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RTX Spark Superchip: Nvidia greift AMD und Intel im Windows-PC-Markt an

Michael Günsch
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RTX Spark Superchip: Nvidia greift AMD und Intel im Windows-PC-Markt an

Mit DGX Spark hatte Nvidia den „kleinsten KI-Supercomputer“ eingeführt. Jetzt folgt auf Basis des gleichen Blackwell-Chips RTX Spark. Statt auf Linux setzt RTX Spark auf Windows on Arm und richtet sich an Consumer. KI-Entwickler, Creator und Spieler sollen RTX Spark als Notebook oder Desktop-PC kaufen können.

Nvidia RTX Spark: „Der Windows-PC für das KI-Agenten-Zeitalter“

6.144 Blackwell-Shader + 20 Arm-CPU-Kerne

Hinter RTX Spark steckt ein in 3 nm bei TSMC gefertigtes SoC mit 70 Milliarden Transistoren. Dieses vereint eine Blackwell-GPU mit 6.144 „CUDA Cores“ (wie RTX 5070) und 1 PetaFLOPs FP4 AI Performance mit einer zusammen mit MediaTek entwickelten Grace-CPU mit 20 Kernen. Gemeinsam wird auf bis zu 128 GB LPDDR5X als Unified Memory zugegriffen. Damit liegen die gleichen Eckdaten wie beim SoC hinter DGX Spark vor, es handelt sich also ebenfalls um den Nvidia GB10, über den ComputerBase bereits ausführlich berichtet hat und ihn auch bereits ausprobieren konnte.

Auch bei RTX Spark kommt der NVLink mit 600 GB/s zum Verbinden von GPU und CPU zum Einsatz. Beim LPDDR5X werden nun 300 GB/s genannt, das dürfte aber nur ein Aufrunden von den 273 GB/s des LPDDR5X-8533 bei DGX Spark sein. In der Spitze wird es erneut 128 GB geben, aber den Gerüchten zufolge sind auch kleinere Varianten geplant. Mehr dazu verraten hat Nvidia selbst noch nicht, doch die neue Plattform startet auch erst später in diesem Jahr.

Nvidia RTX Spark

Während es bei den Recheneinheiten zumindest auf den ersten Blick (alle Daten liegen noch nicht vor) keine Änderung gibt, ist der externe I/O-Bereich etwas anders aufgebaut. Dort entfällt die schnelle Netzwerkschnittstelle 10 GbE. Auf Nachfrage hat Nvidia aber die Unterstützung von USB4 und Thunderbolt bestätigt.

Zudem soll es eine NPU geben, die weniger anspruchsvolle KI-Aufgaben wie Copilot+ bei geringer Leistungsaufnahme übernehmen kann, ohne dafür die GPU nutzen zu müssen.

RTX Spark ist auf Windows zugeschnitten

Während die Hardware-Plattform nahezu identisch zu DGX Spark für KI-Entwickler unter Linux ausfällt, richtet sich RTX Spark laut Nvidia zusätzlich an Creator und Gamer. Die Software-Plattform lautet Windows, womit eine größere Zielgruppe erschlossen werden soll. Angeblich arbeitet Nvidia bereits seit „drei Jahren“ gemeinsam mit Microsoft an der Umsetzung. Dieses Mal soll es mit Windows on Arm aber besser klappen.

Nvidia nimmt sich jetzt KI unter Windows an
Nvidia nimmt sich jetzt KI unter Windows an

Auf RTX Spark wird Windows um KI-Agenten erweitert

Vor allem für das Ausführen von KI-Agenten direkt auf dem eigenen System ist RTX Spark konzipiert. Die Agenten sollen direkt von der Taskleiste abrufbar sein. Zu den Software-Partnern zählt auch Adobe und hat Programme wie Photoshop und Premiere extra für RTX Spark angepasst.

Viele weitere Entwickler der Software- und Games-Branche sollen ebenfalls an Optimierungen für RTX Spark und Windows on Arm gearbeitet haben. Auch mit Anbietern von Anti-Cheat-Systemen arbeite Nvidia zusammen, damit diese zu der neuen Plattform kompatibel sind.

