Plextor M8V: SATA-SSD mit BiCS3‑Flash und reichlich Verspätung

Michael Günsch et al. 3 Kommentare
Plextor M8V: SATA-SSD mit BiCS3‑Flash und reichlich Verspätung

Totgesagte leben länger – das Sprichwort passt zur Plextor M8V ganz gut. Die SATA-SSD sollte eigentlich schon im dritten Quartal 2017 erscheinen, doch erst jetzt gibt es Lebenszeichen. Wenig überraschend setzt die Mainstream-SSD auf Toshibas BiCS3-Flash. Mit der CB2 gibt es von Lite-On außerdem eine Mini-SSD im M.2-Format 2242.

Toshibas BiCS3-3D-NAND auch in der Plextor M8V

Der 64-Layer-3D-NAND mit TLC-Technik von Toshiba findet schnelle Verbreitung, denn diverse Drittanbieter von SSDs setzen darauf. Dass Plextor zu Toshiba greift, ist ohnehin keine Überraschung, denn die Tochtermarke von Lite-On ist schon lange Abnehmer von Toshiba-Flash. Die Plextor M8V wird mit 128, 256 oder 512 GByte angeboten und ist damit auch in puncto Speicherkapazität „Mainstream“ – auf Modelle mit 1 TB und mehr, die entsprechend teurer sind, wird verzichtet. Neben dem üblichen 2,5-Zoll-Format soll die M8V auch als M.2-Modul erscheinen.

Zum Controller waren auf der CES keine Informationen ersichtlich. Sofern es keine Änderungen zum Stand auf der Computex 2017 gibt, kommt der SM2258 von Silicon Motion zum Einsatz. Der Prozessor steuert den NAND-Flash über vier Speicherkanäle an und bietet eine LDPC-Fehlerkorrektur. Prominente Beispiele für SSDs mit diesem Controller sind die Adata SU800 (Test) und die Crucial MX500 (Test), die allerdings mit Microns 3D-NAND bestückt sind.

Erwartungsgemäß setzt Plextor einen Pseudo-SLC-Cache („PlexNitro“) zur Beschleunigung der Schreibvorgänge ein. Solange dieser nicht erschöpft ist, sollen bis zu 520 MB/s sequenziell möglich sein. Interessant ist, dass der Hersteller je nach Modell unterschiedliche Schreibraten angibt, was bei Einsatz eines SLC-Cache nicht immer der Fall ist. Das Maximum von 520 MB/s soll nur die 512-GB-Version erreichen. 510 MB/s seien es noch bei 256 GB und nur noch 400 MB/s bei 128 GB. Die sequenzielle Leserate liegt dagegen immer mit typischen 560 MB/s am Limit der SATA-Schnittstelle.

Ein halbes Jahr Verspätung für die neue Mainstream-SSD

Die Markteinführung der neuen Mainstream-SSD plant Plextor nun für das späte erste Quartal 2018, was nach März klingt. Damit hätte sie mindestens ein halbes Jahr Verspätung. Konkrete Preise wurden zwar noch nicht genannt, dass sie wie ihre Vorgänger M7V (Test) und M6V (Test) zum eher kleinen Preis erhältlich sein wird, ist aber zu erwarten.

Mini-SSD: Lite-On CB2 mit PCIe 3.0 x2 auf M.2-2242

In diesen Tagen schickt sich eine neue Gattung von Mini-SSDs an, den klassischen SATA-Modellen mit etwas mehr Leistung den Boden vor allem im OEM-Massenmarkt streitig zu machen. Dabei handelt es sich um M.2-Module in der 42 mm kurzen Variante M.2-2242 – eher üblich ist sonst M.2-2280. Für mehr Leistung sorgt PCIe 3.0 x2 statt SATA.

Während das Konzept bei Toshiba RC100 lautet, heißt das Pendant bei Lite-On CB2. Neben Formfaktor und Schnittstelle verrät ein Aufsteller, dass bei der CB2 3D-TLC-NAND zum Einsatz kommt, den Controller-Typ verbirgt ein Aufkleber. Geplant sind Speicherkapazitäten von 128, 256 und 512 GByte. Angaben zur Leistung fehlen. Die Toshiba RC100 soll in der Spitze mit 1.620 MB/s lesen und mit 1.130 MB/s schreiben, verzichtet allerdings auf DRAM-Cache, der bei Lite-On wiederum zu sehen ist.

Plextor M9Pe und Lite-On CA3

Natürlich haben Plextor und Lite-On auch ihre Neuerungen im Bereich der PCIe-SSDs mit NVMe-Protokoll vorgeführt. Da jedoch zu diesen SSDs schon alles Wesentliche bekannt war, verweist die Redaktion an dieser Stelle auf die Berichterstattung im Vorfeld: Plextor M9Pe und Lite-On CA3 sind technische Brüder und bieten hohe Transferraten über PCIe 3.0 x4.