Star Citizen: Cloud Imperium will Crytek-Klage abweisen lassen

Max Doll 26 Kommentare
Star Citizen: Cloud Imperium will Crytek-Klage abweisen lassen
Bild: Star Citizen

Cloud Imperium wehrt sich im Rechtsstreit mit Crytek gegen die erhobenen Vorwürfe und stellt den Antrag, die Klage in allen Punkten rechtskräftig abzuweisen. Crytek wird dabei vorgeworfen, „rechtliche Zulässigkeit für grelle Publicity zu opfern“ – also nur an der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit interessiert zu sein.

Crytek hatte gegen Cloud Imperium im vergangenen Dezember Klage eingereicht und den Star-Citizen-Machern Vertragsbruch und Urheberrechtsverletzungen vorgeworfen. Konkret geht es um die Nutzung der CryEngine, die vor dem zwischenzeitlichen Wechsel auf die Lumberyard-Engine von Amazon, die auf der CryEngine basiert, der Unterbau für das Projekt war.

Vorgeworfen wird Cloud Imperium, entgegen der Vertragsbestimmungen das CryEngine-Logo entfernt, vertraulichen Quellcode gezeigt und die Engine für mehr als ein Spiel genutzt respektive gewechselt zu haben. Außerdem sollen keine Fehlerbereinigungen oder Optimierungen aus der Entwicklung an Crytek zurückgemeldet worden sein.

Cloud Imperium widerspricht

Diesen Vorwürfen widerspricht das Studio vor Gericht. Sie seien nur konstruierbar, weil Crytek die Game License Agreement bewusst entfallen lasse und so verberge. Diese Lizenzvereinbarung lässt, so argumentiert Cloud Imperium, die Anschuldigungen gegenstandslos werden.

The GLA eliminates virtually every claim and remedy Crytek seeks; Crytek’s admission that Defendants are not even using Crytek’s software gets rid of the rest. [...] Neither of Crytek’s two contrived claims can survive the contract, and all its remedies are contractually barred, justifying dismissal as a matter of law.

Cloud Imperium

Dort werde dem Studio das Recht eingeräumt, die Engine exklusiv zu nutzen. Exklusive Rechte zur Nutzung ergäben jedoch keine Pflicht zur Nutzung der Engine, von einer Einschränkung aber werde in der GLA nicht gesprochen. Darüber hinaus werde dort von einem Spiel „currently entitled 'Space Citizen' and its related space fighter game ‘Squadron 42′” gesprochen. Damit sei klar, dass sich das Nutzungsrecht auf beide Projekte beziehe.

Da Star Citizen jedoch nicht länger die CryEngine nutze, sei dieser Punkt ohnehin gegenstandslos, was auch für die Forderung nach Einblendung des CryEngine-Logos und anderer Copyright-Hinweise gelte. Angemerkt wird außerdem, dass in der Klage Roberts Space Industries beklagt werde, dieses Unternehmen aber am Lizenzabkommen nicht beteiligt sei.

Schadensersatz ausgeschlossen

Auch die Schadensersatzforderung wird angefochten: Crytek unterstelle zwar einen bewussten Bruch des Vertrages, habe jedoch keine Belege für eine solche Behauptung geliefert. Nur ein bewusster Bruch oder grobe Fahrlässigkeit würden laut GLA aber zu solchen Forderungen berechtigen.

Offene Punkte

Auf alle Vorwürfe geht die Erwiderung aber nicht ein. Im Raum stehen bleibt die Anschuldigung, vertraulichen Quellcode gezeigt und Bugfixes nicht an Crytek zurückgemeldet zu haben. Dies hat jedoch, wie ein Reddit-Nutzer herausstellt, verfahrensrechtliche Gründe.