Gaming-Performance wie RTX 5070 Laptop

Auf der Bühne zeigte Huang zwei RTX-Spark-Notebooks, auf denen 007 Frist Light und Forza Horizon 6 liefen. Während die 6.144 CUDA-Cores der Blackwell-GPU einer GeForce RTX 5070 für Desktop-Systeme entsprechen, soll die Gaming-Leistung aber eher auf Augenhöhe der RTX 5070 Laptop GPU (4.608 CUDA-Cores) liegen. Das überrascht nicht, schließlich wird die GPU von RTX Spark mit einer deutlich geringeren TDP als der Desktop-Chip betrieben. Ein Nvidia-Sprecher nannte in der Presserunde eine TDP von maximal 80 Watt für ein RTX-Spark-Notebook. Und LPDDR5X ist langsamer als GDDR7 – dafür mit bis zu 128 GB reichlich vorhanden.

Nvidia RTX Spark
Nvidia RTX Spark

Das ist weniger als die typischen 100 bis 115 Watt, die für eine RTX 5070 Laptop GPU anliegen. Zumal es sich beim GB10 von RTX Spark um ein SoC inklusive CPU handelt. Daher spricht Nvidia von einer vergleichbaren Leistung wie bei der RTX 5070 Laptop GPU bei einer „viel niedrigeren Leistungsaufnahme“. Kommende Game-Ready-Treiber sollen dann auch RTX Spark berücksichtigen.

Genaue Performance-Werte in Form von Benchmarks hat Nvidia aber noch nicht vorgelegt. Das gilt auch für die CPU-Leistung, die Nvidia aber als „wettbewerbsfähig“ erachtet. RTX Spark soll auch aktuellen x86-Plattformen wie AMD Strix Halo und Intel Panther Lake Paroli bieten.

Mehrere SKUs für Notebook und Desktop

Die oben genannte Hardware ist allerdings nur die maximale Ausbaustufe von RTX Spark. Nvidia hat nämlich verschiedene „SKUs“ für „viele verschiedene Preisklassen“ in Aussicht gestellt. Mehr als 30 Notebook-Designs seien zu erwarten. Den OEMs werde dabei überlassen, welche Form von Kühlung sie einsetzen. Von sechs großen Partnern wurden bereits konkrete Modelle der nachfolgend aufgeführten Serien angekündigt:

  • Asus ProArt P14, P16
  • Dell XPS 16
  • HP OmniBook X 14, Ultra 16
  • Lenovo Yoga Pro 9n
  • Microsoft Surface Laptop Ultra
  • MSI Prestige N16 Flip AI+
Nvidia RTX Spark

Eine Art Referenzdesign zeigt Nvidia aber doch: Die Notebooks sollen bis 14 mm flach und bis zu 1,4 kg schwer ausfallen sowie ein Aluminiumgehäuse mit gläsernem Touchpad besitzen. Ein Tandem-OLED-Display mit G-Sync-Support ist demnach ebenso gesetzt wie ein Akku, der einen ganzen Tag halten soll. Kombinationen des GB10-SoC mit einer zusätzlichen diskreten GPU wird es nicht geben, was angesichts der Platzverhältnisse und des zusätzlichen Kühlungsaufwands nur logisch erscheint.

Nvidia RTX Spark
Nvidia RTX Spark

Die angeblich „kompakten“ Desktop-Versionen wurden noch nicht konkret gezeigt, aber die Partner mit Acer, Asus, Dell, Gigabyte, HP, MSI und Lenovo benannt.

RTX Spark startet im Herbst

Sowohl die Notebooks als auch die Desktop-PCs mit RTX Spark sollen diesen Herbst verfügbar werden. Preise wurden noch nicht genannt. Es liegt allerdings nahe, dass RTX Spark zumindest einen günstigeren Einstieg als DGX Spark bieten wird, um ein breiteres Publikum anzusprechen. Der von der Redaktion getestete DGX Spark in Form des Asus Ascent kostet immerhin stolze 3.570 Euro.

DLSS 4.5 Ray Reconstruction kommt

Parallel kündigt Nvidia an, dass im August DLSS 4.5 Ray Reconstruction mit „2nd Gen Transformer“ erscheint. Das Feature verspricht eine bessere Bildqualität bei Raytracing und soll für alle RTX-Grafikkarten und später auch für RTX Spark zur Verfügung stehen.

Screenshot 2026-05-31 214159
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