AMD Ryzen 7 7700X3D im Test: Der neue effizienteste 8-Kern-X3D-Gaming-Prozessor
Der AMD Ryzen 7 7700X3D ergibt zum Start wenig Sinn, dafür ist er zu teuer. Doch das wird sich ändern: Aus Sicht der Gamer hoffentlich, weil der Preis sinkt und es die Gaming-Leistung der CPU bei sehr hoher Effizienz günstiger gibt. Alternativ ersetzt AMD mit dem 7700X3D den 7800X3D (zu ähnlichem Preis). Alle Details im Test.
Der „neue“ Ryzen 7 7700X3D im Test
Nach dem Comeback des vier Jahre alten AMD Ryzen 7 5800X3D als Letzte-Chance-auf-ein-AM4-X3D-Upgrade (Test) schickt AMD heute den neuen AMD Ryzen 7 7700X3D ins Rennen. So richtig neu ist der AMD Ryzen 7 7700X3D natürlich auch nicht, denn es handelt sich quasi um einen bereits drei Jahre bekannten AMD Ryzen 7 7800X3D mit etwas geringerem Takt. Aber genau dieses Modell gab es eben noch nicht.
Das war AMD sogar eine Sampling-Runde wert, ein entsprechendes Muster erreichte die Redaktion knapp zwei Wochen vor dem heutigen Marktstart – beim 5800X3D als Jubiläums-Edition wiederum wurde gar nicht bemustert. Das verdeutlicht auch AMDs Standpunkt: AM4 lebt zwar noch und die Rufe der Inhaber nach der Rückkehr des 5800X3D wurden im aktuellen Marktumfeld erhört, aber AM5 gehören Gegenwart und erst recht die Zukunft.
Denn es wird stetig klarer, dass der Sockel AM5 noch viel länger lebt und wohl nach der aktuellen Zen-5-Generation nicht nur Zen 6 im kommenden Jahr, sondern auch noch Zen 7 erhält. Denn AMD ließ zuletzt durchblicken, dass sich ein neuer Sockel erst mit dem neuen RAM-Standard alias DDR6 und PCI Express 6.0 lohne – das ist im Consumer-Umfeld jedoch kaum vor 2031/2032 der Fall.
Insofern ist ein Einstieg beim Sockel AM5 heute noch immer eine Langzeitinvestition, während der Ryzen 7 5800X3D „nur“ die letzte Option auf die maximale Gaming-Leistung auf einer Plattform auf dem Abstellgleis war. Mit dem AMD Ryzen 7 7700X3D, der schneller, effizienter und trotzdem günstiger als der Ryzen 7 5800X3D ist, macht AMD die eigene Priorisierung auch in der Preisliste deutlich.
„Günstiger“ bedeutet dabei allerdings nicht günstig: Mit einem UVP von 329 US-Dollar vor Steuern beziehungsweise 345 Euro inklusive MwSt. ist der Ryzen 7 7700X3D zum Start teuer, ja definitiv zu teuer, denn den viel schnelleren Ryzen 7 9800X3D gibt es ab 376 Euro, den Ryzen 7 7800X3D mit höherem Takt gibt es als Tray-Version bereits ab 279 Euro. Der Ryzen 7 7700X3D muss also deutlich im Preis nachlassen, damit Kunden ihn kaufen, weil sie davon profitieren.
Bevor es an die Details geht, noch ein Hinweis: AMD hat den Ryzen 7 7700X3D im Gegensatz zum Comeback des Ryzen 7 5800X3D bemustert, wie beim Ryzen 9 9950X3D2 Dual Edition (Test) gab es aber zu wenig Muster, um die üblichen verdächtigen Redaktionen in Deutschland damit zu versorgen. Beim 9950X3D2 noch in der ersten Runde außen vor, war ComputerBase dieses Mal dabei und andere müssen warten. Eine Rückkehr zu einer verlässlicheren Bemusterung, auch wenn es kein Anrecht auf Muster gibt, wäre definitiv eine positive Entwicklung.
Der AMD Ryzen 7 7700X3D im Detail
Was macht den neuen Ryzen 7 7700X3D jetzt aus? Sein Takt ist gegenüber dem Ryzen 7 7800X3D in der Spitze (Single-Core-Turbo) um bis zu 500 MHz oder ganze 10 Prozent gesunken, der Basistakt fällt nur um 200 MHz. In Multi-Core-Lasten sollte der Taktverlust dazwischen liegen.
Die Probe aufs Exempel zeigt: Der 7700X3D taktet seine acht Kerne unter voller Belastung im Durchschnitt mit 4.333 MHz, beim 7800X3D sind es 4.599 MHz – das ist ein Minus von 266 MHz oder 6 Prozent.
