Über 1 Milliarde US-Dollar: Star Citizen nimmt nächste Umsatz-Marke in der „Alpha“
Star Citizen macht weiter Fortschritte, vor allem beim Crowdfunding. Mikrotransaktionen haben mittlerweile die Summe von einer Milliarde US-Dollar eingespielt. Das zeigt: Es läuft weiter gut bei dem Life-Service-Spiel, obwohl die „offizielle“ Version 1.0 auch nach 14 Jahren immer noch in weiter Ferne liegt.
Damit bestätigt die Weltraum-Sim von Chris Roberts einen Aufwärtstrend. Nicht einmal anderthalb Jahre sind vergangenen, seit die Marke von 750 Millionen US-Dollar fiel. Dabei handelt es sich ausschließlich um Summen, die durch Verkäufe im RSI-Shop etwa durch Skins und (Konzept-)Schiffe eingenommen wurden. Summen von Investoren sind nicht eingerechnet. Roberts konnte daher zu Jahresbeginn zufrieden auf steigende Spielerzahlen zurückblicken. Auch die Technik funktioniere immer besser, sagte er damals.
Die vollständige Version mit allen zugesagten Features, die „Version 1.0“, steht nach wie vor aus; noch immer befindet sich Star Citizen im „Alpha“-Status. Namen sind bei Star Citizen aber im Grunde Schall und Rauch, denn das Spiel ist längst spielbar, längst gut genug und längst scheint die bloße Reise das Ziel zu sein. Das zeigen sowohl die Spielerzahlen als auch der Umstand, dass die Umsatz-Marke während eines Anspiel-Events geknackt wurde. Noch bis zum 27. Mai kann das MMO kostenlos angetestet werden. Es macht genug Menschen genug Spaß.
[...] people just want to see the biggest, best world possible, and they love the idea of the dream. And as we’re going along and they see more of it, it reinforces itself, basically.
Chris Roberts
Im Grunde bestätigte Chris Roberts das in einem Gespräch mit Variety. RSI verkaufe einen Traum, und realisiere diesen Stück für Stück. Wobei der Traum von Version 1.0 schon im vergangenen Jahr zusammengestrichen wurde: Von 100 Sonnensystemen sind 5 übrig geblieben.
Es läuft nicht alles rund
Und auch die Realisierung des Traums sorgt immer wieder für Kritik. Vorwürfe ausufernder Feature-Listen, fehlendem Fokus und unnötig detailliert simulierte Elemente begleiten das Spiel schon ewig. Jüngst gerieten Aufzüge in die Kritik, die nicht per „Teleport“ funktionieren, sondern tatsächlich wie ein Aufzug – und deshalb ab und zu mangels Server-Synchronisation Spieler durch Böden fallen lassen.
Diese Kritik entzündet sich nun mit Erreichen einer neuen Umsatz-Rekordmarke erneut unter anderem auf Reddit. Für eine Milliarde US-Dollar gebe es immer noch kein funktionsfähiges, komplettes Spiel, wird dort vorgebracht, und ergänzt, dass Version 4.8 viel zu viele technische Mängel aufweise und das nun eingefügte 600-US-Dollar-Schiff kaum funktioniere. Der Fokus liege viel zu sehr auf dem Marketing, äußern Spieler, und merken zynisch an, dass der Store stets reibungslos funktioniere.
Aus der Luft gegriffen sind die Vorwürfe nicht. Immer wieder gibt es Pay-to-Win-Vorwürfe, zuletzt mit kurzzeitig exklusiv im Store erhältlichen Flight Blades. Parallel zum Umsatz-Meilenstein findet sich zudem ein weiteres Schiff im RSI-Shop. Der Schlachtkreuzer Anvil Odin existiert nur in Form einiger Bilder und wird als Konzept verkauft – für 5.900 US-Dollar, für deren Zahlung eine Bewerbung mit einem Essay gefordert wird. Reagiert wird darauf witzelnd mit Bildern eines eines Todessternsür 42.000 US-Dollar.
Nichts Neues: Keine Termine
Einen Zeitrahmen für die „Fertigstellung“ gibt es nach wie vor nicht. Auch Squadron 42, dem linearen Einzelspieler-Teil von Star Citizen, fehlt ein konkreter Termin. Dieses Jahr soll es – wie schon in den vergangenen Jahren – soweit sein. Die Veröffentlichung stehe bevor, sagte Roberts gegenüber Variety, es befinde sich im Endstadium der Entwicklung.