AM4 oder AM5 bei Neukauf?: Ryzen 7 7700X3D mit 1×DDR5 schlägt Ryzen 7 5800X3D deutlich

Volker Rißka (+1)
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AM4 oder AM5 bei Neukauf?: Ryzen 7 7700X3D mit 1×DDR5 schlägt Ryzen 7 5800X3D deutlich

Wer noch einen Gaming-PC mit Sockel AM4 und DDR4 nutzt, hat mit dem AMD Ryzen 7 5800X3D (Test) noch einmal die Chance, auf die schnellste für den Sockel jemals verfügbare Gaming-CPU zu wechseln. Aber ist das auch die bessere Wahl beim Neukauf im Vergleich zu Ryzen 7000X3D auf AM5 mit DDR5? Nein, zeigt dieser Vergleich!

DDR4 ist teuer, DDR5 noch teurer

Preise für Speicher, allen voran RAM und SSDs, kennen seit dem 4. Quartal 2025 nur einen Weg: den nach oben. ComputerBase begleitet das Thema seit Monaten detailliert.

Preisniveau RAM, HDD und SSD (September 2025: 0 Prozent)
0100200300400Prozent 15.09.202515.10.202514.11.202514.12.202514.01.202616.02.202615.03.202615.04.202615.05.202616.06.202615.07.2026

Der schon totgeglaubte DDR4 ist davon ebenso betroffen wie aktueller DDR5. Beide Arbeitsspeichertypen sind viel teurer als noch vor einem Jahr, DDR5 dabei aber schnell doppelt so teuer wie DDR4: 16 GB DDR5-5200 kosten mindestens 230 Euro, 16 GB DDR4-3200 gibt es für günstigere, wenn auch für sich genommen ebenfalls kostspielige 110 Euro.

DDR4-Inhaber wollen nicht aufrüsten

Inhaber einer Plattform mit DDR4-Speicher schreckt das aktuelle Preisniveau vom Wechsel auf DDR5 ab. Ein Resultat dieser Einstellung ist die ziemlich einmalige Reaktion von AMD, den Ryzen 7 5800X3D als schnellste Gaming-Upgrade-Option für Sockel AM4 wieder zu verkaufen, obwohl es schon zwei Nachfolgegenerationen auf Sockel AM5 mit DDR5 gibt:

Aber ist der Griff zu einer DDR4-Plattform auch für Nutzer, die von einem noch älteren System kommen oder grundsätzlich neu anschaffen, sinnvoll, wenn das Ziel eine langfristig ausreichend hohe Gaming-Leistung ist? Nein! Die ausführliche Erklärung gibt es in diesem Artikel.

AM4 (DDR4) oder AM5 (DDR5) beim Neukauf?

Die nachfolgende Betrachtung bezieht sich auf den Fall, dass ein Gaming-System mit sehr hoher Gaming-Leistung gesucht wird. Beim Sockel AM4 wäre die einzige Wahl der eben bereits erwähnte Ryzen 7 5800X3D, beim Sockel AM5 der neue Ryzen 7 7700X3D (Test) respektive der Ryzen 7 7800X3D, der aktuell sogar noch weniger kostet.

Mainboards der B-Klasse (die A-Klasse mit extrem niedriger Ausstattung jeweils außen vor) gibt es ab 60 Euro für AM4 und ab 80 Euro für AM5. Bei den 8-Kern-X3D-Prozessoren liegt wiederum der 7800X3D (bald der 7700X3D?) für AM5 weit vorne: 280 zu 360 Euro bedeuten aktuell 80 Euro Preisvorteil, Mainboard und CPU kosten mit Sockel AM5 in Summe also 60 Euro weniger.

Beim RAM wiederum muss AM5 mit DDR5 die bittere Pille schlucken: 170 Euro mehr sind für 2 × 16 GB DDR5 statt 2 × 16 GB DDR4 zu zahlen, bei jeweils 2 × 8 GB sind es 60 Euro Aufpreis.

Komponente AM4 AM5
Mainboard AMD B550 ab 60 Euro AMD B650 ab 80 Euro
CPU Ryzen 7 5800X3D ab 360 Euro Ryzen 7 7800X3D ab 280 Euro
RAM 2 × 8 GB DDR4-3200 ab 110 Euro
2 × 16 GB DDR4-3200 ab 200 Euro
2 × 8GB DDR5-5600 ab 230 Euro
2 × 16 GB DDR5-5600 ab 370 Euro
Gesamtkosten 530 Euro (16 GB RAM)
620 Euro (32 GB RAM)
590 Euro (16 GB RAM)
730 Euro (32 GB RAM)

Je nach Perspektive sind allerdings auch schon die 60 respektive 170 Euro Unterschied mit Blick auf die viel modernere Plattform, die noch bis mindestens 2029 neue CPUs und höchstwahrscheinlich nach Zen 6 auch noch Zen 7 sehen wird, nicht viel.

Wer bei 60 Euro mitgeht, bei 170 Euro aber nicht, dem hilft vielleicht der Hinweis, dass ein Ryzen 7000X3D mit nur einem RAM-Riegel immer noch in Spielen abliefert und deutlich vor dem Ryzen 7 5800X3D liegt. Sofern das Geld für 1 × 16 GB DDR5 reicht, sollte AM4 für den Neueinstieg beim aktuellen Preispunkt des Ryzen 7 5800X3D definitiv nicht mehr in Erwägung gezogen werden. Ein einzelnes 8-GB-Modul ist als günstigere Alternative zu zwei 8-GB-Modulen hingegen nicht zu empfehlen.