Alle anderen Parameter des Zen-4-Prozessors mit weiterhin oben drauf gestapeltem L3-Zusatzcache – erst ab Ryzen 9000 wird er unter das CPU-Chiplet gelegt – sind identisch. Das schließt Speichersupport und auch die (viel zu hoch angesetzte) TDP von 120 Watt ein.
Das Vorgehen gleicht im Endeffekt dem, das AMD beim Schritt von Ryzen 5 7600X3D (Test) zu Ryzen 5 7500X3D (Test) gewählt hatte. Und es gibt eine weitere Gemeinsamkeit.
Der 7700X3D steht dem 7500X3D sehr nahe
Der neue AMD Ryzen 7 7700X3D nutzt wie der 7500X3D das neue Substrat. Das und viel weniger Kondensatoren auf dem Substrat lassen nun de facto 7500X3D und 7700X3D eine neue Familie bilden, während der ältere 7600X3D und nun wohl auch der 7800X3D auf das Abstellgleis fahren. Wird der Ryzen 7 7800X3D eingestellt?
Gesichert ist das nicht, doch der 7500X3D löste den Vorgänger 7600X3D binnen eines halben Jahres ab. Immerhin wurde die CPU dabei auch relativ flott günstiger (aktuell ab 208 Euro). Ein ähnliches Vorgehen ist beim 7700X3D im Vergleich zum 7800X3D zu erwarten – beziehungsweise heute erst einmal primär zu erhoffen.
Ryzen 7000X3D bis 8 Kerne für Sockel AM5
Mit dem neuen 7700X3D gestaltet sich das Portfolio an X3D-CPUs auf Zen-4-Basis mit maximal 8 Kernen (einem Chiplet) ab sofort wie folgt:
| Architektur | Kerne/Threads | Takt Basis/Turbo |
L2 + L3 | TDP | iGPU | Preis | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| UVP (Start) | Preis (aktuell) | |||||||
| AMD Ryzen 7 7800X3D | Zen 4 | 8/16 | 4,2/5,0 GHz | 8+32+64 MB | 120 W | ✓ | 499 Euro (449 USD) | ab 318 Euro |
| AMD Ryzen 7 7700X3D | Zen 4 | 8/16 | 4,0/4,5 GHz | 8+32+64 MB | 120 W | ✓ | 345 Euro (329 USD) | Preisvergleich |
| AMD Ryzen 5 7600X3D | Zen 4 | 6/12 | 4,1/4,7 GHz | 6+32+64 MB | 65 W | ✓ | 329 Euro (299 USD) | ab 340 Euro* |
| AMD Ryzen 5 7500X3D | Zen 4 | 6/12 | 4,0/4,5 GHz | 6+32+64 MB | 65 W | ✓ | 279 Euro (269 USD) | ab 208 Euro |
| *nur noch teure Restposten verfügbar | ||||||||
Zum Start hat der 7700X3D dabei das gleiche Problem wie seinerzeit der 7500X3D im Vergleich zum 7600X3D: Er ist viel zu teuer. Der 7700X3D muss im Preis fallen, oder der Ryzen 7 7800X3D vom Markt verschwinden. Beim 7500X3D war beides der Fall, der 7600X3D lief aus und binnen drei Monaten fiel der 7500X3D im Preis nach Start von 280 auf 220 Euro. Für den 7700X3D wäre das ebenfalls zu hoffen.
Mainboards spottbillig, Speicher teuer
Nicht vergessen werden darf: Prozessoren für den Sockel AM5 stehen vor einem Dilemma: Die Mainboards gibt es in hundertfacher Auswahl zu teilweise wirklich sehr niedrigen Preisen, die im letzten halben Jahr auch noch weiter gefallen sind. Dem gegenüber steht aber der benötigte DDR5-Arbeitsspeicher, der im letzten halben Jahr preislich nur den Weg nach oben kannte. In Summe ist die Plattform teurer geworden: 16 GB DDR5-5200 kosten mindestens 230 Euro, 16 GB DDR4-3200 gibt es für günstigere, wenn auch für sich genommen ebenfalls kostspielige 110 Euro.
Eine Gegenmaßnahme kann sein, auf AM5 nur mit einem Speicherriegel zu starten (z.B. einmal 16 GB statt direkt 2×16 GB), denn selbst in Spielen ist der Leistungsverlust klein. Entsprechende Messwerte finden sich nachfolgend auch in den Diagrammen wieder.
- Bester CPU-Hersteller
- Bester Mobile-SoC-Hersteller
- Bester SSD/HDD-Hersteller
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