Radeon RX Vega 56 Strix im Test: Leiser Betrieb zu Lasten der Temperatur 3/4

Wolfgang Andermahr 161 Kommentare

Lautstärke und Temperatur

Die Asus Radeon RX Vega 56 Strix bleibt in allen Lebenslagen leise. Mit dem werksseitigen BIOS wird die Grafikkarte im Spielebetrieb nicht lauter als 37 Dezibel, was zwar zu hören, aber auch in leisen Spielszenen zu keiner Zeit störend ist. Damit ist die Grafikkarte deutlich leiser als das Referenzdesign – und auch leiser als die konkurrierende PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil im Werkszustand. Der Geräuschpegel liegt exakt auf dem Niveau der Sapphire Radeon RX Vega 64 Nitro+.

Mit dem Quiet-BIOS sinkt der Geräuschpegel um zwei Dezibel auf 35 Dezibel, was in vielen Fällen kaum noch auszumachen ist. Die Konkurrenzmodelle sind zwar noch einmal ein Dezibel leiser, doch spielt das in der Praxis keine Rolle.

Bei mittleren und hohen dreistelligen FPS-Werten neigt das Testexemplar der Radeon RX Vega 56 Strix zum auffälligen Spulenfiepen. Auch wenn es andere Modelle teilweise besser machen, neigen die meisten 3D-Beschleuniger zu ähnlichen Geräuschen. Auf dem Windows-Desktop ist die Grafikkarte unabhängig vom BIOS unhörbar.

Die Strix ist wärmer als die Konkurrenz

Die Asus Radeon RX Vega 56 Strix ist vergleichbar laut wie die Konkurrenzmodelle, kommt aber mit weniger Kühlmaterial – 2,5 Slot anstatt 3,0 Slot – aus. Das muss über die Temperatur kompensiert werden. Die Asus-Grafikkarte wird mit 77 Grad beim Performance-BIOS und mit 79 Grad Celsius beim Quiet-BIOS etwas wärmer als die Konkurrenz, die auf etwa 70 Grad Celsius kommt.

Die Temperaturentwicklung liegt dennoch im grünen Bereich. Auch auf der Grafikkartenrückseite sind mit 73 beziehungsweise 74 Grad Celsius höhere Messwerte zu verzeichnen. Der HBM2-Speicher kommt mit beiden BIOS-Versionen auf eine Temperatur von 86 Grad, was schon recht nahe an der kritischen 90-Grad-Grenze liegt. Die Radeon RX Vega 56 Strix hat bezüglich der Temperaturen wenig Spielraum.

Leistungsaufnahme

Mit dem Standard-BIOS kommt die Asus Radeon RX Vega 56 Strix auf eine Leistungsaufnahme von 321 Watt, was aufgrund der ASIC-Power von 260 Watt wenig verwunderlich ist. Die Grafikkarte ist damit minimal genügsamer als die PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil, benötigt aber mehr Energie als die Sapphire Radeon RX Vega 56 Nitro+ und deutlich mehr Energie als das Referenzdesign.

Mit dem Quiet-BIOS sinkt die ASIC-Power um 20 Watt und die alleinige Leistungsaufnahme der Grafikkarte liegt noch bei 287 Watt. Das sind rund 50 Watt mehr als die Referenzkarte. Auf dem Windows-Desktop benötigt die Radeon RX Vega 56 Strix 14 Watt.

Übertaktbarkeit

Der höchste DPM-State der Asus Radeon RX Vega 56 Strix lässt sich von 1.590 MHz um 97 MHz auf 1.687 MHz übertakten, bevor es zu ersten Abstürzen kommt. Beim HBM2-Speicher sind zusätzliche 75 MHz drin, was in 875 MHz resultiert. Bei noch höheren Frequenzen treten nach kurzer Zeit Grafikfehler auf.

Übertaktbarkeit
  • Destiny 2:
    • Asus Strix – Perf + 50% PT @ 1.687/875
      72,1
    • Asus Strix – Perf + 50% PT
      68,8
    • Asus Strix – Perf
      68,4
  • F1 2017:
    • Asus Strix – Perf + 50% PT @ 1.687/875
      69,2
    • Asus Strix – Perf + 50% PT
      65,7
    • Asus Strix – Perf
      65,4
  • Wolfenstein 2:
    • Asus Strix – Perf + 50% PT @ 1.687/875
      88,9
    • Asus Strix – Perf + 50% PT
      84,9
    • Asus Strix – Perf
      83,5
  • The Witcher 3:
    • Asus Strix – Perf + 50% PT @ 1.687/875
      63,3
    • Asus Strix – Perf + 50% PT
      59,1
    • Asus Strix – Perf
      57,0

Damit lässt sich je nach Spiel eine um fünf bis sieben Prozent bessere Performance auf der Grafikkarte erreichen. Alleine das Power Limit der GPU zu erhöhen hat keinerlei positive Effekte – es wird nur mehr Energie benötigt. Apropos Energie: Nach dem Übertakten benötigt die Grafikkarte etwa 370 Watt. Zudem steigt die Lautstärke (bei erhöhter maximaler Lüfterdrehzahl) hörbar an.

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