Im Zweifel reicht auch 1 × DDR5

Dass CPUs heute nicht mehr zwingend auf Dual-Channel-RAM angewiesen sind um eine hohe Leistung abzuliefern, hatte ComputerBase schon Anfang 2026 gleich mehrfach gezeigt:

Ein Ergebnis war, dass vor allem die X3D-CPUs mit dem großen Cache für den Single-Channel-Betrieb „prädestiniert sind“, denn sie verlieren vergleichsweise wenig Leistung. Der große L3-Cache fängt einige der Speicherzugriffe direkt ab, was in einem weniger starken Einbruch der Leistung resultiert.

Auch beim Ryzen 7 7700X3D (oder Ryzen 7 7800X3D) ist das der Fall, wie der Vergleich 1 × 16 GB DDR5-5200 vs. 2 × 16 GB DDR5-5200 zeigt, der die CPU auch so ausgestattet immer noch deutlich vor dem Ryzen 7 5800X3D mit Dual-Channel-RAM zeigt.

Leistungsrating 720p + Astral RTX 5090
Leistungsrating 720p + Astral RTX 5090 – Durchschnitts-FPS
    • AMD Ryzen 7 7800X3D
      120/162 W, DDR5-5200CL26
      162
    • AMD Ryzen 7 7700X3D
      120/162 W, DDR5-5200CL26
      153
    • AMD Ryzen 5 7600X3D
      65/88 W, DDR5-5200CL26
      150
    • AMD Ryzen 7 7700X3D Single Chan
      120/162 W, DDR5-5200CL26
      146
    • AMD Ryzen 5 7500X3D
      65/88 W, DDR5-5200CL26
      141
    • AMD Ryzen 7 5800X3D
      120/162 W, DDR4-3200CL14
      128
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS), Geometrisches Mittel

Das fehlende zweite DDR5-Modul spart in Spielen dann sogar noch einige Watt ein, sodass das System gar noch einen Hauch effizienter arbeitet. Der alte 5800X3D spielt in dieser Disziplin nicht einmal auf dem gleichen Platz, die 7000er Ryzen-Generation ist mit X3D eine Klasse für sich.

Leistungsaufnahme/FPS-Rating
    • AMD Ryzen 5 7500X3D
      65/88 W, DDR5-5200CL26
      2,74
    • AMD Ryzen 7 7700X3D Single Chan
      120/162 W, DDR5-5200CL26
      2,68
    • AMD Ryzen 7 7700X3D
      120/162 W, DDR5-5200CL26
      2,66
    • AMD Ryzen 5 7600X3D
      65/88 W, DDR5-5200CL26
      2,54
    • AMD Ryzen 7 7800X3D
      120/162 W, DDR5-5200CL26
      2,50
    • AMD Ryzen 7 5800X3D
      120/162 W, DDR4-3200CL14
      1,53
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS) / Watt (W)

Natürlich gibt es die Ersparnis nicht nur im Tausch gegen ein paar Prozent FPS, auch die RAM-Kapazität fällt schließlich nur noch halb so groß aus. Mit einmal 16 GB RAM ist man auch heute aber in der Regel in Spielen noch auf der sicheren Seite und diese Wahl daher ein Kompromiss, den es mit Blick auf die Preise bei einer Neuanschaffung einzugehen lohnt, um am Ende zu AM5 und nicht zum älteren Sockel AM4 zu greifen.

Fazit

Da sich der Ausblick auf günstigere DDR5-Speicher in den kommenden Jahren zuletzt eher noch verschlechtert hat und auch DDR4 im Preis zuletzt sogar noch stärker stieg, sind Empfehlungen stets nur unter Berücksichtigung der vorhandenen Hardware auszusprechen. Und, ja, wer noch auf AM4 mit DDR4 setzt, darf für ein Gaming-CPU-Upgrade zum Ryzen 7 5800X3D greifen, auch wenn er für sich genommen unverhältnismäßig teuer ist. Aber günstiger ist ein Upgrade dennoch nicht drin.

Bei einem Neukauf aller benötigten Teile ist der Sockel AM5 von AMD inklusive DDR5-Speicher aus Sicht der Redaktion jedoch gesetzt. Der RAM ist zwar teuer, aber die CPUs günstig, und moderne Boards gibt es in beiden Lagern schon für unter 100 Euro. Das gleicht den Biss in den sauren Apfel beim RAM etwas aus. Und wie gezeigt, reichen zum Start aus Gaming-Sicht im Zweifelsfall auch einmal 16 GB DDR5 um den Aufpreis von fast 200 Euro gegenüber AM4 mit DDR4 nicht schlucken zu müssen.

AMD Ryzen 7 7700X3D im Test
AMD Ryzen 7 7700X3D im Test

Aber auch für AM4-Inhaber mit dem Verlangen nach mehr CPU-Gaming-Leistung gibt es noch eine Alternative, die zuletzt auch in der ComputerBase-Community schon einige Male gezogen wurde: Verkaufe jetzt dein AM4-System zu einem guten Preis, die Differenz zu einem neuen AM5-System ist mit viel modernerer Ausstattung und schnelleren CPUs dann gar nicht mal groß. Und dann hat man, wie schon oft gesagt, mindestens ein halbes Jahrzehnt Ruhe.

ComputerBase hat den Ryzen 7 7700X3D von AMD unter NDA zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Test fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungstermin.

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