AMD Ryzen 7 1800X, 1700X, 1700 im Test: König in Anwendungen, Prinz in Spielen

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Volker Rißka et al.
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Spiele-Benchmarks im Detail

In Anwendungen ist der Core i7-6900K im Schnitt neun Prozent schneller als der Ryzen 7 1800X, in den Spielen im angestammten CPU-Testparcours sind es in Full HD (1080p) 13 und in HD (720p) 14 Prozent. Auch Core i7-7700K und Core i5-7600K liegen vor Ryzen.

Der von ComputerBase im Artikel „CPU-Skalierung im Test: 6, 8 oder 10 CPU-Kerne schlagen 4 schnelle“ eine Woche vor dem Marktstart von Ryzen vorgestellte überarbeitete Testparcours mit neueren Treibern und mehr sowie vor allem neueren Spielen sieht Ryzen hingegen vor dem Core i5-7600K und offenbart weitere wesentliche Erkenntnisse.

Hinweis: Im Gegensatz zum Standardparcours enthält diese Sektion nur Benchmarks vom Topmodell Ryzen 7 1800X. Die anderen Prozessoren erreichten die Redaktion zu kurzfristig vor der Veröffentlichung. Auch Treiber und Messverfahren (FCAT statt Fraps) unterscheiden sich. XFR war bei Ryzen immer aktiviert. Der insgesamt zwei Mal acht Gigabyte große DDR4-Single-Rank-Speicher wurde mit 2.666 MHz im Dual-Channel-Modus betrieben. Als Mainboard kommt das Asus Crosshair VI Hero mit dem BIOS 5704 zum Einsatz.

Benchmarks mit FPS und Frametimes

Weiterhin zehn Prozent fehlen dem Topmodell Ryzen 7 1800X in Full HD auch im aktuelleren Parcours auf den Core i7-6900K, aber nur noch vier Prozent Rückstand sind es zum Core i7-7700K. Der Core i5-7600K wird hingegen um zehn Prozent geschlagen. Hintergrund: Die neueren Spiele und Treiber profitieren stärker von mehr Kernen und Threads.

Gegenüber der bisher schnellsten CPU von AMD, dem FX-5950 mit 220 Watt TDP, geht Ryzen 7 1800X um 37 Prozent in Front, im Vergleich zum mit 125 Watt spezifizierten FX-8370 sind es 46 Prozent mehr Leistung.

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Performancerating (FPS) – 1.920 × 1.080
Einheit: Prozent
    • Intel Core i7-6900K (8/16)
      98,5
    • Intel Core i7-6850K (6/12)
      97,2
    • Intel Core i7-6950X (10/20)
      97,0
    • Intel Core i7-7700K (4/8)
      91,8
    • AMD Ryzen 7 1800X (8/16)
      88,2
    • Intel Core i5-7600K (4/4)
      80,1
    • Intel Core i7-4770K (4/8)
      75,6
    • AMD FX-9590 (8/8)
      64,3
    • Intel Core i7-2600K (4/8)
      63,9
    • AMD FX-8370 (8/8)
      60,3
    • Intel Core i5-2500K (4/4)
      54,3

Werden die Anforderungen an die Grafikkarte durch den Wechsel von Full HD auf HD bei ansonsten unveränderten Details weiter reduziert, wachsen die Abstände. Der Core i7-6900K liegt jetzt 20 Prozent in Führung, der Core i7-7700K legt um drei Prozentpunkte Vorsprung zu. Der Vorsprung von Broadwell-E ist also größer als im Standard-Parcours, der von Kaby Lake hingegen kleiner. Die Details zeigen, warum das so ist.

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Performancerating (FPS) – 1.280 × 720
Einheit: Prozent
    • Intel Core i7-6900K (8/16)
      98,3
    • Intel Core i7-6950X (10/20)
      97,7
    • Intel Core i7-6850K (6/12)
      94,0
    • Intel Core i7-7700K (4/8)
      87,2
    • AMD Ryzen 7 1800X (8/16)
      81,7
    • Intel Core i5-7600K (4/4)
      74,2
    • Intel Core i7-4770K (4/8)
      69,9
    • AMD FX-9590 (8/8)
      58,1
    • Intel Core i7-2600K (4/8)
      57,8
    • AMD FX-8370 (8/8)
      54,6
    • Intel Core i5-2500K (4/4)
      49,5

AMD Ryzen 7 und Broadwell-E ticken fast immer unterschiedlich

Der Blick auf die Ergebnisse in den einzelnen Spielen macht allerdings zunächst klar: Das Abschneiden von Ryzen 7 in den getesteten 14 Spielen im Vergleich zu Broadwell-E und Kaby Lake folgt keiner eindeutigen Gesetzmäßigkeit. Mal kann sich Ryzen 7 wie Broadwell-E in einem Titel von Kaby Lake absetzen, mal ist das wiederum nicht der Fall. Mal verhalten sich beide CPUs im Verhältnis zu Kaby Lake genau entgegengesetzt. Vier Kategorien lassen sich auf Basis der Ergebnisse in HD bilden.

