PlayStation 4 präsentiert sich angesichts dieser technischen Daten, der Integration des Netzteils in die Konsole und im Vergleich zur Xbox One überraschend klein. Bei 2,8 kg kommt die PlayStation 4 auf Maße von 27,5 × 5,3 × 30,5 cm, während die Xbox One 33,3 × 8,2 × 27,5 cm (B×H×T) misst und 3,6 kg wiegt – zuzüglich 750 Gramm für das Netzteil.

FPS und Auflösung

Von den Problemen im Bereich der Auflösung und Bildwiederholrate der Spiele, denen sich Microsoft zum Start der Xbox One konfrontiert sieht, ist die PlayStation 4 aufgrund der leistungsfähigeren GPU und des schnellen GDDR5-Speichers weitgehend verschont. Kein zu kleiner eSRAM limitiert die Auflösung und keine zu langsame GPU verhindert den Einsatz von Post-Processing-Anti-Aliasing.

Während Battlefield 4 und Call of Duty: Ghosts auf der Xbox One deshalb nur in 720p berechnet werden, kann die PlayStation 4 Call of Duty: Ghosts in 1080p und Battlefield 4 immerhin in 900p (1.600 × 900) intern rendern. Bei Assassin's Creed 4: Black Flag wird das Bild bei der Xbox One intern mit 1.600 × 900 bei 30 fps gerendert, während bei der PlayStation 4 eine Auflösung von 1.920 × 1.080 bei ebenfalls 30 fps genutzt wird. Need for Speed Rivals ist hingegen auf beiden Konsolen in Full HD auf 30 fps limitiert.

Dank der höheren Rohleistung müssen die Entwickler sich anders als bei der Xbox One nicht so häufig zwischen hoher Auflösung, hoher Bildwiederholrate und Anti-Aliasing entscheiden, sondern können in den meisten Fällen sogar in allen Bereichen die Xbox One übertreffen.

Zumindest bei den Multi-Plattform-Starttiteln hat die PlayStation 4 die Nase vor der Xbox One, wenn es rein um Grafikqualität geht. Auf die grafischen Unterschiede der PlayStation-4-Versionen von Call of Duty: Ghosts, Battlefield 4, Assassin's Creed 4: Black Flag, Need for Speed Rivals und Madden NFL 25 im Vergleich zur Xbox One, die sich mitunter insbesondere durch das bessere Anti-Aliasing von Alpha-Test-Texturen der PlayStation 4 ergeben, werden wir in gesonderten Meldungen noch einmal genauer eingehen.

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