Google VR SDK 1.0 : SDK für Daydream mit nativer Unity- und UE4-Integration

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Google VR SDK 1.0: SDK für Daydream mit nativer Unity- und UE4-Integration
Bild: Google

Mit der Fertigstellung des Google VR SDK 1.0 ist eine der wichtigsten Hürden für den Start von Googles mobiler VR-Plattform Daydream genommen. Das Software Development Kit steht auf der Daydream-Entwicklerseite zum Download bereit und wird durch Unity und die Unreal Engine 4 nativ unterstützt.

Das Google VR SDK soll Entwicklern einfache Aufgaben der VR-Entwicklung abnehmen, um ihnen mehr Zeit für die Inhalte zu geben. Zu den Funktionen des SDK gehören unter anderem Hi-Fi-Raumklang, die Möglichkeit zur Interaktion mit Hilfe des Daydream-Controllers und Asynchronous Reprojection.

Asynchronous Reprojection hilft schwachen GPUs

Letzteres gilt aktuell als die beste Technik, um auch mit schwächeren GPUs konstante Bildraten zu erreichen, die für VR-Anwendungen ausreichen. Die Technik funktioniert aber nicht mit älteren GPUs, da sie keine ausreichend genaue „Preemption“ (Vorbelegung) im Grafikscheduler erlauben. Denn damit Asynchronous Reprojection funktioniert, muss es sich zuverlässig und immer in den letzten zwei bis drei Millisekunden vor dem VSync-Refresh mit Vorrang in die Rendering-Pipeline einhaken können, ganz egal welche anderen Prozesse bereits in der Pipeline sind.

Asynchronous Reprojection läuft dabei parallel zur Renderpipeline für den VR-Prozess und dient als asynchroner Taktgeber: In den letzten Millisekunden vor einem VSync-Refresh prüft der Algorithmus, ob das nächste Bild auch bereit ist. Ist das System aus irgendeinem Grund mit der Berechnung zu spät dran, wird stattdessen das vorherige Bild auf Basis der aktuellsten Daten der Tracking-Sensoren verzerrt und auf dem Display dargestellt.

Native Integration in Unity und Unreal Engine 4

Um den Entwicklern das Leben leichter zu machen, hat Google mit Unity und Epic Games zusammengearbeitet, so dass deren Spieleengines Unity und Unreal Engine 4 nun native Unterstützung für Daydream beinhalten und die Entwickler ihre gewohnten Tools nutzen können.

Die Unity-Integration umfasst unter anderem das VR-optimierte Rendering der Unity-Engine, Head-Tracking-Unterstützung, Deep Linking sowie eine einfache Android-Manifest-Konfiguration. Der Quellcode für die Daydream-Integration sowie das Daydream-Plugin stehen bereits zum Download bereit.

Bei der Unreal Engine 4 soll die Integration mit Version 1.0 des SDKs nochmals deutlich verbessert worden sein. Sie bietet nun unter anderem Unterstützung für den Daydream-Controller im Editor, ein Hals-Modell und neue Rendering-Optimierungen. Auch im Falle der Unreal Engine 4 steht der Quellcode auf Googles Entwicklerseite zum Download bereit.

Erste Telefone und Headsets sollen im Herbst kommen

Mit der Fertigstellung des SDKs rückt auch der Startschuss für Daydream wieder ein Stück näher, möglicherweise bereits im Rahmen der Vorstellung von Googles neuen Pixel-Smartphones am 4. Oktober. Für den Moment heißt es von Google lediglich, dass erste Smartphones und Headsets mit Daydream-Unterstützung im Herbst auf den Markt kommen sollen.