In Kategorie 1 finden sich nur Doom und The Witcher 3: Ryzen 7 1800X, Core i7-6900K und 7700K liegen hier gleichauf. In Kategorie 2 fallen sechs Titel: In allen profitieren Ryzen und Broadwell-E gegenüber Kaby Lake offensichtlich von mehr Kernen und/oder mehr Cache, Broadwell-E aber durchweg deutlich stärker.

Kategorie 3 enthält fünf Spiele: Die Leistungsentwicklung von Ryzen 7 1800X im Vergleich zu Kaby Lake läuft hier genau entgegengesetzt zu der des Core i7-6900K. Die Spanne beträgt mindestens 23 und maximal 35 Prozentpunkte. Battlefield 1 Multiplayer mit DirectX 12 stellt in Kategorie 4 das einzige Spiel dar, das auf beiden Achitekturen langsamer läuft als mit Kaby Lake: Aber auch hier fällt der Nachteil von Ryzen größer aus. Macht das von Broadwell-E genutzte Quad-Channel-Speicherinterface einen Unterschied?

Ryzen, Broadwell-E und Kaby Lake im direkten Vergleich (Auflösung HD)
Spiel Vorsprung i7-6900K
zu Core i7-7700K
Vorsprung Ryzen 7 1800X
zu Core i7-7700K
Delta
Kategorie 1: Beide gleich auf mit Core i7-7700K
Doom (Vulkan) 0 -1 1
The Witcher 3 0 -2 2
Kategorie 2: Beide schneller als Core i7-7700K
Total War: Warhammer (DX11) 5 7 -2
Shadow Warrior 2 18 8 10
Dishonored 2 19 8 11
Battlefield 1 (DX11, MP) 25 5 20
F1 2016 32 22 10
Watch Dogs 2 44 10 34
Kategorie 3: Broadwell-E schneller, aber Ryzen langsamer als Kaby Lake
Project Cars 3 -17 20
Anno 2205 3 -18 21
Rise of the Tomb Raider (DX12) 3 -30 33
Rise of the Tomb Raider (DX11) 9 -11 20
Deus Ex: Mankind Devided (DX11) 25 -8 33
Ashes of the Singularity 25 -10 35
Kategorie 4: Beide langsamer als Kaby Lake
Battlefield 1 (DX12, MP) -4 -29 25
Vorsprung in Prozent, Delta in Prozentpunkte

Quad-Channel bei Broadwell-E ist nicht entscheidend

Als Reaktion auf die vielen Rückmeldungen in den Kommentaren zum Artikel „CPU-Skalierung im Test: 6, 8 oder 10 CPU-Kerne schlagen 4 schnelle“ hat ComputerBase Broadwell-E in den Spielen Anno 2205, Ashes of the Singularity, The Witcher 3, Watch Dogs 2 und F1 2016 auch noch einmal mit Dual-Channel-DDR4-2.400 getestet. Das Ergebnis: Die Messwerte bleiben in fast allen Spielen gleich, nur in F1 2016 gibt es einen Rückgang um zwei bis drei Prozent. In diesen Titeln, in denen, Broadwell-E teils deutlich führt, ist der Vorsprung also nicht auf das vierfach ausgelegte Speicherinterface zurückzuführen.

Broadwell-E Dual- vs. Quad-Channel
Einheit: Prozent
    • Core i7-6950X Quad-Channel
      100,0
    • Core i7-6950X Dual-Channel
      99,7

Warum Ryzen in einigen Titeln wie Broadwell-E profitieren kann, in anderen hingegen nicht, muss damit eine andere Ursache haben. Die Vermutung liegt nahe, dass Ryzen mit der größeren Anzahl an Interdependenzen zwischen Threads in Spielen nicht so gut zurechtkommt wie Broadwell-E mit dem doppelten Ringbus.

FPS je Spiel und im Zeitverlauf

Ausreißer bei den FPS im Zeitverlauf gibt es in keinem Spiel. Alle im Test verwendeten CPUs zeigen über die 25 Sekunden der jeweiligen Testsequenz vergleichbare Verläufe. Die nachfolgende Diagramm-Klickstrecke enthält alle durchschnittlichen FPS für die gesamte Sequenz und den Verlauf für jedes einzelne Spiel im Detail.

Gute Frametimes ohne gravierende Auffälligkeiten

Eine mindestens ebenso wichtige Rolle wie die Frames per Second spielen die zeitlichen Abstände zwischen den einzelnen Frames. Da Frametime-Diagramme mit zu vielen Vergleichskandidaten sehr schnell unübersichtlich werden, muss sich der Ryzen-Prozessor pro Spiel in jeweils vier Diagrammen seiner Konkurrenz stellen: Core i7-6900K (8/16), Core i7-6850K (6/12), Core i7-7700K (4/8) und FX-8370 (8/8).

Im Vergleich zum Core i7-6900K mit ebenfalls 8 Kernen und 16 Threads liegt mal Intels Prozessor und mal AMDs Ryzen vorne. Konstantere Frametimes liefert der 1800X beispielsweise in Doom, F1 2016 und Project Cars. Im Vergleich zum alten FX-8370 fällt das Urteil durchweg positiv aus: Ryzen rendert nicht nur mehr FPS, es gelingt auch in deutlich konstanteren Zeitabständen – in allen Spielen.