Wearables: Swatch entwickelt Smartwatch-Betriebssystem

Tobias Reuter 24 Kommentare
Wearables: Swatch entwickelt Smartwatch-Betriebssystem
Bild: Swatch

Der Schweizer Uhrenkonzern The Swatch Group arbeitet an einem eigenen Betriebssystem für Smartwatches, das in Konkurrenz zu watchOS von Apple und Android Wear von Google treten soll. Die erste Uhr mit dem Swatch-OS wird über die konzerneigene Marke Tissot vertrieben und Ende 2018 erscheinen.

Längere Laufzeiten und mehr Datenschutz

Schon seit mehreren Jahren bereitet sich der Uhren-Riese auf den Start der ersten hauseigenen Smartwatch vor. Bereits bis 2015 hatte Swatch in den USA und international 173 Patentanträge eingereicht, die sich auf Smartwatches und vernetzte Uhren beziehen. Konzernchef Nick Hayek nennt zwei zentrale Vorteile, die das Uhrensystem von den Platzhirschen aus dem Silicon Valley abgrenzen sollen. Erstens benötige die Swatch-Technologie weniger Energie und ermögliche dadurch längere Akkulaufzeiten, und zweitens gewährleiste Swatch den Kunden einen höheren Datenschutz als andere Smartwatch-Systeme.

Zudem sei die intelligente Tissot-Uhr darauf ausgelegt, sich mit vernetzten Objekten und anderen Wearables zu verbinden. Passend dazu gab Swatch kürzlich bereits die Entwicklung des weltweit kleinsten und bei einzelnen Anwendungsszenarien energiesparendsten Bluetooth-Chips bekannt.

Swatch entwickelt das Smartwatch-OS zusammen mit dem Schweizer Forschungs- und Entwicklungszentrum CSEM. Der Konzern zeigt sich bereit, die Software auch Drittherstellern zur Verfügung zu stellen.

Selbstentwickelte Akkus als möglicher Trumpf

Hayek gab zwar keine weiteren Details über die dem Uhren-OS zugrunde liegende Technologie bekannt. Eigene Akkus könnten aber einer der Schlüssel für lange Laufzeiten sein. Schon 2015 kündigte der Konzernchef in einem Interview eine „revolutionäre“ Batterie-Technologie an, die außer Smartwatches auch Elektroautos mit Energie versorgen soll. Swatch konnte den anvisierten Veröffentlichungstermin im letzten Jahr jedoch nicht einhalten.

Trotzdem setzt der Konzern weiterhin auf die von der Tochterfirma Renata entwickelten Uhren-Akkus, da sie mehr Leistung und kürzere Ladezeiten in Aussicht stellen. Für Hayek sind ausdauernde Akkus einer der wichtigsten Trümpfe auf dem Smartwatch-Markt: „Ein Konsument, der heute viel unterwegs ist, will nicht noch ein Ladegerät für die Uhr mitschleppen.“ Daher habe der Hersteller, der eine Batterie auf den Markt bringe, die eine smarte Uhr ein halbes Jahr mit Energie versorge, einen Wettbewerbsvorteil.