Apple HomePod: Anwender klagen über Setup-Probleme

Michael Schäfer 42 Kommentare
Apple HomePod: Anwender klagen über Setup-Probleme
Bild: Apple

Die HomePod-Probleme reißen für Apple nicht ab: Nachdem immer mehr Nutzer über durch den neuen Smart-Lautsprecher hervorgerufene weiße Ringe auf Holzmöbeln klagen, treten an anderer Stelle Probleme in der Einrichtung auf. Darüber hinaus kann Siri auf dem Klanggeber Marktforscher bisher nur bedingt überzeugen.

Die Setup-Prozedur des neuen smarten Lautsprechers von Apple soll sich nach Angaben des Herstellers auch für unbedarfte Nutzer sehr einfach gestalten: Es braucht dazu lediglich ein iDevice mit der aktuellen iOS-Version 11.2.5 (iPhone ab 5s, iPad ab Air, Mini 2 sowie die Pro-Varianten oder einen iPod Touch der sechsten Generation), welches in die Nähe des HomePods gehalten wird, damit der Installationsprozess automatisch gestartet und durchlaufen soll. Bei einigen Anwendern bricht dieser jedoch schnell wieder ab – entweder mit der Fehlermeldung „Setup Failed (-6722)‟, oder einfach mit einem weißen Feld auf dem iOS-Gerät.

Deinstallierte Musik-Anwendung nur teilweise verantwortlich

Apple hat bereits mehrere Verursacher des Problems ausgemacht und Lösungshinweise auf einer Support-Seite zusammengetragen. Demzufolge versucht der Setup-Prozess anscheinend, Informationen zu Apple Music zu laden, was jedoch eine Installation dieses Dienstes auf dem jeweiligen Gerät voraussetzt. Da die Deinstallation von vorinstallierten Applikationen seit iOS 11 grundsätzlich möglich ist, nutzen viele Anwender die Möglichkeit, um sich der für sie unnötigen Speicherplatzverbraucher zu entledigen – worunter oftmals auch die Musik-Anwendung fällt. Gleiches gilt für die Home-Anwendung. Beide Applikationen können jedoch jederzeit wieder aus dem App Store installiert werden.

Die Probleme können aber auch aufgrund eines nicht korrekt eingerichteten iCloud-Accounts auftreten. Dazu gehört laut Apple sowohl die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung wie auch der von Experten als wenig sicher eingestufte iCloud-Schlüsselbund.

Probleme mit diversen WLAN-Netzen

Gleichzeitig setzt der HomePod ein durch WPA/WPA2 geschütztes persönliches Heimnetzwerk voraus. Probleme kann es indes mit öffentlichen Netzwerken geben, welche eine Anmeldung voraussetzen. Innerhalb von Enterprise-Netzwerken funktioniert der HomePod laut Apple nicht.

Zu guter Letzt kann sich auch die Home-App gegen eine sofortige Zusammenarbeit sträuben. Apple gibt an, dass es durchaus eine längere Zeit in Anspruch nehmen kann, bis eine Verbindung hergestellt wird. Sollte dies jedoch auch nach 30 Minuten nicht der Fall sein, sollte die Anwendung laut dem Hersteller zurückgesetzt und der Installationsvorgang neu eingeleitet werden.

Marktforscher stellen Siri auf dem HomePod durchwachsenes Zeugnis aus

Ebenfalls eine weniger gute Figur macht einer Analyse der Marktforschungsfirma Loup Ventures zufolge Siri auf dem HomePod. Diese haben Siri mit den Assistenten der Konkurrenz in 782 aus verschiedenen Themenbereichen stammenden Anfragen verglichen, wobei die Apple-Anwendung lediglich die Hälfte (52 Prozent) aller Anfragen korrekt umsetzen beziehungsweise beantworten konnte und somit im Vergleich am schlechtesten abschnitt. Nur wenig besser behauptete sich Microsofts Cortana mit 57 Prozent, welche einen deutlichen Abstand zum zweitplatzierten Amazon mit Alexa bei 64 Prozent aufweist. Sieger des Vergleiches war mit deutlichem Vorsprung Google Home, welches 81 Prozent der Anweisungen richtig umsetzen konnte – was nicht zuletzt auch der Fähigkeit zur Erkennung von kontextbezogenen Fragen zuzuschreiben sein dürfte.

Die Marktforscher merkten aber an, dass Siri im Funktionsumfang noch stark eingeschränkt sei. So werden Anfragen zu Terminen, E-Mails und Anrufen vom System aktuell noch gar nicht unterstützt, sie müssen also fehlschlagen. Diese Bereiche bei Seite gelassen, stieg die Antwortrate zwar auf 67 Prozent. Soll der Anschluss an die Konkurrenz nicht verloren gehen, ist das Unternehmen schon jetzt gezwungen, die Funktionen mit einem Update schnellstens nachzuliefern – Ankündigungen gibt es hierüber bisher jedoch nicht.

Einen besseren Eindruck lieferte Siri auf dem HomePod hingegen bei der Erkennungsrate von Anweisungen, die laut den Analysten bei über 99 Prozent lag. Ein leises „Hey Siri‟ wurde vom Gerät selbst dann erkannt, wenn die Umgebungslautstärke ein Erheben der Stimme voraussetzte. Selbiges konnte aber ebenfalls von ComputerBase bei Alexa festgestellt werden.

HomePod kostet 216 US-Dollar in der Herstellung

Laut einer Analyse von TechInsights, welche dem Wirtschaftsdienst Bloomberg vorliegt, soll Apple die Herstellung eines HomePods 216 US-Dollar kosten. Bei einem Verkaufspreis von 349 US-Dollar in den Vereinigten Staaten würde dies einer Bruttomarge von 38 Prozent entsprechen, welche für Apple-Verhältnisse relativ gering ausfällt – beim aktuellen iPhone 8 Plus beträgt diese rund 63 Prozent. Für eine 2015 hergestellte Apple Watch, welche für 349 US-Dollar veräußert wurde, musste das Unternehmen 84 US-Dollar an Materialkosten aufbringen. Entwicklungs-, Marketings- und weitere umzulegende Kosten sind bei den aufgeführten Zahlen jedoch nicht mit eingerechnet.

Die Marktforscher gehen davon aus, dass Apple alles daran setzt, sich gegen die in dem Bereich bereits etablierte Konkurrenz durchzusetzen – was einen entsprechenden Preis voraussetzt.