Razer Core V2 im Test: Ultrabook mit eGPU vs. Gaming-Notebook

Robert McHardy 66 Kommentare
Razer Core V2 im Test: Ultrabook mit eGPU vs. Gaming-Notebook
Bild: Razer

tl;dr: Was ist schneller: Ein aktuelles Ultrabook mit eGPU, oder ein Gaming-Notebook mit mobiler GeForce GTX? ComputerBase hat mit dem Gehäuse Razer Core V2, dem schlanken Razer Blade Stealth und dem Gaming-Notebook Razer Blade Pro die Probe aufs Exempel gemacht. Ein Fazit: 15-Watt-CPUs mit vier Kernen bremsen nicht.

eGPUs mit Thunderbolt 3

Razer hatte mit dem Core als erster Hersteller im Jahr 2016 ein externes GPU-Gehäuse mit Thunderbolt 3 vorgestellt. Die dritte Thunderbolt-Generation bietet mit vier PCIe-3.0-Lanes eine Bandbreite von maximal 40 Gbit/s und damit erstmals das Potential, Grafikkarten ohne starken Leistungsverlust extern an einen (kompakten) Laptop („Ultrabook“) anzubinden. Schon im Jahr 2016 hatte der Test der PowerColor Devil Box gezeigt, dass das nicht nur in der Theorie so ist.

Mittlerweile sind über 1.000 Notebook-Modelle mit Thunderbolt 3 am Markt verfügbar (Stand 28. März 2018), die sich in der Theorie alle mit einer externen Grafikkarte betreiben lassen. Die günstigsten Modelle starten bereits bei unter 600 Euro.

Auch bei den eGPU-Gehäusen gibt es Konkurrenz

Razer hatte mit dem Gehäuse Core (V1) den Anfang im Jahr 2016 gemacht, doch nicht nur dieses Modell ließ im europäischen Handel noch lange auf sich warten. Inzwischen führt der Preisvergleich hingegen 15 externe GPU-Gehäuse von verschiedenen Herstellern, davon 12 als sofort verfügbar zu Preisen ab unter 300 Euro. Konkurrenz für das neue und verbesserte Razer Core V2 für 519 Euro UVP (bis 2. April für 470 Euro) gibt es also genug.

eGPU-Überblick mit Razer Core V2, Stealth und Blade Pro

ComputerBase hat die Markteinführung der zweiten Generation zum Anlass genommen, erneut einen Blick auf die Leistung von eGPUs zu werfen. Im Vergleich zum Test von vor zwei Jahren hat sich schließlich auch bei den mobilen CPUs etwas getan: Die 15-Watt-Modelle bieten bei Intel seit Herbst 2017 jetzt auch vier Kerne. Als Vertreter dieser Gattung kam das aktuelle Razer Blade Stealth zum Einsatz, als Vertreter bei den klassischen Gaming-Notebooks das aktuelle Razer Blade Pro V2. Auch das bietet vier Kerne, allerdings noch auf Basis der alten Generation bei 45 Watt.

Das neue Razer Blade Stealth mit 4-Kern-Prozessor
Das neue Razer Blade Stealth mit 4-Kern-Prozessor (Bild: Razer)
Das neue Razer Blade Pro V2 (2017) mit Kaby Lake und THX
Das neue Razer Blade Pro V2 (2017) mit Kaby Lake und THX (Bild: Razer)

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Das Razer Core V2 im Detail

Das Gehäuse des Razer Core V2 misst 21,8 × 10,4 × 33,9 (H×B×T) cm bei einem Leergewicht von 3,5 kg, das entspricht den Eckdaten der ersten Generation. Das Platzangebot im Inneren des Gehäuses ist dennoch angewachsen. Auch gegenüber der Devil Box von PowerColor (Test) steht mehr Platz in der Höhe zur Verfügung, dafür ist insbesondere die Breite der Grafikkarte ein limitierender Faktor. Interessenten sollten sich vor dem Kauf eines externen GPU-Gehäuses darüber informieren, ob die eigene oder gewünschte Grafikkarte überhaupt passt.

So groß dürfen Grafikkarten maximal sein
Razer Core V1 Razer Core V2 PowerColor Devil Box
Länge 30,0 cm 31,0 cm
Höhe 13,0 cm 14,5 cm 12,5 cm
Breite 2 Slot (4,3 cm) 3 Slot
Razer Core V2
Razer Core V2 (Bild: Razer)

Der Einbau geht im Handumdrehen

Der Einbau einer Grafikkarte in das Razer Core V2 geht in wenigen Minuten vonstatten. Im Inneren des Gehäuses befindet sich ein herausziehbarer Einsatz, auf dem die gesamte Hardware montiert ist. Um ihn zu entfernen, muss auf der Rückseite des Gehäuses lediglich mit einem massiven Metallhebel der Schließmechanismus entriegelt werden; ein Schraubenzieher wird nicht benötigt. Für die Montage einer Grafikkarte müssen anschließend die Slotblenden entfernt, die Grafikkarte in den PCIe-×16-Steckplatz verbaut und die Stromversorgung angeschlossen werden.

Der Einsatz muss für die Inbetriebnahme des Core V2 dann zwingend wieder in das Gehäuse eingesetzt werden, ansonsten verweigert das Core V2 den Dienst. Wer das umgehen will, um beispielsweise breitere Grafikkarten zu verbauen, die nicht in das Gehäuse passen, findet aber auch Anleitungen im Netz.

Anschließend wird die Box noch über ein Kaltgerätekabel mit dem Strom verbunden. Der Anschluss an einen Zuspieler erfolgt mittels Thunderbolt 3, wie bei anderen externen GPU-Gehäusen ist das passive Kabel aber nur 50 cm lang. Der Anschluss liegt auch in diesem Fall auf der Rückseite des Gehäuses, das lässt das kurze Kabel effektiv schnell noch kürzer werden. Das Core V2 elegant unter dem Schreibtisch oder sogar nur hinter dem Monitor zu verstecken, funktioniert in der Praxis so nicht.

Für die Inbetriebnahme muss nur noch der Laptop gestartet werden. Das Core V2 startet automatisch, falls es angeschlossen ist (auch ohne verbaute Grafikkarte, falls es lediglich als Lade- oder Dockingstation verwendet werden soll). Der Thunderbolt-3-Anschluss ist Plug'n'Play-fähig, das An- und Abstecken der Box ist also problemlos im laufenden Betrieb möglich.

Auch Docking- und Ladestation

Das Core V2 verfügt auf der Rückseite über vier USB-3.0- sowie einen Gigabit-Ethernet-Anschluss, sodass ein mit wenigen Anschlüssen ausgestattetes Ultrabook über die Thunderbolt-Verbindung leicht erweitert werden kann. Gegenüber der ersten Revision des Core verfügt die Neuauflage über einen zweiten Thunderbolt-Controller, der nur für die USB-Anschlüsse zuständig ist. Sie sollen jetzt zuverlässiger funktionieren.

Über die Thunderbolt-3-Verbindung kann ein angeschlossenes Notebook via USB Power Delivery mit bis zu 60 Watt geladen werden. Wer keinen externen Monitor besitzt und die im Core V2 verbaute GPU mit dem Notebook-Display nutzen will, der benötigt kein weiteres Kabel – das Signal wird ebenfalls über Thunderbolt zurückgeschleust. Platz für Laufwerke – optisch oder mechanisch – bietet das Core V2 intern nicht; hier lohnt zum Beispiel ein Blick zur Konkurrenz von PowerColor.

500-Watt-Netzteil für 375-Watt-Grafikkarten

Wie beim Core in erster Generation oder der PowerColor Devil Box bietet das verbaute Netzteil eine Leistung von bis zu 500 Watt an. Damit können neben einer Grafikkarte mit – laut PCIe-Spezifikation – 375 Watt Leistungsaufnahme auch ein Notebook über USB Power Delivery mit bis zu 60 Watt sowie angeschlossene USB-Verbraucher versorgen.

Für die Kühlung der verbauten Grafikkarte und des Netzteils verbaut Razer drei 40-mm-Lüfter an der Unterseite des Gehäuses. Gegenüber der PowerColor Devil Box mit einem 120-mm-, einem 92-mm- und einem 40-mm-Lüfter fällt die Kühlung somit deutlich leistungsschwächer aus.

RGB gibt es auch beim Core V2

Wie bei Razer üblich besitzt auch das Core V2 eine per Software konfigurierbare RGB-Beleuchtung, die beidseitig angebracht ist und durch das Gitter des Gehäuses scheint. Razers Chroma-Software ermöglicht die problemlose Steuerung der Beleuchtung.

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